Galerie   Spiele   Spenden   Startseite    Forum    Wiki    Suchen    FAQ    Registrieren    Login
Die Suche hat 17 Beiträge gefunden.
Autor Nachricht
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 16. Jan 2011 13:43   Titel: Autofokus

Als Autofokus (AF) wird die Technik einer Kamera oder allgemein eines jeden optischen Apparates bezeichnet, automatisch auf das Motiv scharfzustellen. Grundsätzlich wird zwischen passivem Autofokus, also solchem, der nur das vom Motiv abgestrahlte oder reflektierte Licht verwendet, und aktivem Autofokus unterschieden, der auch bei völliger Dunkelheit funktioniert.

Passiver Autofokus


Am weitesten verbreitet sind heute passive Autofokussysteme. Die beiden grundsätzlichen Techniken sind der Phasenvergleich und die Kontrastmessung. Der passive Autofokus ist auf genügende Beleuchtung und ausreichenden Objektkontrast angewiesen, um zu funktionieren. Durch Beleuchtung des Motivs mit einem Hilfslicht kann er jedoch zu einem aktiven Verfahren erweitert werden.

Kontrastmessung

Eine Fokussierung mittels Messung des Bildkontrasts läuft prinzipiell so ab, wie auch das Auge beziehungsweise ein Fotograf ohne weitere Hilfsmittel fokussieren: Die Bildweite des Objektivs wird solange variiert, bis der Kontrast maximal ist. Da die Kamera im Gegensatz zu einem Lebewesen keine Vorstellung davon hat, wie weit das Motiv ungefähr entfernt ist, reicht eine einzige Kontrastmessung nicht aus, um die Fokussierrichtung festzulegen. Erst wenn mindestens zwei Messungen vorliegen, ist nicht nur die Richtung bekannt, sondern es kann die Fokusposition evtl. auch extrapoliert werden.

Die Methode der Kontrastmessung kommt häufig in Video- und kompakten Digitalkameras zum Einsatz. Hier ist ohnehin ein das gesamte Format ausfüllender Bildsensor vorhanden, und die Integration des Phasenkontrastverfahrens in diesen Chip wäre sehr aufwendig bis unmöglich. Aufgrund des rechnerischen Aufwandes und nötigen Vorwissens der absoluten Verfahren („Depth from Defocus“) kommen in der Praxis meist nur relative Verfahren („Depth from Focus“) zum Einsatz.

Der Prozessor der Kamera errechnet dabei die Frequenzverteilung im Bild. Je größer der Anteil der hohen Frequenzen, desto schärfer das Bild. Relatives Verfahren bedeutet, dass mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Fokussierung notwendig sind, um eine Verbesserung oder Verschlechterung der Bildschärfe und die Richtung der nötigen Fokussierung zu ermitteln. Die Nachteile dieser Methode sind also großer Rechen- und Motoraufwand, was sich negativ auf die Batteriekapazität und Geschwindigkeit niederschlägt. Des Weiteren ist für eine erneute Fokusmessung ohne Veränderung des Bildausschnittes wiederum eine Fokusveränderung (=zunächst eine Defokussierung) notwendig, sodass diese neue Messung üblicherweise merkbar Zeit benötigt.

Phasenvergleich

Die ältere passive Methode ist der Phasenvergleich. Dieses Verfahren ist zwar komplexer und erfordert einen speziellen Sensor, es erfordert jedoch prinzipiell keine große Rechenleistung, und die Fokussierrichtung kann mit der ersten Messung bestimmt werden.

Die Methode wurde erstmals 1976 durch Honeywells Visitronic-Chip realisiert. Die erste damit ausgerüstete Serienkamera war die Konica C35-AF. Das Funktionsprinzip beruht auf Triangulation der Objektentfernung durch (mindestens) zwei durch dieselbe Linse schauende Autofokussensoren (Stereobild). Das Ergebnis ist eine schnelle und genaue Fokussierung, die ohne erneute mechanische Fokussierung und damit ohne Zeitverlust beliebig oft wiederholt werden kann. Bei Digitalkameras findet dieses Verfahren aufgrund der höheren Kosten und technischen Komplexität überwiegend in den teureren Spiegelreflexkameras Verwendung, jedoch sind beispielsweise viele Kompaktkameras der Firma Ricoh ebenfalls mit dieser Technik ausgestattet, hier „Hybrid-AF“ genannt.

Aktiver Autofokus


Der aktive Autofokus funktioniert auch in absoluter Dunkelheit. Man unterscheidet zwischen direkter Entfernungsmessung mittels Ultraschallwellen und der Erweiterung von passiven Methoden mittels Objektbeleuchtung.

Ultraschall-Laufzeitverfahren

Ein aktives Ultraschallverfahren (Sonar) kommt beispielsweise seit 1982 bei diversen Polaroid-Kameras zum Einsatz. Dabei wird die Zeit, die der Schall von der Kamera zum Objekt und zurück benötigt, gemessen und je nach berechneter Entfernung fokussiert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es extrem schnell funktioniert, da keine Probefokussierung wie bei der Kontrastmessung notwendig ist. Nachteilig ist, dass keine präzise Auswahl des Fokus auf dem Motiv möglich ist, und dass es durch Glasscheiben gar nicht und mit Spiegeln nur bedingt funktioniert, da es kein optisches Verfahren ist.

Objektbeleuchtung

Eine Phasenkontrast- oder Kontrastmessung kann trotz zu geringer Leuchtleistung des Motivs durchgeführt werden, wenn dieses aktiv beleuchtet wird. Dabei kommt entweder ein Hilfslicht, das dem einer Taschenlampe ähnelt, oder Messblitze zur Verwendung.

Das AF-Hilfslicht ist meist rot (sichtbar) oder infrarot (unsichtbar, aber durch Längs-CA des Objektivs ungenauer). Wie im Bildbeispiel zu sehen ist, kommt dabei idealerweise kein gleichmäßiger Lichtfleck zum Einsatz, sondern es wird ein Muster auf das Motiv projiziert. Wenn der Phasenkontrast in der Horizontalen gemessen wird, eignet sich ein vertikales Linienmuster besonders gut. Der große Vorteil ist, dass mit solcher Beleuchtung sogar auf Flächen ohne jeden Kontrast fokussiert werden kann. Dieses Verfahren kommt deshalb auch dann zum Einsatz, wenn das Objekt eigentlich genügend Licht für die Messeinrichtung liefert, jedoch zu geringen Kontrast aufweist. Wenn die Kamera über kein eigenes Blitzlicht verfügt, ist das AF-Hilfslicht meist im Blitzgerät eingebaut.

Neben der (zeitlich) kontinuierlichen Ausleuchtung mit einem AF-Hilfslicht werden auch Messblitze verwendet. Diese Methode ist wohl kostengünstiger zu realisieren, hat aber neben der „Auffälligkeit“ den Nachteil, dass wegen der gleichmäßigen Ausleuchtung wie bei passiven Verfahren nur auf Objekte mit ausreichendem Kontrast scharfgestellt werden kann. Vorteilhaft ist, dass auch stark bewegte Objekte wegen fehlender Bewegungsunschärfe scharfgestellt werden können.

Allgemeine Eigenschaften


Die Geschwindigkeit und Genauigkeit des Autofokus können sehr gut sein. Normalerweise liegen sie über dem, was manuell erreicht wird. Moderne Kameras messen verschiedene Bereiche des Bildes und entscheiden, wo das Objekt ist. Einige Kameras sind auch fähig, zu entscheiden, ob sich das Objekt auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, sowie welche Geschwindigkeit es hat, und verfolgen es (Prädiktions-Autofokus).

Einfache AF-Systeme besitzen nur einen Fokussensor. Höher entwickelte verfügen jedoch über ein ganzes Gitter von Sensoren. Die Nikon D3 und andere (semi-)professionell angesiedelte Nikon-Modelle haben sogar 51 Sensoren, die einzeln auswählbar sind, um das zu fokussierende Objekt zu erfassen. Bei den EOS-1D-Modellen von Canon sind es 45 Sensoren.

Autofokus in Kameramobiltelefonen


Mittlerweile werden Autofokus-Systeme auch in einigen Mobiltelefonen mit eingebauter Digitalkamera eingesetzt. Diese sollen die bis jetzt weit verbreiteten Fixfokuslinsen ablösen und für eine höhere Bildschärfe sorgen.

Siehe auch



  • bitte bearbeiten


Weblinks


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:55   Titel: Innenfokussierung

Innenfokussierung



Innenfokussierung, abgekürzt IF, ist eine Konstuktionsart von Objektiven, bei der die Entfernungseinstellung nicht durch eine Verschiebung des ganzen Objektivs, sondern nur von einer oder mehreren Linsen innerhalb des Objektivs erfolgt. Die übrigen Linsen, insbesondere die Frontlinse, behalten ihren Abstand von der Bildauffangebene (Film oder Bildsensor) bei, wodurch sich die Baulänge des Objektivs nicht ändert.


Problematik


Gewöhnliche Objektive fokussieren dadurch, dass sich das gesamte Linsenpaket in Richtung ihrer optischen Achse verschiebt. Dies führt beim Einstellen auf nahe Motive zu einer größeren Baulänge und einer damit verbundenen Schwerpunktverlagerung. Hinzu kommt, dass mit dem Verstellen aller Linsen eine große Masse bewegt werden muss, die das Fokussieren verlangsamt. Diese Effekte sind für kurze Brennweite bedeutungslos, bei Teleobjektiven aber beträchtlich und von großem Nachteil. Deswegen werden Kameraobjektive ab etwa 3facher Vergrößerung gegenüber der Normalbrennweite, bei Kleinbild also etwa ab 150 mm, seit den 1970er Jahren zunehmend mit Innenfokussierung gebaut.

Objektive mit Innenfokussierung lassen sich kompakter und leichter bauen, was insbesondere bei langen Brennweiten günstig ist. Auch verlagert sich der Schwerpunkt beim Fokussieren kaum, so dass bei Stativaufnahmen keine Änderung der Stativbelastung und somit kein störendes Kippen der Kamera (durch die Elastizität des Stativs) erfolgt. Von Nachteil kann allerdings sein, daß sich im Allgemeinen die Brennweite mit der Entfernungseinstellung ändert.

Funktionsweise


Bei konventioneller Fokussierung bleiben die Abstände der Linsen voneinander stets gleich. Das Linsenpaket besitzt eine Unendlicheinstellung und lässt sich von dieser ausgehend von der Kamera weg verschieben. Um ein Motiv in gegebener Entfernung scharf abzubilden, ist eine bestimmte Entfernung des Linsenpakets (genauer: der bildseitigen Hauptebene) von der Film- bzw. Sensoerebene einzustellen. Diese Auszug genannte Verschiebung des Objektivs hängt neben der Motiventfernung auch von der Brennweite des Objektivs ab. Sie wird mit zunehmender Brennweite größer.

Wenn man auch die Abstände der Linsen voneinander ändert, wie es bei der Innenfokussierung der Fall ist, verschiebt sich nicht nur die bildseitige Hauptebene, sondern es ändert sich im Allgemeinen auch die Brennweite und damit der einzustellende Abstand der Hauptebene vom Film. Somit gibt es zwei Möglichkeiten, die Scharfeinstellung zu realisieren:

  • Die Hauptebene wird bei gleichbleibender Brennweite nach vorn verschoben.
  • Bei gleichbleibender Position der Hauptebene wird die Brennweite verkleinert.


In der Regel nutzt man beide Effekte gleichzeitig.

Bei der Innenfokussierung werden nur ausgewählte Linsen im hinteren Bereich des Objektivs verschoben. Diese Linsen sind relativ klein und leicht und müssen sich meist nur wenig bewegen, und beeinflussen den Objektiv-Schwerpunkt infolgedessen nur unbedeutend. Auch lassen sie sich sehr schnell verstellen, sowohl mit der Hand, wie auch durch einen Autofokusmotor. Da die vorderen Linsen, insbesondere die Frontlinse, nicht zu den verstellten Linsen gehören, bleibt die Objektiv-Baulänge unverändert. Die verringerte Brennweite und somit Vergrößerung bei Naheinstellung hat in der Praxis keine Bedeutung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren kann sich aber die Verzeichnung des Objektivs mit der Entfernung ändern.

Anstatt ausgewählte Linsen zu verschieben, kann man die Entfernung auch verstellen, indem man Linsen auswechselt. Dies führt zu einer stufenweisen Fokussierung und findet bei Polaroid-Sofortbildkameras Anwendung (siehe Polaroid).

Vorteile der Innenfokussierung


  • Bei der Fokussierung wird weniger Masse bewegt, so dass sie schneller erfolgen kann.
  • Die Gewichtsverlagerung ist viel kleiner, so dass sich die Stativbelastung kaum ändert und sich die Kamera nicht neigt.
  • Die Fassung des Objektivs kann kleiner und leichter konstruiert werden.
  • Das Objektiv ist im Allgemeinen robuster. Wenn das Objektiv einen Schlag auf die Vorderkante abbekommt, wird die Fokussiermechanik dadurch nicht belastet, da sie komplett im Inneren liegt.
  • Die Frontlinse dreht sich nicht (im Gegensatz zur Frontlinsen-/Frontgruppen-Fokussierung vieler Zoomobjektive).

Dadurch können Pol- oder Verlaufsfilter (s. Filter) problemlos benutzt werden. Darum ist auch die Verwendung von tulpenförmigen Streulichtblenden (ugs. Gegenlichtblenden) möglich, welche in den Bildecken eingeschnitten sind, um Vignettierungen zu vermeiden.

Besonderheit: Hinterlinsenfokussierung


Die Hinterlinsenfokussierung (engl. rear focus, RF) ist eine Spielart der Innenfokussierung. Dabei wird die hinterste Linse oder Linsengruppe verschoben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Do, 18. Sep 2008 21:39   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung (Handbuch)

Practica BX 20 Bedienungsanleitung - Handbuch



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.



Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Mo, 26. Mai 2008 23:07   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung

Practica BX 20 Bedienungsanleitung



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.


Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser[/highlight]




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 28. Mar 2008 19:18   Titel: Abbildungsmaßstab

Abbildungsmaßstab


Wechseln zu: Suche

Der Abbildungsmaßstab (Formelzeichen β) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Größe der optischen Abbildung (B, Bild) eines Gegenstandes und dessen realer Größe (G, Gegenstand) ( β = B / G).

Bekanntes Beispiel ist der Maßstab in der Kartografie: Hat eine Landkarte beispielsweise einen Maßstab von 1:100.000, dann ist die Realität 100.000-mal größer ist, als die Abbildung auf der Karte. 1 cm auf der Karte entspricht demnach 100.000 cm = 1 km in der Realität.

  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 sagt aus, dass der Gegenstand und seine Abbildung gleich groß sind
  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:2 sagt aus, dass der Gegenstand doppelt so groß ist, wie seine Abbildung
  • Ein Abbildungsmaßstab von 2:1 sagt aus, dass die Abbildung doppelt so groß ist, wie der Gegenstand.



Fotografie


In der Fotografie bezeichnet man als Abbildungsmaßstab das Verhältnis der Abbildungsgröße eines Objektes auf der Filmebene zur Größe des Originalobjektes selbst. Der Abbildungsmaßstab nimmt mit kleiner werdendem Abstand zum Objekt und mit Verlängerung der Objektivbrennweite zu.
Aufgrund der einem jeden Objektiv eigenen Naheinstellgrenze (der Mindestabstand zum Objekt), unterhalb derer es nicht mehr möglich ist auf das Objekt zu fokussieren, kann der Objektabstand allerdings nicht beliebig verringert werden. Ein Objektiv besitzt also einen maximalen Abbildungsmaßstab.

Spezielle Objektive für die Makrofotografie, die sogenannten Makro-Objektive, können mit einem besonders geringen Objektabstand eingesetzt werden und ermöglichen dadurch einen besonders großen Abbildungsmaßstab, wie beispielsweise 1:2 (die Abbildung ist halb so groß wie das Objekt) oder 1:1 (Objekt wird in Originalgröße auf der Filmebene abgebildet). Bei Abbildungsmaßstäben von mindestens 1:4 wird ein Objektiv als makrofähig bezeichnet. Normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:9.

Ein Anfang der 1990er Jahre vorgestelltes Spezialobjektiv von Minolta, das Minolta AF Macro Zoom 3x–1x (1:1,7–1:2,8), ermöglicht sogar einen Abbildungsmaßstab von 3:1; es kann also ein Objekt dreifach vergrößert auf die Filmebene abbilden. Um derartige Abbildungsmaßstäbe ohne Spezialobjektive zu erzielen, müssen normalerweise ein Balgengerät, Zwischenringe oder ein Objektiv in Retrostellung eingesetzt werden.

Beispiele zur Berechnung des Abbildungsmaßstabes:

  • Bildet die Kamera einen 20 cm hohen Kopf auf dem Film mit einer Höhe von 0,5 cm ab, so ist der Abbildungsmaßstab 0,5:20 = 1:40 (= 0,025-fach)
  • Wird eine 35 mm lange Libelle formatfüllend auf 35-mm-Kleinbildfilm abgebildet, bedeutet dies einen Abbildungsmaßstab von 1:1


Häufig versäumen es die Hersteller von Wechselobjektiven, den mit einem bestimmten Objektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab anzugeben; stattdessen wird nur der kürzestmögliche Objektabstand angegeben. Diese Angabe lässt jedoch nur einen eher indirekten Rückschluss über den effektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab zu. Mit Testaufnahmen lässt sich der effektive Abbildungsmaßstab jedoch ermitteln.


Siehe auch


  • Relativer Abbildungsmaßstab
Beitrag Forum: Makro und Stilleben   Geschrieben: Fr, 22. Feb 2008 19:53   Titel: Hilfsmittel Für Makroaufnahmen

Das Grundprinzip der Nahphotographie ist, daß der Abbildungsmaßstab um so größer wird, je größer der Abstand zwischen Sensor- beziehungsweise Filmebene und Objektiv oder je kürzer die Brennweite wird. Ein 50-mm-Normalobjektiv läßt sich bis auf etwa 45 cm Abstand zum Motiv scharfstellen. Für geringere Aufnahmeabstände und größere Abbildungsmaßstäbe sind deshalb spezielle Nahgeräte erforderlich. Ob man sich für die Nahlinse, den Zwischenring, das Makroobjektiv oder das Balgengerät mit 50-mm Objektiv beziehungsweise Lupenobjektiv entscheidet, hängt ganz von der erforderlichen Abbildungsgröße und der gewünschten Bildqualität ab. Eine Rolle spielt natürlich die schon vorhandene Kameraausrüstung, denn auf die Kompatibilität sollte beim Kauf geachtet werden.

Nahlinsen
Diese werden einzeln oder in Sätzen angeboten. Ihre Brechkraft wird in Dioptrien gemessen. Um den jeweiligen Abbildungsmaßstab zu ermitteln, teilt man die Zahl 100 durch den Dioptrienwert und erhält den Aufnahmeabstand in Zentimetern. Für besonders große Abbildungsmaßstäbe kann man zwei Vorsatzlinsen kombinieren, wobei die Bildqualität allerdings leidet. Beim Einsatz von Nahlinsen tritt kein Lichtverlust auf, da der Auszug nicht verlängert wird. TTL-Messung und Belichtungsautomatik funktionieren wie gewohnt.

Zwischenringe
Der Auszug wird durch einen einzelnen Zwischenring um 5 bis 30 mm vergrößert. Da die Zwischenringe kombiniert werden können, kann der Auszug weiter vergrößert werden. Zwischenringe liefern eine bessere Bildqualität als Nahlinsen, da sie keine optischen Elemente besitzen, die die Leistung eines Objektivs schmälern können. Beim Einsatz von Zwischenringen kommt es jedoch zu einem Lichtverlust, der zum Beispiel bei einem Normalobjektiv und Zwischenringen von 50 mm Länge zwei Blendenwerte beträgt. TTL-Messung ist möglich, Offenblendenmessung und Belichtungsautomatik jedoch nur mit "Automatik"-Zwischenringen.

Makroobjektive
Sie sind für optimale Leistung im Nahbereich korrigiert, können auch als Normalobjektive verwendet werden - wobei allerdings ihre geringe Lichtstärke von meist 3,5 nachteilig sein kann - und es gibt sie mit verschiedenen Brennweiten. Die gängigsten sind 50 und 55 mm; 100 und 200 mm sind ebenfalls zu empfehlen, weil sie größere Aufnahmeabstände ermöglichen. Wird ein Makroobjektiv - das mit verschiedenen Einstellgeräten kombiniert werden kann - direkt an die Kamera eingesetzt, bleiben alle Funktionen voll erhalten.

Balgengerät mit 50-mm-Objektiv
Sie lassen sich auf 100 bis 200 mm ausziehen und ermöglichen damit eine stufenlose Vergrößerung und größere Abbildungsmaßstäbe als Zwischenringe. Mit zunehmendem Auszug nimmt die Lichtausbeute ab. Offenblendenmessung ist nicht mehr möglich, außer mit Kameras, bei denen die Belichtung in der Sensor- beziehungsweise Filmebene gemessen wird. Arbeitsbelichtungsmessung mit dem TTL-Belichtungsmesser ist jedoch möglich.

Balgengerät mit Lupenobjektiv
Lupenobjektive - sie haben keine Einstellfassung - sind spezielle Makroobjektive, die ausschließlich für den Einsatz an einem Balgengerät konzipiert sind. Mit einem 35-mm-Lupenobjektiv sind Abbildungsmaßstäbe bis 6:1, bei 20 mm bis 10:1, mit extralangem Auszug oder zusätzlichen Zwischenringen bis 20:1 möglich. Bei extremer Vergrößerung ist das Bild auf dem Sensor beziehungsweise auf dem Film bis zu acht Blendestufen dunkler als bei einem auf unendlich gestellten Objektiv. Ein Blitzlicht ist aus diesem Grund unentbehrlich.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 12. Jan 2008 12:02   Titel: Abblendtaste

Abblendtaste


Wechseln zu: Suche

Eine Abblendtaste (früher auch Abblendhebel) ist Bestandteil einäugiger Spiegelreflexkameras. Diese dient zur visuellen Kontrolle des Schärfebereichs (auch Schärfentiefe genannt) vor der Aufnahme. Drückt man den Abblendhebel, so schließt sich die Blende am Objektiv auf den eingestellten Wert und das Sucherbild wird dunkler. Die Kamera stellt von der hellen „Einstellblende“ auf die Arbeitsblende um, mit der die Aufnahme tatsächlich fotografiert wird. Gleichzeitig wird der als scharf wahrgenommene Bereich vor und hinter dem fokussierten Objekt erkennbar.

Je kleiner die an einer Kamera eingestellte Blendenöffnung, desto stärker dehnt sich der Schärfentiefe vor und hinter der Ebene aus, auf die fokussiert (scharf gestellt) wurde. Analog dazu ist bei großer Blendenöffnung der Schärfebereich geringer.

Dieser Effekt basiert auf der Tatsache, dass der Zerstreuungskreisdurchmesser in diesen Bildbereichen als „scharf“ wahrgenommen wird. Wirklich punktscharf werden nur Bildpunkte abgebildet, die in der Ebene des Fokus liegen.

Eine vielfach zitierte Faustregel besagt, dass die Ausdehnung des als noch scharf wahrgenommenen Bereichs einem Verhältnis von 2 Teilen hinter dem fokussierten Objekt und einem Teil davor entspräche. Diese Annahme ist jedoch falsch; vielmehr entspricht das Verhältnis des noch scharf wahrgenommenen Bereichs vor dem fokussierten Objekt zum scharf wahrgenommenen Bereich hinter dem fokussierten Objekt dem Verhältnis von Nah- zu Fernpunkt.

Da die Blendenzahl das Verhältnis von Brennweite zu Blendenöffnung wiedergibt, verhält sie sich umgekehrt proportional zur Größe der Blendenöffnung. Das heißt: Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer die Blendenzahl:

Blendenöffnung: <-- groß ------------------- klein -->
Blendenskala: 2,8 ; 4 ; 5,6 ; 8 ; 11 ; 16 ; 22 ; 32


Bei modernen Kameras wird die Blende meist von einem zentralen Motor angetrieben, der außerdem die Spiegelauslösung und den Filmtransport bewerkstelligt. Derartige Kameras haben aufgrund dieser Kopplung häufig keine Abblendtaste. Diese benötigt einen separat gesteuerten Blendenmechanismus, der die Kamera aufwändiger und teurer macht. Ein ähnlicher Zusammenhang besteht bei der Spiegelvorauslösung.


Siehe auch


* Springblende


Weblinks


Ein Blick auf die Schärfentiefe


Kategorien:
Beitrag Forum: Sonstige Typen   Geschrieben: Do, 10. Jan 2008 19:23   Titel: Re: Anleitung zum Bau einer Lochkamera

Der bau einer Lochkamera ist aus praktisch allen möglich


Sei es eine Konservendose, eine Streichholzschachtel, ein Schuhkarton oder ein ganzer Raum. Wichtig ist, daß das Behältnis lichtdicht ist. Die Lochkamera sollte innen schwarz ausgemalt sein. Bei einer Lochkamera sind prinzipiell alle Eigenschaften selbst zu beeinflussen:

Die Brennweite:
Die Brennweite ist der Abstand vom Loch zum Film/Fotopapier in Millimetern. Bei einem Normalobjektiv einer Spiegelreflex sind dies etwa 50 mm = 5 cm. Macht man den Abstand 200mm = 20 cm lang, so hat man eine Telelochkamera.

Die Schärfe:
Der wesentlichste Punkt für die Schärfe ist das Loch: Je kleiner das Loch, desto größer die Schärfe, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, da bei einem zu kleinen Loch Beugungserscheinungen auftreten, was wiederum zu Unschärfe führt. Idealerweise ist das Loch
bis maximal 1mm groß, wenn die Bilder scharf werden sollen. Die Schärfe wird auch durch die Qualität des Lochs beeinflußt: Ist es gleichförmig rund oder vielleicht sogar schlitzförmig? Ein schlitzförmiges Loch führt zu perspektivischen Verzerrungen. Ein minimal “ausgefranstes“ Loch zu hellen Blitzen oder stellenweisen Unschärfen.

Die Filmebene:
Man kann statt Film ebensogut Fotopapier verwenden, ebenso kann der Film/das Papier gebogen werden ( führt zu Verzerrungen).
Prinzipiell ist die Lochkamera überall gleich scharf. Der Vordergrund ist genau gleich scharf wie der Hintergrund. Auch Dinge, die ganz knapp vor der Kamera sind, werden scharf abgebildet.

Die Berechnung der Belichtung:
Wichtig für die Berechnung de Belichtung sind der Lochdurchmesser und der Abstand vom
Loch zum Film:
Abstand vom Loch zum Film in mm
Blendenwert = Durchmesser des Lochs in mm
Ein Beispiel: Man hat eine Lochkamera mit 6 cm Brennweite und ein Loch mit dem Durchmesser
0,25mm. Nach der Formel ergibt sich für die Kamera eine Festblende von 240. Bei einem
sonnigen Tag, an dem man mit einer normalen Kamera bei einem 100 ASA Film etwa Blende 8
und 1/125 sec. belichtet, ergibt sich etwa folgende Rechnung:


Blende:8 Zeit:1/125 sec.
Blende:11 Zeit:1/60 sec.
Blende:16 Zeit:1/30 sec.
Blende:22 Zeit:1/15 sec.
Blende:32 Zeit: 1/8 sec
Blende:45 Zeit: 1/4 sec.
Blende:64 Zeit:1/2 sec.
Blende:90 Zeit: 1 sec.
Blende:128 Zeit:2 sec.
Blende:180 Zeit:4 sec.
Blende:256 Zeit: 8 sec.


Man muß also etwa 8 sec. belichten. Bei verschiedenen Filmen ist noch der sogenannte Schwarzschildeffekt zu berücksichtigen. Man verdoppelt in etwa die Belichtungszeit ab 2 Sekunden, in diesem Fall hat man also etwa eine Belichtungszeit von 16 Sekunden.
Die internationale Blendenreihe lautet:
1/ 1,4/ 2/ 2,8/ 4/ 5,6/ 8/ 11/ 16/ 22/ 32/ 45/ 64/ 90/128/ 180/ 256/ 360/ 512/ 720/ 1024 /1440/ 2048...usw.
Von einer Blende zur nächsten ist es jeweils eine
Verdopplung bzw. Halbierung der Belichtungzeit.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 04. Jan 2008 21:59   Titel: Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

Wechseln zu: Suche

Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauart für einen Fotoapparat, bei der das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet wird. Grundsätzlich wird zwischen einäugigen (engl. SLR, Single-lens reflex camera) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (engl. TLR, Twin-lens reflex camera) unterschieden.

Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
Image
Eine EXA-Spiegelreflexkamera von 1953



Geschichte und Entwicklung

Image
aufgeschnittene Praktica

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johann Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Einstellscheibe umlenkt.

Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert. Die erste in Deutschland hergestellte Spiegelreflexkamera war die Zeus-Spiegel-Kamera und stammte aus dem Werk von Richard Hüttig in Dresden.

Die erste in Großserie hergestellte SLR (Single Lens Reflex) war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. Ihr Konstrukteur war Karl Nüchterlein (1904–1944).


Funktionsweise

Image
Funktionsschema einer Spiegelreflexkamera

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Schwingspiegel (2) reflektiert und auf die Einstellscheibe (5) projiziert. Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma (7) einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.

Während einer Aufnahme klappt (bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera) der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.

Bei einigen Sonderkonstruktionen wird anstelle des Schwingspiegels ein fest montierter, teildurchlässiger Spiegel oder ein Prisma verwendet, was bei motorbetriebenen Kameras erheblich schnellere Aufnahmefolgen erlaubt, allerdings auch ein dunkleres Sucherbild liefert und natürlich weniger Licht zum Film durchlässt.


Typen


Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.
Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Hauptartikel: Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Image
Zweiäugige Yashica Mat 124 G

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Häufig ist das Sucherobjektiv aus Kostengründen einfacher konstruiert, aber lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv, um ein möglichst helles Sucherbild zu gewährleisten und die Scharfstellung zu vereinfachen. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Einstellscheibe scharf gestellt werden kann.

Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamiya C, wobei nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat hergestellt wird.

Dieser Kameratyp hat eine Reihe von Vorteilen:

* das Sucherbild ist immer sichtbar und wird nicht von der Arbeitsblende abgedunkelt;
* das Aufnahmegeräusch ist sehr leise und
* die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt praktisch keine Erschütterungen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

* aufwändige Objektive werden aus Kostengründen nicht realisiert, da sie doppelt erforderlich wären;
* es entsteht ein Parallaxenfehler, der besonders bei Nah- oder Makroaufnahmen bemerkbar ist, da die optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander verschoben sind.

Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle, in erster Linie für Nostalgiker und Sammler. In der praktischen Fotografie haben sich einäugige Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Einige Modelle zweiäugiger Spiegelreflexkameras mit durchaus hochwertigen Objektiven sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen erhältlich, die einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie ermöglichen.

Einäugige Spiegelreflexkamera

Image
Mittelformat-SLR mit Fischaugenobjektiv

Image
Einäugige Nikon F von 1969

Image
Yashica TL-ELECTRO: Manuelle Spiegelreflexkamera von 1975

Image
Kompakte Olympus IS 1000 von 1992

Image
Minolta srT303b

Image
Digitale Spiegelreflexkamera Konica Minolta Dynax 5D

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Einstellscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Einstellscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird.

Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) zu verwenden. Der Verschluss ist in den meisten Fällen ein Schlitzverschluss, der direkt vor der Filmebene liegt, damit die Austauschbarkeit der Objektive gewährleistet ist. Ausnahmen im Bereich der Mittelformatkameras (z. B. Hasselblad) nutzen eine Kombination aus Schlitzverschluss und Zentralverschluss, der im Objektiv enthalten ist.

Bedingt durch den Schwingspiegel gibt es einen recht großen Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs. Bei kurzen Brennweiten (bei Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) wird daher die Retrofokus-Bauweise eingesetzt, durch die die Objektive aufwändiger und teurer werden. Auch die Abbildungsqualität kann unter den zusätzlichen Linsenelementen leiden.

Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Einstellscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird (sog. automatische Springblende, kurz: ASB). Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen oder es erfolgt eine Messung mit Arbeitsblende. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.

Im Kleinbildformat 24 × 36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45 × 60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe als auch die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.

Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet. Durch das eingebaute Display ist ein sofortiges Betrachten der Fotos möglich, wodurch eine missratene oder fehlbelichtete Aufnahme – im Rahmen der Möglichkeiten, die die Qualität des Displays zulässt – sofort erkannt werden kann. Bei den meisten Kameras kann darüberhinaus ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden, das die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung erleichtert und unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays ist.

Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.

Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.

Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:

* Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei (gnonomisch) abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
* Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
* Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.

Durch den bei den meisten DSLRs verwendeten kleineren Bildsensor (vgl. mit Kleinbildfilm) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50mm Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5 ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75mm Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.

Hauptnachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der über tausende Aufnahmen hinweg Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt. Einige Hersteller gehen das Problem Staub marketing-wirksam an, gegen die internen Tröpfchen allerdings wird kaum etwas unternommen.

Manche Fotografen sehen DSLRs nur als eine Kompromisslösung an, weil bei den meisten Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich ist. Seit März 2006 sind jedoch auch erste DSLR mit Vorschau auf dem Display verfügbar. Da das parallaxenfreie Sucherbild ohnehin der späteren Aufnahme entspricht und sich insbesondere die Schärfe und die Schärfentiefe im Spiegelreflexsucher wesentlich besser als am meist niedrig auflösenden Vorschau-Display beurteilen lässt, ist diese Vorschaumöglichkeit auf der elektronischen Anzeige nur als nützliche Ergänzung in einigen Aufnahmesituationen, nicht als notwendig einzuschätzen. Des Weiteren erwärmt sich der Sensor durch Live Vorschau weil er dauernd und nicht nur während der Aufnahme mit Strom versorgt wird, was zu höherem Rauschen führt.
[bearbeiten] Weblinks

* Systematische Übersicht zu fotografischen Kameras (Sortierung nach Kamerabauform und Hersteller)
* Frank Mechelhoff, Westdeutsche Kleinbildcameras – wie sie gegen die Japaner verloren (siehe auch hier)
* Henning Sußebach: „War das schön. Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera.“ (Die Zeit vom 26. August 2004)


Quelle


Teile dieses Artikels (einschließlich Bilder) entstammen der deutschsprachigen Wikipedia. Der Artikel samt Autoren kann unter Wikipedia: Spiegelreflexkamera nachgelesen werden.

Kategorien: ...
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:22   Titel: Objektive

Ein Objektiv ist ein sammelndes optisches System, das eine reelle optische Abbildung eines Objektes erzeugt. Bestandteile eines Objektivs können sowohl Linsen als auch Spiegel sein, die je nach Einsatzzweck in unterschiedlichsten Gehäusen gefasst sind.

Das Objektiv ist die zentrale, die Abbildungseigenschaften und die Bildqualität bestimmende Komponente optischer Geräte, wie beispielsweise Kameras, Mikroskope, Ferngläser oder auch astronomische Teleskope.

Genau wie das Objekt ist das erzeugte Bild dreidimensional. Objekte, die sehr weit entfernt sind, also scheinbar im Unendlichen liegen (z.B. Sterne und andere Objekte am Himmel), werden in einer Ebene, der Bildebene, abgebildet.

Die Größe des Bildes hängt von der Brennweite der Linse ab. Je größer diese ist, desto größer ist auch das Bild. Um die Kamera für Linsen verschiedener Brennweite benutzen zu können, war sie mit einem Auszug (Balgen) versehen, der es gestattete, sie zu verlängern bzw. zu verkürzen; das Balgenprinzip wird auch heute noch in der Großbild- und Makrofotografie genutzt.


Man unterscheidet Objektive primär aufgrund ihrer Brennweite; dabei wird unterschieden zwischen

* Normalobjektiv
* Fernobjektiv
* Weitwinkelobjektiv und
* Fischaugenobjektiv.

Die oben genannten Kategorien gelten für Festbrennweiten-Objektive; sehr populär sind in der Amateurfotografie heutzutage mittlerweile Zoomobjektive, die die Veränderung der Brennweite erlauben und je nach Brennweiten-Bereichen auch mehrere der genannten Kategorien abdecken können. Zoomobjektive werden auch nach ihrem relativen Brennweitenbereich kategorisiert und sind umso schwerer und aufwendiger, je lichtstärker sie sind und ein je größeres Verhältnis zwischen längster und kürzester Brennweite sie abdecken.

Weitere wichtige Unterscheidungsmerkmale sind die Anfangsöffnung, oder anders ausgedrückt: wie lichtstark ein Objektiv ist, und der Bildwinkel, in dem ein Objektiv ein scharfes Bild entwirft.

Außerdem können Objektive nach verschiedenen konstruktiven Merkmalen unterschieden werden, z.B.

* Teleobjektiv
* Spiegellinsenobjektiv
* Makroobjektiv
* Tilt- und Shift-Objektiv
* Autofokus-Objektiv
* Infrarotobjektiv
* Objektive mit integrierter Bildstabilisierung
* Objektive mit elektrischer Ãœbertragung von Blendenwert etc. an die Kamera. (Electric-Objektive)

Eine weitere Eigenschaft eines Objektivs ist die kleinste Distanz auf die es fokussieren kann, die Naheinstellgrenze. Sie bestimmt wie nah man an das Motiv "herangehen" kann. (Siehe "Makroobjektiv")


Grundkonstruktionen

* Achromat
* Aplanat
* Apochromat
* Biotar
* Frontar
* Hypergon
* Meniskus
* Pankratisches System (umgangssprachlich: "Zoomobjektiv")
* Petzval-Objektiv
* Periskop (Symmetrisches Doppelobjektiv)
* Planar bzw. Gauß-Typ (auch: Doppel-Gauß-Konstruktion)
* Sonnar
* Telezentrisches Objektiv (Messtechnik)
* Tessar
* Triplet



Verwendung

Ein Projektor benutzt ein Objektiv, um ein stehendes oder bewegtes Bild vergrößert auf eine Wand zu projizieren.

In einem Mikroskop oder einem Teleskop betrachtet man das durch das Objektiv erzeugte Bild sehr kleiner oder weit entfernter Objekte durch ein Okular, ein weiteres Linsensystem. Beim Mikroskop liegt dabei die Bildebene näher beim Objektiv, und das Objektiv hat verglichen mit dem Okular eine kurze Brennweite. Beim Teleskop liegt die Bildebene näher am Okular, und das Objektiv hat die größere Brennweite.

In der Fotografie oder Videotechnik ist das Objektiv Teil eines Fotoapparates beziehungsweise einer Videokamera. Es erzeugt ein reelles Bild in der Bildebene, wo sich der lichtempfindliche Film oder ein elektronischer Sensor befindet. Man unterscheidet anhand der Brennweite zwischen Weitwinkelobjektiven, Normalobjektiven und Fernobjektiven (zumeist:Teleobjektiven). Lässt sich die Brennweite des Objektivs ändern, spricht man von einem Zoomobjektiv, sonst von einer Festbrennweite. Spezialobjektive sind das Fischauge (Fisheye) und TS-Objektive.

Geschichte und Entwicklung

Zu dem Fortschritt der Fotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben die zahlreichen Vervollkommnungen der Objektive beigetragen. Früher benutzte man einfache achromatische Linsen, welche zur Erzielung scharfer Bilder stark "abgeblendet" werden mussten. Infolgedessen gaben sie sehr lichtschwache Bilder, die eine lange Expositionszeit nötig machten.

Ein großer Fortschritt war die Erfindung des Porträtobjektivs von Josef Petzval, einem lichtstarken Objektiv, das aus zwei Doppellinsensystemen besteht, bedeutend hellere Bilder lieferte als vorherige und damit die Aufnahme von Porträten in kurzer Expositionszeit ermöglichte. Zur Aufnahme von Landschaften, Architekturen etc. ist weniger Lichtstärke, aber ein großer Gesichtswinkel notwendig.

Die gewöhnlichen Landschaftsobjekte umfassen nur einen Winkel von 30° bis 45°, der meist zu klein ist. Man benutzte dazu früher ausschließlich einfache Linsen, später aber die Tripletobjektive, etwa ab den 1860er Jahren dann die von Steinheil eingeführten Aplanate. Das Tripletobjektive ist ein Objektiv, das insgesamt drei Linsen besitzt. Zu diesem System gehören auch die Euriskope, das Rapid Rectilinear u.a.

Diese geben bei einem Gesichtsfeld von ca. 60° eine hinreichende Lichtstärke, um in heiterem Sommerwetter selbst Momentaufnahmen zu gestatten. Ist ein noch größeres Gesichtsfeld als 60° nötig, so nimmt man Weitwinkellinsen, wie Buschs Pantoskop, Dallmeyers Wide angle lens, Steinheils Weitwinkelaplanat, Voigtländers Weitwinkeleuriskop, die ein Gesichtsfeld von 75 bis 100° besitzen.

Im Jahre 1860 konstruierte Thomas Sutton eine symmetrische Tripletlinse; das Objektiv bestand dabei aus zwei Konvexlinsen, deren vordere um etwa ein Drittel kleiner war als die Hinterlinse, sowie einer weiteren Einzellinse als konkaver Meniskus.

Steinheils Periskopobjektiv von 1865 ist ein verzeichnungsarmes Objektiv mit großem Bildwinkel, das erste Weitwinkelobjektiv im heutigen Verständnis.

Ludwig Seidel untersuchte in München die Abbildungsfehler der Linsen und veröffentlichte 1866 ein Formelsystem, das die Objektivkonstruktion erleichterte.

Hugo Adolf Steinheil konstruierte 1881 das erste Universalobjektiv.

Ernst Abbe und Otto Schott begannen ab 1880 mit der Entwicklung neuer Glassorten. Sie gründeten 1882 zusammen mit Carl Zeiss eine Glasschmelzerei in Jena. Mit Hilfe der neuen Gläser gelang es nach 1886 dem Mitarbeiter Paul Rudolph, ein Doppelobjektiv zu konstruieren, bei dem der Fehler des Astigmatismus erstmals korrigiert war: das Planar-Objektiv.

Der Astigmatismus kann auch durch Verwendung asphärischer Linsen korrigiert werden, die aber in der Herstellung viel komplizierter sind als sphärische Linsen.



siehe auch:
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 29. Dec 2007 19:01   Titel: Fotografie

Fotografie

Wechseln zu: Suche








Das älteste erhaltene permanente Foto von Nicéphore Niépce von 1826



Als Fotografie oder Photographie (aus altgr. phos, Lich, Helligkeit und grapho, zeichnen, ritzen, malen, schreiben) bezeichnet man

  • ein technisches Verfahren, bei dem mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt dauerhaft gespeichert wird (analoges Verfahren) bzw. in elektronische Daten gewandelt und dann gespeichert wird (digitales Verfahren)
  • * das dauerhafte Lichtbild (umgangssprachlich kurz Foto genannt, auch Abzug, Vergrößerung oder Ausbelichtung), das durch fotografische Verfahren hergestellt wird; dabei kann es sich entweder um ein Positiv oder ein Negativ handeln




Definition


Als Fotografie bezeichnete man bis ins 20. Jahrhundert alle Bilder, welche rein durch Licht auf einer chemisch behandelten Oberfläche entstehen.

Die Fotografie ist ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Abbildungen können beispielsweise Gegenstände mit primär künstlerischem (künstlerische Fotografie) oder primär kommerziellem Charakter sein (Industriefotografie, Werbe- und Modefotografie). Die Fotografie kann unter künstlerischen, technischen (Fototechnik), ökonomischen (Fotowirtschaft) und gesellschaftlich-sozialen (Amateur-, Arbeiter- und Dokumentarfotografie) Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren werden Fotografien auch im Journalismus und in der Medizin verwendet.

Die Fotografie ist teilweise ein Gegenstand der Forschung und Lehre in der Kunstgeschichte und der noch jungen Bildwissenschaft. Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten, wird jedoch seit einigen Jahren zunehmend anerkannt. Einige Forschungsrichtungen ordnen die Fotografie der Medien- oder Kommunikationswissenschaft zu (zum Beispiel Werner Faulstich), auch diese Zuordnung ist aber umstritten.

Heutzutage ist mit der Digitalfotografie (oder Fotografie nach der Fotografie) und anderen fotografieähnlichen Bilderzeugungsmöglichkeiten eine neue Definitionsdiskussion entbrannt, die wohl noch einige Zeit die Geister scheiden wird.

Fotografie kann als Ausbildungsberuf (Fotograf), aber auch an Kunstakademien und Fachhochschulen oder autodidaktisch (Fotodesigner) erlernt werden (siehe Fotografische Organisationen). Die Fotografie unterliegt dem komplexen und vielschichtigen Fotorecht; bei der Nutzung von vorhandenen Fotografien sind die Bildrechte zu beachten.

Die Photographie ist eine wunderbare Entdeckung, eine Wissenschaft, welche die größten Geister angezogen, eine Kunst, welche die klügsten Denker angeregt – und doch von jedem Dummkopf betrieben werden kann (Nadar, 1856).


Fototechnik



Prinzipiell wird mit Hilfe eines optischen Systems, dem Objektiv,
fotografiert. Dieses projiziert das von einem Objekt
ausgesendete oder reflektierte
Licht auf ein lichtempfindliches Medium,
beispielsweise die lichtempfindliche Schicht eines
Films, und fixiert dieses als (latentes) Abbild darauf.




Objektiv einer Großformatkamera





Fotoapparat


Der fotografischen Aufnahme dient ein Fotoapparat oder eine Fotokamera. Durch Manipulation des optischen Systems (unter anderem die Einstellung der Blende, Scharfstellung, Farbfilterung, die Wahl der Belichtungszeit, der Objektivbrennweite, der Beleuchtung und nicht zuletzt des Aufnahmematerials) stehen dem Fotografen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten offen. Als vielseitigste Fotoapparatbauform hat sich sowohl im Analog- als auch Digitalbereich die Spiegelreflexkamera durchgesetzt, allerdings werden für viele Aufgaben weiterhin die verschiedensten Spezialkameras benötigt und eingesetzt.



Lichtempfindliche Schicht


Bei der herkömmlichen Fotografie (Analogfotografie, Silber-Fotografie) ist die lichtempfindliche Schicht auf der Bildebene eine Dispersion (im allgemeinen Sprachgebrauch Emulsion). Sie besteht aus einem Gel, in dem gleichmäßig kleine Körnchen eines Silberhalogenids (zum Beispiel Silberbromid) verteilt sind. Je kleiner diese Körnchen sind, umso weniger lichtempfindlich ist die Schicht (siehe ISO 5800), umso besser ist allerdings die Auflösung („Korn“). Dieser lichtempfindlichen Schicht wird durch einen Träger Stabilität verliehen. Trägermaterialien: Zelluloseacetat, früher Zellulosenitrat (Zelluloid), Kunststofffolien, Metallplatten, Glasplatten, Textilien (siehe Film).

Bei der Digitalfotografie besteht das Äquivalent der lichtempfindlichen Schicht aus Chips wie CCD- oder CMOS-Sensoren.



Entwicklung und Fixierung


Durch das Entwickeln wird auf chemischem Wege das latente Bild sichtbar gemacht. Beim Fixieren werden die nicht belichteten Silberhalogenid-Körnchen wasserlöslich gemacht und anschließend mit Wasser herausgewaschen, so dass ein Bild auch bei Tageslicht betrachtet werden kann, ohne dass es nachdunkelt.

Ein weiteres älteres Verfahren ist das Staubverfahren, mit dem sich einbrennbare Bilder auf Glas und Porzellan herstellen lassen.

Ein digitales Bild muss nicht entwickelt werden; es wird elektronisch gespeichert und kann anschließend mit der elektronischen Bildbearbeitung am Computer bearbeitet und bei Bedarf auf Fotopapier ausbelichtet oder beispielsweise mit einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt werden.



Geschichte der Fotografie


Siehe: Geschichte und Entwicklung der Fotografie

13. Jahrhundert


Der Name Kamera leitet sich vom Vorläufer der Fotografie, der Camera obscura („Dunkle Kammer“) ab, die bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist und Ende des 13. Jahrhunderts von Astronomen zur Sonnenbeobachtung eingesetzt wurde. Anstelle einer Linse weist diese Kamera nur ein kleines Loch auf, durch das die Lichtstrahlen auf eine Projektionsfläche fallen, von der das (auf dem Kopf stehende) Bild abgezeichnet werden kann. In Edinburgh und Greenwich bei London sind begehbare, raumgroße Camerae obscurae eine Touristenattraktion.

16. - 17. Jahrhundert

Ein Durchbruch ist 1550 die Erfindung der Linse, mit der hellere und gleichzeitig schärfere Bilder erzeugt werden können. 1685: Ablenkspiegel, ein Abbild kann so auf Papier gezeichnet werden.

18. Jahrhundert: Vorläufer und Vorgeschichte

Siehe auch Laterna magica, Panorama und Diorama. Chemiker wie Humphry Davy begannen bereits, lichtempfindliche Stoffe zu untersuchen und nach Fixiermitteln zu suchen.

19. Jahrhundert: Die frühen Verfahren

Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Nièpce angefertigt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, nannte man Daguerreotypien. Bereits 1835 erfand der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren. Auch heute werden noch manche der historischen Verfahren als Edeldruckverfahren in der Bildenden Kunst und künstlerischen Fotografie verwendet.

Im Jahr 1883 erschien in der bedeutenden Leipziger Wochenzeitschrift Illustrirte Zeitung das erste gerasterte Foto (Autotypie) in einem deutschen Presseorgan.

20. Jahrhundert: Die Formate werden kleiner


Fotografien konnten zunächst nur als Unikate hergestellt werden, mit der Einführung
des Negativ-Positiv-Verfahrens war auch eine Vervielfältigung im Kontaktverfahren möglich.
Die Größe des fertigen Fotos entsprach in beiden Fällen dem Aufnahmeformat, was in der
Regel sehr große, unhandliche Kameras
erforderte. Mit dem Rollfilm und insbesondere der von Oskar Barnack bei Leica entwickelten und 1924
eingeführten Kleinbildkamera, die den herkömmlichen 35-mm-Kinofilm verwendete, entstanden völlig
neue Möglichkeiten für eine mobile, schnelle Fotografie. Obwohl, durch das kleine Format bedingt, zusätzliche
Geräte zur Vergrößerung erforderlich wurden, und die Bildqualität mit den großen Formaten bei weitem nicht
mithalten konnte, setzte sich das Kleinbild in den meisten Bereichen der Fotografie als Standardformat durch.

Olympus 35 DC aus dem Jahre 1971






Ende des 20. Jahrhunderts: Einführung der Digitalfotografie


Die erste CCD (Charge-coupled Device) Still-Video-Kamera wurde 1970 von Bell konstruiert und 1972 melden Texas Instruments das erste Patent auf eine filmlose Kamera an, welche einen Fernsehbildschirm als Sucher verwendet.

1973 produzierte Fairchild Imaging das erste kommerzielle CCD mit einer Auflösung von 100 x 100 Pixel.

Dieses CCD wurde 1975 in der ersten funktionstüchtigen digitalen Kamera von Kodak benutzt. Entwickelt hat sie der Erfinder Steven Sasson. Diese Kamera wog 3,6 Kilogramm, war größer als ein Toaster und benötigte noch 23 Sekunden, um ein Schwarz-weiß-Bild mit 100x100 Pixeln Auflösung auf eine digitale Magnetbandkassette zu übertragen; um das Bild auf einem Bildschirm sichtbar zu machen, bedurfte es weiterer 23 Sekunden.

1986 stellte Canon mit der RC-701 die erste kommerziell erhältliche Still-Video-Kamera mit magnetischer Aufzeichnung der Bilddaten vor, Minolta präsentierte den Still Video Back SVB-90 für die Minolta 9000; durch Austausch der Rückwand der Kleinbild-Spiegelreflexkamera wurde aus der Minolta 9000 eine digitale Spiegelreflexkamera; gespeichert wurden die Bilddaten auf 2-Zoll-Disketten.

1987 folgten weitere Modelle der RC-Serie von Canon sowie digitale Kameras von Fujifilm (ES-1), Konica (KC-400) und Sony (MVC-A7AF). 1988 folgte Nikon mit der QV-1000C und 1990 bzw. 1991 Kodak mit dem DCS-System (Digital Camera System) sowie Rollei mit dem Digital Scan Pack. Ab Anfang der 1990er Jahre kann die Digitalfotografie im kommerziellen Bildproduktionsbereich als eingeführt betrachtet werden.

Die Technik der digitalen Fotografie revolutionierte auch die Möglichkeiten der digitalen Kunst, insbesondere durch die Technik der Fotomanipulation.

Auf der Photokina 2006 scheint die Zeit der Analogkamera endgültig vorbei zu sein.

Siehe auch: Chronologie der Fotografie, Geschichte der Fotografie, Edeldruckverfahren


Fotografie als Kunst


Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten; zugespitzt formuliert der Kunsttheoretiker Karl Pawek in seinem Buch "Das optische Zeitalter" (Olten / Freiburg i. Br. 1963, S. 58): „Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“

Auch der Fotograf Henri Cartier-Bresson, selbst als Maler ausgebildet, sah die Fotografie nicht als Kunstform, sondern als Handwerk: „Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen.“ Gleichzeitig wurden gerade Cartier-Bressons Fotografien sehr früh in Museen und Kunstausstellungen gezeigt, so z. B. in der MoMa-Retrospektive (1947) und der Louvre-Ausstellung (1955).

Fotografie wurde bereits früh als Kunst betrieben (Julia Margaret Cameron, Lewis Carroll und Oscar Gustave Rejlander in den 1860ern). Erstmals trat die Fotografie in Deutschland in der Werkbund-Ausstellung 1929 in Stuttgart in beachtenswertem Umfang an die Öffentlichkeit, auch schon mit internationalen Künstlern wie Edward Weston, Imogen Cunningham und Man Ray; spätestens seit den MoMa-Ausstellungen von Edward Steichen (The Family of Man, 1955) und John Szarkowski (1960er) ist Fotografie als Kunst allgemein anerkannt.

Heute ist Fotografie als vollwertige Kunstform akzeptiert: Indikatoren dafür sind die wachsende Anzahl von Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen für Fotografie, die Zunahme der Professuren für Fotografie sowie nicht zuletzt der gestiegene Wert von Fotografien in Kunstauktionen und Sammlerkreisen. Zahlreiche Gebiete haben sich entwickelt, so die Landschafts-, Akt-, Industrie-, Theaterfotografie u. a. m., die innerhalb der Fotografie eigene Wirkungsfelder entfaltet haben. Daneben entwickelt sich die künstlerische Fotomontage zu einem der malenden Kunst gleichwertigen Kunstobjekt. Eine besondere Kunstform der Fotografie sind Schattenbilder.



Fotografen



Die Fotografie als Objekt der Kunstwissenschaft wurde geprägt durch herausragende Fotografinnen
und Fotografen wie beispielsweise - ohne Wertung quer durch die Zeit- und Stilgeschichte der
Fotografie - W. H. Talbot, E. S. Curtis, Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams, August Sander vor
dem 2. Weltkrieg, Otto Steinert, Richard Avedon, Diane Arbus und unzählige andere bis hin zu
"Modernen" wie Helmut Newton, Walter E. Lautenbacher, Thomas Ruff, Jeff Wall, Andreas Gursky

und Gerhard Vormwald. Mit jedem dieser berühmten Fotografen ist eine bestimmte Zeit, eine bestimmte
Auffassung von Fotografie, ein persönlicher Stil - möglicherweise innerhalb eines bestimmten Fachgebietes der
Fotografie - und eine eigene Thematik verbunden.
Fotograf im Studio, um 1850

Einige Fotografen organisierten sich in Künstlergruppen wie f/64 um Edward Weston in den USA in der
ersten Hälfte des 20. Jh. oder arbeiteten zusammen in Foto- oder Bildagenturen wie Magnum Photos oder
Bilderberg, andere arbeiten dagegen bevorzugt alleine.


Oft sind künstlerisch bekannte Fotografen in ihrem "Brotberuf" eher unauffällig und durchschnittliche
"Handwerker", erst in ihren freien Arbeiten treten sie mit Ausstellungen oder durch Preisverleihungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als Beispiel seien nur der Modefotograf Helmut Newton, der Werbefotograf Reinhart Wolf und der Landschafts- und Architekturfotograf Robert Häusser genannt: sie wurden mit völlig anderen Sujets als denen ihrer täglichen Arbeit bekannt, nämlich Aktfotografie, Food- und Architekturfotografie und mit künstlerischer eigenwilliger Schwarz-weiß-Fotografie.

Die Fotografie ist jedoch keine exklusive Kunstform, sondern wird auch von zahllosen Amateurfotografen betrieben; die Amateurfotografie ist der Motor der Fotowirtschaft und Motivation für die Produktion der allermeisten Bilder, deren Zahl weltweit monatlich in die Milliarden geht.

Siehe auch: Liste bedeutender Fotografen


Theorie und Praxis


Die Fotografie wird in zahlreichen Einzeltheorien diskutiert, eine einheitliche und umfassende Theorie der Fotografie existiert jedoch bisher nicht. Die Fotopraxis ist gekennzeichnet durch die gestalterische Gratwanderung zwischen der fotografischen Technik und der gewünschten Bildaussage; sie hat sich in den vergangenen rund sechzig Jahren differenziert und umfasst zahllose Bereiche von Schnappschussfotografie und Urlaubsfotografie über Luftbildfotografie und wissenschaftliche Fotografie bis hin zu Studiofotografie, spiritistischer Fotografie und digitaler Kunst.

Besondere Bereiche der Fotografie










Die Landschaftsfotografie ist ein bedeutendes Genre der Fotografie.

Die Fotografie lässt sich in verschiedene Stilrichtungen und nach technischen Unterschieden aufteilen. Einteilungen sind beispielsweise möglich nach

  • dem verwendeten Gerät (Lochkamera, Sucherkamera, Spiegelreflexkamera, Sofortbildkamera, Digitalkamera, Fachkamera auf optischer Bank oder Laufbodenkamera etc.: Kleinbildfotografie, Mittelformatfotografie, Großformatfotografie, Digitalfotografie usw.)
  • der Farbwiedergabe der Abbildung: Schwarz-weiß-Fotografie und Farbfotografie
  • der Art der Motivwahl und Motivation (Familienfotografie, Stillleben, Reportagefotografie, sozialdokumentarische Fotografie, Portraitfotografie, Aktfotografie, Kriegsfotografie, Werbefotografie, Bühnenfotografie, Architekturfotografie, Naturfotografie, Kinderfotografie, Reisefotografie, Partyfotografie, usw.)
  • dem technisch-gestalterischen Grundkonzept, wie zum Beispiel Low-key-Fotografie, High-key-Fotografie, abstrakte Fotografie, Lomografie
  • dem verwendeten Film- oder Negativformat (Kleinstbildformat, Kleinbildformat, Mittelformat, Großformat)
  • der Art der Nachbehandlung (Virage)


Es gibt einige Bereiche der Fotografie, in denen zum Teil mit besonderen Gerätschaften oder besonderen Filmen gearbeitet wird oder in denen Probleme auftreten, mit denen der "normale" Fotograf nicht konfrontiert wird. Hierzu zählen u. a. die









Röntgenfotografie


  • Aktfotografie
  • Amateurfotografie
  • Architekturfotografie
  • Astrofotografie
  • Edeldruckverfahren
  • Falschfarbenfotografie
  • Fotomosaik
  • Hochgeschwindigkeitsfotografie
  • Holografie
  • Infrarotfotografie
  • Kirlianfotografie
  • Kontaktradiografie
  • Landschaftsfotografie
  • Lomographie
  • Luftbildfotografie
  • Laufbildfotografie
  • Nachtfotografie
  • Naturfotografie
  • Portraitfotografie
  • Studiofotografie
  • Panoramafotografie
  • Röntgenfotografie
  • Satellitenfotografie
  • Schlierenfotografie
  • Sportfotografie
  • Tierfotografie
  • Unterwasserfotografie
  • Ultraviolettfotografie



Siehe auch


[list[*]Bildagentur
[*]Frozen Reality
[*]Pressefoto des Jahres
[*]Photographica
[/list]


Literatur


Bücher

  • Jost J. Marchesi: Handbuch der Fotografie. Band 1-3 im Schuber. Gilchingen: Verlag Photographie, Januar 2006. - ISBN 3-933131-77-4 (Rezension, Leseproben: [1])
  • Ansel Adams, Die Kamera, Christian 2002 - ISBN 388-472-070-8
  • Ansel Adams, Das Negativ, Christian 1998 - ISBN 388-472-071-6
  • Ansel Adams, Das Positiv, Christian 1998 - ISBN 388-472-072-4
  • Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994/2005 ISBN 351-838-142-3
  • Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seines technischen Reproduzierbarkeit (neben Barthes eines "der" Standardwerke)
  • Pierre Bourdieu, Eine illegitime Kunst: die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983 /Europäische Verlagsanstalt 2006 ISBN 343-446-162-0
  • Bernd Busch, Belichtete Welt: eine Wahrnehmungsgeschichte der Fotografie, München: Hanser 1989, ISBN 344-615-089-7
  • Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1993 / 2002, ISBN 349-917-265-8
  • Judith Freyer Davidov, Women's Camera Work: Self/Body/Other in American Visual Culture, Duke University Press 1998
  • Stefan Hartwig, Gestaltung und Wahrnehmung von Public Relations-Bildern. Lehren aus der Wissenschaft. In: www.gpra.de
  • Wolfgang Kemp (Hrg.), Theorie der Fotografie, Gesamtausgabe in einem Band, Schirmer/Mosel 2006, ISBN 382-960-239-1
  • Hans-Michael Koetzle, Das Lexikon der Fotografen: 1900 bis heute, München: Knaur 2002, ISBN 342-666-479-8
  • Reinhold Mißelbeck: Prestel-Lexikon der Fotografen : von den Anfängen 1839 bis zur Gegenwart ; mit Glossar. München u.a.: Prestel 2002 (287 S.)
  • Beaumont Newhall, Geschichte der Photographie, Schirmer, Mosel, München 1998 / 2005 ISBN 388-814-319-5
  • (Franz-Xaver Schlegel) Das Werk. Technische Lichtbildstudien (1931). Vorbemerkung von Eugen Diesel (1931). Neudruck der Erstausgabe 1931 nebst Materialien zur Editionsgeschichte. Einführender Essay von Franz-Xaver Schlegel (2002). Hrsg. von der Albertina, Wien. Königstein i. Ts. 2002 (= Die Blauen Bücher). ISBN 3-7845-3560-7
  • Willy Puchner, Gestaltung mit Licht, Form und Farbe, München 1981, ISBN 3-87467-207-7
  • Franz-Xaver Schlegel, Das Leben der toten Dinge - Studien zur modernen Sachfotografie in den USA 1914-1935, 2 Bände, Stuttgart: Art in Life 1999, ISBN 300-004-407-8
  • Sigrid Schneider und Stefanie Grebe, Wirklich wahr!: Realitätsversprechen von Fotografien, Ostfildern-Ruit : Hatje Cantz], 2004
  • Susan Sontag, Ãœber Fotografie, Wien: Hanser 2002
  • Susan Sontag, Das Leiden anderer betrachten , Frankfurt am Main: Fischer 2005
  • Tom! Striewisch, Der große Humboldt Fotolehrgang, Humboldt-Verlag 2005 - ISBN 389-994-017-2
  • Therese Mulligan, David Wooters, Geschichte der Photographie - Von 1839 bis heute. 25 Jahre Taschen. Jubiläumsausgabe, Taschen-Verlag 2005 - ISBN 382-284-775-5


Zeitschriften

  • Fotogeschichte
  • EIKON. Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst
  • Photographie




Weblinks






Siehe auch


Forum bei optisches-werk.de

Quelle: de.wikipedia.org Artikel: Fotografie Dort findest Du Infos über Autoren und Lizensen.



Kategorien:
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 29. Dec 2007 18:56   Titel: Filmempfindlichkeit

Die Filmempfindlichkeit wird in ISO angegeben (ISO = International Standard Organisation). Der ISO ersetzt den ASA-Index und die DIN-Norm und setzt sich aus diesen beiden zusammen: ISO 100/21° bedeutet ASA 100 bzw. DIN 21°, vereinfacht wird nur noch ISO 100 gesprochen.
Je höher der ISO-Wert, desto höher die Filmempfindlichkeit, und desto geringer jedoch die Kontraststärke und desto höher leider die Körnung des Filmes.

Skalierung der Filmempfindlichkeit und deren Äquivalenz zur Belichtungszeit und Blende:

Die typischen ISO-Werte sind:
  • 100
  • 200
  • 400
  • 800
  • 1600
  • 3200

Man erkennt, dass die je höhere Zahl das Doppelte der vorherigen Zahl ist. D.h. ein ISO 400 Film ist doppelt so empfindlich wie ein ISO-200 Film und halb so empfindlich wie ein ISO-800 Film. Das hat auf Belichtungszeit und Blende folgenden Einfluss:

ISO 200, Blende 8, Verschlusszeit 1/125 ist äquivalent mit ISO 100, Blende 4, Verschlusszeit 1/125 = ISO 400, Blende 16, Verschlusszeit 1/125. Genau so könnte man die Blende konstant halten und dafür die Verschlusszeiten halbieren bzw. verdoppeln.

Wieso verschiedene ISO-Typen? Weil der Vorteil hoher Empfindlichkeit einige Nachteile mit sich bringt. Hier eine Kurze Liste:
ISO 32 bis 100: lichtschwach, aber feinste Kornstruktur und beste Farb- und Kontrastwiedergabe. Anwendung bei bester Ausleuchtung, Bilder bei denen feinste Kontraste und Farben wichtig sind oder welche stark vergrößert (Poster) werden sollen.

ISO 200: mittlere Lichtstärke, gute Kontraste und Farben, noch gute Körnung. Anwendung als Allroundfilm. Mit diesem Film können eigentlich die meisten Motive „ge- oder erschossen“ werden

ISO 400: spürbare grobe Kornstruktur und geringerer Kontrast und Farbwiedergabe. Anwendung: wenn es auf sehr kurze Belichtungszeiten ankommt (bewegte Objekte, Teleobjektivaufnahmen Freihand) oder eine kleine Blendenöffnung zwingend erforderlich ist (Tiefenschärfe) oder die Lichtausbeute schlecht ist (Tele-Aufnahmen, Dämmerung..).

ISO 800 und höher: sehr grobkörnig, schlechter Kontrast und schlechter Farbumfang. Anzuwenden wenn keinerlei Hilfslichtquelle (z.B. Blitz) verwendet werden kann. Anwendung bei extremen Tele-Aufnahmen ( größer 500mm) Freihand, um durch geringe Belichtungszeit Verwackelungen auszuschließen. Durch die grobe Körnung wird man einen Effekt der Tiefenschärfe wohl kaum noch spüren...

Kleine Tabelle zum Gegenüberstellen von ASA und DIN:


ASA//DIN=DIN-ISO
50 // 18
100 // 21
200 // 24
400 // 27
800 // 30
1600 // 33
3200 // 36



Quellen: Meine grosse Fotoschule ISBN:3-88472-387-1
Beitrag Forum: Portrait   Geschrieben: Mo, 26. Nov 2007 22:07   Titel: Portraitfotografie

Porträtfotografie


Die Porträtfotografie ist eine der beliebtesten Formen der Fotografie.
In diesem Artikel werde ich die günstige Variante der Porträtfotografie beschreiben.

Licht


Sonnenlicht ist in der Regel vollkommend ausreichend für die Porträtfotografe. Es ist kostenlos, hell, gleichmäßig und hat meist die richtige Farbtemperatur.
Porträtfotografie unter blauem Himmel ist jedoch schwierig. Der Helligkeitskontrast im Gesicht der zu fotografierenden Person ist meist zu groß und ein Blitzgerät würde benötigt, um dies Auszugleichen. Ganz besonders um die Augen bilden sich hier immer ganz gerne unschöne Schatten.
Perfekt für die Porträtfotografie ist Himmel. Die Farbtemperatur ist unter diesen Umständen in der Regel passend und das Licht wird von den Wolken weich gestreut.

Das richtige Equipment


Ein Standardobjektiv (ca. 50mm Brennweite) ireicht meist aus. Besitzt man ein Teleobjektiv (ca. 130mm Brennweite und größer),sind die Ergebnisse noch besser. Je größer die Brennweite des Objektivs, desto mehr "zoomt" es rein, d.h. desto mehr vergrößert es. Dementsprechend muss man sich weiter von der zu fotografierenden Personen entfernen, um diese vollständig abzulichten. Dies hat zwar den Nachteil, dass Kommunikation erschwert wird, hat aber auch den großen Vorteil, dass das Gesicht optisch abgeflacht wird. Demenstsprechend wirkt die Nase natürlich, und nicht zu groß. Das Resultat wird dadurch erheblich verbessert. Zudem besitzen teleobjektive geringere Tiefenschärfebereiche, was für Portraits unabdingbar ist.

Technik


Da man in der Regel einen simplen, ruhigen Hintergrund haben möchte, sollte man eine größere Blende wählen, um von großer Tiefenschärfe Gebrauch zu machen. Es sollte also eine kleine Zahl für die Blende gewält werden. (z.B. f/4) Eine große Blendenöffnung hat eine kleine Blendenzahl, weil die Blendenzahl angibt, wodurch man den Abstand der ersten Linse zum Film (bzw. Bildsensor) teilen muss, um die Blendenöffnung zu erhalten.

Perspektive und Komposition


Nun habe Spaß und experimentiere ein wenig mit verschiedenen Objektiveinstellungen, sowie Kompositionen und Perspektiven.

Ausdruck


Die meisten Amateurfotografen fotografieren Menschen lachend. Doch meist macht ein ernster Gesichtsausdruck eine Porträtaufnahme erst interessant. Ein Porträtfoto sollte etwas ausdrücken, und nicht blos ein stumpfes, gefälschtes Lächeln vermitteln.

Verwandte Links:


Fotowiki-Eintrag über Portraifotografie
Fotowiki-Eintrag über Tiefenschärfe
Fotowikieintrag über Blendenzahl
Beitrag Forum: Fotowissen   Geschrieben: Sa, 10. Nov 2007 17:43   Titel: Fotostudio mit einfachen Mitteln einrichten:

Fotostudio mit einfachen Mitteln einrichten:

Dazu benötigt man als erstes mal einen Raum.
Je größer der Raum, umso vielfältigere Shootings kann man machen (besonders wenn man mit langen Brennweiten experimentieren möchte.)

Dazu kommen dann noch verschiedene Hintergründe.
im Idealfall sollte man Karton von der Rolle nehmen. Den befestigt man an die Decke und lässt ihn herunter hängen und auf den Fußboden weiter laufen. Die Ecke zwischen Horizontale und Vertikale bildet man als Hohlkehle aus. Dadurch erreicht man bei beszimmten monochromen Hintergründen einen Unedlich-Effekt, d.h. der Hintergrund scheint unendlich weit weg zu sein.
Man kann auch verschiedene Stofflagen verwenden. Das Problem dabei ist jedoch der Faltenwurf. Entweder man setzt die Falten als Gestaltungsmittel ein, oder man reduziert ihre Wirkung durch längeren Abstand zur Kamera.
Für kleine Modelle, Makros, Stilleben u.v.m. reicht auch oft ein Tisch aus. Auf diesen stellt man Karton gewünschter Farbe so auf, daß man einen gescheiten Hintergrund hat. Man kann auch verschieden farbigen Katon verwenden und anstrahlen. dadurch erhält man diverse Farb- und Beleuchtungseffekte.

Was noch ganz wichtig ist: LICHT!!

Wenn man großen Wert auf Tageslicht legt, kommt man um große Fenster und Reflektoren nicht herum. Alternativ wäre der Einsatz von Tageslichtlampen. Dieses Thema beschäftigt sich aber mit dem Aufbau eines Studios aus einfachen Mitteln!! Für ausreichend und günstig habe ich aus eigener Erfahrung den Einsatz von Bauscheinwerfern empfunden. Da diese jedoch nicht die Farbtemperatur von tageslicht besitzen, kommt man um einen Weißabgleich nicht herum. Wenn man jedoch s/w fotografiert, ist die Farbtemperatur relativ egal. Der große Nachteil von Bauscheinwerfern ist jedoch die Extreme Hitze. Gerade beim Fotografieren von Menschen, Tiere, Lebensmitteln, Pflanzen und von mir aus auch Eis wird es zu Problemen kommen. Man kann aber versuchen, indirekt zu Beleuchten. Dadurch geht viel Wärmeenergie verloren. Ob sich der Einsatz von LED loht, kann ich nicht beurteilen. Es würde viel Bastelarbeit bedeuten. Die Zeit, Mühe und das geld kann man auch in eine gute Blitzanlage investieren.


Und was noch wichtig ist:
Ideenreichtum, Krativität. Objekte.
Beitrag Forum: Astrofotografie   Geschrieben: Sa, 15. Sep 2007 16:59   Titel: Astrofotografie mit einfachen Mitteln

Wer sich mit der Astrofotografie erstmalig beschäftigen möcht, sollt klein anfangen. Dazu eignen sich vor Allem Sternspuraufnahmen, da diese relativ einfach zu erstellen sind.

Hier mal eine Liste der nötigsten Ausrüstungsgegenstände:
  • eine voll manuelle Spiegelreflexkamera, elektronische Kameras haben den Nachteil, daß die Batterien zum Offenhalten des Verschlusses sehr schlell entladen sind.
  • einen Drahtauslöser, damit bei Stellung "B" (also beliebige Belichtungszeit) der Auslöser fixiert werden kann.
  • ein Stativ. Das muss kein teures Stativ sein, jedoch sollte es sehr stabiel und vor allem windfest sein.
  • DIA-Filme. Farbnegativfilme eignen sich nur bedingt. Der DIA-Film zeigt die echten Resultate der verschiedenen Belichtungszeiten. Das Fotolabor kann bei DIA auch nicht an den Tonweten und Farbtönen herumspielen.
  • Wechselobjektive. Besser sind Weitwinkelobjektive mit fester Brennweite



Objektive

Je höher die Brennweite, desto größer werden die Strichspuren bei gleicher Belichtungszeit. Hier mal eine Formel für die Belichtungszeit bei mittlerer Deklination, damit keine Strichspuren entstehen:





Weitwikelobjektive eignen sich somit am besten, vor allem bei großen Himmelsausschnitten. Festbrennweiten sind zu bevorzugen, da diese Objektive lichtstärker sind und sich die Brennweite währen der langen Belichtungszeit nicht ändern kann (und dadurch die Bilder unscharf werden).

Kamera, Scharfstellen, Auslösen

Manuelle Kameras mit weichem Spiegelschlag oder Spiegelvorauslösung mit glatter Mattscheibe sind am besten, diese sind aber meist sehr teuer. Um noch relativ gut scharf zu stellen, könnte man die Blende weiter schließen, das geht aber auf kosten der Belichtungszeit. Bei Kameras mit harten Spiegelschlag emfielt sich, vor dem Auslösen das Objektiv mit einem Hut o.Ä. zu bedecken. Nach dem Auslösen wird der Hut dann vorsichtig vom Objektiv genommen.


Erschütterungen, Wackeln

Ein stabiles und schweres Stativ verhindert Verwackeln durch Wind. Um Erschütterungen zu vermeiden, sollte man sich möglichst nicht bewegen.


Belichtungszeit

Belichtungszeiten immer schön notieren und Belichtungsreihen mit verschiedenen Zeiten anfertigen. Während der Belichtung sollte man jede Art von Störung ausschliessen. Seitenlicht und Streulicht kann man durch Objektivblenden minimieren. Rauchen während der Belichtung kann zu Qualitätseinbußen des Bildes führen. Die Glut der Zigarette ist eine zusätzliche Lichtquelle und der Rauch kann das Blickfeld vernebeln.


Sternenspuren als gestalterisches Mittel

Jeder Astrofotograf möchte die wirklich interessanten Objekte fotografieren, aber auch einfache Sternspuraufnahmen können einem Foto sehr viel Charakter geben.
Hier mal ein paar Beispiele:

Sternspuraufnahme am Horizont, Sternbild Stier. Durch die Bäume und dem hellen Horizont erhält das Bild einen mystischen Charakter.









Sternspuraufnahme Sternbild Stier. Der Hochspannungsmast wurde mehrfach manuell angeblitzt.










Sternbild Schwan mit Milchstrasse und Nordamerika-Nebel. Jedoch keine Sternspur, sonder nachgeführt am Fernrohr.










Sternspur Großer Wagen, man sieht, das es Regionen am Himmel gib, die nicht viel hergeben für Sternspuraufnahen.










Fazit:

Mit viel gestalterischer Phantasie kann man Sternspuren als interessantes Gestaltungsmittel für Landschafts- oder Architekturfotos verwenden. Die Sternspurfotografie eignet sich als guter Einstieg in die Astrofotografie. Dadurch lernt man den Himmel und den Umgang mit Störerscheinungen besser kennen. Jeder sollte klein anfangen und sich nach und nach dem komplizierteren Dingen (z.B. Deep Sky, Planeten....) widmen.

interne und externe Links



Fotowiki - Astrofotografie
Bildergalerie "Astro" in Optisches-Werk
Deep Sky Beobachtungen

Astrofotografie.org
 
Seite 1 von 2 Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde