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Beitrag Forum: User-Stammtisch   Geschrieben: Mi, 28. Sep 2016 10:41   Titel: Re: Tiefenschärfe

tackleschlepper hat folgendes geschrieben: [Beitrag anzeigen]
Also ich habe am anfang immer so meine Probleme gehabt.
Die anderen hatten den Hintergrund immer assurance chat so toll unscharf,meiner war scharf.
Und wollte ich ihn Scharf haben war er natürlich unscharf.Den hintergrund und die bewusste unschärfe nennt man übrigens in der Fotografie "Bokeh"
Hier hab ich auf jeden fall für denjenigen der sich mehr damit befassen will mal einen guten artikel von Wikepedia eingestellt.Viel spass beim lesen.


Hallo,
Also zog man Artice via wikipedia?
Das ist nicht gut, es gibt falsche Artikel in!
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Fr, 28. Jun 2013 19:20   Titel: Re: Luxmedia 18-Z36C - Überbelichtee Blitzaufnahmen

Hallo und willkommen im Forum.

Leider habe ich nicht wirklich Ahnung von Digitalkameras, da ich fast nur Analog fotografiere. Wenn die Kamera auch im Automatikmodus überbelichtet würde ich in jedem Fall auf einen Programmfehler tippen, da wahrscheinlich die Belichtungszeit ohne Blitz gemessen und eingestellt wird. Probier mal wie das Bild aussieht, wenn du den Blitz einschaltest aber beim auslösen abdeckst. Wenn das Bild dann richtig belichtet ist, kennst du den Fehler.

Gruß

DCW
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Fr, 16. Dec 2011 21:16   Titel: Re: Praktica BX20 Film Überbelichtet

japp, ich bin aus Dresden, oder wohne zumindest hier. Hab schon etwas gegoogelt und ein Paar Händler / Geschäfte gefunden, die noch prakticas reparieren.

Wo das Foto aufgenommen wurde, weiß ich nicht. Der komplette film sieht so oder so ähnlich aus, Identifizierung ausgeschlossen.
Die Batterie war am Ende dieses Filmes leer, habs daran gemerkt, dass der blitz nicht mehr ausgelöst hat. Wenn es aber die Batterie gewesen sein könnte, dann ist es doch höchst merkwürdig, dass alle Bilder des voherigen Filmes einwandfrei geworden sind, und ab dem ersten Bild des neuen Filmes dieser Fehler auftritt - kann es sein, dass es dem Foto geschadet hat, dass ich ihn über mehrere Stunden mit gespanntem Verschluss aufbewahrt hatte (ich wollte einen Schnappschuss einfangen, aus dem dann doch nix geworden ist)0

Eingestellt war alles richtig. Wenn der ISO-Wert verstellt gewesen wäre, dann wären ja klare strukturen zu erkennen, sind aber nicht. Es sieht eher wie eine zigfache Mehrfachbelichtung aus auf die noch Licht durch was Undichtes gefallen ist. Lustigerweise sieht aber der gesamte Film so aus, Filmtransport funzt also. Sie löst auch normal aus, es ist beim Bedienen also absolut nix ungewöhnliches festzustellen.

Ich werd mit dem Foto mal zu dem Fotoladen gehn, den du mir empfohlen hast, wär jammerschade, wenn die praktica kaputt wäre, noch dazu weil ich sie erst seit 1-2 Monaten habe.

Gruß,
Ludwig
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Fr, 16. Dec 2011 17:38   Titel: Re: Praktica BX20 Film Überbelichtet

Hallo,

wo wurde das Bild aufgenommen? Sieht so aus, als hättest Du durch Nebel/Rauch mit einem Blitzlicht fotografiert....

Könnte natürlich auch sein, daß das Bild unterbelichtet ist. Hattest Du an der Kamera auch den richtigen ASA/ISO-Wert des Filmes eingestellt? Könnten aber auch die Batterien sein. Normaler Weise hat es zwar keinen Einfluss, wenn die Batterieleistung nachlässt (wegen der Brückenschaltung in der Kamera), aber eine Idee wäre es.

Die grauen Schleier sind schon sehr merkwürdig. bei einer Unterbelichtung müsste das komplette Bild in einem gleichmäßigen Grau gehalten sein.

Man sieht also, ich bin auch ratlos.... Unterbelichtung? Blitz durch Nebel/Rauch? undichte Kamera?

Bist Du zufällig aus Dresden? Dann könnte ich Dir empfehlen, zu Foto-Wolf auf der Bautzner Str. in Bühlau zu gehen. Die könnten Dir weiter helfen. Sonst such am Besten mal den Fotofachhändler Deines Vertrauens auf.

Schade, daß ich nicht weiterhelfen konnte!

vg,

Tino
Beitrag Forum: Fotowissen   Geschrieben: Do, 16. Jun 2011 08:15   Titel: Re: DIA Vs. Negativ

Hey Thyno.

Wollte mich in nächster Zeit mal etwas näher mit DIA Fotografie beschäftigen. Allerdings im Bereich S/W DIAs mit Architektur- bzw Landschaftsfotos. Bisher ist mir hier nämlich der stärkste Unterschied zu Negativen aufgefallen. S/W Negativbilder sehen einfach nur Sch..lecht aus, wenn sie vom Großlabor entwickelt wurden.

Bisher habe ich einmal einen Farbdiafilm belichtet. Allerdings war das nur ein versehen. Ich hatte mir den zwar bewußt gekauft, jedoch beim Einlegen in die Kamera nicht gemerkt, daß es der DIA Film ist.

Das Ergebnis war trotzdem sehr überzeugend, auch wenn meine Praktica EE2 noch auf ISO 200 eingestellt war (wie ich eben immer meine Negativfilme immer kaufe) und es ein ISO 400 DIA Film war. Eine Überbelichtung war nicht fest zu stellen auch wenn DIA Filme hier ja empfindlicher reagieren. Aber vielleicht lag es auch einfach nur daran, daß ich den Film an zwei Tagen mit extremen Sonnenschein durchgeknippst habe, wo die EE2 die Belichtungszeit sowieso automatisch immer auf 1/1000 s gesetzt hat.

Gruß

Dirk
Beitrag Forum: User-Stammtisch   Geschrieben: Mi, 31. Dec 2008 17:45   Titel: Tiefenschärfe

Also ich habe am anfang immer so meine Probleme gehabt.
Die anderen hatten den Hintergrund immer so toll unscharf,meiner war scharf.
Und wollte ich ihn Scharf haben war er natürlich unscharf.Den hintergrund und die bewusste unschärfe nennt man übrigens in der Fotografie "Bokeh"
Hier hab ich auf jeden fall für denjenigen der sich mehr damit befassen will mal einen guten artikel von Wikepedia eingestellt.Viel spass beim lesen.

Schärfentiefe
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 23. Nov 2008 21:52   Titel: Praktica

Praktica


Praktica ist ursprünglich der Markenname für eine Baureihe von Spiegelreflexkameras des Herstellers Pentacon aus Dresden. Die in der DDR gefertigten Fotoapparate wurden auch ins Ausland exportiert und beispielsweise in Westdeutschland vom Versandhaus Quelle unter dem Markennamen RevueFlex verkauft.

Seit den 90er Jahren tragen auch Ferngläser, Digital- und Kompaktkameras die Markenbezeichnung PRAKTICA.

2001 wurde die Herstellung von Spiegelreflexkameras der Marke Praktica eingestellt.

Seit 2002 gibt es Digitalkameras der Marke Praktica, 2004 wurde mit der Produktreihe Luxmedia begonnen. Optiken werden auch beispielsweise für Polaroid und dessen Foveon-X3-Gemeinschaftsproduktion mit Sigma produziert. Zum Produktsortiment gehören auch Services wie Ausbelichtungen.


Geschichte und Entwicklung


Die erste Praktica-Kamera wurde von Siegfried Böhm konstruiert, im Jahre 1949 (erneut) vorgestellt und von der Mechanik Kamera Werkstätten VEB, Niedersedlitz gefertigt. Dieser VEB war ursprünglich 1919 als Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch GmbH von Benno Thorsch und Paul Guthe in Dresden-Niedersedlitz gegründet worden. Eine amerikanische Unternehmerfamile Noble kaufte 1937/1938 dieses Unternehmen und stellte unter dem Namen NOBLE Kameras her. Bereits 1939 brachten Charles A. Noble und sein Sohn John H. Noble die Kleinbild-Spiegelreflexkamera Praktiflex erstmals auf den Markt. Nach 1945 wurden die Inhaber von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet, in NKWD-Lager verschleppt und der Betrieb verstaatlicht.


Produktgeschichte


Image

einige Praktica-Modelle

Image

Digitalkamera Praktica DPix3000

Bei den Kameras der ersten Generationen wurde das Objektivgewinde M42 x 1 genutzt. Hierbei handelt es sich um ein international standardisiertes und herstellerunabhängiges Schraubgewinde.

Vorgänger des Markennamens Praktica waren die Kameras Pentacon und Pentacon F, die bis ca. 1958 gebaut wurden.

Die 1951 vorgestellte Praktica FX (auch bekannt als Praktiflex FX - dann aber mit M40x1-Gewinde - und als Kawenda) verfügte über Synchronbuchsen und beherrschte damit erstmals die Blitzsynchronisation. Auch das PL-System (Pentacon loading) wurde von Praktica eingeführt. Es besteht im wesentlichen aus zwei radial einwärts federnden Fangbügeln auf der der Filmpatrone gegenüberliegenden Kamera-Rolle, die den Film mit Drehrichtung entgegen der Richtung auf der Filmspule wieder aufspult.

Siehe auch: Eine ausführlichere Beschreibung des Praktica Kamerasystems steht hier: Kamerasystem

Kameramodelle

Von Pentacon produzierte Kameras wurden auch unter anderen Namen als Praktica ins Ausland außerhalb des Ostblocks exportiert, zum Teil als Auftragsarbeiten für Firmen, die die Modelle unter eigenem Label vertrieben. Einige dieser Markennamen bzw. Auftraggeber waren Jenaflex, Kawenda, Hanimex, Revue (Foto-Quelle) und Porst.

Nachfolgemodelle aus der ersten Kamerageneration waren:
  • Praktica FX 2 (ab 1956)
  • Praktina FX (ab 1956)
  • Praktina IIa (ab 1959)
  • Praktica IV
  • Praktica IV B
  • Praktica IV M
  • Praktica IV BM
  • Praktica IV FB
  • Praktica V F
  • Praktica V FB


Zur zweiten Kamerageneration, die im VEB Pentacon Dresden gefertigt wurden, gehören:

  • Praktica VI ?
  • Praktica nova
  • Praktica nova B
  • Praktica mat
  • Praktica nova I
  • Praktika nova IB
  • Praktica super TL
  • Praktica elektronik


Auch die Kameras der dritten Generation nutzten noch das Schraubgewinde M42; zu dieser Generation zählen folgende Modelle:

Image

aufgeschnittene Praktica

  • Praktica L, vollmechanisches Basismodell
  • Praktica L2
  • Praktica LB2
  • Praktica LTL, baugleich mit Porst Reflex CX-6


  • Praktica super TL2
  • Praktica super TL3
  • Praktica LTL3
  • Praktica MTL3 u.a. als MTL5 bis 1985, als MTL5B (neue Sucheroptik, keine zusätzliche Blitzlicht-Buchse) bis 1989 gebaut
  • Praktica Super TL 500 und Super TL 1000
  • Praktica LTL2, Anzeige des Belichtungsmessung über LEDs (auch DTL2/3, MTL50)
  • Praktica DTL2
  • Praktica DTL3
  • Praktica MTL50
  • Praktica LLC, Innenlichtmessung bei Offenblende, ebenso alle folgenden Kameras, dafür spezielle Objektive mit electric-Blendenwertübertragung notwendig
  • Praktica PLC2
  • Praktica PLC3
  • Praktica VLC, Wechselsuchersystem
  • Praktica VLC2
  • Praktica VLC3
  • Praktica EE2, Zeitautomatik
  • Praktica EE3, Zeitautomatik


In den Typenbezeichnungen der dritten Generation (L-Modelle) hatten die Buchstaben und Zahlen folgende Bedeutung.

Erster Buchstabe:

L = Lamellenschlitzverschluss (als Unterscheidung zu den Vormodellen mit Tuchschlitzverschluss), V = variables Suchersystem (mit Auswahl aus Lichtschacht, Prismensucher und Makrookular), P = fest eingebauter Prismensucher (zur Unterscheidung zu ansonsten gleichen V-Modellen), D = Leuchtdioden zur Anzeige der Belichtungmessung statt des sonst verwendeten Zeigerinstruments, M = Messwerkabgleich (mit Brückenschaltung zur Stabilisierung gegenüber Spannungsschwankungen der Batterie).

Weitere Buchstaben:

TL = Innenbelichtungsmessung mit Abblendtaste, LC = Innenbelichtungsmessung bei offener Blende mit elektrischer Blendenwertübertragung, B = Außenbelichtungsmessung, EE = Innenbelichtungsmessung mit elektronischer Steuerung der Verschlusszeit.

Zahlen:

2 (bzw. 3) = zweite (bzw. dritte) Variante des Modells, 500 (bzw. 1000) = kürzeste Verschlusszeit 1/500s (bzw. 1/1000s), 50 = Variante der MTL mit Leuchtdioden statt Zeigerinstrument zur Belichtungsanzeige.

Die vierte Generation der Praktica-Spiegelreflexkameras wurde mit der Praktica B 200 im Jahr 1978 auf der Leipziger Messe erstmals präsentiert und von 1979 bis 1990 gefertigt. Eine wesentliche Neuerung war die Einführung des Bajonettanschlusses (auch PB-mount genannt) und ein modernes Design für Kameras und Objektive. Erstmals wurden auch Zoomobjektive, später auch noch Autofokus-Objektive vorgestellt.

Da das B-System für Kunden in der DDR sehr teuer war, wurde entgegen den Planungen die erschwinglichere M42-Kameralinie in verringertem Umfang weiter produziert. Später gab es speziell für den DDR-Markt technisch abgerüstete und damit billiger zu produzierende Modellvarianten (siehe dazu Praktica BCC und Praktica BCA). Umgekehrt wurden spezielle Modellversionen für den britischen, niederländischen und französischen Exportmarkt hergestellt, die sich nur in Designelementen und in der Namensgebung von den zugrunde liegenden Urtypen unterschieden (siehe dazu Praktica BCX, Praktica BC auto, Jenaflex AM-1, Jenaflex AC-1 und Praktica BC3).

Nachteil des Pentacon-Bajonetts war, dass es eine Eigenentwicklung war und nicht mit anderen Quasi-Marktstandards wie dem Pentax-K-Bajonett kompatibel war. Damit war im Gegensatz zum zuvor verwendeten Schraubgewinde die Nutzung von Objektiven auf neu zu kaufende Bajonett-Objektive mit PB-mount eingeschränkt. Dies verringerte die Akzeptanz des Systems im Markt.

Zur B-Kamerageneration gehören folgende Modelle:

  • Praktica B 200 und BCX, chrom
  • Praktica BC 1/BC3/BCX, schwarz und Jenaflex AM-1
  • Praktica B 100 und BC auto
  • Praktica BCA und Jenaflex AC-1
  • Praktica M
  • Praktica BCS
  • Praktica BCC
  • Praktica BM/BMS und Revue BC 2


BX-Modellreihe (Fertigung zwischen 1987 und 1990):

  • Praktica BX 20
  • Praktica BX 10 DX
  • Praktica BX 21
  • Praktica BX 20s


BX-Modellreihe aus der Nach-Wendezeit (Fertigung zwischen 1991 und 2001):

  • Praktica BX 20S
  • Praktica BX 20D



Siehe auch


  • Exakta



Literatur


  • Herbert Blumtritt: Geschichte der Dresdner Fotoindustrie. Lindemanns: Stuttgart 2000
  • Herbert Blumtritt: Die Prakti. Lindemanns: Stuttgart 2002

  • K. Hartmann: Pentacon Praxis (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle 1960
  • Richard Hummel: Spiegelreflexkameras aus Dresden - Geschichte, Technik, Fakten (erste erweiterte und überarbeitete Nachauflage). Edition Reintzsch: Leipzig 1995
  • W. Mesow: Kleines Buch zur Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Leipzig 1980
  • Franz Pangerl. Das Praktica-Buch. Seebruck: Heering-Verlag 1967
  • Roger Rössing: Fotografie mit der Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle (Saale) 1959 (12. Aufl. 1977)
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:50   Titel: Kodak Kodachrome

Kodak Kodachrome



Kodak Kodachrome ist

  1. ein von 1916–1930 produzierter Zweifarbenfilm,
  2. ein von 1935 bis heute produzierter Umkehr- bzw. Diafilm,
  3. ein eingetragener Markenname der Firma Kodak,
  4. ein Musikstück von Paul Simon.



Der Kodachromefilm war der erste kommerziell erfolgreiche Dreifarbenfilm mit natürlicher Farbwiedergabe. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1935 bis in die 1990er Jahre war er das bevorzugte Diafilmmaterial vieler Berufsfotografen und anspruchsvoller Fotoamateure. Kodachrome weist eine hohe Schärfe, Feinkörnigkeit sowie lebendige Farben auf, und ist in Archiven äußerst gut haltbar. Diese Eigenschaften wurden von anderen Filmen über ein halbes Jahrhundert lang nicht erreicht, weshalb der Kodachrome einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Farbfotografie ausübte.

Ein bezüglich der Farbwiedergabe qualitativ vergleichbarer Vorgänger, das 1907 von den Gebrüdern Lumiere auf den Markt gebrachte Autochrom, war für einen vergleichbaren kommerziellen Massenerfolg noch zu teuer und technisch zu umständlich gewesen.


Geschichte und Entwicklung


Vorgänger Zweifarbenfilm

Der technisch wie qualitativ nicht vergleichbare Vorgänger, der Kodachrome-Zweifarbenfilm, wurde zwischen 1916 und 1930 produziert und als Kinofilm genutzt. Die Aufnahmen wurden mit einer Spezialkamera mit Zwillingsobjektiv aufgenommen und dann auf Dipo-Film kopiert.

Das klassische Kodachrome

Das dem klassischen Kodachrome-Dreifarbenfilm zugrundeliegende Verfahren wurde von 1920 bis 1935 von den zwei Musikern und begeisterten Hobbyphotographen Leopold Godowsky und Leopold Mannes im Auftrag Kodaks entwickelt; diese erste Kodachrome-Emulsion wies eine Filmempfindlichkeit von 10 ASA auf. Es heißt, Godowsky und Mannes hätten bei ihren zu Kodachrome führenden Versuchsreihen in der eigenen Küche mangels korrekt genug laufender Uhren die exakte Entwicklungszeit stets durch das gemeinsame Pfeifen einer Beethovensymphonie bestimmt. Man spricht aufgrund der Namen der beiden Erfinder im Englischen auch scherzhaft davon, Kodachrome sei gemeinsam von God and Man („Gott und dem Menschen“) erschaffen worden.

Der Kodachrome-Umkehrfilm wurde erstmals im April 1935 als 16-mm-Schmalfilm vorgestellt; es handelte sich dabei um den ersten nach einem chromogenen Verfahren arbeitenden Farbfilm überhaupt sowie den „dienstältesten“ derzeit noch am Markt erhältlichen fotografischen Film.

Eigenschaften


Der Schichtträger der Kodachrome-Farbumkehrfilme besteht aus 0,135 mm dickem Celluloseacetat.

Die aufeinander abgestimmte Filmreihe bestand überwiegend aus dem K25, K64 und dem K200 mit den Filmempfindlichkeiten von 25, 64 und 200 ASA), für Super8 und 16 mm besaß darüber hinaus der K40 bis zu seinem Produktionsende 2005 eine besondere Bedeutung; Jahrzehnte zuvor war in beiden letzteren Formaten bereits die Fertigung des K25 eingestellt worden. Mittlerweile sind nur noch der K64 und K200 und das auch nur für 35 mm erhältlich, die Produktion des K25 wurde von Kodak 2002 auch für 35 mm eingestellt.

Der Kodachrome 25 besitzt eine Körnigkeit von 8 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 1998).

Der Kodachrome 64 besitzt eine Körnigkeit von 10 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm bzw. bei einem Testobjektkontrast 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Der Kodachrome 200 besitzt eine Körnigkeit von 16 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 50 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Funktionsweise


Der Kodachrome ist eigentlich ein dreischichtiger Schwarz-Weiß-Film. Die Schichten sind durch Farbfilter voneinander getrennt und zeichnen so die Intensität der drei additiven Grundfarben auf. Anders als bei „normalen“ Farbfilmen, die in der Regel nach dem E-6-Prozess verarbeitet werden, fehlen dem Kodachrome aber die Farbkuppler zur Farbwiedergabe; diese sind erst im Entwickler enthalten. Daher ist der Kodachrome unempfindlicher gegenüber falscher Lagerung (zu lange, zu heiß, zu feucht) als andere Farbfilme. Es soll schon originalverpackte Kodachrome-Filme gegeben haben, die (ohne tiefgekühlte Lagerung) mehr als 15 Jahre über das angegebene Haltbarkeitsdatum hinaus aufbewahrt wurden und dann nach Belichtung und Entwicklung trotzdem noch mittelmäßige Ergebnisse zeigten. Weil die Farbe erst während der Entwicklung entsteht, zählt der Kodachrome zu den chromogenen Filmen.

Das Fehlen der in die Emulsion eingebetteten Farbkuppler, die bei den E-6 Filmen diffusionsecht mit langen Molekülketten ausgeführt sein müssen, erklärt die höhere Schärfeleistung gegenüber diesen. Der Film ist daher für Großvergrößerungen optimal geeignet.

Die Entwicklung im K14-Prozess ist daher auch sehr aufwändig und muss in mehreren Schritten erfolgen. Sie wird nur von Kodak selbst durchgeführt und ist bereits im Filmpreis enthalten (nur Europa).

Kodachrome-Filme hatten immer nur Bedeutung als Film im professionellen bzw. semiprofessionellen Bereich. Diafilme auf der Basis des wesentlich einfacher zu handhabenden E-6-Entwicklungsprinzips sind marktbeherrschend.

Vor- und Nachteile


Die Kodachrome-Filme zeichnen sich allgemein aus durch ihre sehr hohe Schärfe, ihre äußerst natürliche und nuancenreiche Farbwiedergabe – vor allem von Hauttönen – und die hohe Farbbeständigkeit. Letztere Eigenschaft machte ihn lange Zeit zum bevorzugten Film für Anwendungen in Archiven (Museen, Kunstarchive).

Kodachrome ist das einzige Diamaterial, das in den dunklen Partien rotstichig wird, während andere Diafilme blaustichig werden. Dies verleiht Kodachrome-Dias einen wärmeren Bildeindruck. Die stärkere Betonung von Grüntönen führt zudem zu einem subjektiv verbesserten Bildeindruck von Landschaften, da Menschen Grün stark wahrnehmen.

Tests haben gezeigt, dass die hohe Haltbarkeit der Kodachrome-Farbstoffe nur für den Fall der Aufbewahrung im Dunkeln gilt, hier ist Kodachrome allen anderen Diafilmen für die bildmäßige Fotografie, die sämtlich nach dem E-6-Verfahren arbeiten, überlegen. Anders verhält es sich mit der Stabilität der Farbstoffe bei der Projektion: Der enorme Lichtdurchsatz während der Projektion führte bei Tests schon nach einer Stunde zu einem merklichen Ausbleichen (Dichteverlust von 0,1) von Kodachrome-Dias, E-6-Diamaterialien (z. B. Kodak Ektachrome, Agfachrome, Fujichrome) zeigten sich hier stabiler. Kodachrome-Dias sollten deshalb unbedingt in vollkommener Dunkelheit aufbewahrt werden!

Zukunft


2004 gab Kodak die Einstellung der Produktion analoger Kameras, sowie die Einstellung der Weiterentwicklung analogen Filmmaterials bekannt (wobei 2007 allerdings wieder neue Emulsionen vorgestellt wurden). Das Angebot an analogen Filmen wurde reduziert. Seit November 2006 gibt es nur noch ein Entwicklungslabor für Kodachrome weltweit, in den USA. Abzusehen ist, dass langfristig durch die Verbreitung der Digitalfotografie analoge Filme nur noch im Spezialhandel verfügbar sein werden und die Angebotsbreite sinken wird.

Digitalisierung (Scannen)


Ein gerahmtes Kodachrome-Dia lässt sich wie jedes andere Dia in einen Dia-Scanner einlegen. Das Ergebnis nach einem herkömmlichen Scan-Vorgang aber wird in fast allen Fällen nicht zu gebrauchen sein; meist wird es sehr blaustichig ausfallen. Einige Hersteller bieten in ihrer Scan-Software spezielle Kodachrome-Farbprofile zur Auswahl, die dies verhindern sollen. Für wirklich farbechte Scans ist allerdings eine IT8-Kalibrierung notwendig.

Da Kodachrome-Dias besonders feinkörnig sind, warten sie mit einem sehr hohen Auflösungsvermögen und einem sehr großen Dichteumfang auf. Möchte man bei der Digitalisierung hier keine Verluste in Kauf nehmen, ist also ein hochauflösender Scanner (min. 3000 dpi) mit großem Dichteumfang nötig.

Nahezu jedes Dia weist gewisse unerwünschte Defekte wie Staub, Kratzer, Fingerabdrücke und ähnliche auf, die heutzutage normalerweise schon beim Scannen erkannt und entfernt werden. Beim Scannen von Kodachrome-Dias gestaltet sich dieses jedoch schwierig. Viele Scanner besitzen einen zusätzlichen Infrarotkanal, dessen langwelliges Licht zwar durch das Dia jedoch nicht durch Staubpartikel dringt; so kann Staub sehr zuverlässig identifiziert und entfernt werden. In den Kodachrome-Dias (und auch in vielen Schwarzweiß-Dias) sind Silberhalogenide enthalten, die wie Staub das infrarote Licht reflektieren. Dies führt dann zu sehr verwaschenen Scans. Erst 2004 hat Nikon mit dem Super Coolscan 9000 ED den bisher einzigen Scanner auf den Markt gebracht, der mit Hilfe verbesserter Technologie (ICE Professional) zuverlässig staub- und kratzerfreie Scans von Kodachrome-Dias anfertigen kann. LaserSoft Imaging setzt seit Mitte 2008 in ihrer Software Silverfast eine weiterentwickelte Version der Staub- und Kratzerentfernung (iSRD) ein, die mit allen Nikon Filmscannern lauffähig ist und qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt.

Kodachrome-Song


1973 komponierte Paul Simon das Lied Kodachrome, das von seiner Jugend erzählt und bei dem Kodachrome-Filme eine wichtige Rolle spielen. Er widmete es dem Hersteller Kodak. Er sang das Lied auch 1981 bei der Wiedervereinigung von Simon & Garfunkel im New Yorker Central Park.

Siehe auch


  • Konfektionierung
  • Aufnahmeformat
  • Zelluloidfilm und Sicherheitsfilm
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Do, 18. Sep 2008 21:39   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung (Handbuch)

Practica BX 20 Bedienungsanleitung - Handbuch



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.



Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Mo, 26. Mai 2008 23:07   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung

Practica BX 20 Bedienungsanleitung



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.


Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser[/highlight]




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Mi, 30. Apr 2008 11:28   Titel: Nachtfotografie


Nachtfotografie/Nachtaufnahmen


Nachtaufnahmen oder auch Nachtfotografien wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem fotografische Aufnahmen bei speziellen Lichtverhältnissen – in der Dämmerung, bei Anbruch der Nachtstimmung sowie in Form von Langzeitbelichtungen in der Nacht unter Verwendung von Belichtungszeiten von einigen Sekunden bis Minuten durchgeführt werden. Sie bilden eine besonders schwierige Gruppe von fotografischen Aufnahmen. Die bevorzugten Motive sind Architektur, Stadtansichten oder Landschaften. Nicht selten werden auch Himmelsobjekte in das Motiv mit einbezogen, so dass der Übergang zur Astrofotografie fließend ist. Verwandte fotografische Genres sind die Astro- und die Landschaftsfotografie, in denen ähnliche Arbeitstechniken und Bildgestaltungen verwendet werden.

In Nachtfotografien treten aufgrund der relativ langen Belichtungen (einige Sekunden bis Minuten) fotografische Effekte wie der Schwarzschildeffekt (in der analogen Fotografie) oder vermehrtes Rauschen (in der digitalen Fotografie) in Erscheinung (siehe Abschnitt Erläuterung einzelner Effekte).

Voraussetzung für Nachtfotografien ist ein sicherer Stand der Kamera, hier bietet sich die Nutzung eines Stativs an. Lichtstarke Wechselobjektive helfen bei der Bildgestaltung, da sie ein vergleichsweise helles Sucherbild ermöglichen. Hochempfindliche Filme können eingesetzt werden, um den Schwarzschildeffekt zu reduzieren, häufig wird jedoch mehr Wert auf die bessere Schärfe, geringere Körnigkeit und kräftigere Farbwiedergabe normalempfindlicher Filme gelegt. Eine besonders attraktive Zeit für Nachtfotografien ist die so genannte Blaue Stunde, also die Dämmerung.

Aus technischer Sicht sind auch die meisten Fotografien von Sonnenuntergängen zu den Nachtaufnahmen zu zählen. Verglichen mit anderen fotografischen Genres kennzeichnen Nachtaufnahmen folgende Merkmale, die auftreten können, aber nicht alle müssen:
  • wenig Licht (z. B. während der so genannten Blaue Stunde),
  • Kunstlicht mit unsicherer Bestimmung der Farbtemperatur,
  • Verwendung aufwändigerer Technik als sonst üblich.


Die Available-Light-Fotografie ist im Gegensatz zu Nachtaufnahmen nicht an Tageszeiten gebunden. In der Available-light-Fotografie werden vergleichsweise kurze Belichtungszeiten verwendet. Ihr gestalterisches Ziel ist das Einfangen der Lichtstimmung vor Ort auch tagsüber z. B. in geschlossenen Räumen, ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Lichtquellen wie Blitzlicht.



Besonderheiten


Bei Nachtaufnahmen sind einige Besonderheiten zu beachten, die sonst nicht oder weniger intensiv auftreten:

  • Filmkorn bzw. Bildrauschen
  • Lichthof
  • Schwarzschildeffekt


Gerade bei Nachtaufnahmen erreicht man oft enttäuschende Ergebnisse, weil das fertige Bild nicht die Stimmung wiedergibt, die man selbst erlebt hat. Dies betrifft insbesondere Farbtemperatur und Filmkorn bzw. Rauschen sowie Bildunschärfen wegen der sehr langen Belichtungszeiten und großen Blendenöffnungen.

Filmempfindlichkeit

Dabei ist es unerheblich ob man analog oder digital fotografiert: Es gibt sowohl hochempfindliche Filme als auch ebenso lichtempfindliche Digitalsensoren (handelsüblich derzeit bis ISO 3200/36° ohne Push-Entwicklung). Im Gegensatz zur Available-Light-Fotografie wird man für Nachtaufnahmen meist jedoch aufgrund der höheren Farbsättigung und des geringeren Korns niedrigempfindliche Filme einsetzen; dabei muss allerdings der Schwarzschildeffekt in der Belichtungszeit kompensiert werden.


Farbwiedergabe


Aufgrund der Fähigkeit der menschlichen Wahrnehmung zur chromatischen Adaption können Menschen die exakte Farbtemperatur einer Lichtquelle nicht objektiv beurteilen; die subjektiv wahrgenommene Farbstimmung weicht darüber hinaus auch von der Sensibilisierung der fotografischen Emulsion bzw. vom automatischen Weißabgleich der Kamera ab, da diese auf standardisierte „Normalbedingungen“ eingestellt sind; bei Nachtaufnahmen kommt in der Praxis häufig noch als zusätzliche Problematik das Mischlicht aus Lichtquellen unterschiedlicher Farbtemperatur hinzu.

Objektivieren kann man diese Effekte nur mit Hilfe eines fotometrischen Belichtungsmessers (z. B. Gossen Mastersix in Verbindung mit Vorsatzgerät PROFi-color), wobei allerdings für exakte Messungen eine Lichtintensität von mindestens 10 Lux erforderlich ist (etwa 60-Watt-Glühbirne auf 1,5 Meter Entfernung in einem abgedunkelten Raum). Gerade unter den Bedingungen einer Nachtaufnahme wird es also für den Fotoamateur schwierig, die Lichtsituation objektiv zu bestimmen. Faustregeln gibt es nicht. Mit ein wenig Erfahrung und einer Farbtemperaturtabelle lassen sich jedoch die Wirkungen von Kunstlicht auf fotografische Emulsionen oder digitale Sensoren recht gut abschätzen.

Körnung und Rauschen

Die grobe Körnung eines fotografischen Films wird von manchen Fotografen gerne in Kauf genommen und als Effekt bewusst eingesetzt; legt man jedoch Wert auf eine feine Körnung und hohe Kantenschärfe, sollten Filme mit Empfindlichkeiten über ISO 200/24° unbedingt vermieden werden. Eine höhere Präzision der Belichtung erzielt man mit Diafilmen, während Negativfilme einen höheren Belichtungsspielraum bieten. Spezialfilme wie z. B. 'Kodak Professional Ektapress Film PJ800' können bis 6400 ASA belichtet werden und haben dabei eine noch akzeptable Körnung, die mit herkömmlichen 400-ASA-Filmen vergleichbar ist. Allerdings sind solche Filme und deren Entwicklung sehr teuer.

In der Digitalfotografie weisen nahezu alle aktuellen Kameramodelle ein Dunkelrauschen auf, das teilweise durch Algorithmen der Kameraelektronik kompensiert – oder auch verschlimmert – wird. Zu den besten Ergebnissen gelangt man mit Empfindlichkeitseinstellungen um 100 ASA in Verbindung mit dem jeweiligen Rohdatenformat der Kamera.

Das Rohdatenbild lässt sich dann bei der Bildbearbeitung mit speziellen Hilfsprogrammen wie Noise Ninja oder Neatimage, gezielt entrauschen und beispielsweise mit Photokit Sharpener oder FocalBlade nachschärfen. Soll das Rohdatenformat vermieden werden, hilft zweimaliges Belichten, zuerst mit offenem Verschluss und dann mit geschlossenem,so kann die Kamera das Rauschen teilweise herrausrechnen.


Erläuterung einzelner Effekte


Die folgenden Bilder wurden mit verschiedenen Aufnahmetechniken angefertigt und zeigen einige der vorher beschriebenen Effekte:

Unschärfe

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Passeig de Gracia in der Innenstadt von Barcelona


Aufnahmetechnik:

  • EXA Rheinmetall
  • 2,8/50 Festbrennweite
  • KodaChrome 25
  • f=5,6 / ca. 2 s


Obwohl die Kamera an eine Laterne gedrückt wurde, ist das Bild insgesamt unscharf, bei den Menschen erscheint unabwendbar Bewegungsunschärfe.

Farbtemperatur

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Tossa de Mar an der spanischen Costa Brava

Aufnahmetechnik:

  • Canon EOS 50 E
  • 1,8/50 Festbrennweite
  • Kodak Gold 100
  • f=2,0 / 1/15 s


Der Farbstich fällt besonders im rechten Bildteil auf. Das gesamte Bild wirkt wesentlich wärmer als es ursprünglich der Fall war. Die Beleuchtung der Burg erfolgt mit wärmeren Lampen als die Straßenbeleuchtung. Die Lampen wirken zwar wärmer, als sie in der Aufnahmesituation wahrgenommen wurden, dies wird aber im fertigen Bild meist als angenehm empfunden.

Lichthof

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Lichterträume im Familiengarten Eberswalde

Aufnahmetechnik:

  • Canon G5
  • f=8 / 1 s


Den Lichthof kann man bei allen im Bild sichtbaren Lichtquellen beobachten, besonders in der unteren Bildmitte und rechts beim roten Licht. Selbst die angestrahlten Blätter links oben überstrahlen.


Stimmung

Aufnahmetechnik:

  • Ricoh RDC-i 500
  • f=2,8 / 1/15 s


Das Originalbild gibt die (physikalisch) korrekten Farben wieder. Es wirkt etwas kraftlos, das Ergebnis ist nicht unbedingt befriedigend. Durch gezielte Farbkorrekturen am Computer kann die ursprünglich gesehene Stimmung bzw. eine übertriebene, kitschige Postkartenatmosphäre erreicht werden (Bilder 2 und 3).

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Sonnenuntergang in Dagebüll an der Nordsee, fast unbearbeitete Datei aus der Kamera

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Bild 2 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur auf die tatsächlich vorhandenen Farbbereiche

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Bild 3 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur mit drastischer Überbetonung des Rot- Kanals und Zurückdrängung von Grün und Blau


Aufnahmetechnik


Für Nachtaufnahmen ist sehr preiswerte Fototechnik nur bedingt geeignet. Die Kamera muss ein abschaltbares Blitzgerät besitzen und möglichst über ein Stativgewinde verfügen; bei Analogkameras sollte die Filmempfindlichkeit manuell einstellbar sein bzw. bei Digitalkameras eine manuelle Empfindlichkeitswahl möglich sein.

Als Notlösung kann man bei preiswerten Kameras den Blitz abdecken und darauf hoffen, dass die Kameraelektronik den Rest macht. Empfehlenswert ist der Belichtungsmodus manuell sowie manuelle Entfernungseinstellung, da einige Autofokus-Systeme in lichtschwacher Umgebung oft Probleme bereiten.

Lichtstarke Wechselobjektive unterstützen die Arbeit, da sie die manuelle Fokussierung mittels der Einstellscheibe vereinfachen, sie sind aber nicht zwingend erforderlich.


Weitere Beispielfotos




Hofkirche von Dresden



Am Festspielhaus Hellerau



Sternspuraufnahme mit Einbau von Landschaft



Flughafen Dresden


Siehe auch


  • Langzeitbelichtung
  • Chromatische Aberration
  • Dynamic Range Increase



Weblinks


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Do, 17. Jan 2008 20:23   Titel: Belichtungszeit

Belichtungszeit



Image Image
Die Belichtungszeit (englisch exposure time) ist die Zeitspanne, der ein optisch empfindliches Medium (herkömmliche Kameras: Film, Digitalkameras: CMOS- oder CCD-Sensor) zur Aufzeichnung eines Bildes ausgesetzt wird. Zusammen mit der Blendenöffnung bestimmt die Belichtungszeit die auf das Medium einfallende Lichtmenge (englisch Exposure value, EV). Eine korrekte Belichtung des Mediums ist abhängig von der Helligkeit des Motivs, der einfallenden Lichtmenge und der Empfindlichkeit des Mediums (ISO-Zahl). Bei gegebener Motivhelligkeit und Empfindlichkeit des Mediums führt nur eine bestimmte Lichtmenge zu einer richtigen Belichtung. Die Lichtmenge ergibt sich hierbei aus dem Quotienten aus Belichtungszeit und Blendenöffnung. Eine zu kurze Belichtungszeit führt daher zu unterbelichteten, eine zu lange Belichtungszeit zu überbelichteten Bildern.

Die Belichtungszeit wird als zu steuernde Verschlusszeit an der Kamera eingestellt oder auf andere geeignete Weise gebildet, wenn die benötigte Belichtungszeit außerhalb des von der Kamera gesteuerten Verschlusszeitenbereichs liegt.

Die Belichtungszeit kann je nach eingesetzter Technik von Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu Stunden reichen. Bei extrem kurzen Zeiten (unter ca. 1/5000 s) wird von Kurzzeitfotografie gesprochen, bei Zeiten über ca. 5 s von Langzeitbelichtung. Bei Langzeitaufnahmen auf Film ist der Schwarzschildeffekt zu beachten.

Die notwendige Belichtungszeit wird mit zunehmendem Lichteinfall (Helligkeit) sowie zunehmender Lichtempfindlichkeit des Bildaufnehmers (ISO-Zahl - je höher, umso lichtempfindlicher) kürzer. Ermittelt wird die richtige Belichtungszeit mit einem Belichtungsmesser.

Neben der Blende ist die Belichtungszeit das wichtigste Mittel zur Gestaltung fotografischer Werke (Bewegungsunschärfe oder Schärfentiefe).

Siehe auch: Kurzzeitfotografie, Langzeitbelichtung



Quelle




Kategorie:
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 04. Jan 2008 21:59   Titel: Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

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Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauart für einen Fotoapparat, bei der das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet wird. Grundsätzlich wird zwischen einäugigen (engl. SLR, Single-lens reflex camera) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (engl. TLR, Twin-lens reflex camera) unterschieden.

Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
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Eine EXA-Spiegelreflexkamera von 1953



Geschichte und Entwicklung

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aufgeschnittene Praktica

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johann Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Einstellscheibe umlenkt.

Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert. Die erste in Deutschland hergestellte Spiegelreflexkamera war die Zeus-Spiegel-Kamera und stammte aus dem Werk von Richard Hüttig in Dresden.

Die erste in Großserie hergestellte SLR (Single Lens Reflex) war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. Ihr Konstrukteur war Karl Nüchterlein (1904–1944).


Funktionsweise

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Funktionsschema einer Spiegelreflexkamera

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Schwingspiegel (2) reflektiert und auf die Einstellscheibe (5) projiziert. Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma (7) einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.

Während einer Aufnahme klappt (bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera) der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.

Bei einigen Sonderkonstruktionen wird anstelle des Schwingspiegels ein fest montierter, teildurchlässiger Spiegel oder ein Prisma verwendet, was bei motorbetriebenen Kameras erheblich schnellere Aufnahmefolgen erlaubt, allerdings auch ein dunkleres Sucherbild liefert und natürlich weniger Licht zum Film durchlässt.


Typen


Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.
Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Hauptartikel: Zweiäugige Spiegelreflexkamera

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Zweiäugige Yashica Mat 124 G

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Häufig ist das Sucherobjektiv aus Kostengründen einfacher konstruiert, aber lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv, um ein möglichst helles Sucherbild zu gewährleisten und die Scharfstellung zu vereinfachen. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Einstellscheibe scharf gestellt werden kann.

Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamiya C, wobei nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat hergestellt wird.

Dieser Kameratyp hat eine Reihe von Vorteilen:

* das Sucherbild ist immer sichtbar und wird nicht von der Arbeitsblende abgedunkelt;
* das Aufnahmegeräusch ist sehr leise und
* die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt praktisch keine Erschütterungen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

* aufwändige Objektive werden aus Kostengründen nicht realisiert, da sie doppelt erforderlich wären;
* es entsteht ein Parallaxenfehler, der besonders bei Nah- oder Makroaufnahmen bemerkbar ist, da die optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander verschoben sind.

Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle, in erster Linie für Nostalgiker und Sammler. In der praktischen Fotografie haben sich einäugige Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Einige Modelle zweiäugiger Spiegelreflexkameras mit durchaus hochwertigen Objektiven sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen erhältlich, die einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie ermöglichen.

Einäugige Spiegelreflexkamera

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Mittelformat-SLR mit Fischaugenobjektiv

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Einäugige Nikon F von 1969

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Yashica TL-ELECTRO: Manuelle Spiegelreflexkamera von 1975

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Kompakte Olympus IS 1000 von 1992

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Minolta srT303b

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Digitale Spiegelreflexkamera Konica Minolta Dynax 5D

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Einstellscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Einstellscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird.

Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) zu verwenden. Der Verschluss ist in den meisten Fällen ein Schlitzverschluss, der direkt vor der Filmebene liegt, damit die Austauschbarkeit der Objektive gewährleistet ist. Ausnahmen im Bereich der Mittelformatkameras (z. B. Hasselblad) nutzen eine Kombination aus Schlitzverschluss und Zentralverschluss, der im Objektiv enthalten ist.

Bedingt durch den Schwingspiegel gibt es einen recht großen Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs. Bei kurzen Brennweiten (bei Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) wird daher die Retrofokus-Bauweise eingesetzt, durch die die Objektive aufwändiger und teurer werden. Auch die Abbildungsqualität kann unter den zusätzlichen Linsenelementen leiden.

Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Einstellscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird (sog. automatische Springblende, kurz: ASB). Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen oder es erfolgt eine Messung mit Arbeitsblende. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.

Im Kleinbildformat 24 × 36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45 × 60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe als auch die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.

Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet. Durch das eingebaute Display ist ein sofortiges Betrachten der Fotos möglich, wodurch eine missratene oder fehlbelichtete Aufnahme – im Rahmen der Möglichkeiten, die die Qualität des Displays zulässt – sofort erkannt werden kann. Bei den meisten Kameras kann darüberhinaus ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden, das die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung erleichtert und unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays ist.

Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.

Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.

Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:

* Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei (gnonomisch) abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
* Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
* Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.

Durch den bei den meisten DSLRs verwendeten kleineren Bildsensor (vgl. mit Kleinbildfilm) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50mm Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5 ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75mm Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.

Hauptnachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der über tausende Aufnahmen hinweg Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt. Einige Hersteller gehen das Problem Staub marketing-wirksam an, gegen die internen Tröpfchen allerdings wird kaum etwas unternommen.

Manche Fotografen sehen DSLRs nur als eine Kompromisslösung an, weil bei den meisten Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich ist. Seit März 2006 sind jedoch auch erste DSLR mit Vorschau auf dem Display verfügbar. Da das parallaxenfreie Sucherbild ohnehin der späteren Aufnahme entspricht und sich insbesondere die Schärfe und die Schärfentiefe im Spiegelreflexsucher wesentlich besser als am meist niedrig auflösenden Vorschau-Display beurteilen lässt, ist diese Vorschaumöglichkeit auf der elektronischen Anzeige nur als nützliche Ergänzung in einigen Aufnahmesituationen, nicht als notwendig einzuschätzen. Des Weiteren erwärmt sich der Sensor durch Live Vorschau weil er dauernd und nicht nur während der Aufnahme mit Strom versorgt wird, was zu höherem Rauschen führt.
[bearbeiten] Weblinks

* Systematische Übersicht zu fotografischen Kameras (Sortierung nach Kamerabauform und Hersteller)
* Frank Mechelhoff, Westdeutsche Kleinbildcameras – wie sie gegen die Japaner verloren (siehe auch hier)
* Henning Sußebach: „War das schön. Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera.“ (Die Zeit vom 26. August 2004)


Quelle


Teile dieses Artikels (einschließlich Bilder) entstammen der deutschsprachigen Wikipedia. Der Artikel samt Autoren kann unter Wikipedia: Spiegelreflexkamera nachgelesen werden.

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Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 14:49   Titel: Vorblendtaste

Vorblendtaste

Die Vorblendtaste wird heutzutage nur noch selten an Kameras beobachtet. Sie ist eher an älteren Modellen zu finden, welche über keine (halb)automatischen Belichtungszeiten- und Blendeneinstellungen verfügen.

Durch Betätigung der Verblendtaste wird die Blende so weit geschlossen, wie vorher (meist am Objektiv) eingestellt wurde. Beim Blick durch den Sucher sieht man dann die tatsächlich einfallende Lichtmenge und den realen Effekt der Tiefenschärfe.

Normalerweise wird die Blende erst beim Druck auf den Auslöser entsprechend geschlossen, wodurch bei Kameras ohne Vorblendfunktion die Effekte der Tiefenschärfe und tatsächlichen Lichtmengen nicht beobachtbar sind.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 29. Dec 2007 18:55   Titel: Digitalfotografie

Digitalfotografie

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Als Digitalfotografie wird zusammenfassend die Fotografie mit Hilfe eines digitalen Fotoapparats oder die Arbeit mit digitalisierten Bildern sowie die sich daran anschließende Weiterverarbeitung mittels elektronischer Bildbearbeitung sowie digitaler Präsentation und Archivierung bezeichnet.

Die Digitalfotografie weicht in zahlreichen Aspekten von der klassischen optochemisch basierten Fotografie ab und ähnelt, insbesondere bei der Bildwandlung, einerseits der Videotechnik, andererseits den bildgebenden Verfahren.












Sony Mavica FD5



Bilderzeugung

Bildwandlung

In der Digitalfotografie gibt es – von Hybridverfahren wie der Kodak Photo CD abgesehen – keinen chemischen Film mehr; zur Wandlung der Lichtwellen in digitale Signale werden Halbleiter-Strahlungsdetektoren in CCD- oder CMOS-Technik als Bildsensoren verwendet. Bei dieser Digitalisierung eines analogen Bildes handelt es sich um eine Bildwandlung, bei der eine Diskretisierung (Zerlegung in Bildpunkte) und Quantisierung (Umwandlung der Farbinformation in einen digitalen Wert) des analogen Bildes durchgeführt wird.

Hybridverfahren

Eine Ãœbergangslösung zwischen analoger und digitaler Fotografie stellt die Fotografie mit dem klassischen "Silberfilm" dar, bei der anschließend das Negativ oder Positiv zunächst mit einem Scanner digitalisiert wird und dann das gespeicherte Bild digital weiterbearbeitet wird.

Die manuellen Arbeitsschritte kann man sich sparen, wenn man vom industriellen Fotolabor eine Kodak Photo CD herstellen lässt; dabei wird der – noch ungeschnittene – Filmstreifen direkt im Anschluss an die Entwicklung mit professionellen Scannern in hoher Qualität digitalisiert und auf eine CD gebrannt. Als kostengünstigere Alternative sind etwa seit 1999 sogenannte Picture Discs von verschiedenen Anbietern auf dem Markt, auf denen die Aufnahmen mit geringerer Auflösung im verlustbehafteten JPG-Format gespeichert werden. Die Qualität der Picture Disks ist in der Regel jedoch nicht für eine Weiterverarbeitung ausreichend, sondern nur zur Vorbetrachtung geeignet.

Kamerainterne Bildverarbeitung


Jede Digitalkamera führt nach oder bereits während der Bildwandlung eine Reihe von Verarbeitungsprozessen wie Weißabgleich, Erhöhung der Farbsättigung, Anheben des Kontrasts, Tonwertkorrektur, Filterung, Schärfen, verlustbehaftete Komprimierung usw. durch; Consumer-Kameras schärfen auch dann noch nach, wenn man diese Funktion abgeschaltet hat (vgl. Andrea Trinkwalder, Raw-Masse. Höhere Farbtiefe, weniger Fehler: Bessere Bilder dank Rohdaten).

Um auf das vollkommen unbearbeitete Bild zuzugreifen empfehlen sich hochwertige Kameras, die ohne jeglich interne Kameraverarbeitung Schärfung, Datenreduktion etc. den kompletten Datensatz des Sensors als Kopie im RAW-Bild speichern.


Bildeigenschaften


Seitenverhältnis

Die meisten Digitalkameras speichern Bilder mit einem Seitenverhältnis von 1,33 (4:3). Dies hat historische Gründe: Die ersten Digitalkameras waren auf existierende Sensoren angewiesen und da 4:3 dem Seitenverhältnis der verbreiteten Computermonitore und Fernsehnormen NTSC, PAL und SECAM entspricht (was wiederum von den frühesten Kinofilmen herrührt), waren überwiegend Sensoren mit diesem Seitenverhältnis verfügbar. Inzwischen werden Sensoren mit dem Seitenverhältnis 3:2 speziell für Digitalkameras entwickelt und zumeist in digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. Panasonic bietet Kameras an, die mit Bildwandlern im Format 16:9 ausgerüstet sind, und durch Weglassung von Bildspalten in der Lage sind, zusätzlich auch die Bildformate 3:2 und 4:3 zu unterstützen.

In der Ausbelichtung hat ein Seitenverhältnis von 4:3 die Konsequenz, dass das Bild bei Verwendung der herkömmlichen 3:2-Papierformate (z.B. 10x15 cm) entweder oben und unten beschnitten wird oder links und rechts weiße Streifen auftreten. Daher werden heutzutage meist Papierformate mit den Seitenverhältnissen 4:3 verwendet. Hierbei wird dann zum Beispiel oft von einem 10er-Format gesprochen, um anzuzeigen welche Höhe der Abzug aufweist; die Breite des Abzugs ergibt sich dann entsprechend dem Seitenverhältnis. Diese Papierformate weichen zwar von den klassischen Papierformaten (Abzügen) ab, der Abzug zeigt jedoch unbeschnitten das komplette Bild. Ein Abzug im 10er-Format mit den Seitenverhältnissen 4:3, ist 10x13,33 cm groß und passt mit den oben beschriebenen Einschränkungen nur bedingt in die üblichen Bilderrahmen.

Pixelanzahl und Auflösung

Als Bildauflösung bezeichnet man die Anzahl der Bildpunkte, Pixel genannt, in Breite und Höhe eines digitalen Bildes; bei 1600 x 1200 Pixeln ergibt sich also beispielsweise eine Auflösung von 1,92 Megapixeln.

Die Herstellerangaben zur Pixelanzahl müssen kritisch interpretiert werden, da sie nicht die tatsächlich vorhandene Anzahl an Farbpixeln wiedergeben. Bei dem weit verbreiteten Bayer-Sensor ist dies die Anzahl der einfarbigen Pixel, für den Foveon-X3-Sensor die Anzahl der lichtempfindlichen Elemente multipliziert um den Faktor drei.

Daher ist es nicht möglich, die Pixelanzahl der verschiedenen Sensortypen direkt miteinander zu vergleichen; nach Schätzungen liefert ein Bayer-Sensor mit sechs Megapixeln etwa dieselbe Auflösung wie ein Foveon-X3-Sensor mit 10 Megapixeln. Einen weiteren proprietären Sensor verwendet Fujifilm, siehe Super-CCD-Sensor.

Die Auflösung digitaler Bilder ist nur eingeschränkt mit der Auflösung eines Filmnegativs oder Prints zu vergleichen, da sie u. a. vom Betrachtungsabstand und der Art der Darstellung (Bildschirm, Print) abhängig ist.

Auf normales Fotopapier ausbelichtete Digitalfotos erreichen die Qualität von konventionellen Papierabzügen – hier entscheidet vielmehr die verwendete Kamera, das Objektiv sowie eine Reihe weiterer Faktoren über die technische Bildqualität.

Die Pixelanzahl gibt auch nur näherungsweise die Auflösung feiner Strukturen wieder. Bei der Digitalisierung gilt das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem. Danach darf die maximale im Bild auftretende Frequenz maximal halb so groß sein, wie die Abtastfrequenz, weil es sonst zu unerwünschten Bildverfälschungen, zum Beispiel zu Moiréerscheinungen, kommt und das Originalsignal nicht wieder hergestellt werden kann.

Eine weitere Einschränkung der Vergleichbarkeit konventioneller und digitaler Aufnahmen ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich beim Filmkorn - technisch betrachtet - um ein stochastisches, also ein völlig zufälliges und unregelmäßiges Rauschen handelt, das bei technisch gleicher Auflösung meist weitaus weniger störend wirkt als das strikt regelmäßige Pixelmuster digitaler Aufnahmen. Dieses Pixelmuster hingegen kann durch geeignete Software nach Kalibrierung auf den jeweiligen Sensor perfekt entfernt werden, was bei chemischem Film wiederum erneut nicht möglich ist. Visuell wirken somit "analoge" Bilder mit sichtbarem Korn - bei gleichem Informationsgehalt - entweder erträglicher oder gestört.

In der Praxis bedeutet das, dass man vor der Digitalisierung die maximale Frequenz kennen oder herausfinden muss und dann das Signal zwecks Digitalisierung mit mehr als der doppelten Frequenz abgetastet werden muss. Bei der Digitalfotografie kann man, um die Moireerscheinungen von vornherein zu vermeiden, die Optik leicht unscharf stellen. Das entspricht einem Tiefpass. Wenn die Pixelzahl des Sensors erhöht wird, muss die Optik neu angepasst werden, weil sonst die erhöhte Pixelzahl nicht ausgenutzt werden kann.

Beim Scannen gerasterter Bilder muss man die Auflösung ebenfalls so groß wählen, dass die feinsten Strukturen des Rasters dargestellt werden können. Anschließend kann man entrastern (dazu gibt es unterschiedliche Funktionen) und dann die Auflösung herabsetzen.

Spoiler: [ Anzeigen ]


Dateiformat


Bei der Digitalfotografie entstehen in jedem Fall Daten, die in der Regel elektromagnetisch oder optisch gespeichert werden; dies geschieht meist in einem standardisierten Grafikformat. Aktuelle Digitalkameras verwenden JPEG, einige besser ausgestattete auch das Rohdatenformat und TIFF. Bei den Hybridverfahren wie der Kodak Photo CD entstehen ImagePacs, beim Scannen hat man meist eine größere, freie Auswahl über das Speicherformat.

Für maximale Bildqualität in der Nachbearbeitung empfiehlt sich das unkomprimierte Rohdatenformat. Hier werden die unbearbeiteten Bildsensordaten unkomprimiert gespeichert. Dieses Format bedarf größerer Mengen Speicherplatz und wird insbesondere im professionellem Umfeld angewendet.

JPEG ist dagegen verlustbehaftet, kann aber je nach Kompressionsgrad sehr speicherökonomisch, unter günstigen Umständen aber auch sehr nah am Original sein. JPEG2000 beherrscht mittlerweile die verlustlose Komprimierung und einen größeren Farbraum, wird aus Lizenzgründen aber kaum unterstützt. Der Fotograf muss also bereits vor dem Fotografieren eine Entscheidung über den Kompressionsgrad und damit über den möglichen Detailreichtum etcetera fällen. Eine vergleichbare Vorabentscheidung trifft der analog Fotografierende mit der Auswahl des Filmmaterials und der Filmempfindlichkeit, und muss das Filmmaterial wechseln um beispielsweise eine andere Lichtempfindlichkeit oder Filmkörnigkeit zu erreichen.

Es gibt nach wie vor viele proprietäre Dateiformate, die nicht mehr ohne weiteres gelesen werden können, wenn die entsprechende Software nicht mehr verfügbar ist. Daher sollte insbesondere bei den Rohdatenformaten bedacht werden, dass diese nach einigen Jahren unter Umständen konvertiert werden müssen. Eine Möglichkeit diese Probleme zu veringern, besteht in der Umwandlung in ein offenes oder verbreitetes Dateiformat, wie beispielsweise Portable Network Graphics (PNG) oder Digital Negative (DNG).

Meta-Informationen


Zu den Vorteilen der digitalen Bildspeicherung gehört die Möglichkeit, umfangreiche Meta-Informationen in der Datei zu speichern; diese Zusatzfunktion ist im Exchangeable Image File Format (Exif) standardisiert, das es jedoch inzwischen in mehreren Varianten gibt.

Bereits das Hybridsystem APS verfügte über noch vergleichsweise eingeschränkte Möglichkeiten der Speicherung von Meta-Informationen, und auch bei Kleinbildkameras ist das Einbelichten von Zeit- und Datumsangaben sowie der Bildnummer auf den Filmstreifen möglich, wenn die Kamera über eine entsprechende Funktion verfügt. Die analogen Kleinbild-Spiegelreflexkameras Minolta Dynax 9xi und Minolta Dynax 9 verfügen über eine Möglichkeit, zahlreiche Aufnahmeparameter zu speichern und in eine Textdatei ausgeben zu können; allerdings ist der Grad der Integration sowie insbesondere die Zuordnung des jeweiligen Datensatzes zu einem bestimmten Bild eines bestimmten Filmes nicht unproblematisch.

Bei den in die digitale Bilddatei eingebetteten Exif-Daten ist zu beachten, dass einige unzureichende Programme diese Daten bei einer Bildbearbeitung nicht erhalten; dies betrifft z.B. ältere Versionen der Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop. Natürlich muss man für korrekte Exif-Daten auch daran denken, bei einem Wechsel der Zeitzone die kamerainterne Uhr umzustellen, sonst erhält man unbrauchbare Zeit- und ggf. auch Datumsangaben.


Digitale Aufnahmetechnik


Kameras und Kamerasysteme

Analoge Kameras und Kamerasysteme wurden über Jahrzehnte entwickelt, gepflegt und optimiert; bevor ihre Weiterentwicklung bei den marktführenden Herstellern in den letzten Jahren eingestellt wurde.

Die Bedienung der meisten analogen Kleinbildkameras war ähnlich - wobei Autofokus, Intervallometer, Belichtungsmessung etc. je nach Hersteller deutlich varierte. Die Benutzung von Tasten und Menüsystemen bei Digitalkameras kann deutlich umfassender und komplexer sein und erfordert weiteres Knowhow über das photochemische hinaus - da viele digitale Kameras zahlreiche Funktionen mehr bieten als ihre mechanischen Vorgänger. Bei der Digitalfotografie ist damit zu rechnen, dass der Fotograf bei jedem Systemwechsel neue Dinge erlernen kann, während die Grundlagen stets gleichbleiben - wie Blende, Brennweite, Verschlusszeit etc.

Ähnliches gilt für die System- und Modellpflege; während die klassischen höherpreisigen Kamerasysteme der großen Kamerahersteller, z.B. Nikon, Canon, Pentax über Jahrzehnte unter Beibehaltung einer herstellerspezifischen Kompatibilität gepflegt wurden, gibt es vergleichbares bei digitalen Spiegelreflexkameras. Aufgrund der Modellwechsel bei Digitalkameras ist bei billigen Geräten Zubehör für eine Kamerageneration oder noch für einige Nachfolgemodelle benutzbar.

Einige Hersteller von Digitalkameras wie Hasselblad führten zusammen mit ihren digitalen Kameras auch vollkommen neue Systeme ein, welche wiederum als System ausgerichtet sind.

[b]Digitale Kamerarückwände[b/]

Digitale Bilder können nicht nur mit nativen Digitalkameras oder durch Digitalisieren analoger Vorlagen, sondern auch mit einer digitalen Kamerarückwand angefertigt werden.

Scan Backs funktionieren nach dem Prinzip eines Flachbettscanners; es wird dabei zwischen Single-shot- und Multi-Shot-Verfahren unterschieden.

Objektive


Da heutige Digitalkameras meist Sensoren mit einer gegenüber den klassischen Filmformaten geringeren Fläche aufweisen, verändert sich effektiv die Wirkung der Brennweite des Objektivs. Gegenüber dem Kleinbildfilm ändert sich die Brennweite nicht wirklich, aber der Abbildungsmaßstab des Bildes ändert sich in dem Verhältnis, in dem er sich bei analogen Kameras ändern würde, wenn die Brennweite um den entsprechenden Faktor geändert würde. Dies bedeutet, dass die Brennweite eines Normalobjektivs bei einer Digitalkamera den Effekt eines leichten Teleobjektivs hervorruft. Dies freut zwar den Naturfotografen, führt jedoch zu Problemen für Freunde des Weitwinkelobjektivs: Es ist sehr aufwendig, verzerrungsarme Superweitwinkelobjektive für Digitalkameras zu konstruieren. Dementsprechend teuer sind diese Objektive. Auch verändert sich der Bereich der Schärfentiefe bei gleicher tatsächlicher Brennweite im Vergleich zu analogen Modellen.

Der Formatfaktor der Kamera wird entweder im Datenblatt der Kamera oder des Objektivs angegeben, oder die "effektive" Brennweite wird analog zu Kleinbild angegeben. Besitzer von digitalen Spiegelreflexkameras müssen die "effektive" Brennweite ihrer Wechselobjektive dagegen selbst berechnen, da dieser nicht auf den Objektiven selbst angegeben ist, denn diese Objektive können meist auch auf herkömmlichen Kleinbild-Spiegelreflexkameras eingesetzt werden. Der Formatfaktor liegt hier in der Regel zwischen 1,5 und 2.


Digitale Aufnahmepraxis


Die digitale Aufnahmepraxis weist gegenüber der konventionellen Fotografie einige Besonderheiten auf.

Bildgestaltung


Als Beispiel sei hier die Veränderung der Schärfentiefe erwähnt, die sich aus dem Formatfaktor ergibt (oft fälschlich Brennweitenverlängerung genannt: Die Brennweite eines Objektivs ändert sich jedoch nicht, nur dessen genutzter Bildwinkel durch das veränderte Aufnahmeformat); Objektive, die in der Kleinbildfotografie als Weitwinkel gelten, treten bei den meisten Digitalkameras als Normalobjektiv auf. Da sich die optischen Gesetzmäßigkeiten nicht verändern, nimmt die effektive Schärfentiefe (genauer: der Schärfebereich) des Bildes zu. Mit Digitalkameras ist es daher schwerer als in der Kleinbildfotografie, einen in Unschärfe zerfließenden Bildhintergrund zu erzielen, wie er beispielsweise in der Porträt- und Aktfotografie zur Hervorhebung häufig erwünscht ist. Einige moderne Spiegelreflex-Digitalkameras verfügen bereits über einen vollformatigen Sensor (24x36mm). Diese Kameras verhalten sich genauso wie analoge Kleinbild-Spiegelreflexkameras.

Spezialfunktionen

Viele Digitalkameras bieten dreh- oder schwenkbare Displays, mit denen einige Aufnahmetechniken komfortabler als mit herkömmlichen Kameras machbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Aufnahmestandpunkte in Bodennähe, wie sie häufig in der Makrofotografie benötigt werden oder Aufnahmen "über Kopf", um über eine Menschenmenge hinweg zu fotografieren.

Aktuelle Digitalkameras (Stand: 2004) bieten fast ausnahmslos die Möglichkeit der Aufzeichnung kurzer Videoclips von etwa einer Minute im Format QQVGA oder QVGA, teilweise auch mit Ton. Tendenziell ist eine Entwicklung der digitalen Fototechnik zu beobachten, immer weiter mit der Videotechnik zu konvergieren; in Spitzenmodellen ist die Länge der Videoclips nur noch durch die Kapazität des Speichermediums begrenzt; die Bildauflösung liegt dabei im Bereich der Qualität von VHS oder bereits deutlich darüber (VGA, 640 x 480 bzw. PAL, 720 x 576).

Elektronische Bildbearbeitung

Neben der automatisch durch die Kamera durchgeführte Bildverarbeitung eröffnet die Digitalfotografie zahlreiche Möglichkeiten der Bildmanipulation und -optimierung durch die elektronische Bildbearbeitung, die über konventionelle Bildretusche und Ausschnittsvergrößerung weit hinausgehen.

Beispielsweise können aus einer Folge von Einzelbildern komfortabel Panoramafotos montiert, Bildhintergründe ausgetauscht oder Personen aus Bildern entfernt oder hineinkopiert werden.

Speicherung und Archivierung

Als Vorteile gegenüber der chemischen Fotografie wird häufig die entfallende Filmentwicklung sowie die scheinbar einfache, günstige und platzsparende Archivierbarkeit angeführt. All dies erfordert jedoch entsprechende technische Mittel (Computer, Software, CD- oder DVD-Recorder etc.), technische Fähigkeiten und letztlich doch enormen Platz ...und viel Zeit vor dem Computer.

Tatsächlich ist, anders als bei Film, die verlustfreie Langzeitarchivierung digitaler Bilder theoretisch perfekt möglich.

Der Hauptvorteil digitaler Daten ist hierbei, das anders als bei photochemischen Film exakt identische Kopien erzeugt werden können und auf die verschiedensten Speicherorte und Medien verbracht werden können - anders als bei Film, wo es nur ein Original geben kann und alle Kopien verändert und schlechter werden, können digitale Originale, Fehlerfreiheit und Lesbarkeit vorausgesetzt, beliebig oft verlustfrei vervielfältigt werden.

Auch kann eine Kopie des digitalen Archivs in Masterqualität weltweit abrufbar sein, beispielsweise durch eine identische Kopie auf einem Webserver, während Filmarchvmaterialien durch Handhabung und insbesondere unsachgemäße Benutzung leicht verschleissen. Deswegen werden grade in der kommerziellen Nutzung auch heute chemische Filme digitalisiert, um diese Vorzüge etwa im Verlagswesen und der Photoverwertung einzusetzen.

Ein weitere Vorteil digitaler Daten liegt im scheinbar geringem Platzbedarf - gerade große professionelle Archive mit mehreren Millionen Photos können jetzt relativ kompakt archiviert werden. Auch die Indexierung erscheint erleichtert.

Die Langzeitarchivierung digitaler Daten erfordert jedoch einen mit der Zeit steigenden Aufwand um die Datenträgersicherheit, die Fehlerfreiheit sowie die Lesbarkeit der Daten sicherzustellen. Ein zum Teil ungelöstes logistisches, finanzielles und technisches Problem.

In der analogen Fotografie weisen unter vergleichbar günstigsten Bedingungen gelagerte Kodachrome-Dias auch nach 80 Jahren nur geringe Alterungserscheinungen auf; jedoch belichten wenige Nutzer auf Dia aus, um digitale Aufnahmmen zu archivieren.

In der Digitalfotografie wird ein erheblicher Umkopier- und Konvertierungsaufwand betrieben werden müssen, um eine vergleichbare Langzeitarchivierbarkeit und Stabilität zu erreichen.

Speichermedien zum Fotografieren







Drei Ansichten einer CompactFlash-I-Karte

Als Speichermedien werden in der Digitalfotografie hauptsächlich Speicherkarten verwendet. Folgende sind hier gebräuchlich:

  • Memory Stick (MS)
  • Compact-Flash (CF) Karten,
  • Smart Media Karten (SM),
  • Secure Digital Memory Card (SD),
  • Microdrive (MD),
  • PC Card (PCMCIA/ATA),
  • xD-Picture Card (xD).


In der Anfangszeit der Digitalfotogafie wurden auch Disketten und spezielle CD-RW-Medien verwendet.

Compact-Flash-Karten bieten derzeit das beste Preis-Leistungsverhältnis, sind recht robust, gleichzeitig aber auch das sperrigste noch verbreitete Speichermedium, nachdem die PC Card kaum noch in Digitalkameras genutzt wird.

Diese Speichermedien sind im Gegensatz zum fotografischen Film wiederbeschreibbar. Auf einer Speicherkarte von 1 GByte Kapazität lassen sich etwa 100 bis 150 Fotos speichern, die analogen Kleinbildfotos qualitativ ebenbürtig oder überlegen sind (Digitale Spiegelreflexkamera, 8 Megapixel, Rohdatenformat). Für größere Mengen an Fotos (Bildberichterstattung und Reisefotografie) bieten sich preisgünstige und vergleichsweise leicht transportable „Image Tanks“ (2006: ca. 200,- EUR für 80 GByte, also etwa 8000 bis 12000 Fotos, ca. 220 bis ca. 330 Filme) an, die bereits in der einmaligen Benutzung günstiger als Filmmaterial sind, jedoch nahezu unbegrenzt wiederverwendet werden können. Eine weitere Möglichkeit für den Bildberichterstatter ist es, unterwegs ein (meistens ohnehin mitgeführtes) Notebook zu verwenden, mit dem alle Vorteile der digitalen Fotografie ausgespielt werden können: Fotos können ohne Verzögerung sofort begutachtet, sortiert, nachbearbeitet und direkt per Mobiltelefon oder WLAN in die Heimat versandt werden.

Ein Sonderfall der Digitalfotografie unter extremen klimatischen Bedingungen, wie beispielsweise Einsatz im Weltall, Wüste oder Arktis. Anders als Film, der bei hohen Temperaturen seine Eigenschaften ändert, hat die digitale Fotografie hier mit dementsprechend entworfenen Geräten diesen Bereich mit als erstes erobert, da Kosten eine geringere Rolle spielten. Beispiele für extremste Einsatzgebiete sind beispielsweise Raumsonden oder Messbojen. Weiterhin benötigen digitale Kameras kein Filmmaterial, welches grade bei Langzeit-einsätzen durch seinen Platzbedarf Filmkameras Grenzen setzte, während digitale Kameras ihre Bilder drahtlos übertragen können. Wegen der geringeren Ansprüche an die Stromversorgung der vollmechanischen, filmbasierten Spiegelreflexkameras gegenüber digitalen Kameras benötigen diese jedoch eine weitere Funktionsgruppe zur Stromerzeugung.

Speichermedien zum Archivieren


Ein zuverlässiges Langzeitspeichermedium für digitale Daten existiert bisher nicht. Die Problematik wird als digitales Vergessen bezeichnet und zunehmend nicht nur von Fachleuten, etwa von hauptamtlichen Bibliothekaren und Archivaren, sondern auch von Fotoamateuren erörtert.

Selbstgebrannte CDs oder DVDs können selbst bei guter Lagerung bereits nach wenigen Jahren unlesbar werden, von Billigfabrikaten gibt es auch Berichte, dass schon nach einigen Wochen erste Lesefehler auftraten. Lagerungsfehler wie übergroße Hitze (Hutablage Auto), Produktionsfehler etwa in der Qualitätssicherung, unerkannte Brennfehler und Schäden durch die laufende Benutzung (Kratzer) können diese Frist zudem weiter abkürzen.

Problematisch sind auch alle rein magnetisch aufzeichnenden Medien wie Disketten, die insbesondere in der Frühzeit der Digitalfotografie noch häufig als Speichermedium eingesetzt wurden. Besonders riskant erscheint die Archivierung in proprietären Speichermedien wie Zip- oder Jaz-Disks, die nur von einem oder von wenigen Herstellern für einen begrenzten Zeitraum hergestellt werden; entsprechend archivierte Daten können nur so lange genutzt werden, wie das benötigte Lesegerät funktionsfähig bleibt. Auch Festplatten oder Wechselfestplatten sind hier, auf lange Zeit gerechnet, nicht als Sicher zu betrachten. Insbesondere besteht hier ein sehr hohes Risiko für mechanische Beschädigungen.

Als sehr zuverlässig gelten MO-Disketten, für die die Hersteller mindestens zehn, teilweise 30 Jahre die Haltbarkeit garantieren. Entsprechende Laufwerke sind wegen der relativ hohen Kosten jedoch wenig verbreitet. Die MO-Medien sind durch die Verwendung einer Cartridge auch mechanisch sehr gut geschützt. Ebenfalls empfehlenswert sind DVD-RAM-Medien, denen eine deutlich bessere Haltbarkeit als CD-R, CD-RW oder DVD-R/RW nachgesagt wird. Auch DVD-RAM gibt es, ähnlich wie MO, als Cartridge, jedoch sind passende Laufwerke schwierig zu beschaffen.

Bilddatenbanken

Während in der konventionellen Fotografie die Ãœbersicht über die einzelnen Bilder eines Filmes sehr rasch durch einen Kontaktabzug, Index-Print oder auf einem Leuchttisch möglich ist, werden in der Digitalfotografie spezielle Programme zum Auffinden von archivierten Bilddateien benötigt. Die so genannten Bilddatenbanken erzeugen ein Thumbnail des Bildes und bieten Felder zur Beschreibung des Bildes und der Aufnahmesituation; ein gewisser Komfort ergibt sich durch die Metadaten, die durch das EXIF-Format automatisch aufgezeichnet werden (Datum, Uhrzeit, Brennweite, Blende etc.). Für ambitionierte Fotografen oder Berufsfotografen sind Online-Fotoagenturen geeignete Plattformen, um ihre Fotos zu speichern und von dort direkt an die Käufer (Zeitungen, Verlage, Redaktionen etc.) zu vertreiben. Entsprechend große Server und Speicherplätze sind jedoch Voraussetzung. Darüber hinaus ist eine gute „Verschlagwortung“ mit passenden Schlüsselworten wichtig, um diese Datenbanken entsprechend nutzen zu können. Zur Verschlagwortung werden die im Bild gespeicherten IPTC-Felder genutzt.


Präsentation

Digitale Bilder können ebenso präsentiert werden wie konventionelle Fotografien; für nahezu alle Präsentationsformen existieren mehr oder minder sinnvolle Äquivalente. Die Diaprojektion vor kleinem Publikum wird beispielsweise ersetzt durch die Projektion mit einem Videoprojektor (Video-Beamer); das Fotoalbum durch die Web-Galerie; das gerahmte Foto durch ein spezielles batteriebetriebenes Display usw.

Wird eine erneute Bildwandlung (D/A-Wandlung) in Kauf genommen, können digitale Bilder ausgedruckt oder ausbelichtet werden und anschließend genauso wie konventionelle Papierabzüge genutzt werden; sogar die Ausbelichtung auf Diafilm ist möglich.

Allerdings erfordern alle derzeitigen digitalen Präsentationsformen ausreichende Technikkenntnisse sowie recht kostspielige Technik; der billigste Video-Beamer kostet derzeit noch immer etwa das Fünffache eines guten Diaprojektors. Als weiteres neues Problem stellt sich das der Kalibrierung des Ausgabegeräts, was bei den meisten Monitoren, jedoch nur bei wenigen Flüssigkristallbildschirmen (LCDs) möglich ist und insbesondere bei Beamern einen erheblichen Aufwand verursachen kann.


Fotowirtschaft


Durch die enge Verwandtschaft der Digitalfotografie einerseits mit der Videotechnik und andererseits mit der Informations- und Kommunikationstechnik erschienen ab den 80er Jahren eine Reihe von neuen Akteuren wie Sony und Hewlett Packard auf dem Fotomarkt, die ihr Know-how aus dem Bereich der Video- und Computertechnik gewinnbringend einsetzen konnten. Traditionelle Fotoanbieter wie Leica gingen Kooperationen mit Elektronikunternehmen wie Panasonic ein, um kostspielige Eigenentwicklungen zu vermeiden.

Der Digitalfotografie kommt in der Fotowirtschaft eine wachsende Bedeutung zu. So wurden nach Branchenschätzungen bereits 1999 neben 83 Milliarden analogen Fotografien schon 10 Milliarden Digitalbilder hergestellt.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Lyra Research wurden 1996 weltweit insgesamt 990.000 Digitalkameras abgesetzt. In Deutschland wurden im Jahr 2003 erstmals mehr Digitalkameras als analoge Kameras verkauft; nach Aussagen des Einzelhandels wurden 2004 bereits teilweise doppelt so viele digitale Geräte wie analoge Kameras abgesetzt.

Die bisher preiswerteste Digitalkamera wurde im Juli 2003 mit der Ritz Dakota Digital vorgestellt; dabei handelt es sich um ein Modell mit einer Auflösung von 1,2 Megapixeln (1280x960 Pixel) und CMOS-Sensor, die in den USA zu einem Preis von 11 USD angeboten wird.

Neben der Ausbreitung der Digitalfotografie in den Massenmarkt gibt es einen Trend zum Zurückdrängen der analogen Fotografie. Seit etwa 2004 ist beispielsweise eine großflächige Verdrängung fotochemischer Produkte aus dem Angebot von Fotohändlern und Elektronikmärkten zu beobachten: So ging das Produktsortiment an fotografischen Filmen deutlich gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Entwicklung neuer Materialien für die Fotografie auf Silberfilm bleibt dennoch nicht stehen, so sind 2006 beispielsweise verbesserte Filme von Fuji auf den Markt gekommen, während Kodak die Marktchancen für einen speziellen Schwarz-Weiss-Film mit einer Empfindlichkeit von ISO 24.000 prüft.

Kodak kündigte im Januar 2004 die Einstellung des Verkaufs von Filmkameras in den Märkten der Industrienationen an. Auch Nikon hat die Entwicklung und den Vertrieb analoger Kameras (abgesehen vom Profimodell Nikon-F-Serie|F6) bereits eingestellt. Minolta hat im Frühjahr 2006 angekündigt, aus dem Kamera- und Filmgeschäft auszusteigen. Aus einer Kooperation mit Sony folgt nun, dass Sony die Produktion digitaler Spiegelreflexkameras beabsichtigt, die mit Minolta-Objektiven nutzbar sind.


2004 wurden fast 7 Millionen Digitalkameras verkauft. Für das Jahr 2005 rechnet der Fotoindustrieverband mit 8 Millionen verkauften Digitalkameras.

Außerdem ist eine zunehmende Medienkonvergenz von Fotografie und Computertechnik festzustellen.


Vergleich mit analoger Fotografie


Vorteile

  • Bei digitalen Kompaktkameras kann man mit dem LCD-Bildschirm den Bildausschnitt gut kontrollieren. Hier entspricht die Funktion insofern derjenigen einer Spiegelreflexkamera, als sie das Problem der Parallaxe umgeht, d. h. man sieht bei den meisten Kameramodellen recht genau den Bildausschnitt, der auch fotografisch festgehalten wird. Schwenk- und Drehmonitore vereinfachen die Kontrolle ausgefallener Aufnahmeperspektiven zum Beispiel aus der Froschperspektive oder über Kopf. Allerdings sind die Vorschaubildschirme in heller Umgebung meist schlecht ablesbar, das Arbeiten mit dem Sucher ist in solchen Fällen vorzuziehen.

  • Man kann das Foto gleich nach der Aufnahme zumindest auf grobe Fehler hin kontrollieren und gegebenenfalls noch eine weitere Aufnahme machen. Eine misslungene Aufnahme kann noch in der Kamera gelöscht werden.

  • Wegen der gegenüber Spiegelreflexkameras vergleichsweise schlechten Monitorauflösung kann bei vielen elektronischen Suchern und Monitoren das Bild vor oder nach der Aufnahme vergrößert werden (Softwarelupe), um die Bildschärfe, zum Beispiel bei manueller Fokussierung, besser beurteilen zu können.

  • Der Weg zur Web- oder Printpublikation von Aufnahmen ist kürzer bzw. schneller, weil das Einscannen von Dias oder Papierbildern entfällt. Das elektronische Versenden auch von Einzelnbildern an Verlage und Auftraggeber ist möglich. Ist keine anderweitige Verwendung der Aufnahme geplant, kann man eine verhältnismäßig niedrige Bildauflösung einstellen und die Aufnahme ohne weitere Nachbearbeitung direkt verwenden. Zugang zu elektronischen Medien vorausgesetzt, sind Austausch und Verbreitung von Fotos schnell und einfach möglich.

  • Ein Filmwechsel für unterschiedliche Lichtverhältnisse ist nicht mehr notwendig. Digitalkameras lassen sich einfach an die vorhandene Lichtmenge anpassen; ähnlich wie bei der Fotografie auf Film nimmt die Bildqualität bei erhöhter Empfindlichkeit ab.

  • Ein großer Vorteil der Digitalfotografie ist die Möglichkeit, über den Weißabgleich die Farbtemperatur anzugleichen. Dieser kann manuell oder automatisch vorgenommen werden. Nur wenige, sehr einfache Kameras bieten allerdings keine manuelle Steuerung. Dadurch können Bilder, wie in der Analogtechnik, sowohl bei Tageslicht als auch bei Kunstlicht farbneutral dargestellt werden. In der herkömmlichen Fotografie sind dafür geeignete Farbfilter oder entsprechendes Filmmaterial nötig.

  • Den Besitz eines Computers und entsprechender Bildbearbeitungs- und -archivierungssoftware vorausgesetzt, kann man digitale Fotos nachbearbeiten und indexieren. Durch die weite Verbreitung von EDV in Haushalten und Firmen ist der Zugang zu früher eher schwer zugänglichen Dunkelkammermethoden durch die simulierende Bildbearbeitung gut möglich.

  • Es treten jenseits von Verschleiß, Zeit, verpasster Gelegenheit und Stromverbrauch keine Kosten für missglückte Bilder auf. Für Anfänger besteht die Möglichkeit, kostengünstig zu üben. Durch direkte Rückkoppelung besteht eine in vielen Aspekten relativ steile Lernkurve. Photographische Experimente werden erleichtert bzw. ermöglichst.

  • Mit Digitalkameras ist in der Regel ein längeres, ununterbrochenes Fotografieren möglich, da es nicht wie in der analogen Fotografie nach meist höchstens 36 Bildern nötig ist, den Film zu wechseln. Bei Digitalkameras können – abhängig vom verwendeten Speicher und dem Bildformat – meist mehrere hundert Bilder in Folge aufgenommen werden, bevor eine Unterbrechung zum Wechseln des Speichermediums oder der Batterien nötig ist. Dies macht sich beispielsweise bei der Unterwasserfotografie bemerkbar, wo man bei der analogen Fotografie pro Tauchgang nur maximal 36 Bilder schießen konnte, da man zum Filmwechsel auftauchen müsste.

  • Da die meisten Digitalkameras im Vergleich zum Kleinbildformat kleinere Sensoren verwenden, bieten sie eine wesentlich höhere Schärfentiefe, was Schnappschüsse und Makrofotografie vereinfacht. Durch die kleinere Sensorgröße ist es einfacher, hochwertige und doch kostengünstige lichtstarke Objektive zu bauen.

  • Durch die Motivsuche über den Bildsensor werden auch bei einfachen Kameras Makroaufnahmen ermöglicht, da es keine Parallaxe zwischen Sucher und Objektiv gibt. Aus demselben Grund sind große Zoomfaktoren möglich, da es keine Probleme mit der Ãœbereinstimmung zwischen Sucherbild und Aufnahme gibt.

  • Bildstabilisatoren können auch über die Bewegung des Bildsensors realisiert werden, bei entsprechend ausgestatteten Kameras sind keine speziellen Wechselobjektive erforderlich.

  • Digitale Kameras bieten häufig die Möglichkeit, einfache Video- und Tonaufnahmen zu machen und wiederzugeben.

  • Die meisten digitalen Kameras können direkt an analoge Wiedergabegeräte, wie zum Beispiel Fernseher oder Videoprojektoren, oder aber auch an PictBridge-kompatible Fotodrucker angeschlossen werden.

  • Digitale Spiegelreflexkameras mit entsprechend hochwertiger Optik übertreffen herkömmliche Kleinbildkameras inzwischen, je nach Wertung, in der Abbildungsqualität. Auch können heutige DSLRs bis zu 10 Bilder pro Sekunde bei maximaler Qualität abspeichern. Bei Nutzung des RAW-Formats sind auch nach der Aufnahme weitgehende Bíldmanipulationen möglich.


Nachteile

  • Der im Vergleich zu herkömmlichen Kameras hohe Stromverbrauch kann bei Kameras mit zu kleiner Akkukapazität bzw. zu schwachem Akku ein Problem sein. Neuere Modelle ermöglichen dabei rechnerisch einige hundert Bilder mit einer Akku-Ladung. Wiederaufladbare Akkus haben im Vergleich zu den früher verwendeten, zum Teil speziellen und damit teure Batterien Vorteile. Die Abhängigkeit vom mitgeführten Stromlieferanten bleibt insbesondere bei schwierigen Wetterbedingungen (Kälte, Luftfeuchtigkeit, etc.) oder an abgelegenen Orten ein Problem. Auch ist die Lieferbarkeit von Ersatzteil-Akkus innerhalb der gesamten Kameralebenszeit nicht garantiert.

  • Durch die kleinere Größe des Sensors im Vergleich zum Film ist selbst bei weit geöffneter Blende keine geringere Schärfentiefe erreichbar, weil auch die Brennweite der Objektive kleiner wird. Das kann zum Beispiel bei Porträtfotos störend sein und schränkt typische fotografische Gestaltungsmöglichkeiten stark ein. Abhilfe schaffen digitale Spiegelreflexkameras, welche, bei höheren Kosten, deutlich größere Sensoren besitzen. Seit 2005 gibt es auch digitale Kompaktkameras mit großen Sensoren. Der Effekt kann zum Teil auch mit Bildbearbeitungsprogrammen nachgeahmt werden.

  • Der Bildsensor ist wärmeempfindlich, das heißt, er produziert bei höheren Temperaturen ein höheres Bildrauschen. Kompaktkameras, bei denen der Sensor auch zur Bildvorschau eingeschaltet bleiben muss, neigen bei längerer Betriebsdauer zu erhöhtem Rauschen. Bei digitalen Spiegelreflexkameras ist die Zunahme des Rauschens durch Eigenerwärmung vernachlässigbar, da der Bildwandler nicht zur Motivsuche verwendet werden kann oder sich wegen der geringen Leistungsaufnahme nicht maßgeblich erwärmt.

  • Bildsensoren können durch längerdauernde intensive Lichteinwirkung beschädigt werden.<ref>How to burn a Nikon coolpix 990 sensor</ref> Fertigungsfehler, die Lebenszeit oder Nutzbarkeit beinträchtigend, sind möglich.

  • Kontrastumfang und Farbtiefe sind insbesondere bei sehr kleinen Sensoren meist geringer als bei herkömmlichem Film. Hochwertige DSLR können die Qualität herkömmlichen Films je nach Aufnahmesituation erreichen und, je nach Kamera, im Einzelfall auch übertreffen.

  • Schlechtere Bildauflösung bei Schwarzweiß-Aufnahmen gegenüber vergleichbar guten Filmen und Objektiven. Bei der Verwendung von Bayer-Sensoren und optischen Tiefpässen ist die Farbauflösung verhältnismäßig gering (Ausnahme Foveon-X3). Direkte höherauflösende Schwarz-Weiß-Technik ist, entgegen dem relativ einfach zu sehendem Filmtausch in der Analogtechnik bei der weit verbreiteten Farb-Sensortechnik nur durch Umrechnung der Bilddaten möglich.

  • Bei digitalen Kompaktkameras ist eine teilweise deutliche Auslöseverzögerung festzustellen, die vornehmlich dadurch verursacht wird, dass der Bildsensor auch für den Autofokus ausgewertet wird. Damit sind Aufnahmen von Bewegungsphasen oder ruhige, spontane Schnappschüsse erschwert.

  • Wegen relativ kurzer Produktzyklen hoher Wertverlust der Hardware. Im Vergleich zur analogen Filmtechnik auch relativ schneller Wegfall von Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen. Kaum lokale Reparaturmöglichkeiten.

  • Umstrittene "Haltbarkeit" digitaler Informationen (Dauerhaftigkeit und langfristige Verfügbarkeit von Speichermedien, Datenformaten, Laufwerken, Hard- und Software). Gerade bei Aufnahmen in proprietären Speicherformaten (sogenannte Rohdaten (RAW) mit der ursprünglichen Bildinformation) ist eine zukünftige Verwendbarkeit dieser Rohdaten derzeit nicht sicher abschätzbar. Ein offener Standard für RAW-Daten existiert zwar (DNG bzw. OpenRAW), wird aber bislang (2007) erst von wenigen Herstellern, Kameramodellen und Bildbearbeitungsprogrammen unterstützt.

  • Kompakte Digitalkameras verzichten zugunsten eines möglichst großen Displays zunehmend auf einen optischen Sucher. Dies kann die Bildgestaltung bei sehr hellen Lichtverhältnissen sehr erschweren. Vorhandene optische Sucher sind zum Teil schlechter Qualität.

  • Aufnahmen bei Schwachlicht und in der Nacht sind durch die oft vorgesetzte elektronische Steuerung, Bildrauschen und Akkukapazitätsproblemen erschwert.

  • Die Robustheit und Haltbarkeit einfacher analoger Technik kann, bedingt durch den technischen Aufwand digitaler Technik, nicht erreicht werden.

  • Eine direkte bastlerische Annäherungen an die oder Experimente innerhalb der Phototechnik sind aufwendiger oder schlicht unmöglich.

  • Die Einstiegskosten sind, wie die Kosten für höherwertiges Material, in der digitalen Photographie im Vergleich zur analogen Phototechnik vergleichsweise hoch.


[bearbeiten] Literatur

* Ralph Altmann: Insiderbuch Digitale Fotografie 2. Midas 2003. ISBN 3907020642
* Tom Ang: Digitale Fotografie und Bildbearbeitung. Dorling Kindersley 2002. ISBN 3831003882
* Andreas Kunert. Farbmanagement in der Digitalfotografie. Mitp-Verlag 2004. ISBN 3826614178
* Helmut Kraus und Romano Padeste: Digitale Highend-Fotografie. Dpunkt Verlag 2003. ISBN 3898642399
* Jost J. Marchesi: digital Photokollegium. 3 Bände, Verlag Photographie, 2003 ISBN 3933131715 ISBN 3933131723 ISBN 3933131731
* Christoph Prevezanos: Digitalfotografie-Praxisbuch (mit CD-ROM). Franzis 2003. ISBN 3772360173
* Andrea Trinkwalder: Raw-Masse. Höhere Farbtiefe, weniger Fehler: Bessere Bilder dank Rohdaten. In: c't 16/04, S. 152 (atr)
* Wolfgang Krautzer: Digitale Fotopraxis. Leitfaden für Profis und Einsteiger. Report Verlag 2004. ISBN 3901688420
* Josef Scheibel, Robert Scheibel: Fotos digital - Basiswissen aktuell (2. erweiterte Neuauflage). vfv Verlag 2007. ISBN 9783889551788
* Josef Scheibel, Robert Scheibel: Fotos digital - Aufnahmepraxis. vfv Verlag 2006. ISBN 3889551718
* Josef Scheibel, Robert Scheibel: Fotos digital - printen, präsentieren, archivieren. vfv Verlag 2004. ISBN 3889551513


Weitere Quellen




Weblinks
Allgemeines



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