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Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Sa, 19. Jul 2014 18:00   Titel: BX20 AEL & TTL Frage

Erst mal hallo, ich bin Luebecktom und neu hier im Forum. Und natürlich habe ich auch gleich zwei Fragen. Habe mir neben meiner BC 1 eine BX 20 zugelegt. Hierzu meine erste Frage: Ist es richtig das beim Auslösen die AEL Leuchdiode im Sucher leuchtet? Und zwar genau so lange wie ausgelöst wird?

Und meine zweite Frage dreht sich um die Blitz-TTL Steuerung. Ich habe hier zwei Systemkonforme Blitze. Beide Baugleich (Achiever DZ 260) und im nahezu neuwertigen Zustand. Obwohl ich den Blitz vorn auf TTL und auch auf der Rückseite auf TTL gestellt habe, kann ich nicht erkennen das da groß was geregelt wird. Also ich habe am helllichten Tag bei Sonnenschein einen vollen Blitz als auch bei Dunkelheit. Der Kondensator vom Blitzgerät lädt auch in etwa die gleiche Zeit den Blitz nach dem Auslösen auf. Egal ob Dunkel oder Hell. Wenn ich die Blitzgeräte aber in ihrem eigenen Automatikmodus schalte ist ein großer unterschied zu erkennen. Hier ist es wie es sein soll, bei Sonnenschein kaum ein Blitz zu sehen, bei Dunkelheit dann volle Pulle. Das Verhalten ist bei beiden Blitzgeräten gleich. Im Sucher der BX20 leuchtet bei Bereitschaft das Blitzsymbol. Kann es sein das die TTL Steuerung der Kamera Defekt ist?
Beitrag Forum: User-Stammtisch   Geschrieben: So, 28. Dec 2008 13:20   Titel: Re: Gedanken Eines Anfängers

Hallo,

ja, zum Fotografieren gehört einiges dazu....

Das fängt an bei der Ausrüstung. Nicht der Preis ist ausschlaggebend, sondern die Funktionen die man braucht oder auch nicht braucht. Ich arbeite mit einer halbautomatischen Praktica BX20 und MTL 5B. Blende stell ich immer manuell ein und die Kamera berechnet die Belichtungszeit.... Dann braucht man natürlich noch einige Objektive oder ein sehr gutes Zoomobjektiv. Aber noch nicht genug, ein Blitzgerät mit TTL Lichtmessung muss auch noch sein. Naja, dann kommt es darauf an, was man fotografieren möchte... Ich möchte möglichst alles mal ausprobieren, die Ausrüstung darf aber nicht viel kosten. Daher habe ich mich für die guten alten DDR-Modelle entschieden. Objektive und Blitzgeräte gibt es da schon für sehr wenig Geld.
Für "Studioaufnahmen" reicht mir ein Bauscheinwerfer (für digitale Fotografen reicht das auch, da diese an ihrer Kamera einstellen können, welche Farbtemperatur vorherrscht).
Aber Gerätemachen noch keine guten Bilder. Das muss ich auch jedes mal schmerzhaft erkennen. Man muss die Motive finden und erkennen. Man muss seinen optimalen Bildaufbau im Kopf haben oder am Rechner nachtrählich den Bildaufbau optimieren. Und die Ausbelichtung des Bildes muss auch stimmen.
Aber wie lern man das? Von anderen! Entweder durch befreundete (Hobby-)Fotografen oder Mitgliedschaft in einem Club oder eben durch Communities im Internet (so wie hier eben...).
Mit der Zeit (und das meine ich ernsthaft in Jahren gerechnet) lern man immer mehr über das Fotografieren. Sowohl rein technisch als auch praktisch. Wichtig ist immer dabei, die Kritik an den eigenen Bilder zuzulassen ohne dabei blind der Kritik aller Kritiker zu glauben. Es gibt erstens zu viele Wichtigtuer und zweitens sollte jeder Fotograf seinen persönlichen Stil finden auch wenn dieser nicht jedem gefällt....

Die Kritik an Bildern ist zum einen ein sehr mächtiges Werkzeug bei Onlinecommunities, können aber auch zur Belastung werden. Als geschriebenen Text kann man einer Kritik nur reine nüchterne faktische Information zufügen,jedoch wird man als empfängernie wissen, wie positiv oder negativ eine Kritik gemeint wird. Das Gesicht und die Stimme des Gegenüber fehlt eben. Zudem kann man manchmal nichts zu einem Bild sagen, ausser ob es einen gefällt oder nicht. Ich kann z.B. nicht immer erklären, warummirein Bild gefällt, ich kann es nicht an technischen Fakten (Bildaufbauverhältnisse und Beleuchtungsverhältnisse.......) festmachen, weil für micht immer nur der bildhafte Eindruck zählt.

Motive finden, Chancen sehen und abdrücken:

ist als Alleingänger oft sehr schwierig. In der GRuppe kann ich besser fotografieren als allein. Ausser bei speziellen langwierigen Aufnahmen (z.B. Astrofotos) macht es in der GRuppe mehr Spass, weil jeder bei einer Fototour neue und andere Ideen den anderen Teilnehmern nahebrigen kann.
Daher wäre es für mich persönlich auch so wichtig, daß eine Onlinecommunity nicht nur über das Internet agiert, sondern daß die User auch im "echten leben" was gemeinsam unternehmen. Leider sind wir noch nicht so viele und die räumliche Distanz ist auch nicht gerade gering! Wenn jedoch genügend User einer Region zusammenfinden, sollte einem Treffen nicht im Wege stehen (zumindes für die regional zusammenhängenden User...).

Was ich auch noch schätze ist....
.... Zusammenarneit bei der Ausrichtung von Veranstanltungen wie z.B. Fotoausstellungen. Aber dazu müssen sich auch erstmal Leute finden.

Was ich super finden würde....
.... Die Zusammenarbeit nicht nur von Hobbyfotografen als Einzelkämpfer hier, sondern eine tiefgehende Interaktion auch von Fotoclubs und Profifotografen. Optisches-werk.de bietet prinipiell auch kompletten Fotoclubs eine umfassende Plattform an.

Was mich freuen würde....
....viele viele viele begeisterte Fotografen, welche ein hohen Interesse und Engagement zeigen, sich, ihr Hobby und ihre Werke zu präsentieren und ihr Wissen an andere weitergeben. Fotografen, welche das Forum und all die anderen Funktionen hier mit Leben füllen. Die genau wie ich andere Wege gehen wollen und Alternativen zu den großen kommerziellen Fotocommunities suchen. Optisches-werk.de bietet diesen Leuten eigentlich alles was sie brauchen, und das für exakt 0,00€. Was uns nur noch fehlt sind zahlreiche engagierte oder aktive User. Und die Betonung liegt auf AKTIV!

So, das waren mal meine Gedanken eines seit 10 Jahren immer noch Anfängers....

Immer gutes Licht,

Thyno
Beitrag Forum: Fotowissen   Geschrieben: Sa, 27. Dec 2008 15:36   Titel: Objektive Und Den Richtigen Einsatz.

Kleine Objektivkunde

Man unterscheidet Objektive nach ihrem Aufnahmewinkel (bzw. ihrer Brennweite, was äquivalent ist).
Der Aufnahmewinkel hat aber nicht nur Einfluss auf den Bildausschnitt, er bestimmt auch maßgeblich Geometrie und Tiefenschärfe der Aufnahme.
Weitwinkel
Zu den Weitwinkelobjektiven gehört alles unterhalb von 35mm (28mm entsprechen 75°). Diese Objektive eignen sich besonders für Aufnahmen in Innenräumen und für Landschaften, aber Portraits werden damit unnatürlich verzerrt.
Ein besonderes Merkmal ist die vergrößerte Tiefenschärfe, das heißt, bei gleicher Blende wird ein größerer Bereich scharf abgebildet als bei größeren Brennweiten.
Unter den Weitwinkeln unterscheidet man außerdem die extremen Weitwinkel um 18mm Brennweite und die sogenannten Fisheye mit Brennweiten um 8mm können diese Objektive bis zu 180° Aufnahmewinkel erreichen (Vorsicht mit den eigenen Füßen).

Normalbereich
Das allgemeingültige Normalobjektiv gibt es nicht, für Kleinbildkameras ist es aber das 50mm Objektiv (das entspricht einem Aufnahmewinkel von etwa 45°), man sagt, dass es den Seheindruck am natürlichsten wiedergibt, sein Aufnahmewinkel entspricht etwa 45°.Kleinere Bildformate (insbesondere die kleinen Sensoren der Digitalkameras) verlangen Objektive mit kürzeren Brennweiten, um den selben Ausschnitt aufzunehmen.

Teleobjektive
Teleobjektive von 80mm bis 1000mm und darüber eigenen sich hervorragend, um weit entfernte Objekte heranzuholen (Aufnahmewinkel < 16°). Ein leichtes Tele (um 80-100mm) eignet sich auch gut für die Portraitfotografie, weil die Proportionen damit am besten wiedergegebne werden, längere Brennweiten lassen das Gesicht platt erscheinen.
Der Bereich der Schärfentiefe ist bei diesen Objektiven eingeschränkter als bei den Weitwinkeln, was man bei der Aufnahme beachten sollte 8und bei Portraits ebenfalls sinnvoll ist, da die Aufmerksamkeit auf den scharfen Bereich gelenkt wird). Hier muss dann eventuell stärker abgeblendet werden.
Außerdem verwackeln Aufnahmen mit Teleobjektiven leichter (Als Fausregel gilt: Belichtungszeit = 1/Brennweite, also bei 200mm etwa 1/250s), so dass kürzere Verschlusszeiten oder ein Stativ hilfreich sein kann. Nicht zuletzt helfen höherempfindliche Filme die letzten beiden Punkte auszugleichen.

Makro
Das Makroobjektiv ist eine Sonderform des Normal- oder Teleobjektivs. Der Trick dabei ist, dass diese Objektive so konstruiert sind, dass man wesentlich dichter an das zu fotografierende Objekt herankommt, so dass Abbildungsverhältnisse von 1:4 (4cm in der Wirklichkeit werden auf 1cm Film abgebildet) oder besser möglich werden.

Shiftobjektive
Fast exotisch ist die Aufnahme mit Shiftobjektiven. Diese Spezialisten werden vor allem bei Architekturfotografie eingesetzt. Dadurch, dass das Objektiv parallel zum Film Verschoben wird erreicht man, dass stürzende Linien (der Effekt, dass sich bei Gebäuden die von unteren her aufgenommen werden, die Proportionen stark verjüngen, bzw. das Gebäude nach hinten zu kippen scheint) unterdrückt werden.
Beitrag Forum: Off Topic   Geschrieben: Sa, 27. Dec 2008 14:16   Titel: Re: Vorstellung

hallo tackleschlepper,

danke, daß du den Weg zu uns gefunden hast. Ich begrüße Dich recht herzlich bei unserem "Projekt". Wir versuchen unseren Usern ein reichhaltiges Angebot rund um das Thema Fotografie zu präsentieren.

Du kannst u.a. Dein eigenen Weblog erstellen, Dich am Forum oder der Fotowikibeteiligen. Zudem kannst Du auch Deinen eigenen Postershopbei uns präsentieren.

Und natürlich soll eines ganz sicher im Mittelpunkt stehen: 1. eigene Bilder hochladen und diskutieren und 2. Kontakte mit anderen Fotogtrafen knüpfen.

Und was noch ganz wichtig ist: Bei Verbesserungsvorschlägen,Kritik und Anmerkungen oder bestimmten Wüschen.... sagt es uns!!

Dir noch viel Spass bei optisches-werk.de und immer gut Licht.

der Thyno
Beitrag Forum: Menschen allgemein   Geschrieben: Do, 16. Oct 2008 21:24   Titel: Street-Fotografie, was ist das?

Street-Fotografie, was ist das?


Die Streetfotografie ist eine dokumentarische Fotografie, die sich überschneidet mit Teilen der Portrait- und Event-Fotografie.

Zu Eigen ist der Streetfotografie, dass sie ungekünstelt ist, beobachtend das Geschehen um sie herum zum Thema macht und exemplarische Szenen herausgreift.
Dabei wiegt der "Inhalt", also die Bildaussage weit mehr als technische Gegebenheiten, wie beispielsweise Bildschärfe, korrekte Belichtung mit Zeichnung in allen Bildbereichen, etc.

Street ist meist direkt und nah, sollte immer authentisch und ungestellt sein. Sie konzentriert sich auf einen bestimmten Aspekt oder Moment, der dann festgehalten wird.
Ein Aspekt, der die Streetfotografie problematisch macht, ist zum Teil die Diskussion um das "Recht am eigenen Bild", sowie die scheinbar grenzenlose Ausweitung des Themas auf alle Bereiche des Lebens. Streetfotografie ist in erster Linie Dokumentation des Gesehenen. Es sind "Schnappschüsse", Momentaufnahmen, usw.

Tips
Sinnvoll ist es vor Ort die Belichtung zu prüfen. Also die Kamera so Voreinzustellen, dass unter sämtlichen Bedingungen die Aufnahme gelingt. Also wählt man eine ISO-Einstellung, die selbst in Schattenbereichen eine ausreichend schnelle Belichtungszeit, je nach Brennweite, ermöglicht.

Unterbelichten, um das Bild nicht durch zu helle Bereiche (gerade bei Sonne wichtig) schon beim Fotografieren zu "zerstören".

Bsp. - 2/3 Blende unterbelichtet, das verringert auch die Verschlusszeit
Bsp. Blende 4 ist sehr gut geeignet

Über Brennweiten lässt sich keine Regel beschreiben.
Authentische Fotos gibt es mit einer Brennweite von 50mm.
Aber auch 70-200mm oder 100-400mm ist kein Problem.
Die verwendete Brennweite richtet sich fast danach, wie "skrupellos" ein Streetfotograf ist.
Bei 50mm muss man an das Motiv schon sehr nahe heran. Die Ergebnisse sind dafür sehr authentisch, weil das Bild dem Sehen des Menschen nahe kommt.
Größere Brennweiten erlauben dafür eine Abgeschiedenheit des Fotografen. Er wird vom Motiv kaum bemerkt. Das Bild bleibt ungekünstelt.

Umgang mit Personen als Hauptmotiv
Dies ist ein nicht ganz einfaches Thema, denn generell gilt "Das Recht am eigenen Bild". Personen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen (Prominente), haben das Recht am eigenen Bild, wenn sie eindeutig zu identifizieren sind.
Streetfotografie muß nicht Personen beinhalten. Es kann auch nur die Dokumentation eines Strassenzugs sein, Tiere, Fahrzeuge, etc.

Fazit
Streetfotografie ist eine spannende, anspruchsvolle Sparte der Fotografie. Selbst am gleichen Ort gibt es immer wieder lohnende neue Motive. Sie fördert die Kommunikation und schult das Sehen.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:50   Titel: Kodak Kodachrome

Kodak Kodachrome



Kodak Kodachrome ist

  1. ein von 1916–1930 produzierter Zweifarbenfilm,
  2. ein von 1935 bis heute produzierter Umkehr- bzw. Diafilm,
  3. ein eingetragener Markenname der Firma Kodak,
  4. ein Musikstück von Paul Simon.



Der Kodachromefilm war der erste kommerziell erfolgreiche Dreifarbenfilm mit natürlicher Farbwiedergabe. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1935 bis in die 1990er Jahre war er das bevorzugte Diafilmmaterial vieler Berufsfotografen und anspruchsvoller Fotoamateure. Kodachrome weist eine hohe Schärfe, Feinkörnigkeit sowie lebendige Farben auf, und ist in Archiven äußerst gut haltbar. Diese Eigenschaften wurden von anderen Filmen über ein halbes Jahrhundert lang nicht erreicht, weshalb der Kodachrome einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Farbfotografie ausübte.

Ein bezüglich der Farbwiedergabe qualitativ vergleichbarer Vorgänger, das 1907 von den Gebrüdern Lumiere auf den Markt gebrachte Autochrom, war für einen vergleichbaren kommerziellen Massenerfolg noch zu teuer und technisch zu umständlich gewesen.


Geschichte und Entwicklung


Vorgänger Zweifarbenfilm

Der technisch wie qualitativ nicht vergleichbare Vorgänger, der Kodachrome-Zweifarbenfilm, wurde zwischen 1916 und 1930 produziert und als Kinofilm genutzt. Die Aufnahmen wurden mit einer Spezialkamera mit Zwillingsobjektiv aufgenommen und dann auf Dipo-Film kopiert.

Das klassische Kodachrome

Das dem klassischen Kodachrome-Dreifarbenfilm zugrundeliegende Verfahren wurde von 1920 bis 1935 von den zwei Musikern und begeisterten Hobbyphotographen Leopold Godowsky und Leopold Mannes im Auftrag Kodaks entwickelt; diese erste Kodachrome-Emulsion wies eine Filmempfindlichkeit von 10 ASA auf. Es heißt, Godowsky und Mannes hätten bei ihren zu Kodachrome führenden Versuchsreihen in der eigenen Küche mangels korrekt genug laufender Uhren die exakte Entwicklungszeit stets durch das gemeinsame Pfeifen einer Beethovensymphonie bestimmt. Man spricht aufgrund der Namen der beiden Erfinder im Englischen auch scherzhaft davon, Kodachrome sei gemeinsam von God and Man („Gott und dem Menschen“) erschaffen worden.

Der Kodachrome-Umkehrfilm wurde erstmals im April 1935 als 16-mm-Schmalfilm vorgestellt; es handelte sich dabei um den ersten nach einem chromogenen Verfahren arbeitenden Farbfilm überhaupt sowie den „dienstältesten“ derzeit noch am Markt erhältlichen fotografischen Film.

Eigenschaften


Der Schichtträger der Kodachrome-Farbumkehrfilme besteht aus 0,135 mm dickem Celluloseacetat.

Die aufeinander abgestimmte Filmreihe bestand überwiegend aus dem K25, K64 und dem K200 mit den Filmempfindlichkeiten von 25, 64 und 200 ASA), für Super8 und 16 mm besaß darüber hinaus der K40 bis zu seinem Produktionsende 2005 eine besondere Bedeutung; Jahrzehnte zuvor war in beiden letzteren Formaten bereits die Fertigung des K25 eingestellt worden. Mittlerweile sind nur noch der K64 und K200 und das auch nur für 35 mm erhältlich, die Produktion des K25 wurde von Kodak 2002 auch für 35 mm eingestellt.

Der Kodachrome 25 besitzt eine Körnigkeit von 8 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 1998).

Der Kodachrome 64 besitzt eine Körnigkeit von 10 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm bzw. bei einem Testobjektkontrast 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Der Kodachrome 200 besitzt eine Körnigkeit von 16 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 50 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Funktionsweise


Der Kodachrome ist eigentlich ein dreischichtiger Schwarz-Weiß-Film. Die Schichten sind durch Farbfilter voneinander getrennt und zeichnen so die Intensität der drei additiven Grundfarben auf. Anders als bei „normalen“ Farbfilmen, die in der Regel nach dem E-6-Prozess verarbeitet werden, fehlen dem Kodachrome aber die Farbkuppler zur Farbwiedergabe; diese sind erst im Entwickler enthalten. Daher ist der Kodachrome unempfindlicher gegenüber falscher Lagerung (zu lange, zu heiß, zu feucht) als andere Farbfilme. Es soll schon originalverpackte Kodachrome-Filme gegeben haben, die (ohne tiefgekühlte Lagerung) mehr als 15 Jahre über das angegebene Haltbarkeitsdatum hinaus aufbewahrt wurden und dann nach Belichtung und Entwicklung trotzdem noch mittelmäßige Ergebnisse zeigten. Weil die Farbe erst während der Entwicklung entsteht, zählt der Kodachrome zu den chromogenen Filmen.

Das Fehlen der in die Emulsion eingebetteten Farbkuppler, die bei den E-6 Filmen diffusionsecht mit langen Molekülketten ausgeführt sein müssen, erklärt die höhere Schärfeleistung gegenüber diesen. Der Film ist daher für Großvergrößerungen optimal geeignet.

Die Entwicklung im K14-Prozess ist daher auch sehr aufwändig und muss in mehreren Schritten erfolgen. Sie wird nur von Kodak selbst durchgeführt und ist bereits im Filmpreis enthalten (nur Europa).

Kodachrome-Filme hatten immer nur Bedeutung als Film im professionellen bzw. semiprofessionellen Bereich. Diafilme auf der Basis des wesentlich einfacher zu handhabenden E-6-Entwicklungsprinzips sind marktbeherrschend.

Vor- und Nachteile


Die Kodachrome-Filme zeichnen sich allgemein aus durch ihre sehr hohe Schärfe, ihre äußerst natürliche und nuancenreiche Farbwiedergabe – vor allem von Hauttönen – und die hohe Farbbeständigkeit. Letztere Eigenschaft machte ihn lange Zeit zum bevorzugten Film für Anwendungen in Archiven (Museen, Kunstarchive).

Kodachrome ist das einzige Diamaterial, das in den dunklen Partien rotstichig wird, während andere Diafilme blaustichig werden. Dies verleiht Kodachrome-Dias einen wärmeren Bildeindruck. Die stärkere Betonung von Grüntönen führt zudem zu einem subjektiv verbesserten Bildeindruck von Landschaften, da Menschen Grün stark wahrnehmen.

Tests haben gezeigt, dass die hohe Haltbarkeit der Kodachrome-Farbstoffe nur für den Fall der Aufbewahrung im Dunkeln gilt, hier ist Kodachrome allen anderen Diafilmen für die bildmäßige Fotografie, die sämtlich nach dem E-6-Verfahren arbeiten, überlegen. Anders verhält es sich mit der Stabilität der Farbstoffe bei der Projektion: Der enorme Lichtdurchsatz während der Projektion führte bei Tests schon nach einer Stunde zu einem merklichen Ausbleichen (Dichteverlust von 0,1) von Kodachrome-Dias, E-6-Diamaterialien (z. B. Kodak Ektachrome, Agfachrome, Fujichrome) zeigten sich hier stabiler. Kodachrome-Dias sollten deshalb unbedingt in vollkommener Dunkelheit aufbewahrt werden!

Zukunft


2004 gab Kodak die Einstellung der Produktion analoger Kameras, sowie die Einstellung der Weiterentwicklung analogen Filmmaterials bekannt (wobei 2007 allerdings wieder neue Emulsionen vorgestellt wurden). Das Angebot an analogen Filmen wurde reduziert. Seit November 2006 gibt es nur noch ein Entwicklungslabor für Kodachrome weltweit, in den USA. Abzusehen ist, dass langfristig durch die Verbreitung der Digitalfotografie analoge Filme nur noch im Spezialhandel verfügbar sein werden und die Angebotsbreite sinken wird.

Digitalisierung (Scannen)


Ein gerahmtes Kodachrome-Dia lässt sich wie jedes andere Dia in einen Dia-Scanner einlegen. Das Ergebnis nach einem herkömmlichen Scan-Vorgang aber wird in fast allen Fällen nicht zu gebrauchen sein; meist wird es sehr blaustichig ausfallen. Einige Hersteller bieten in ihrer Scan-Software spezielle Kodachrome-Farbprofile zur Auswahl, die dies verhindern sollen. Für wirklich farbechte Scans ist allerdings eine IT8-Kalibrierung notwendig.

Da Kodachrome-Dias besonders feinkörnig sind, warten sie mit einem sehr hohen Auflösungsvermögen und einem sehr großen Dichteumfang auf. Möchte man bei der Digitalisierung hier keine Verluste in Kauf nehmen, ist also ein hochauflösender Scanner (min. 3000 dpi) mit großem Dichteumfang nötig.

Nahezu jedes Dia weist gewisse unerwünschte Defekte wie Staub, Kratzer, Fingerabdrücke und ähnliche auf, die heutzutage normalerweise schon beim Scannen erkannt und entfernt werden. Beim Scannen von Kodachrome-Dias gestaltet sich dieses jedoch schwierig. Viele Scanner besitzen einen zusätzlichen Infrarotkanal, dessen langwelliges Licht zwar durch das Dia jedoch nicht durch Staubpartikel dringt; so kann Staub sehr zuverlässig identifiziert und entfernt werden. In den Kodachrome-Dias (und auch in vielen Schwarzweiß-Dias) sind Silberhalogenide enthalten, die wie Staub das infrarote Licht reflektieren. Dies führt dann zu sehr verwaschenen Scans. Erst 2004 hat Nikon mit dem Super Coolscan 9000 ED den bisher einzigen Scanner auf den Markt gebracht, der mit Hilfe verbesserter Technologie (ICE Professional) zuverlässig staub- und kratzerfreie Scans von Kodachrome-Dias anfertigen kann. LaserSoft Imaging setzt seit Mitte 2008 in ihrer Software Silverfast eine weiterentwickelte Version der Staub- und Kratzerentfernung (iSRD) ein, die mit allen Nikon Filmscannern lauffähig ist und qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt.

Kodachrome-Song


1973 komponierte Paul Simon das Lied Kodachrome, das von seiner Jugend erzählt und bei dem Kodachrome-Filme eine wichtige Rolle spielen. Er widmete es dem Hersteller Kodak. Er sang das Lied auch 1981 bei der Wiedervereinigung von Simon &amp; Garfunkel im New Yorker Central Park.

Siehe auch


  • Konfektionierung
  • Aufnahmeformat
  • Zelluloidfilm und Sicherheitsfilm
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 28. Mar 2008 19:18   Titel: Abbildungsmaßstab

Abbildungsmaßstab


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Der Abbildungsmaßstab (Formelzeichen β) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Größe der optischen Abbildung (B, Bild) eines Gegenstandes und dessen realer Größe (G, Gegenstand) ( β = B / G).

Bekanntes Beispiel ist der Maßstab in der Kartografie: Hat eine Landkarte beispielsweise einen Maßstab von 1:100.000, dann ist die Realität 100.000-mal größer ist, als die Abbildung auf der Karte. 1 cm auf der Karte entspricht demnach 100.000 cm = 1 km in der Realität.

  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 sagt aus, dass der Gegenstand und seine Abbildung gleich groß sind
  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:2 sagt aus, dass der Gegenstand doppelt so groß ist, wie seine Abbildung
  • Ein Abbildungsmaßstab von 2:1 sagt aus, dass die Abbildung doppelt so groß ist, wie der Gegenstand.



Fotografie


In der Fotografie bezeichnet man als Abbildungsmaßstab das Verhältnis der Abbildungsgröße eines Objektes auf der Filmebene zur Größe des Originalobjektes selbst. Der Abbildungsmaßstab nimmt mit kleiner werdendem Abstand zum Objekt und mit Verlängerung der Objektivbrennweite zu.
Aufgrund der einem jeden Objektiv eigenen Naheinstellgrenze (der Mindestabstand zum Objekt), unterhalb derer es nicht mehr möglich ist auf das Objekt zu fokussieren, kann der Objektabstand allerdings nicht beliebig verringert werden. Ein Objektiv besitzt also einen maximalen Abbildungsmaßstab.

Spezielle Objektive für die Makrofotografie, die sogenannten Makro-Objektive, können mit einem besonders geringen Objektabstand eingesetzt werden und ermöglichen dadurch einen besonders großen Abbildungsmaßstab, wie beispielsweise 1:2 (die Abbildung ist halb so groß wie das Objekt) oder 1:1 (Objekt wird in Originalgröße auf der Filmebene abgebildet). Bei Abbildungsmaßstäben von mindestens 1:4 wird ein Objektiv als makrofähig bezeichnet. Normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:9.

Ein Anfang der 1990er Jahre vorgestelltes Spezialobjektiv von Minolta, das Minolta AF Macro Zoom 3x–1x (1:1,7–1:2,8), ermöglicht sogar einen Abbildungsmaßstab von 3:1; es kann also ein Objekt dreifach vergrößert auf die Filmebene abbilden. Um derartige Abbildungsmaßstäbe ohne Spezialobjektive zu erzielen, müssen normalerweise ein Balgengerät, Zwischenringe oder ein Objektiv in Retrostellung eingesetzt werden.

Beispiele zur Berechnung des Abbildungsmaßstabes:

  • Bildet die Kamera einen 20 cm hohen Kopf auf dem Film mit einer Höhe von 0,5 cm ab, so ist der Abbildungsmaßstab 0,5:20 = 1:40 (= 0,025-fach)
  • Wird eine 35 mm lange Libelle formatfüllend auf 35-mm-Kleinbildfilm abgebildet, bedeutet dies einen Abbildungsmaßstab von 1:1


Häufig versäumen es die Hersteller von Wechselobjektiven, den mit einem bestimmten Objektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab anzugeben; stattdessen wird nur der kürzestmögliche Objektabstand angegeben. Diese Angabe lässt jedoch nur einen eher indirekten Rückschluss über den effektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab zu. Mit Testaufnahmen lässt sich der effektive Abbildungsmaßstab jedoch ermitteln.


Siehe auch


  • Relativer Abbildungsmaßstab
Beitrag Forum: Landschaftsfotografie   Geschrieben: Fr, 22. Feb 2008 19:41   Titel: Weitwikel Und Landschaftsfotografie

Landschaftsphotographie mit Weitwinkelobjektiven



Weitwinkelobjektive gelten als erste Wahl bei der Landschaftsfotografie, weil man damit viel Objekt auf den Film bekommt. Jedoch sorgt das nacher beim Betrachten der Bilder oft für große Enttäuschung. Zu viele Formen, Farben und Lienien und die hohe Tiefenschärfe sorgen oft für ein unausgewogenes Bild ohne erkennbares Hauptmotiv. Gestalterisches Ordnen der Einzelmotive ist daher vor der Aufnahme sinnvoll.

Problematisch ist der subjektive Eindruck der imposanten Landschaft, die man mit eigenen Augen betrachtet. Viele versuchen dann die gleichen Eindrücke (tolle Farben, Formen, Himmel, Berge und vielleicht noch die süßen Tierchen irgendwo da draussen) ihrer Wahrnehmung in den Kamerasucher zu stopfen. Die entwickelten Bilder oder die betrachteten daten am Monitor sind dann eher enttäuschend. Eine so imposante szenerie sollte doch eigentlich zwangsläufig zu einem guten Bild werden, leider ist meist das genaue Gegenteil der Fall!

Tücken des Weitwinkels

Es bedarf überlegter Bildgestaltung, um Empfindungen der "eingefangenen" Szenerie im zweidimensionalen Bild nachzustellen. Dabei hat gerade das Weitwinkelobjektiv seine Tücken, da zu viele irrelevante Objekte mit abgebildet werden, die den Betrachter verwirren oder von der Kernaussage des Bildes ablenken. Mit Teleobjektiven kann man sehr einfach Störendes durch Wahl eines geeigneten Ausschnittes wegblenden oder durch gezielten Einsatz von Tiefenschärfe in Unschärfe verschwimmen lassen.

Aufgeräumte Bilder

Es ist daher unerlässlich, im Bild aufzuräumen. Ein Betrachter sollte spätestens beim zweiten Hinsehen erkennen, was der Fotograf abbilden wollte. Es ist erforderlich, das im Sucher erfasste Motiv zu analysieren, gedanklich auf die graphischen Grundelemente, die Linien, Formen und Flächen zu reduzieren. Außerdem gilt es zu bedenken, wie man den Betrachter über die Anordnung der Bildelemente ins Bild hineinführt und über das Gefüge der Linien und Formen Spannung aufbaut. Da sich die Motive selbst meist nicht ohne weiteres in eine gestalterisch ideale Anordnung versetzen lassen, müssen wir uns selbst bewegen und den optimalen Standpunkt buchstäblich erlaufen. Standpunkt und Perspektive gilt es, so lange zu wechseln, bis die optimale Linienführung im Sucher erscheint. Zuweilen genügt es, einen Schritt nach links oder rechts zu gehen oder sich einfach in die Hocke zu begeben. Manchmal aber, in bergigem Gelände etwa, sind solche Positionswechsel schwieriger und es kann auch vorkommen, dass man das im Kopf bereits fertige Bild nicht in eine befriedigende reale Aufnahme übersetzen kann und ist gezwungen, aufzugeben - wenn man sich das ehrlich eingesteht, kann man zumindest Film beziehungsweise Platz auf der Speicherkarte sparen.

Bilder gliedern

Viele gelungene Weitwinkelbilder erzielen ihre Wirkung aufgrund einer klaren Staffelung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Der Vordergrund wird dabei oft vom Hauptmotiv besetzt, während Mittel- und Hintergrund dem Betrachter wichtige Informationen über die Umgebung des Motivs vermitteln. Solche Aufnahmen können, dank ihres hohen Informationsgehaltes, komplette Geschichten erzählen. Ein ausgezeichnetes Hilfsmittel beim überlegten Bildaufbau ist eine Gittermattscheibe im Sucher der Kamera. Einige digitale Kompaktkameras erlauben es, eine Gitterstruktur im Display anzuzeigen, was den gleichen Zweck erfüllt.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 11. Jan 2008 23:38   Titel: Nikon F

Nikon F


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Die Nikon F (in Deutschland auch: Nikkor F) ist ein klassischer Fotoapparat der 1960er Jahre, eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die als Prototyp aller danach folgenden professionellen Kameras dieses Typs gilt.

Image
Nikon F (schwarz) in der Grundausstattung mit einfachem Prismensucher, Baujahr 1969

Die Nikon F wurde 1959 vorgestellt und 1971 von der technisch sehr ähnlichen Nikon F2 abgelöst, die den weltweiten Durchbruch des japanischen Herstellers Nikon im professionellen Kleinbildsektor auch in Europa markierte. Schon vorher war die F ein „Geheimtipp“, aber keineswegs ein „Exot“, sondern besonders in Japan und den USA als Profi-Kamera für den „harten Einsatz“ akzeptiert. Später folgten weitere Kameras in der F-Serie.

Zwar hatte die Nikon F nur mit einer wirklichen Weltneuheit aufzuwarten (dem 100%igen Sucherausschnitt), aber sie vereinte dennoch alle bis dahin bekannten Fortschritte erstmals in einem Modell.

Auch nach Jahrzehnten lässt sie sich problemlos einsetzen. Die Grundausstattung mit einfachem Prismensucher ohne Belichtungsmesser wirkt für heutige Verhältnisse spartanisch, aber sie funktioniert und alle heutigen Objektive mit dem F-Bajonett können weiter verwendet werden (Ausnahme: AF-G Objektive ohne Blendenring, DX-Objektive für Digitalkameras mit kleinerem Bildkreis und APS-Objektive). Eine Belichtungsmessung mit „Photomic-Suchern“ ist nur bei solchen Objektiven möglich, die über den Metallzinken auf dem Blendering verfügen oder damit nachgerüstet werden können.


Vorgeschichte


Die Nikon F baut auf folgenden Innovationen anderer Hersteller auf:

* 1925 erste Kleinbildkamera von Oskar Barnack - die Leica
* 1936 erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera
* 1936 Kine-Exakta erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Bajonett-Anschluss für Wechselobjektive
* 1955 Pentax Asahiflex erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Springblende
* 1964 Pentax Spotmatic, erste einäugige Spiegelreflexkamera der Welt mit Belichtungsmessung durch das Objektiv.

Im Stammbaum des eigenen Hauses baut sie technisch auf der Messsucherkamera Nikon SP auf, die heute ein sehr begehrtes Sammlerobjekt ist. Der Ruf der SP als Alternative zu Leica und Contax liegt in den von Nikon gefertigten Objektiven begründet, die für beide Kameratypen hergestellt wurden. Die S-Serie verwendete selber das Contax-Bajonett. Man kann die Nikon F in vielfacher Hinsicht als eine SP mit Spiegelkasten und größerem Bajonett (durch das notwendig größere Auflagemaß) bezeichnen.

Motor und Langfilmkassette


Zur Nikon F gab es einen Motorantrieb, den F-36, der nicht zuletzt dafür verantwortlich war, dass sie sich als Profikamera sehr schnell etablieren konnte. Er wurde zum Vorbild für die Mitbewerber auf dem Kameramarkt. Mit dem F-36 sieht die Nikon F nur unwesentlich anders aus als heutige Profikameras. Er hatte bereits ein angebautes Batteriefach (zunächst externe Stromversorgung), einen Handgriff mit Auslöser und einen Umschalter von S (Single, Einzelbild) auf C (Continuous, Serie). Der F-36 schafft eine Bildfrequenz von 2; 2,5; 3 oder 4 Bildern in der Sekunde.

Des Weiteren stand ein Batterieteil mit Kabel zur Verfügung. Er enthielt 8 Batterien à 1,5 V und einen umstellbaren Auslöser für Einzel- und Serienschaltung. Auch er konnte mit Relaisbox, Intervalometer zur Fernsteuerung genutzt werden. Der Kabelbatterieteil wurde ausgeliefert mit Umhängeriemen und mit Kabel zu den Motoren. Mit Hilfe der Relaisbox, zwischen Kamera und Batterieteil geschaltet, konnte die Kamera auf große Distanzen oder am Relaisteil selbst ausgelöst werden.

Neben dem F-36 gab es auch den Motor F-250, mit zwei großen Nikon-Kassetten mit einem Fassungsvermögen bis zu 10 m Film (entspricht 250 Aufnahmen). Die technischen Merkmale der beiden Motoren waren genau gleich. Um die 10-Meter-Kassetten zu laden, bot Nikon ein Ladegerät an. Die zu ladende Filmlänge konnte vorgewählt werden. Diese F-250-Version wurde u. a. von der NASA mit in den Weltraum genommen (wie auch die entsprechende Nachfolgemodelle der F).

Die Rückwand


Eine Eigenheit der Nikon F ist ihre Rückwand. Wird jene bei späteren Kamera-Modellen aufgeklappt, so wird sie hier nach unten abgezogen. Dafür befindet sich in der Bodenplatte ein versenkbarer Entriegelungshebel. Die Rückwand wird also zusammen mit der Bodenplatte abgebaut.

Der Fotograf hält beim Filmwechsel plötzlich zwei Teile in der Hand und ist „in Action“ vor eine zusätzliche Herausforderung gestellt: „Mit welcher Hand den Film einlegen?“.

Der Motor hat eine eigene Kamerarückwand, da er die Bodenplatte ersetzt, die bei der normalen Rückwand Bestandteil ist, so dass er also auch komplett abgebaut werden muss, wenn man einen Film wechseln will. Besonders hierbei kann es zu Beschädigungen der Führungsschlitze am Kameragehäuse kommen. Ein Verkanten muss unbedingt vermieden werden. Das Nachfolgemodell F2 hatte dann die heute gebräuchliche - und komfortablere - aufklappbare Rückwand.

Unten an der Bodenplatte lässt sich die Filmempfindlichkeit einstellen. Dies hat aber nur den einzigen Sinn, dass der Fotograf sich erinnern kann, welche Filmempfindlichkeit er beim Belichtungsmesser (extern oder Photomic) einstellen muss. Es ist also eine reine Gedächtnisstütze ohne technische Funktion.

Wechselsucher

Charakteristisch und wegweisend für die F Serie ist das System von Wechselsuchern. Zum Wechseln der Sucher gibt es einen etwas schwer zu bedienenden kleinen Entriegelungsknopf an der Rückseite des Kameragehäuses. Erst 1980 mit der Nikon F3 wurde das deutlich besser gelöst.

Die Grundversion hatte einen Prismensucher, der ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild zeigt. Ein weiterer Sucher war der Lichtschacht, nützlich bei Makro- und Mikrofotographie. Der Lichtschacht ist mit einer wegklappbaren Lupe (5x) versehen.

Der Prismensucher mit eingebautem Belichtungsmesser („Photomic“)

Der erste Photomic-Sucher hatte zum Messen im Sucher ein Fensterchen, das in einem eher unbestimmten Winkel das Licht maß. Dann erschien der erste TTL-Photomic (Through the Lens), der mit wechselnden Brennweiten die Messung anpasste. Der Photomic Tn misst das Mattscheibenzentrum von 12mm zu 60% und die Randbereiche zu 40%. Diese Messteilung wurde ermöglicht durch den Bau eines asphärischen Kondensor-Linsen-Systems, geregelt durch eine feststehende Blende vor den beiden CdS-Zellen (den eigentlichen Lichtmesszellen), die links und rechts des Okulars liegen. Der Messvorgang erfolgte bei offener Blende, zu jener Zeit eine Seltenheit. Der Photomic Tn war kalibiert von ASA (dem heutigen ISO) 20-6400. Der Messbereich ging von Lichtwert 2-17 bei ASA 100 mit dem Nikon Auto 55mm f/1,2.

Bei dem im August ausgelieferten Photomic FTn, der sich leichter montieren ließ, da er mit einer Klemmfassung ausgerüstet war, musste die größte Blende des montierten Objektivs nicht mehr an die Filmempfindlichkeit angepasst werden. Für Aufnahmen mit tiefem Kamerastandpunkt ist die Nadel des Belichtungsmessers auch auf dem Gehäuse des Photomic sichtbar.

Die Nikon Photomic FTN war das letzte Modell der Nikon F. Die damaligen Photomics funktionieren allerdings nicht mit den heutigen AF-Objektiven. Der Fotograf greift also besser gleich zum Handbelichtungsmesser und dem einfachen Prismensucher und hält so auch die bis heute leichteste Urversion der kompletten F-Serie in der Hand.

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Matte Seite der selben Scheibe

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Standard-Einstellscheibe Typ A mit Schnittbildindikator

Die Wechselsucher der Nikon F2 passen ebenso an die F, wie auch deren Einstellscheiben. Beim Ansetzen der F2-Sucher muss bei der F nur das vordere Typenschild abgeschraubt werden, was aber unkompliziert ist, weil die Schrauben sichtbar an der Außenseite sind (siehe auch Foto der Kamera oben). Die Photomics der F2 funktionieren an der F allerdings nicht, da sie eine Stromversorgung seitens der Kamera erwarten. Ein Batteriefach sucht man am eigentlichen Kameragehäuse der F vergebens.

Erst mit der F3 wanderte der Belichtungsmesser in das Gehäuse der Kamera selber. Bei der F4 wurden bereits wieder (neue) Funktionen in den Sucher ausgelagert: Die Mehrfeldmessung.

Ab der F2 gab es neben Prisma-, Lichtschacht- und Photomicsucher auch Lupen- und Sportsucher für spezielle Anwenderkreise.

Der Lupensucher ist von seinem Anwendungsbereich her ein „besserer Lichtschachtsucher“ für Makro- und Mikrofotografie. Er besteht aus einer aufwändig konstruierten 6-fach vergrößernden Lupe und ist damit besser als die einklappbare Lupe des einfachen Lichtschachtsuchers.

Der Sport-Prismensucher ermöglicht dem Fotografen (sogar den Brillenträgern) den Überblick über das gesamte Sucherbild, wenn er einen Helm oder eine Schutzbrille tragen muss (z.B. beim Fallschirmspringen oder auf dem Motorrad). Bei speziellen Unterwassergehäusen ist der Sportsucher unverzichtbar. Sportsucher meint also nicht den „normalen“ Sportfotografen, sondern den sporttreibenden Fotografen.


Einstellscheiben


Die Nikon F ermöglicht den Wechsel zu verschiedenen Einstellscheiben [1], die sehr schnell ausgewechselt werden können. Die mitgelieferte Einstellscheibe hatte ein Schnittbildzentrum mit Messkreis und Fresnellinse. Sie ist universell bis zu einer Brennweite von 135 mm verwendbar. 14 verschiedene Modelle bieten die Möglichkeit, bei jedem Gebrauch (Makro- Architektur- Luftbildfotographie) die optimale Scharfeinstellung zu treffen.


Mechanik


Da die Nikon F eine rein mechanische Kamera ist, wird der Verschluss nach heutigen Maßstäben „ungenau“ gesteuert (kein Schwingquarz „zählt“ bei ihr die Dauer einer 1/1000 Sekunde).

Als Verschluss dient bei der Nikon F ein äußerst langlebiges Titan-Rollo, das auch nach Jahrzehnten seinen Dienst tut. Die kürzeste Verschlusszeit ist 1/1000 Sekunde, die Blitzsynchronzeit beträgt 1/60 s.

Auslöser

Der Auslöseknopf liegt - damals konstruktionsbedingt - ungewöhnlich weit hinten ungefähr auf Höhe der Filmebene. Für den Drahtauslöseranschluss wird noch die heute nicht mehr übliche Leica-Glocke verwendet. Es gibt aber Adapter für „normale“ Drahtauslöser. Der Auslöseknopf hat einen Fingerschutzring, der auch zum Einstellen des Filmtransports (A-Stellung) oder der Filmrückwicklung (R-Stellung) dient.

Ein roter Punkt dreht sich bei jeder Aufnahme genau um 360°, so können Doppelbelichtungen erreicht werden.

Neben der normalen B-Einstellung (Bulb) für Langzeitbelichtungen, gibt es auch die für professionelle Kameras typische T-Einstellung, die den Verschluss erst wieder schließt, wenn das Verschlusszeitenrad in eine andere Stellung gedreht wird. Diese Einstellung erspart den Drahtauslöser mit seiner Feststellschraube für die übliche B-Einstellung.

Spiegelvorauslösung / Spiegelarretierung

Die Nikon F verfügt über eine Spiegelvorauslösung, ein weiteres Merkmal für die Profiklasse. Für heutige Maßstäbe unprofessionell ist allerdings seine Funktion: Wenn man die Spiegelvorauslösung einstellt (hierzu gibt es einen Drehknopf seitlich des Bajonetts), klappt der Spiegel erst nach der nächsten Aufnahme hoch und verbleibt in dieser Stellung. Der Fotograf „verschenkt“ also eine Aufnahme.

Die Spiegelarretierung war notwendig, um den Gebrauch der drei „Fisheye-Objektive“ (6 mm, 7,5 mm und 10 mm)zu erlauben, deren Linsenbau tief in den Kamerakörper hineinragte. Außerdem war die Spiegelarretierung notwendig bei Motorbetrieb mit 4 Bildern in der Sekunde.

Allerdings lässt sich dieses Manko umgehen, indem man den Auslöser nur halb eindrückt. Der Spiegel wird dann hochgeklappt, und der Verschluss nicht ausgelöst.

Selbstauslöser

Wie schon auf dem Foto zu erkennen, verfügt die F über einen Selbstauslöser. Dieser wird interessanterweise nicht über den normalen Auslöser gestartet, sondern hat einen eigenen kleinen Auslöserknopf, der beim Drehen des Hebels freigelegt wird. Weiße Punkte an der Fassung erlaubte Vorlaufzeiten von 3, 6 oder den vollen 10 Sekunden abzulesen. Unter anderem an der Bauweise des Selbstauslösers im Detail erkennt man die jeweilige Modellgeneration.
[bearbeiten] Springblende

Als moderne Kamera verfügt die Nikon F zusammen mit den für sie gebauten Objektiven über eine Springblenden-Funktion, die gleichzeitig mit dem Verschlussablauf wirksam wird.

Darüberhinaus „kommunizieren“ die Objektive älterer Bauart mit dem Belichtungsmesser im Photomic-Sucher. Hierfür dient die Nikon-typische (und heute nicht mehr verbaute) „Gabel“ am Blendenring. Nach Einführung der Ai-Objektive 1977 wurde dieses Verfahren obsolet.


Weitere Entwicklung in der Geschichte


Alle diese Ausstattungsmerkmale gehören immer noch zum heutigen Standard für professionelle Spiegelreflexkameras. Verbesserungen in der weiteren Entwicklung der Fotoindustrie waren im Wesentlichen nur die Verschlusssteuerung durch Microcomputer (und damit die präzisere Einhaltung der Zeiten und Ermöglichung der Belichtungsautomatik) und die Verkürzung der minimalen Verschlusszeit.

Im Hause Nikon: Ersteres wurde 1980 bei ihrer elektronisch gesteuerten „Enkelin“, der Nikon F3 verwirklicht. Letzteres schon 1971 mit der 1/2000 Sekunde bei der Nikon F2 später in der FM-Familie mit einer mechanischen 1/4000 Sekunde (am bekanntesten: Nikon FM2) und dann 1988 mit der 1/8000 Sekunde bei der Nikon F4 (vorher schon bei der F801), die dann gleichzeitig den Schritt in das Autofokus-Zeitalter markiert, den manche Fotografen bis heute nicht gegangen sind.


Sammelobjekt und heutiger Einsatz


Altersbestimmung

An den ersten beiden Zahlen der Seriennummer erkennt der Sammler das Baujahr einer Nikon F (und auch einer F2). Allerdings ist es genau genommen das Baujahr der Gehäuse-Oberkappe. Wurde die mal in einer Reparatur ausgewechselt, so sagt sie nichts mehr über das Baujahr der eigentlichen Kamera aus.

Da die Nikon F allerdings im Laufe ihrer Bauzeit auch immer in Details verändert wurde, kann man am Grundgehäuse in jedem Fall den Zeitraum eingrenzen, aus dem es stammt.

Funktionsprüfung

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Außer den neuen, direkt für DSLRs entworfenen Objektiven können alle Nikon-Objektive an der F verwendet werden. Die Abbildung zeigt eine moderne D50 mit einem herkömmlichen AF-Objektiv 50 mm 1/1,4, das genauso auch an der F daneben benutzt wird.

Die Nikon F ist äußerst robust gebaut, daher gibt es nur wenige Schwachstellen, die in die Jahre gekommene Modelle aufweisen können. Das eine sind die oben bereits erwähnten Führungsschlitze für die abnehmbare Rückwand. Sind sie beschädigt, kann das Lichteinfall bedeuten.

Da die Bedienung der F denkbar übersichtlich ist, ist ein mechanischer Funktionscheck „in Augenscheinnahme“ schnell erledigt. Lässt sich der Auslöser weich auslösen, hat das Titan-Rollo des Verschlusses keine Dellen und Löcher und wackelt auch kein Objektiv an ihr, muss dann nur noch mit eingelegtem Film überprüft werden, ob sie die Verschlusszeiten einigermaßen gleichmäßig einhält. Besitzt man bereits Nikon-Objektive oder welche von Fremdherstellern mit F-Bajonett, so kann man diese alle verwenden. Es ist zu prüfen, ob die automatische Springblende funktioniert. Dafür sollte die Betätigung der Abblendtaste reichen.

Gebrauchtmarkt

Die F wurde sowohl in schwarz, als auch verchromt angeboten. Die schwarzen Gehäuse sind seltener, und ein unbeschädigter und nicht überpinselter Lack ist meist nur bei Exemplaren zu finden, die von der Vitrine in die Vitrine wandern. Die Funktionalität der schwarzen F wird davon nicht beeinträchtigt, und je beschädigter der Lack ist, desto weniger kann der Verkäufer für sie verlangen. Das darunter hervorscheinende Messing der Gehäuseoberkappe, des Suchers und der Bodenplatte verleiht ihr eine vielleicht beim Fotografen erwünschte Patina.

Durch ihre hohe Stückzahl und damalige Verbreitung sind die Gebrauchtpreise erstaunlich moderat und siedeln deutlich unter denen aller ihrer direkten Nachfolger der F-Serie und sogar der FM-Familie. Exemplare mit Photomic-Sucher können das doppelte kosten wie solche ohne ihn (also nur in der Grundausstattung mit Prismensucher als „reine“ Nikon F). Der Differenzbetrag reicht für die Anschaffung eines professionellen modernen Handbelichtungsmessers, wenn man denn auch mit ihr fotografieren will. Sie eignet sich nämlich als leichte „analoge Begleiterin“ einer digitalen Spiegelreflex mit dem gleichen F-Bajonett, oder auch als Zweitgehäuse für eine ihrer analogen Nachfolgerinnen.

Der Motor F-36 ist alleine nur äußerst selten zu finden. Für den Anbau an eine F muss diese mit einer speziellen Bodenplatte für Motorbetrieb versehen werden und dann - wie schon immer - vom Hersteller selber modifiziert und für jede Kamera-Motor-Kombination mechanisch abgestimmt werden. Dieses Manko wurde mit Einführung der F2 überwunden; seit der F3 „hakt“ der Motor auch nicht mehr bei falsch eingestellter Serienbildfunktion und zu langen Belichtungszeiten. Das ist bei der F mit Motor ein mechanisches Problem, das zusätzlich beachtet werden muss.

Nicht mehr funktionierende Exemplare der Nikon F dienen nicht nur als Ersatzteillager für andere Exemplare, sondern auch für die Messsucherkameras der historischen (viel selteneren und begehrteren) S-Serie, die über weite Teile baugleiche Elemente (z.B. den Verschluss) aufweist.

Kompatibilität mit Blitzgeräten

Wie auch ihre Nachfolgemodelle F2 und F3 hat sie keinen normalen Blitzschuh, sondern einen für die damaligen F-Modelle typischen eigenen Blitzanschluss über der Rückspulkurbel. Es gab aber einen Adapter - es passt sogar jener, der für die F2 hergestellt wurde. Blitzautomatik bietet diese rein mechanische Kamera natürlich nicht. Studio- und Stabblitzgeräte können selbstverständlich über den Kabelanschluss ausgelöst werden.


Literatur


* Paul Comon: Magic Lantern Guides Classic Series. Nikon Classic Cameras. Bd 1 for F, Nikkormat Series, Fe, Fe2nd Fa (Nikon Classic Cameras). Magic Lantern Guides, New York 1996. ISBN 1883403316
* Uli Koch: Nikon F. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-430-7
* Uli Koch: Nikon F. The Camera. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-431-5
* Uli Koch: Nikon F. The Lenses. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-432-3
* Uli Koch: Nikon F. The Accessories. Peter Coeln, Wien 2004. ISBN 3-95014-433-1



Quelle


Wikipedia

Weblinks

* Gebrauchsanweisung als PDF (Engl.)
* Ausführliche Beschreibung mit Fotos (Engl.)
* Uli Koch: Nikon F Book (Engl.)
* Homepage eines Sammlers (Engl.)
* Nikon Japan: The History of Nikon Cameras - Nikon F (Engl.)
* Nikon F - Nikon System online (Deutsch)
* Nikon F Collection & Typology by Richard de Stoutz (Engl.)




Kategorien: Exzellent | Nikon-Kamera | Fototechnik | Kamerahersteller | Fotografie
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 04. Jan 2008 21:59   Titel: Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

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Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauart für einen Fotoapparat, bei der das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet wird. Grundsätzlich wird zwischen einäugigen (engl. SLR, Single-lens reflex camera) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (engl. TLR, Twin-lens reflex camera) unterschieden.

Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
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Eine EXA-Spiegelreflexkamera von 1953



Geschichte und Entwicklung

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aufgeschnittene Praktica

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johann Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Einstellscheibe umlenkt.

Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert. Die erste in Deutschland hergestellte Spiegelreflexkamera war die Zeus-Spiegel-Kamera und stammte aus dem Werk von Richard Hüttig in Dresden.

Die erste in Großserie hergestellte SLR (Single Lens Reflex) war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. Ihr Konstrukteur war Karl Nüchterlein (1904–1944).


Funktionsweise

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Funktionsschema einer Spiegelreflexkamera

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Schwingspiegel (2) reflektiert und auf die Einstellscheibe (5) projiziert. Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma (7) einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.

Während einer Aufnahme klappt (bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera) der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.

Bei einigen Sonderkonstruktionen wird anstelle des Schwingspiegels ein fest montierter, teildurchlässiger Spiegel oder ein Prisma verwendet, was bei motorbetriebenen Kameras erheblich schnellere Aufnahmefolgen erlaubt, allerdings auch ein dunkleres Sucherbild liefert und natürlich weniger Licht zum Film durchlässt.


Typen


Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.
Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Hauptartikel: Zweiäugige Spiegelreflexkamera

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Zweiäugige Yashica Mat 124 G

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Häufig ist das Sucherobjektiv aus Kostengründen einfacher konstruiert, aber lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv, um ein möglichst helles Sucherbild zu gewährleisten und die Scharfstellung zu vereinfachen. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Einstellscheibe scharf gestellt werden kann.

Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamiya C, wobei nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat hergestellt wird.

Dieser Kameratyp hat eine Reihe von Vorteilen:

* das Sucherbild ist immer sichtbar und wird nicht von der Arbeitsblende abgedunkelt;
* das Aufnahmegeräusch ist sehr leise und
* die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt praktisch keine Erschütterungen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

* aufwändige Objektive werden aus Kostengründen nicht realisiert, da sie doppelt erforderlich wären;
* es entsteht ein Parallaxenfehler, der besonders bei Nah- oder Makroaufnahmen bemerkbar ist, da die optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander verschoben sind.

Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle, in erster Linie für Nostalgiker und Sammler. In der praktischen Fotografie haben sich einäugige Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Einige Modelle zweiäugiger Spiegelreflexkameras mit durchaus hochwertigen Objektiven sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen erhältlich, die einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie ermöglichen.

Einäugige Spiegelreflexkamera

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Mittelformat-SLR mit Fischaugenobjektiv

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Einäugige Nikon F von 1969

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Yashica TL-ELECTRO: Manuelle Spiegelreflexkamera von 1975

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Kompakte Olympus IS 1000 von 1992

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Minolta srT303b

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Digitale Spiegelreflexkamera Konica Minolta Dynax 5D

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Einstellscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Einstellscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird.

Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) zu verwenden. Der Verschluss ist in den meisten Fällen ein Schlitzverschluss, der direkt vor der Filmebene liegt, damit die Austauschbarkeit der Objektive gewährleistet ist. Ausnahmen im Bereich der Mittelformatkameras (z. B. Hasselblad) nutzen eine Kombination aus Schlitzverschluss und Zentralverschluss, der im Objektiv enthalten ist.

Bedingt durch den Schwingspiegel gibt es einen recht großen Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs. Bei kurzen Brennweiten (bei Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) wird daher die Retrofokus-Bauweise eingesetzt, durch die die Objektive aufwändiger und teurer werden. Auch die Abbildungsqualität kann unter den zusätzlichen Linsenelementen leiden.

Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Einstellscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird (sog. automatische Springblende, kurz: ASB). Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen oder es erfolgt eine Messung mit Arbeitsblende. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.

Im Kleinbildformat 24 × 36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45 × 60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe als auch die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.

Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet. Durch das eingebaute Display ist ein sofortiges Betrachten der Fotos möglich, wodurch eine missratene oder fehlbelichtete Aufnahme – im Rahmen der Möglichkeiten, die die Qualität des Displays zulässt – sofort erkannt werden kann. Bei den meisten Kameras kann darüberhinaus ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden, das die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung erleichtert und unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays ist.

Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.

Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.

Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:

* Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei (gnonomisch) abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
* Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
* Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.

Durch den bei den meisten DSLRs verwendeten kleineren Bildsensor (vgl. mit Kleinbildfilm) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50mm Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5 ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75mm Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.

Hauptnachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der über tausende Aufnahmen hinweg Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt. Einige Hersteller gehen das Problem Staub marketing-wirksam an, gegen die internen Tröpfchen allerdings wird kaum etwas unternommen.

Manche Fotografen sehen DSLRs nur als eine Kompromisslösung an, weil bei den meisten Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich ist. Seit März 2006 sind jedoch auch erste DSLR mit Vorschau auf dem Display verfügbar. Da das parallaxenfreie Sucherbild ohnehin der späteren Aufnahme entspricht und sich insbesondere die Schärfe und die Schärfentiefe im Spiegelreflexsucher wesentlich besser als am meist niedrig auflösenden Vorschau-Display beurteilen lässt, ist diese Vorschaumöglichkeit auf der elektronischen Anzeige nur als nützliche Ergänzung in einigen Aufnahmesituationen, nicht als notwendig einzuschätzen. Des Weiteren erwärmt sich der Sensor durch Live Vorschau weil er dauernd und nicht nur während der Aufnahme mit Strom versorgt wird, was zu höherem Rauschen führt.
[bearbeiten] Weblinks

* Systematische Übersicht zu fotografischen Kameras (Sortierung nach Kamerabauform und Hersteller)
* Frank Mechelhoff, Westdeutsche Kleinbildcameras – wie sie gegen die Japaner verloren (siehe auch hier)
* Henning Sußebach: „War das schön. Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera.“ (Die Zeit vom 26. August 2004)


Quelle


Teile dieses Artikels (einschließlich Bilder) entstammen der deutschsprachigen Wikipedia. Der Artikel samt Autoren kann unter Wikipedia: Spiegelreflexkamera nachgelesen werden.

Kategorien: ...
Beitrag Forum: Forum-News   Geschrieben: Mi, 02. Jan 2008 02:06   Titel: Neues zum Jahreswechsel

Neues Jahr, neues glück und auch hier im Forum neue Funktionen

  • Neu: der Wikimod ist endlich da. Alle Mediawiki-Artikel werden nach und nach in das Wiki-Forum übertragen. Die Wissensdatenbank wurde per 31.12.2007 abgeschaltet.

  • Neu: Fanshop. Jeder User und Usergruppen von "optischen" Clubs können ihren eigenen Fanshop eröffnen. Mehr dazu....

  • Neu: Postershop. Jeder User kann seinen eigenen Postershop anlegen. Mehr dazu....

  • Neu: jeder User kann über seine laufenden Versteigerungen bei Ebay informieren. Der ebay-Name wird im Profilfeld eingegeben. In den Forenbeiträgen erscheint dann eine Schaltfläche, welche zu den Versteigerungen des users führen.

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Herzlichen Dank an alle Helfer, Programmierer und den Wartungspersonal für das gelungene Update und die pflege der Homepage!!

Ein gesundes Jahr 2008 und viel erfolg wünscht das Team von optisches-werk.de
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:04   Titel: Robert Mapplethorpe

Robert Mapplethorpe

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Robert Mapplethorpe (* 4. November 1946 in New York City; †9. März 1989 in Boston) war ein US-amerikanischer Fotograf und Künstler.

Biographie


Robert Mapplethorpe wurde 1946 als drittes von sechs Kindern einer katholischen Arbeiterfamilie in Floral Park im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Nach dem Abschluss der Schule ging er auf Wunsch seiner Eltern an das Pratt Institute. Dort kam er mit der 68er-Bewegung in Kontakt. Während des Studiums lernte er auch Patti Smith kennen und verliebte sich in die damals unbekannte Musikerin und Poetin. Die beiden zogen zusammen und Mapplethorpe vertiefte seine Arbeit an eigenen Kunstwerken.

Das Studium schloss er schließlich mit einem Bachelor of Fine Arts ab. Seine ersten Werke enthielten noch keine eigenen Fotos aber oft Bilder, die er aus Büchern oder Zeitschriften entnommen hatte. Bald darauf begann er auch mit ersten eigenen Bildern zu arbeiten, die er mit einer Polaroid-Kamera aufnahm. Später sagte er über diese Zeit:

„Ich fing an zu verstehen, dass Fotografie Kunst sein könnte.“

Ab Anfang der 80er Jahre wurde Mapplethorpe von einem größeren Publikum wahrgenommen, zuerst in New York City. Viele Persönlichkeiten ließen sich von ihm porträtieren, unter anderem Andy Warhol, Deborah Harry, Richard Gere, Peter Gabriel, Grace Jones, und Patti Smith. Es wurde in, sich von Mapplethorpe fotografieren zu lassen. Die Mehrzahl seiner Aufnahmen entstanden in seinem eigenen Studio oder in einem der unzähligen New Yorker Lofts. Dabei waren seine Aufnahmen stets schlicht, vor weißem oder schwarzem Hintergrund fotografiert.

Im Gegensatz zu seinen Bildern, auf denen er Stillleben mit Blumen oder Portraits gesellschaftlich anerkannter Schauspieler und Künstler zeigt, wählte Mapplethorpe auch oder gerade kontroverse Themen.

Seine Nacktarbeiten zeigten häufig homoerotische Motive welche von eher klassischen Posen bis hin zu BDSM-Szenen reichten. Mapplethorpe wurde insbesondere durch seine Portfolio X Serie bekannt. Insbesondere im angelsächsischen Raum führte die durch die US-amerikanische National Education Association finanzierte Serie zu einer Kontroverse, nachdem bekannt wurde, dass der Künstler ein Selbstporträt angefertigt hatte, das ihn mit einer in seinem Anus eingeführten Bullenpeitsche zeigt [1].

Mapplethorpes Arbeiten wurden in den USA häufig in öffentlich finanzierten Ausstellungen gezeigt. Viele konservative und religiöse Gruppen wie z.B. die American Family Association protestierten regelmäßig dagegen, derartige Kunstwerke zu fördern. Der Künstler rückte in diesem Bereich, stellvertretend für die Gesamtthematik, in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion in den USA zum Thema Kunstförderung.

Mapplethorpe lebte ein sehr exzessives Leben, das von Drogen und zahlreichen homosexuellen und heterosexuellen Beziehungen geprägt war. Als bekannt wurde, dass sich Mapplethorpe mit AIDS infiziert hatte, schnellten die Preise für seine Fotos in die Höhe. Im Dezember 1988 verkaufte er Fotos im Wert von 500.000 US-Dollar.

Robert Mapplethorpe starb am Morgen des 9. März 1989 in einem Bostoner Krankenhaus an den Folgen einer HIV-Infektion.

1990, nur ein Jahr nach Mapplethorpes Tod, führte eine Ausstellung seiner sieben sadomasochistische Porträts unter dem Titel The Perfect Moment in Cincinnati zu einer Kontroverse über die Darstellungen. In Folge der Ausstellung kam es zu dem vergeblichen Versuch das Cincinnati Contemporary Arts Center und seinen Direktor Dennis Barrie wegen der Ausstellung obszönen Materials (Pandering Obscenity) in einem Gerichtsverfahren zu verurteilen. Die Ereignisse wurden mit James Woods in der Rolle des Museumsdirektors unter dem Titel Dirty Pictures im Jahr 2000 verfilmt.

Literatur


  • Morrisroe, Patricia: Mapplethorpe: A Biography, Da Capo Press, 1997, ISBN 0-306-80766-1
  • Arthur C. Danto (1996) Playing with the Edge: the Photographic Achievement of Robert Mapplethorpe (University of California Press: London and Los Angeles)
  • Gary Banham (2002) "Mapplethorpe, Duchamp and the Ends of Photography" Angelaki 7.1
  • Sylvia Wolf: Mapplethorpe Polaroids. Englische Originalausgabe. Prestel Verlag, München 2007, ISBN 978-3-7913-3835-4



Quelle



Wikipedia

Film


  • 2000: Dirty Pictures (nur Englisch) (Der Film beruht auf dem Verfahren in Cincinnati)


Weblinks







Kategorien:
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 29. Dec 2007 18:06   Titel: Montierung

Die Montierung ist der Teil, welcher (meist) auf einem Stativ befestigt, das Fernrohr trägt.

Die Montierung dient zum Anpeilen eines Objektes und ggf. zu dessen Nachführung. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet man dabei zwischen azimutaler und parallaktischer Montierung.

Wichtig ist die richtige Dimensionierung der Montierung. Ein kleines Fernrohr auf einer übergroßen Montierung rechtfertigt diese nicht (Preisfrage). Ebenso ist der Einsatz einer parallaktischen Montierung bei visuellen Beobachtungen (vor Allem Mond und Planeten) nicht zu empfehlen, da das Anpeilen der Objekte meist länger dauert als die Beobachtung. Zudem kommt, daß diese Montierungen erst mühsam ausgerichtet wrden müssen. Für schnelle und einfache Beobachtungen eignen sich daher azimutale Montierungen besser.
Eine zu "kleine" Montierung für ein großes Newton-Fernrohr führt zu instabilen Verhältnissen. Die Monti ist dann mit dem Gewicht der Fernrohres überfordert. Es kommt dann häufig zu Schwankungen und Vibrationen durch Stellbewegungen und Trittschwingungen durch die eigenen oder andere Füße....


Siehe auch:
Beitrag Forum: Partybilder   Geschrieben: So, 11. Nov 2007 16:51   Titel: Tipps zur Konzertfotografie

Konzertfotografie



Brauchbare Ergebnisse sind von enorm vielen Faktoren abhängig. Da sind die meist schlechten Lichtverhältnisse, eine Luft zum Schneiden - teilweise Temperaturen, die einer Sauna gleichkommen - Kabel, die ein Meer an Stolperfallen bereithalten, keinen ausreichenden Platz, um Filmmaterial, Objektiv etc. zu wechseln, keine Blitzerlaubnis (finde ich jedoch nicht unbedingt tragisch - mehr dazu s.u.), eine Lautstärke (und sei es auch die Lieblingsband), die einem fast das Trommelfell platzen läßt - wenn einem nur der sichere Standpunkt an den Boxen bleibt - kreischende und schupsende Fans, eine Security, die nur darauf wartet, einem den Job zu vermasseln und so weiter und so fort...

Selbst bei Open-Air-Veranstaltungen treffen viele der vorgenannten Faktoren zu, auch wenn die Lichtverhältnisse wesentlich besser sind. Im Sommer hat man allenfalls - je nach dem - mit den Schweißperlen auf der Stirn zu kämpfen. Bei einer der Open-Air-Veranstaltung bin ich z.B. zwei Tage lang jeweils über 10 Stunden bei ca. 35°C auf dem Platz, mit der kompl. Fotosausrüstung um den Hals hängend, herumgelaufen bzw. habe an der Bühne gestanden. Trotz der enormen Anstrengung hat es sehr, sehr viel Spaß gemacht und das ist mit das Wichtigste.



Die Musiker

Dann kommen wir zu den Musikern selbst: entweder schätzen sie die Arbeit eines Fotografen, wie die eigene oder sie sind über alles erhaben und betrachten sie nur als notwendiges Nebenher. Man hat entweder nach einer bestimmten Vorgabe der Musiker etc. das entsprechende Bildmaterial abzuliefern oder aber, sie lassen einem freie Hand. Entweder zählen die Fotografen nur zu den Störenfrieden oder aber: sind sie nicht zur Stelle, hält man sie für unentbehrlich. Und zum guten Schluß folgt dann noch die Diskussion über die (Vervielfältigungs-)Rechte am Bild ...., sofern diese nicht vorher abgeklärt wurden. Das Letztere ist nicht der Fall, wenn man aus eigenem Ermessen fotografiert und nicht von den Musikern beauftragt wurde, sondern lediglich die Genehmigung hat, das Konzert mit der Kamera zu begleiten. Geht es jedoch darum, Fotos für ein CD-Cover o.ä. abzuliefern, muß man sich mit dem Thema "Urheberrecht" schon ernsthaft auseinandersetzen. Sollte etwa die Band eines der Fotos für so unschlagbar gut befinden, daß es tausendfach als CD-Cover verwendet wird, muß man schon sehr genau aufpassen, daß man als Fotograf nicht leer ausgeht und das Recht auf Namensnennung gewahrt bleibt. Insbesondere den Amateurfotografen wird "gutes Material" schnell aus der Hand genommen und hinterher bleibt nur noch Enttäuschung derselben, wenn diese plötzlich im CD-Shop von den eigenen Fotos ihrer Lieblingsband angelächelt werden - dies nur als Beispiel. Hier spricht die Tatsache für sich, daß "gutes Material" wohl sonst kaum an dieser Stelle anzutreffen gewesen wäre. Ebenso unterschätzen leider immer noch eine Menge Musiker, die Nacharbeit des Fotografen. Die Rennerei zum Labor, das oft stundenlange Vorsortieren, anschließende Treffen und Bilddiskussionen mit den Musikern, die Auswahl bestimmter Bilder, weitere Vervielfältigungen, Vergrößerungen, Fahrtkosten und ... und .... und - um hier nur einige Beispiele zu nennen.



Praxis

Grundsätzlich darf bei einem Live-Konzert an Filmmaterial keineswegs gespart werden, bei aller Technik und allem Können gehört hier ebenso eine gute Portion Glück dazu, die Musiker im richtigen Augenblick unter den vorgenannten Bedingungen mit der Kamera "einzufangen". Alles in allem ist der Bereich Konzertfotografie trotzdem eine besondere Herausforderung. Ich versuche von vornherein, dieses musikalische Erlebnis mit der Spannung des Fotografierens zu verbinden. Wie schwierig das ist, dürfte inzwischen klar sein. Daher steht für mich der Musiker als Mensch im Vordergrund, der in der Lage ist, eigene (oder auch nicht ;-) Klangwelten zu präsentieren. Dazu ist es meist erforderlich, diese(n) bereits vor dem Konzert kennenzuleren und sich mit ihm gemeinsam über die Fotografie auseinanderzusetzen. Das gelingt natürlich nicht immer, denn es ist bekannter Weise sehr schwierig, hier einen Zeh zwischen verschlossende Türen zu setzen. Mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen muß den Musikern oder den Verantwortlichen klar gemacht werden, daß es nicht in erster Linie um die Herstellung eines Massenproduktes geht, sondern um die Dokumentation kleiner und großer, mitunter einmaliger, Erlebnisse. Wenn dann von vornherein Sympathien zwischen Musiker und Fotograf entstehen, ist das die wichtigste Basis für gute Ergebnisse. Denn man geht dann, trotz der harten Bedingungen vor Ort, ganz anders an diese fotografische Aufgabe heran. Und der Fotograf wird nicht als "notwendiges übel", sondern als Teil des Ganzen betrachtet.

Ausrüstung

Von der Ausrüstung her, sollte man "sparsam" an die Sache herangehen: zwei Kameras umhängen, um sich den Objektivwechsel unter den vorherrschenden Bedingungen möglichst zu ersparen und ggfs. eine Fotoweste, um das (reichliche) Filmmaterial in unmittelbar greifbarer Nähe zu haben. Es sollten möglichst lichtstarke Objektive verwendet werden. Das 50 mm ist eine gute Alternative zum Weitwinkel, um die kompl. Bühne aufnehmen zu können oder auch nur einzelne Ausschnitte, wenn man nahe genung an das Geschehen herankommt. Ebenso ein Zoom-Objektiv mit entsprechend längerer Brennweite, wenn einem der Platz auf oder unmittalbar an der Bühne verwehrt bleibt und, um die Musiker auf dem hinteren Teil der Bühne fotografieren zu können. In der "Available Light Photographie" ist die Wahl des richtigen Filmmaterials ein wichtiger Faktor. Ich verwende hauptsächlich Material mit Iso 400/27° und ggfs. entsprechend auf Iso 1000/31° belichtet und entsprechend gepusht werden kann. Da ich vorzugsweise viel im s/w-Bereich fotografiere, habe ich auch sehr gute Ergebnisse mit Iso 3200/36° erzielt, wenn man die grobe Körnung geschickt einsetzt. Speziell diese Aufnahmen stießen auch auf Gegenliebe bei den Musikern. Entscheidend ist dabei natürlich auch, daß ich bei Live-Konzerten sehr gerne experimentell fotografiere. Bewegungsunschärfen sind zu dem ein interessantes Stilmittel und man sollte sie daher nicht scheuen, sondern ruhig in Kauf nehmen. Auf den Einsatz eines Blitzgerätes sollte möglichst verzichtet werden. Es stört meist nicht nur die Musiker, sondern auch die Konzertbesucher. Zudem machen gerade die schwierigen Lichtverhältnisse den Reiz an der Konzert- und Bühnenfotografie aus und die Stimmung läßt sich intensiver "einfangen". Inzwischen hat die digitale Fotografie natürlich in vielerlei Hinsicht der analogen Fotografie den Rang streitig gemacht. Doch auch hier gilt: eine ruhige Hand, ein gutes Auge und das schnelle Erfassen der Bühnensituation sind die Basis für gute Konzertfotos.

Bildgestaltung

Interessant und ein wichtiger Punkt ist zudem auch der gewählte Ausschnitt. Nicht immer müssen es die Musiker selbst sein, die den bildwichtigsten Teil darstellen. Die Hände des Gitarristen, das Gesicht eines Jazz-Musikers in seiner absolut vertieften Mimik, die fliegenden Sticks des Drummers oder nur der Teil eines Instrumentes ... können faszinieren und erweitern die Bildvielfalt der Konzertfotografie erheblich. Alles in allem gibt es kein Patentrezept in Sachen Konzertfotografie. Lediglich die Erfahrung und der Mut zum Ausprobieren führen einen Schritt für Schritt an diese Aufgaben heran. Das hier Geschriebene beruht lediglich auf meinen eigenen Erfahrungen und diese zu erweitern, ist für mich immer wieder eine Herausforderung.

Text & Fotos (c) by Alex We Hillgemann
Beitrag Forum: Ausstellung posten   Geschrieben: Mi, 19. Sep 2007 18:57   Titel: 23.09.2007 - BORIS MIKHAILOV - Sandwich
Vom 23. September 07 bis 25. Oktober 07

23.09.2007 - BORIS MIKHAILOV - Sandwich

Barbara Gross Galerie, München
18. September - 20. Oktober 2007


Boris Mikhailov zählt zu den bedeutenden Fotografen unserer Zeit. Seit den sechziger Jahren entwickelt er einen Bilderkosmos, der eindringlich vom Leben der einfachen Menschen im kommunistischen Russland erzählt. Fotografie war damals an strenge Regeln und Kontrollen gebunden. Boris Mikhailov wendet sich gegen diese Vorschriften und richtet seine Kamera auf das Private und Persönliche, das Leben seiner Freunde und Bekannten, Sexualität und den schleichenden Verfall seiner Heimatstadt Kharkov.

Fast vier Jahrzehnte nach ihrer Entstehung präsentieren wir in unserer Ausstellung die Serie Sandwich. In den späten sechziger und siebziger Jahren entstanden, steht sie für die poetische Seite seines konzeptuellen Frühwerks.

Die Ãœberblendung von Motiven führt zu inhaltlicher Vieldeutigkeit, in der sich ironische Anspielungen auf Nahrungsmittelknappheit, die triste Wohnsituation oder der Wunsch nach einem eigenen Automobil ebenso verbergen wie die tabuisierte Darstellung von Nacktheit und Sexualität. Er bildet das Leben der Menschen nicht nur ab, sondern reflektiert den Zustand der Gesellschaft. Die Montage von Bildern mit gegensätzlicher Bedeutung offenbart für Boris Mikhailov nicht nur seine eigene gespaltene Identität, sondern auch die Widersprüche und Zwiespältigkeiten Russlands allgemein. Die Ãœberlagerung zahlreicher Motive mit Aufnahmen gesprungener oder zerbröckelnder Oberflächen steht symptomatisch für den Zusammenbruch der sowjetischen Gesellschaft.

Boris Mikhailov beschränkt sich in Sandwich nicht auf die Darstellung des Verfalls. Er überblendet einzelne Motive mit idyllischen Landschaften oder schönen Frauen, erzielt durch die Kombination ironische oder humorvolle Situationen. Das Ãœbereinander lässt eine tonige Farbigkeit entstehen, die sich wie ein nostalgischer Schleier über die Aufnahmen legt. Tragik und Härte des Gesehenen offenbaren sich so erst auf den zweiten Blick.

Boris Mikhailov verbindet in Sandwich zwei für ihn grundlegende Elemente der russischen Gesellschaft: Schönheit und Leid. Er zeigt das reale Leben, die restriktiven Verhältnisse und Entbehrungen, vor allem aber die Schönheit Russlands, den Reichtum an Träumen und Phantasien, die nicht kontrollierbar sind.

Boris Mikhailov, geboren 1938 in Kharkov in der Ukraine, lebt heute in Kharkov und Berlin. Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen zählen der Citibank Photography Prize und der Hasselblad Award. Seine Arbeit wird in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, zuletzt in einer großen Retrospektive im ICA Boston. Er vertritt die Ukraine auf der diesjährigen Biennale in Venedig. Ebenfalls 2007 erschien im Phaidon Verlag der erste umfassende Katalog zu Sandwich.

Barbara Gross Galerie
Thierschstr. 51, 80538 München
T +49 (0)89 296272
F +49 (0)89 295510

www.barbaragross.de
Di-Fr 13-18.30 Uhr, Sa 11-14 Uhr
 
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