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Beitrag Forum: Ausstellung posten   Geschrieben: Mo, 23. Mai 2011 12:05   Titel: VFDKV-Ausstellung In Mainz - DIGITAL WAR GESTERN!
Vom 04. Juni 11 bis 12. Juni 11

Mein erster Beitrag ist dreistes Marketing in eigener Sache...

So häufig sind Ausstellungen mit rein analogen Fotos heutzutage ja nicht...

Da ich derjenige bin, der die diesjährige VFDKV-Ausstellung in Mainz organisiert hat hier auch das offizielle Plakat und die Details:

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Wir haben auch reichlich Musik, Getränke vor Ort sind billig, und es gibt natürlich keinen Eintrittspreis.

Vernissage Sa., 4. Juni, 18 Uhr

Ab 19 Uhr spielen Ghost of a Chance, Plinio Designori und Friends and Liars.

Täglich ab 17 Uhr geöffnet


Außerdem:

9. Juni um 20 Uhr: der australische Sänger Mijo Biscan
11. Juni um 20 Uhr. Liedermacher Fritz Streuner mit „WohlstandsPunkchanson“.


Finissage am So., 12.6., 18 Uhr


Ab 19 Uhr spielt „kauzgarnitur“.

Die Fotografen:
Jörg Bergs, Thomas Bethke, Franz S. Borgerding, Federica Degay, Mischa Klein, Michael Kopp, Walo Kuwa, Thomas Langmaier, Thomas Loos, Thomas Mika, Clemens Molinari, Maik Morgenstern, Gerrit Musekamp, Nadja Petranovskaja, Andreina Schoeberlein, Gerd Schreiter, André Schumann, Robert Skarka, Frank Somogyi, Robert Tyss, Stefan Voigt
Beitrag Forum: Astrofotografie   Geschrieben: Sa, 30. Apr 2011 17:24   Titel: Re: Mondfotos

Na, wollen wir mal ein bisschen Leben hier reinbringen?

Den Tip mit Freihand und 1/300 Sek., ist zwar richtig, aber ich würde das trotzdem so nicht empfehlen. Wenn man ernsthaft Mondfotos machen will, sollte man schon eher mit Stativ und Kabelauslöser arbeiten... Da sind dann auch längere Zeiten möglich. Ich mach das zwar nicht oft, aber letztens hab ich für den Verkauf des Pentacon 5,6/500 ein paar Mondfotos gemacht. So um Blende 11-16 war so am besten. Und Zeiten bis 1/25 waren auch noch in Ordnung, ohne dass der Mond verwischt. Viel länger würde ich dann allerdings auch nicht mehr belichten, insbesondere bei Teleskopen/längeren Brennweiten, denn umso schneller verwischt da der Mond.

Und ja, ich würde ebenso empfehlen, den Mond am Horizont mit der Umgebung in Kombination zu fotografieren. Da hab ich sogar ein spontanes Beispiel, als letztens der Mond seine maximale Größe erreicht hat. Also eher ein unvorbereitetes Foto.

Pentacon 5,6/500 MC an Canon EOS 450D, ISO400, 0,4 Sek. Belichtungszeit, (Blende um die 8, bin mir nicht sicher).
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Man beachte das Hitzeflimmern. Aber das soll nur zeigen, was möglich wäre und wie relativ klein der Mond selbst bei 500mm an 1,6er Crop ist.

Grüße
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Mi, 17. Nov 2010 22:43   Titel: Hilfe Bei Praktica Modellbestimmung Benötigt

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Hallo,
ich bin neu hier und bräuchte gleich mal eure Hilfe, meine Kollegin hat mir 2 alte Praktica´s von Ihrem Vater zum verkaufen gegeben, bei der einen handelt es sich um eine super erhaltene FX 2, bei der anderen bin ich mir nicht sicher um welches Modell es sich handelt. Vom Gehäuse müßte es eine IV sein, allerding´s habe ich nirgend´s eine Version ohne "Schhnellspannhebel" gefunden. Gab es da ein Model ohne diesen Hebel oder handelt es sich um eine ganz andere Kamera? Habe schon fleissig gegoogelt aber keine vergleichbare Kamera gefunden. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen?

Vielen Dank schonmal!

Viele Grüße
Basti
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 23. Nov 2008 21:52   Titel: Praktica

Praktica


Praktica ist ursprünglich der Markenname für eine Baureihe von Spiegelreflexkameras des Herstellers Pentacon aus Dresden. Die in der DDR gefertigten Fotoapparate wurden auch ins Ausland exportiert und beispielsweise in Westdeutschland vom Versandhaus Quelle unter dem Markennamen RevueFlex verkauft.

Seit den 90er Jahren tragen auch Ferngläser, Digital- und Kompaktkameras die Markenbezeichnung PRAKTICA.

2001 wurde die Herstellung von Spiegelreflexkameras der Marke Praktica eingestellt.

Seit 2002 gibt es Digitalkameras der Marke Praktica, 2004 wurde mit der Produktreihe Luxmedia begonnen. Optiken werden auch beispielsweise für Polaroid und dessen Foveon-X3-Gemeinschaftsproduktion mit Sigma produziert. Zum Produktsortiment gehören auch Services wie Ausbelichtungen.


Geschichte und Entwicklung


Die erste Praktica-Kamera wurde von Siegfried Böhm konstruiert, im Jahre 1949 (erneut) vorgestellt und von der Mechanik Kamera Werkstätten VEB, Niedersedlitz gefertigt. Dieser VEB war ursprünglich 1919 als Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch GmbH von Benno Thorsch und Paul Guthe in Dresden-Niedersedlitz gegründet worden. Eine amerikanische Unternehmerfamile Noble kaufte 1937/1938 dieses Unternehmen und stellte unter dem Namen NOBLE Kameras her. Bereits 1939 brachten Charles A. Noble und sein Sohn John H. Noble die Kleinbild-Spiegelreflexkamera Praktiflex erstmals auf den Markt. Nach 1945 wurden die Inhaber von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet, in NKWD-Lager verschleppt und der Betrieb verstaatlicht.


Produktgeschichte


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einige Praktica-Modelle

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Digitalkamera Praktica DPix3000

Bei den Kameras der ersten Generationen wurde das Objektivgewinde M42 x 1 genutzt. Hierbei handelt es sich um ein international standardisiertes und herstellerunabhängiges Schraubgewinde.

Vorgänger des Markennamens Praktica waren die Kameras Pentacon und Pentacon F, die bis ca. 1958 gebaut wurden.

Die 1951 vorgestellte Praktica FX (auch bekannt als Praktiflex FX - dann aber mit M40x1-Gewinde - und als Kawenda) verfügte über Synchronbuchsen und beherrschte damit erstmals die Blitzsynchronisation. Auch das PL-System (Pentacon loading) wurde von Praktica eingeführt. Es besteht im wesentlichen aus zwei radial einwärts federnden Fangbügeln auf der der Filmpatrone gegenüberliegenden Kamera-Rolle, die den Film mit Drehrichtung entgegen der Richtung auf der Filmspule wieder aufspult.

Siehe auch: Eine ausführlichere Beschreibung des Praktica Kamerasystems steht hier: Kamerasystem

Kameramodelle

Von Pentacon produzierte Kameras wurden auch unter anderen Namen als Praktica ins Ausland außerhalb des Ostblocks exportiert, zum Teil als Auftragsarbeiten für Firmen, die die Modelle unter eigenem Label vertrieben. Einige dieser Markennamen bzw. Auftraggeber waren Jenaflex, Kawenda, Hanimex, Revue (Foto-Quelle) und Porst.

Nachfolgemodelle aus der ersten Kamerageneration waren:
  • Praktica FX 2 (ab 1956)
  • Praktina FX (ab 1956)
  • Praktina IIa (ab 1959)
  • Praktica IV
  • Praktica IV B
  • Praktica IV M
  • Praktica IV BM
  • Praktica IV FB
  • Praktica V F
  • Praktica V FB


Zur zweiten Kamerageneration, die im VEB Pentacon Dresden gefertigt wurden, gehören:

  • Praktica VI ?
  • Praktica nova
  • Praktica nova B
  • Praktica mat
  • Praktica nova I
  • Praktika nova IB
  • Praktica super TL
  • Praktica elektronik


Auch die Kameras der dritten Generation nutzten noch das Schraubgewinde M42; zu dieser Generation zählen folgende Modelle:

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aufgeschnittene Praktica

  • Praktica L, vollmechanisches Basismodell
  • Praktica L2
  • Praktica LB2
  • Praktica LTL, baugleich mit Porst Reflex CX-6


  • Praktica super TL2
  • Praktica super TL3
  • Praktica LTL3
  • Praktica MTL3 u.a. als MTL5 bis 1985, als MTL5B (neue Sucheroptik, keine zusätzliche Blitzlicht-Buchse) bis 1989 gebaut
  • Praktica Super TL 500 und Super TL 1000
  • Praktica LTL2, Anzeige des Belichtungsmessung über LEDs (auch DTL2/3, MTL50)
  • Praktica DTL2
  • Praktica DTL3
  • Praktica MTL50
  • Praktica LLC, Innenlichtmessung bei Offenblende, ebenso alle folgenden Kameras, dafür spezielle Objektive mit electric-Blendenwertübertragung notwendig
  • Praktica PLC2
  • Praktica PLC3
  • Praktica VLC, Wechselsuchersystem
  • Praktica VLC2
  • Praktica VLC3
  • Praktica EE2, Zeitautomatik
  • Praktica EE3, Zeitautomatik


In den Typenbezeichnungen der dritten Generation (L-Modelle) hatten die Buchstaben und Zahlen folgende Bedeutung.

Erster Buchstabe:

L = Lamellenschlitzverschluss (als Unterscheidung zu den Vormodellen mit Tuchschlitzverschluss), V = variables Suchersystem (mit Auswahl aus Lichtschacht, Prismensucher und Makrookular), P = fest eingebauter Prismensucher (zur Unterscheidung zu ansonsten gleichen V-Modellen), D = Leuchtdioden zur Anzeige der Belichtungmessung statt des sonst verwendeten Zeigerinstruments, M = Messwerkabgleich (mit Brückenschaltung zur Stabilisierung gegenüber Spannungsschwankungen der Batterie).

Weitere Buchstaben:

TL = Innenbelichtungsmessung mit Abblendtaste, LC = Innenbelichtungsmessung bei offener Blende mit elektrischer Blendenwertübertragung, B = Außenbelichtungsmessung, EE = Innenbelichtungsmessung mit elektronischer Steuerung der Verschlusszeit.

Zahlen:

2 (bzw. 3) = zweite (bzw. dritte) Variante des Modells, 500 (bzw. 1000) = kürzeste Verschlusszeit 1/500s (bzw. 1/1000s), 50 = Variante der MTL mit Leuchtdioden statt Zeigerinstrument zur Belichtungsanzeige.

Die vierte Generation der Praktica-Spiegelreflexkameras wurde mit der Praktica B 200 im Jahr 1978 auf der Leipziger Messe erstmals präsentiert und von 1979 bis 1990 gefertigt. Eine wesentliche Neuerung war die Einführung des Bajonettanschlusses (auch PB-mount genannt) und ein modernes Design für Kameras und Objektive. Erstmals wurden auch Zoomobjektive, später auch noch Autofokus-Objektive vorgestellt.

Da das B-System für Kunden in der DDR sehr teuer war, wurde entgegen den Planungen die erschwinglichere M42-Kameralinie in verringertem Umfang weiter produziert. Später gab es speziell für den DDR-Markt technisch abgerüstete und damit billiger zu produzierende Modellvarianten (siehe dazu Praktica BCC und Praktica BCA). Umgekehrt wurden spezielle Modellversionen für den britischen, niederländischen und französischen Exportmarkt hergestellt, die sich nur in Designelementen und in der Namensgebung von den zugrunde liegenden Urtypen unterschieden (siehe dazu Praktica BCX, Praktica BC auto, Jenaflex AM-1, Jenaflex AC-1 und Praktica BC3).

Nachteil des Pentacon-Bajonetts war, dass es eine Eigenentwicklung war und nicht mit anderen Quasi-Marktstandards wie dem Pentax-K-Bajonett kompatibel war. Damit war im Gegensatz zum zuvor verwendeten Schraubgewinde die Nutzung von Objektiven auf neu zu kaufende Bajonett-Objektive mit PB-mount eingeschränkt. Dies verringerte die Akzeptanz des Systems im Markt.

Zur B-Kamerageneration gehören folgende Modelle:

  • Praktica B 200 und BCX, chrom
  • Praktica BC 1/BC3/BCX, schwarz und Jenaflex AM-1
  • Praktica B 100 und BC auto
  • Praktica BCA und Jenaflex AC-1
  • Praktica M
  • Praktica BCS
  • Praktica BCC
  • Praktica BM/BMS und Revue BC 2


BX-Modellreihe (Fertigung zwischen 1987 und 1990):

  • Praktica BX 20
  • Praktica BX 10 DX
  • Praktica BX 21
  • Praktica BX 20s


BX-Modellreihe aus der Nach-Wendezeit (Fertigung zwischen 1991 und 2001):

  • Praktica BX 20S
  • Praktica BX 20D



Siehe auch


  • Exakta



Literatur


  • Herbert Blumtritt: Geschichte der Dresdner Fotoindustrie. Lindemanns: Stuttgart 2000
  • Herbert Blumtritt: Die Prakti. Lindemanns: Stuttgart 2002

  • K. Hartmann: Pentacon Praxis (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle 1960
  • Richard Hummel: Spiegelreflexkameras aus Dresden - Geschichte, Technik, Fakten (erste erweiterte und überarbeitete Nachauflage). Edition Reintzsch: Leipzig 1995
  • W. Mesow: Kleines Buch zur Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Leipzig 1980
  • Franz Pangerl. Das Praktica-Buch. Seebruck: Heering-Verlag 1967
  • Roger Rössing: Fotografie mit der Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle (Saale) 1959 (12. Aufl. 1977)
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 20:13   Titel: Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie




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Ansel Adams: The Tetons and the Snake River

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Herbstidylle im südlichen Wipptal

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Zireiner See mit Rofanspitze.

Die Landschaftsfotografie setzt sich mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen auseinander. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie, aber auch der Stilllebenfotografie wenn sich die Betrachtungsräume beispielsweise den gestalteten Parks und Gärten annähern.

Ihre Pioniere, im 19. Jahrhundert Hermann Krone, im 20. Jahrhundert Ansel Adams, suchten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue“ Abbildung. Zumeist wurden große Bildformate in Fachkameras genutzt. Seit dieser Phase hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt. Die menschliche Intervention in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen. Beispielsweise zeigt Margherita Spiluttini großformatige Abbildungen der vom Menschen in die Umwelt gesetzten Steinbrüche und der vom Verkehr und der Wasserkraftnutzung überformten Alpen. Über den menschlichen Eingriff oder die Dokumentation von aktuellen Ereignissen lässt sich auch ein Bezug zur Reportagefotografie herstellten. Vom Krieg geschundene Welten, aber auch Umweltkatastrophen bieten weiten Raum für die fotografische Arbeit.

Während sich Spiluttini und viele andere Vertreter der Landschaftsfotografie der „exakten“ Abbildung widmen, verfremden manche zeitgenössische Fotografen wie der Finne Miklos Gaal reale Szenen mit den extremen Unschärfen, die durch die Verstellungen von Fachkameras möglich sind, zu surrealen Szenen, die an die Makroaufnahmen von Modelleisenbahnen erinnern. Darin könnte ein Aufgreifen der Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts gesehen werden, mit denen sich die Fotografie vom Zwang der exakten Abbildung befreite.

Technik


Abgesehen von bewussten gestalterischen Unschärfen, versucht man in der Landschaftsfotografie, Aufnahmen mit großer Schärfentiefe und Detailzeichnung herzustellen. Landschaftsfotografen haben meist genug Zeit, um ein Stativ aufzubauen und damit die optimale Perspektive und Ausschnitt zu suchen. Belichtungsreihen treten hier an die Stelle von Serienbildern.

Bildschärfe


Zur Erzielung optimaler Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen gelten folgende Parameter:

  • Möglichst niedriger ISO-Wert, um Bildrauschen (bzw. Körnigkeit) zu minimieren.
  • Am besten fotografiert man im RAW-Format um verlustfreie Bilder für die Nachbearbeitung herzustellen.
  • 6 Megapixel reichen für den „Hausgebrauch“, schöpfen aber nicht das Auflösungsvermögen sehr guter Objektive voll aus. Hier sollten es 10-12 Megapixel sein.
  • Möglichst gutes Objektiv, Festbrennweiten sind meist preiswerter und kompakter als vergleichbar gute Zoomoptiken.
  • Auch gute Objektive sollten um mindestens zwei Stufen abgeblendet werden, höchstens aber „zwei Stufen vor ganz zu“. Oft sind das Blendenwerte um 5,6 bis 11.
  • Daraus resultiert eine Belichtungszeit, die oft nicht aus der Hand verwacklungsfrei gehalten werden kann. Ein gutes Stativ ist daher das wichtigste Utensil des Landschaftsfotografen.
  • Drahtauslöser (oder elektrischer Fernauslöser) bzw. Selbstauslöser und Spiegelvorauslösung reduzieren die Verwacklungen und sollten bei Aufnahmen vom Stativ immer verwendet werden, wenn es das Motiv erlaubt.
  • Der Autofokus stört bei Landschaftsaufnahmen oft, manuelle Scharfstellung auf Unendlich (∞) ist meistens richtig.


Filter


Folgende Filter finden in der Landschaftsfotografie häufig Anwendung:

  • Polfilter können blauen Himmel kräftiger erscheinen lassen und Spiegelungen auf Wasseroberflächen reduzieren. Seine Wirkung entfaltet er nur bei Seitenlicht.
  • Verlauffilter dunkeln einen hellen Himmel ab und reduzieren so den Kontrastumfang des Bildes.
  • Neutralgraufilter verlängern die Belichtungszeit, sodass Bewegungsunschärfe, insbesondere von fließendem Wasser, bildwirksam wird.
  • Farbfilter (rot, grün, gelb, orange) werden nur in der Schwarzweißfotografie verwendet und können den Landschaftseindruck verstärken. Ein Gelbfilter arbeitet beispielsweise die Wolken vor blauem Himmel besser heraus, und ein Grünfilter differenziert das Blattgrün bei Waldaufnahmen.


Literatur


  • A. Horsley Hinton: Künstlerische Landschafts-Photographie in Studium und Praxis (2. durchges. u. erweiterte Auflage). Berlin: Gustav Schmidt 1900
  • Fritz Loescher: Leitfaden der Landschafts-Photographie (5. Aufl. umgearbeitet u. ergänzt v. Karl Weiß). Berlin: Union Deutsche Verlagsges. 1917


Weblinks
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Mi, 30. Apr 2008 11:28   Titel: Nachtfotografie


Nachtfotografie/Nachtaufnahmen


Nachtaufnahmen oder auch Nachtfotografien wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem fotografische Aufnahmen bei speziellen Lichtverhältnissen – in der Dämmerung, bei Anbruch der Nachtstimmung sowie in Form von Langzeitbelichtungen in der Nacht unter Verwendung von Belichtungszeiten von einigen Sekunden bis Minuten durchgeführt werden. Sie bilden eine besonders schwierige Gruppe von fotografischen Aufnahmen. Die bevorzugten Motive sind Architektur, Stadtansichten oder Landschaften. Nicht selten werden auch Himmelsobjekte in das Motiv mit einbezogen, so dass der Übergang zur Astrofotografie fließend ist. Verwandte fotografische Genres sind die Astro- und die Landschaftsfotografie, in denen ähnliche Arbeitstechniken und Bildgestaltungen verwendet werden.

In Nachtfotografien treten aufgrund der relativ langen Belichtungen (einige Sekunden bis Minuten) fotografische Effekte wie der Schwarzschildeffekt (in der analogen Fotografie) oder vermehrtes Rauschen (in der digitalen Fotografie) in Erscheinung (siehe Abschnitt Erläuterung einzelner Effekte).

Voraussetzung für Nachtfotografien ist ein sicherer Stand der Kamera, hier bietet sich die Nutzung eines Stativs an. Lichtstarke Wechselobjektive helfen bei der Bildgestaltung, da sie ein vergleichsweise helles Sucherbild ermöglichen. Hochempfindliche Filme können eingesetzt werden, um den Schwarzschildeffekt zu reduzieren, häufig wird jedoch mehr Wert auf die bessere Schärfe, geringere Körnigkeit und kräftigere Farbwiedergabe normalempfindlicher Filme gelegt. Eine besonders attraktive Zeit für Nachtfotografien ist die so genannte Blaue Stunde, also die Dämmerung.

Aus technischer Sicht sind auch die meisten Fotografien von Sonnenuntergängen zu den Nachtaufnahmen zu zählen. Verglichen mit anderen fotografischen Genres kennzeichnen Nachtaufnahmen folgende Merkmale, die auftreten können, aber nicht alle müssen:
  • wenig Licht (z. B. während der so genannten Blaue Stunde),
  • Kunstlicht mit unsicherer Bestimmung der Farbtemperatur,
  • Verwendung aufwändigerer Technik als sonst üblich.


Die Available-Light-Fotografie ist im Gegensatz zu Nachtaufnahmen nicht an Tageszeiten gebunden. In der Available-light-Fotografie werden vergleichsweise kurze Belichtungszeiten verwendet. Ihr gestalterisches Ziel ist das Einfangen der Lichtstimmung vor Ort auch tagsüber z. B. in geschlossenen Räumen, ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Lichtquellen wie Blitzlicht.



Besonderheiten


Bei Nachtaufnahmen sind einige Besonderheiten zu beachten, die sonst nicht oder weniger intensiv auftreten:

  • Filmkorn bzw. Bildrauschen
  • Lichthof
  • Schwarzschildeffekt


Gerade bei Nachtaufnahmen erreicht man oft enttäuschende Ergebnisse, weil das fertige Bild nicht die Stimmung wiedergibt, die man selbst erlebt hat. Dies betrifft insbesondere Farbtemperatur und Filmkorn bzw. Rauschen sowie Bildunschärfen wegen der sehr langen Belichtungszeiten und großen Blendenöffnungen.

Filmempfindlichkeit

Dabei ist es unerheblich ob man analog oder digital fotografiert: Es gibt sowohl hochempfindliche Filme als auch ebenso lichtempfindliche Digitalsensoren (handelsüblich derzeit bis ISO 3200/36° ohne Push-Entwicklung). Im Gegensatz zur Available-Light-Fotografie wird man für Nachtaufnahmen meist jedoch aufgrund der höheren Farbsättigung und des geringeren Korns niedrigempfindliche Filme einsetzen; dabei muss allerdings der Schwarzschildeffekt in der Belichtungszeit kompensiert werden.


Farbwiedergabe


Aufgrund der Fähigkeit der menschlichen Wahrnehmung zur chromatischen Adaption können Menschen die exakte Farbtemperatur einer Lichtquelle nicht objektiv beurteilen; die subjektiv wahrgenommene Farbstimmung weicht darüber hinaus auch von der Sensibilisierung der fotografischen Emulsion bzw. vom automatischen Weißabgleich der Kamera ab, da diese auf standardisierte „Normalbedingungen“ eingestellt sind; bei Nachtaufnahmen kommt in der Praxis häufig noch als zusätzliche Problematik das Mischlicht aus Lichtquellen unterschiedlicher Farbtemperatur hinzu.

Objektivieren kann man diese Effekte nur mit Hilfe eines fotometrischen Belichtungsmessers (z. B. Gossen Mastersix in Verbindung mit Vorsatzgerät PROFi-color), wobei allerdings für exakte Messungen eine Lichtintensität von mindestens 10 Lux erforderlich ist (etwa 60-Watt-Glühbirne auf 1,5 Meter Entfernung in einem abgedunkelten Raum). Gerade unter den Bedingungen einer Nachtaufnahme wird es also für den Fotoamateur schwierig, die Lichtsituation objektiv zu bestimmen. Faustregeln gibt es nicht. Mit ein wenig Erfahrung und einer Farbtemperaturtabelle lassen sich jedoch die Wirkungen von Kunstlicht auf fotografische Emulsionen oder digitale Sensoren recht gut abschätzen.

Körnung und Rauschen

Die grobe Körnung eines fotografischen Films wird von manchen Fotografen gerne in Kauf genommen und als Effekt bewusst eingesetzt; legt man jedoch Wert auf eine feine Körnung und hohe Kantenschärfe, sollten Filme mit Empfindlichkeiten über ISO 200/24° unbedingt vermieden werden. Eine höhere Präzision der Belichtung erzielt man mit Diafilmen, während Negativfilme einen höheren Belichtungsspielraum bieten. Spezialfilme wie z. B. 'Kodak Professional Ektapress Film PJ800' können bis 6400 ASA belichtet werden und haben dabei eine noch akzeptable Körnung, die mit herkömmlichen 400-ASA-Filmen vergleichbar ist. Allerdings sind solche Filme und deren Entwicklung sehr teuer.

In der Digitalfotografie weisen nahezu alle aktuellen Kameramodelle ein Dunkelrauschen auf, das teilweise durch Algorithmen der Kameraelektronik kompensiert – oder auch verschlimmert – wird. Zu den besten Ergebnissen gelangt man mit Empfindlichkeitseinstellungen um 100 ASA in Verbindung mit dem jeweiligen Rohdatenformat der Kamera.

Das Rohdatenbild lässt sich dann bei der Bildbearbeitung mit speziellen Hilfsprogrammen wie Noise Ninja oder Neatimage, gezielt entrauschen und beispielsweise mit Photokit Sharpener oder FocalBlade nachschärfen. Soll das Rohdatenformat vermieden werden, hilft zweimaliges Belichten, zuerst mit offenem Verschluss und dann mit geschlossenem,so kann die Kamera das Rauschen teilweise herrausrechnen.


Erläuterung einzelner Effekte


Die folgenden Bilder wurden mit verschiedenen Aufnahmetechniken angefertigt und zeigen einige der vorher beschriebenen Effekte:

Unschärfe

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Passeig de Gracia in der Innenstadt von Barcelona


Aufnahmetechnik:

  • EXA Rheinmetall
  • 2,8/50 Festbrennweite
  • KodaChrome 25
  • f=5,6 / ca. 2 s


Obwohl die Kamera an eine Laterne gedrückt wurde, ist das Bild insgesamt unscharf, bei den Menschen erscheint unabwendbar Bewegungsunschärfe.

Farbtemperatur

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Tossa de Mar an der spanischen Costa Brava

Aufnahmetechnik:

  • Canon EOS 50 E
  • 1,8/50 Festbrennweite
  • Kodak Gold 100
  • f=2,0 / 1/15 s


Der Farbstich fällt besonders im rechten Bildteil auf. Das gesamte Bild wirkt wesentlich wärmer als es ursprünglich der Fall war. Die Beleuchtung der Burg erfolgt mit wärmeren Lampen als die Straßenbeleuchtung. Die Lampen wirken zwar wärmer, als sie in der Aufnahmesituation wahrgenommen wurden, dies wird aber im fertigen Bild meist als angenehm empfunden.

Lichthof

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Lichterträume im Familiengarten Eberswalde

Aufnahmetechnik:

  • Canon G5
  • f=8 / 1 s


Den Lichthof kann man bei allen im Bild sichtbaren Lichtquellen beobachten, besonders in der unteren Bildmitte und rechts beim roten Licht. Selbst die angestrahlten Blätter links oben überstrahlen.


Stimmung

Aufnahmetechnik:

  • Ricoh RDC-i 500
  • f=2,8 / 1/15 s


Das Originalbild gibt die (physikalisch) korrekten Farben wieder. Es wirkt etwas kraftlos, das Ergebnis ist nicht unbedingt befriedigend. Durch gezielte Farbkorrekturen am Computer kann die ursprünglich gesehene Stimmung bzw. eine übertriebene, kitschige Postkartenatmosphäre erreicht werden (Bilder 2 und 3).

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Sonnenuntergang in Dagebüll an der Nordsee, fast unbearbeitete Datei aus der Kamera

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Bild 2 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur auf die tatsächlich vorhandenen Farbbereiche

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Bild 3 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur mit drastischer Überbetonung des Rot- Kanals und Zurückdrängung von Grün und Blau


Aufnahmetechnik


Für Nachtaufnahmen ist sehr preiswerte Fototechnik nur bedingt geeignet. Die Kamera muss ein abschaltbares Blitzgerät besitzen und möglichst über ein Stativgewinde verfügen; bei Analogkameras sollte die Filmempfindlichkeit manuell einstellbar sein bzw. bei Digitalkameras eine manuelle Empfindlichkeitswahl möglich sein.

Als Notlösung kann man bei preiswerten Kameras den Blitz abdecken und darauf hoffen, dass die Kameraelektronik den Rest macht. Empfehlenswert ist der Belichtungsmodus manuell sowie manuelle Entfernungseinstellung, da einige Autofokus-Systeme in lichtschwacher Umgebung oft Probleme bereiten.

Lichtstarke Wechselobjektive unterstützen die Arbeit, da sie die manuelle Fokussierung mittels der Einstellscheibe vereinfachen, sie sind aber nicht zwingend erforderlich.


Weitere Beispielfotos




Hofkirche von Dresden



Am Festspielhaus Hellerau



Sternspuraufnahme mit Einbau von Landschaft



Flughafen Dresden


Siehe auch


  • Langzeitbelichtung
  • Chromatische Aberration
  • Dynamic Range Increase



Weblinks


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Do, 07. Feb 2008 18:37   Titel: Pentaprisma




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Ein Pentaprisma ist ein fünfseitiges Prisma. Von den fünf Flächen werden vier optisch genutzt, zwei als Ein- und Austrittsflächen und zwei als Reflexionsflächen. Die Reflexionsflächen sind verspiegelt, da der Einfallswinkel der Lichtrahlen für eine Totalreflexion zu steil ist. Im Gegensatz zu normalen Reflexionsprismen erzeugt ein Pentaprisma ein seitenrichtiges Bild.

Bei nicht verpiegelten Oberflächen kann ein pentaprisma zur Sonnenbeobachtung eingesetzt werden. An den refleflektierenden Flächen kommt es dann zu Teilreflexionen. Ca. 4% werden an der ersten Oberfläche reflektiert (96% gehen durch die Glas/Luft-Schicht und werden mittels Spiegel aus dem Prismangehäuse gelenkt.). Von den 4% gehen nochmals 96% durch Teilreflexion an den anderen Grenzflächen verloren. Es werden also effektiv nur noch 0,16% der urprünglichen Lichtmenge genutzt.

Da dies zur visuellen Beobachtung noch zu viel ist, muss ein Neutraldichtefilter (Graufilter) oder Polarisationsfilter nachgeschaltet werden.

Nutzbar ist das Pentaprisma zur Sonnenbeobachtung jedoch nur bei Refraktoren, da an Reflektoren bereits am Fangspiegel große Wärmebelastungen vorherrschen können.

Eine Variante des Pentaprismas ist das Dachkant-Pentaprisma oder kurz Dachkantprisma, das ein aufrecht stehendes, aber seitenverkehrtes Bild erzeugt. Bei diesem wird eine Spiegelfläche durch zwei zueinander rechtwinklige Flächen ersetzt. Diese müssen nicht verspiegelt werden, da man die Totalreflexion nutzen kann. Das Dachkantprisma wird oft im Sucher von Spiegelreflexkameras eingesetzt (Pentaprismensucher). Hierbei erhält man ein seitenrichtiges und aufrechtes Bild, weil das Bild auf der Mattscheibe der Kamera aufrecht und seitenverkehrt ist.

Eine Besonderheit des Pentaprismas ist, dass der Austrittswinkel des Lichtstrahls immer 90° zum Eintrittswinkel steht. Somit bleibt das prisma unbeeinflusst von Störungen (z.B. Kippen)

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Dieses Bild basiert auf dem Bild PentaprismaXYZ aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Bobarino.

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Dieses Bild basiert auf dem Dachkant-Pentaprisma aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Dr.Bob.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Do, 17. Jan 2008 20:23   Titel: Belichtungszeit

Belichtungszeit



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Die Belichtungszeit (englisch exposure time) ist die Zeitspanne, der ein optisch empfindliches Medium (herkömmliche Kameras: Film, Digitalkameras: CMOS- oder CCD-Sensor) zur Aufzeichnung eines Bildes ausgesetzt wird. Zusammen mit der Blendenöffnung bestimmt die Belichtungszeit die auf das Medium einfallende Lichtmenge (englisch Exposure value, EV). Eine korrekte Belichtung des Mediums ist abhängig von der Helligkeit des Motivs, der einfallenden Lichtmenge und der Empfindlichkeit des Mediums (ISO-Zahl). Bei gegebener Motivhelligkeit und Empfindlichkeit des Mediums führt nur eine bestimmte Lichtmenge zu einer richtigen Belichtung. Die Lichtmenge ergibt sich hierbei aus dem Quotienten aus Belichtungszeit und Blendenöffnung. Eine zu kurze Belichtungszeit führt daher zu unterbelichteten, eine zu lange Belichtungszeit zu überbelichteten Bildern.

Die Belichtungszeit wird als zu steuernde Verschlusszeit an der Kamera eingestellt oder auf andere geeignete Weise gebildet, wenn die benötigte Belichtungszeit außerhalb des von der Kamera gesteuerten Verschlusszeitenbereichs liegt.

Die Belichtungszeit kann je nach eingesetzter Technik von Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu Stunden reichen. Bei extrem kurzen Zeiten (unter ca. 1/5000 s) wird von Kurzzeitfotografie gesprochen, bei Zeiten über ca. 5 s von Langzeitbelichtung. Bei Langzeitaufnahmen auf Film ist der Schwarzschildeffekt zu beachten.

Die notwendige Belichtungszeit wird mit zunehmendem Lichteinfall (Helligkeit) sowie zunehmender Lichtempfindlichkeit des Bildaufnehmers (ISO-Zahl - je höher, umso lichtempfindlicher) kürzer. Ermittelt wird die richtige Belichtungszeit mit einem Belichtungsmesser.

Neben der Blende ist die Belichtungszeit das wichtigste Mittel zur Gestaltung fotografischer Werke (Bewegungsunschärfe oder Schärfentiefe).

Siehe auch: Kurzzeitfotografie, Langzeitbelichtung



Quelle




Kategorie:
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Sa, 12. Jan 2008 16:23   Titel: Aufnahmeformat


Aufnahmeformat


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Als Aufnahmeformat (Filmformat, Bildformat, Negativformat oder Konfektionierung) bezeichnet man in der Fotografie die Abmessungen des Bildes auf fotografischen Platten oder Filmen.
Inhaltsverzeichnis



Seitenverhältnis


Jedes dieser Aufnahmeformate weist ein charakteristisches Seitenverhältnis auf, das bei der Kleinbildfotografie 1,5 (3:2; in Anlehnung an Druck- und Papierformate), bei der Digitalfotografie dagegen i. d. R. 1,33 (4:3; in Anlehnung an die Fernseh- und Videonormen NTSC, PAL und SECAM) beträgt. Weitere elektronische Formate werden unter dem Begriff Bildauflösung zusammengefasst.


Aufnahmeformate von fotografischem Film


Übersicht

Auswahl wichtiger fotografischer Aufnahmeformate:

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Vergleich der Aufnahmeformate des APS-, Kleinbild und Mittelformats
Dieses Bild basiert auf dem Bild fotografisches Aufnahmeformat aus Wikimedia Commons von asb und steht unter der Creative Commons Attribution 2.5 zur Verfügung. Autor: asb. Lizenziert unter Creative Commons CC-BY-SA 2.5


Kleinstbildfotografie

Das kleinste handelsübliche Aufnahmeformat ist das Minox-Kleinstbildformat 8×11 mm.

Kleinstkameras für 16-mm-Film der späten 60er Jahre mussten zunächst selbst konfektioniert werden; sie verwendeten ein Aufnahmeformat von 10×14 mm, für das später auch Kassetten angeboten wurden (z.B. Minolta-16).

Minolta führte 1970 eine fertig konfektionierte Kassette mit 16 mm-Film ein, die das 50 Prozent größere Aufnahmeformat 12×17 mm verwendete.

Die (noch nicht standardisierten) Miniaturkameras der 1850er Jahre verwendeten häufig fotografische Platten mit einer Seitenlänge von 2,5 cm, so beispielsweise die Apparate von Thomas Skaife (1858) und Charles Piazzi Smyth (1859 ff.). Diese Negative wurden – was zu dieser Zeit vollkommen unüblich war – vergrößert.

Advanced Photo System

Der APS-Film des 1996 eingeführten Advanced Photo Systems (APS), die letzte bedeutende fotochemische Neuentwicklung des letzten Jahrzehnts, weist ein Negativformat von 16,7×30,2 mm auf, der APS-Film selbst ist 24 mm breit; dieses Format gewinnt heute wieder eine gewisse Bedeutung als Sensorgröße von professionellen Digitalkameras.

Bei Einführung des APS-Films meinten manche Hersteller vollmundig, dass der Kleinbildfilm 135 in den nächsten 5-10 Jahren durch das Advanced Photo Systems (APS) verdrängt würde. Inzwischen ist es umgekehrt: Der APS-Film ist stark im Rückgang begriffen und wird nur noch in wenigen Standard-Empfindlichkeiten angeboten. Schwarz-weiss-Filme für APS (in Form von chromogenen S/W-Filmen) gibt es gar nicht mehr, ebensowenig wie Dia-Filme.

Kodak Instamatic (126er) und Agfa Rapid

Die Instamatic-Kassetten (126er) aus den 1960er Jahren hatten ein Aufnahmeformat von 28,5×28,5 mm (rund 28×28 mm), die Filmbreite betrug 35 mm; der Film selbst ist zum üblichen 35-mm-Kleinbildfilm nicht kompatibel. Dieser Film wird heute nur noch als Farbfilm in der Filmempfindlichkeit ISO 200 von einem italienischen Hersteller und nur in sehr geringen Stückzahlen hergestellt. Die völlige Einstellung der Produktion weltweit ist absehbar.

Das Agfa-Rapid-Format aus der Mitte der 1960er Jahre verwendete das quadratische Aufnahmeformat 24×24 mm bei 24 Bildern pro Film.

Pocket-Kameras (110er)

Pocket-Kameras der 1970er Jahre verwendeten 110er-Filmkassetten mit dem Format 13×17 mm. Obwohl keine neuen Kameras für diesen Film mehr hergestellt werden, sind die Filme relativ unproblematisch erhältlich und werden von jedem Grosslabor verarbeitet.

Kodak Disc

Die 1982 eingeführte Kodak Disc verwendete ein Negativformat von ca. 8×10,5 mm. Auf eine Disc konnten immer 15 Aufnahmen gemacht werden. Kameras für dieses Format wurden bis etwa 1988 und Filme bis 1998 hergestellt. Heutzutage haben die meisten Großlabors keine Maschinen mehr zur Vergrößerung oder gar Entwicklung von Disc-Filmen, so dass die Besitzer von Disc-Negativen kaum eine Chance mehr haben, Abzüge machen zu lassen.

Kleinbildfotografie (135er)

Kleinbildformat 24×36 mm:


Das Kleinbildformat von 24×36 mm ergab sich 1913 mit der Entwicklung der "Ur-Leica" aus der Verdopplung des Stummfilm-Kinoformats 18×24 mm.

Der beidseitig perforierte Kleinbildfilm wird konfektioniert aus 35-mm-Film als Rollfilm. Handelübliche Konfektionierungen sind für die Filmkamera 122 m (= 400 ft. / entsprechend ca. 4 Min.), 305 m (= 1000 ft. / entsprechend ca. 11 Min.) und in der Fotografie 24 und 36 Bilder (ca. 1,3 m).

In der Geschichte der Fototechnik wurde auch mehrfach mit Halbformaten experimentiert, beispielsweise durch Halbierung des Kleinbildfilms. Halbformatkameras verwenden 35-mm-Film im Format 18×24 mm; dieses Format entspricht also wieder dem ursprünglich verwendeten 35-mm-Kinofilm (Bildanzahl: 24, 48, 72).

Mit dem Format 24×24 mm der in den 50er Jahren gebaute Kleinbildkamera Zeiss Ikon Taxona sind ca. 50 Aufnahmen je Film möglich.

Panoramakameras verwenden 35-mm-Film beispielsweise mit dem Format 24×65 mm (z.B. Hasselblad XPan).

Ein Grund für die erstaunliche Dauerhaftigkeit des Kleinbildformats über rund 80 Jahre liegt möglicherweise in einer Erkenntnis, die schon Oskar Barnack aus Berechnungen zum Auflösungsvermögen des menschlichen Auges gewonnen hatte: Die optimale Bildgröße für fotografischen Film liegt demnach bei 22×23 mm.

Mittelformatfotografie (120er, 220er u.a.)

Kleinstes Mittelformat 4,5×6 cm:

Klassisches Mittelformat 6×6 cm:

Rechteckiges Mittelformat 6×7 cm:



System der Rollfilme. Der B2-Normalfilm wurde 1932 standardisiert auf acht Aufnahmen 6×9 cm (B2-8); zuvor hatte der B2-Film in Deutschland nur sechs (B2-6) bzw. bei der "Kurzspule" nur vier Aufnahmen (B2-4). Die deutschen Bezeichnungen waren bis ca. 1960 in Benutzung.

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Mittelformatfilm wird konfektioniert als Rollfilm.

Als "Kleinbild" galt um 1908 das Format 4,5×6 cm, ein heutiges Mittelformat. In den 1920er und 1930er Jahren waren noch diverse andere Mittelformat-Varianten verbreitet wie 65×90 mm, 40×65 mm

Boxkameras verwendeten die Aufnahmeformate 6,5×11 cm, 6×9 cm (2 1/4×3 1/4 Zoll), 5×7,5 cm, 4,5×6 cm (Halbierung von 6×9 cm), 3×4 cm (Halbierung des Formats 4×6,5 cm auf Film 127)

Der erste industriell gefertigte Fotoapparat, die berühmte Kodak Nr. 1 (You press the button, we do the rest), zeichnete runde (!) Bilder mit einem Durchmesser von 65 mm auf.

Rollfilme in anderen Konfektionierungen als 120 oder 220 werden von den grossen Herstellern nicht mehr angeboten; jedoch gibt es speziell in den USA Firmen, die sich auf Filme für klassische Kameras spezialisiert haben und fast jedes Rollfilmformat bei entsprechend hohen Preisen einzeln anfertigen. In jüngster Zeit gibt es sogar einen Hersteller aus Kroatien, der auf alten, aus Deutschland gekauften Maschinen wieder 127er-Filme herstellt und anbietet. Die Verarbeitung im Grosslabor bereitet jedoch Schwierigkeiten, da der Film mit einer Breite von 4cm nicht in die modernen Vergößerungsgeräte eingelegt werden kann. Wenn also Abzüge gemacht werden sollen, ist teure Handarbeit nötig.

Großformatfotografie

Großformat 9×12 cm (4×5"), 13×18 cm (5×7"), 18×24 cm (8×10"):

Bild:90x120.gif

Großformatfilm wird blattweise konfektioniert als Planfilm.

Digitalfotografie

In der Digitalfotografie werden teilweise Aufnahmeformate mit abweichenden Seitenverhältnissen verwendet; am weitesten verbreitet bei digitalen Kompaktkameras ist das Seitenverhältnis 1,33 (4:3). Digitale Spiegelreflexkameras weisen meistens ein Seitenverhältnis auf, welches dem des Kleinbildfilms von 1,5 (3:2) entspricht; es gibt aber auch digitale Rückteile für Mittelformatkameras, welche die dort üblichen Seitenverhältnisse 4:3 und 1:1 aufweisen.


Aufnahmeformate von fotografischen Platten


Ottomar Anschütz fotografierte mit seinem Electrotachyscop auf Glasplatten im Format 9x13 cm, was dem heutigen Großformat entspricht.

Noch um 1890 war das am weitesten verbreitete Negativformat 13×18 cm; das in den 1890er Jahren aufkommende Format 9×12 cm galt als "Kleinbild" und technisch minderwertig.

Klassische Aufnahmeformate

Die klassischen Aufnahmeformate wurden in der Frühzeit der Fotografie international normiert; folgende Plattengrößen waren verbreitet:

* Ganzplatte: 165×216 mm, 6½×8½ Inch
* Halbplatte: 114×140 mm, 4½×5½ Inch
* Viertelplatte: 83×108 mm, 3¼×4¼ Inch
* Sechstelplatte: 70×83 mm, 2¾×3¼ Inch
* Neuntelplatte: 51×64 mm, 2×2½ Inch

Noch größere Formate wurden als Doppelformat oder auch Mammutformat bezeichnet, sie waren jedoch nicht standardisiert. Der Daguerreotypist John Edwin Mayall fotografierte beispielsweise Mitte des 19. Jahrhunderts eine Serie von Aufnahmen im Mammutformat 24×34 cm vom Kristallpalast während der ersten Weltausstellung in London (1851).


Siehe auch


* Filmformat
* Bildformat (Seitenverhältnis) - Papierformate für Kleinbildfotografie
* Auflösung und Bildgröße
* Bildwinkel und Feldwinkel
* Ausbelichtung
* Bildschirmformat
* 80-mm-Film, 55-mm-Film, 70-mm-Film, 35-mm-Film, 16-mm-Film, 8-mm-Film
* Techniscope


Literatur


* Felix Freier: DuMont's Lexikon der Fotografie (2. Auflage). 1997. ISBN 3-7701-2982-2

Weblinks

* http://www.photographica-world.de/fotomuseum/einleitung.htm - Geschichte der 4,5×6 cm Plattenkameras
* http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm - Schärfentiefe-, Abbildungsmaßstab- und Nahlinsenrechner (von Tom Striewisch, Alexander Kluge und Erik Krause)

Quelle

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Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 11. Jan 2008 23:38   Titel: Nikon F

Nikon F


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Die Nikon F (in Deutschland auch: Nikkor F) ist ein klassischer Fotoapparat der 1960er Jahre, eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die als Prototyp aller danach folgenden professionellen Kameras dieses Typs gilt.

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Nikon F (schwarz) in der Grundausstattung mit einfachem Prismensucher, Baujahr 1969

Die Nikon F wurde 1959 vorgestellt und 1971 von der technisch sehr ähnlichen Nikon F2 abgelöst, die den weltweiten Durchbruch des japanischen Herstellers Nikon im professionellen Kleinbildsektor auch in Europa markierte. Schon vorher war die F ein „Geheimtipp“, aber keineswegs ein „Exot“, sondern besonders in Japan und den USA als Profi-Kamera für den „harten Einsatz“ akzeptiert. Später folgten weitere Kameras in der F-Serie.

Zwar hatte die Nikon F nur mit einer wirklichen Weltneuheit aufzuwarten (dem 100%igen Sucherausschnitt), aber sie vereinte dennoch alle bis dahin bekannten Fortschritte erstmals in einem Modell.

Auch nach Jahrzehnten lässt sie sich problemlos einsetzen. Die Grundausstattung mit einfachem Prismensucher ohne Belichtungsmesser wirkt für heutige Verhältnisse spartanisch, aber sie funktioniert und alle heutigen Objektive mit dem F-Bajonett können weiter verwendet werden (Ausnahme: AF-G Objektive ohne Blendenring, DX-Objektive für Digitalkameras mit kleinerem Bildkreis und APS-Objektive). Eine Belichtungsmessung mit „Photomic-Suchern“ ist nur bei solchen Objektiven möglich, die über den Metallzinken auf dem Blendering verfügen oder damit nachgerüstet werden können.


Vorgeschichte


Die Nikon F baut auf folgenden Innovationen anderer Hersteller auf:

* 1925 erste Kleinbildkamera von Oskar Barnack - die Leica
* 1936 erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera
* 1936 Kine-Exakta erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Bajonett-Anschluss für Wechselobjektive
* 1955 Pentax Asahiflex erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Springblende
* 1964 Pentax Spotmatic, erste einäugige Spiegelreflexkamera der Welt mit Belichtungsmessung durch das Objektiv.

Im Stammbaum des eigenen Hauses baut sie technisch auf der Messsucherkamera Nikon SP auf, die heute ein sehr begehrtes Sammlerobjekt ist. Der Ruf der SP als Alternative zu Leica und Contax liegt in den von Nikon gefertigten Objektiven begründet, die für beide Kameratypen hergestellt wurden. Die S-Serie verwendete selber das Contax-Bajonett. Man kann die Nikon F in vielfacher Hinsicht als eine SP mit Spiegelkasten und größerem Bajonett (durch das notwendig größere Auflagemaß) bezeichnen.

Motor und Langfilmkassette


Zur Nikon F gab es einen Motorantrieb, den F-36, der nicht zuletzt dafür verantwortlich war, dass sie sich als Profikamera sehr schnell etablieren konnte. Er wurde zum Vorbild für die Mitbewerber auf dem Kameramarkt. Mit dem F-36 sieht die Nikon F nur unwesentlich anders aus als heutige Profikameras. Er hatte bereits ein angebautes Batteriefach (zunächst externe Stromversorgung), einen Handgriff mit Auslöser und einen Umschalter von S (Single, Einzelbild) auf C (Continuous, Serie). Der F-36 schafft eine Bildfrequenz von 2; 2,5; 3 oder 4 Bildern in der Sekunde.

Des Weiteren stand ein Batterieteil mit Kabel zur Verfügung. Er enthielt 8 Batterien à 1,5 V und einen umstellbaren Auslöser für Einzel- und Serienschaltung. Auch er konnte mit Relaisbox, Intervalometer zur Fernsteuerung genutzt werden. Der Kabelbatterieteil wurde ausgeliefert mit Umhängeriemen und mit Kabel zu den Motoren. Mit Hilfe der Relaisbox, zwischen Kamera und Batterieteil geschaltet, konnte die Kamera auf große Distanzen oder am Relaisteil selbst ausgelöst werden.

Neben dem F-36 gab es auch den Motor F-250, mit zwei großen Nikon-Kassetten mit einem Fassungsvermögen bis zu 10 m Film (entspricht 250 Aufnahmen). Die technischen Merkmale der beiden Motoren waren genau gleich. Um die 10-Meter-Kassetten zu laden, bot Nikon ein Ladegerät an. Die zu ladende Filmlänge konnte vorgewählt werden. Diese F-250-Version wurde u. a. von der NASA mit in den Weltraum genommen (wie auch die entsprechende Nachfolgemodelle der F).

Die Rückwand


Eine Eigenheit der Nikon F ist ihre Rückwand. Wird jene bei späteren Kamera-Modellen aufgeklappt, so wird sie hier nach unten abgezogen. Dafür befindet sich in der Bodenplatte ein versenkbarer Entriegelungshebel. Die Rückwand wird also zusammen mit der Bodenplatte abgebaut.

Der Fotograf hält beim Filmwechsel plötzlich zwei Teile in der Hand und ist „in Action“ vor eine zusätzliche Herausforderung gestellt: „Mit welcher Hand den Film einlegen?“.

Der Motor hat eine eigene Kamerarückwand, da er die Bodenplatte ersetzt, die bei der normalen Rückwand Bestandteil ist, so dass er also auch komplett abgebaut werden muss, wenn man einen Film wechseln will. Besonders hierbei kann es zu Beschädigungen der Führungsschlitze am Kameragehäuse kommen. Ein Verkanten muss unbedingt vermieden werden. Das Nachfolgemodell F2 hatte dann die heute gebräuchliche - und komfortablere - aufklappbare Rückwand.

Unten an der Bodenplatte lässt sich die Filmempfindlichkeit einstellen. Dies hat aber nur den einzigen Sinn, dass der Fotograf sich erinnern kann, welche Filmempfindlichkeit er beim Belichtungsmesser (extern oder Photomic) einstellen muss. Es ist also eine reine Gedächtnisstütze ohne technische Funktion.

Wechselsucher

Charakteristisch und wegweisend für die F Serie ist das System von Wechselsuchern. Zum Wechseln der Sucher gibt es einen etwas schwer zu bedienenden kleinen Entriegelungsknopf an der Rückseite des Kameragehäuses. Erst 1980 mit der Nikon F3 wurde das deutlich besser gelöst.

Die Grundversion hatte einen Prismensucher, der ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild zeigt. Ein weiterer Sucher war der Lichtschacht, nützlich bei Makro- und Mikrofotographie. Der Lichtschacht ist mit einer wegklappbaren Lupe (5x) versehen.

Der Prismensucher mit eingebautem Belichtungsmesser („Photomic“)

Der erste Photomic-Sucher hatte zum Messen im Sucher ein Fensterchen, das in einem eher unbestimmten Winkel das Licht maß. Dann erschien der erste TTL-Photomic (Through the Lens), der mit wechselnden Brennweiten die Messung anpasste. Der Photomic Tn misst das Mattscheibenzentrum von 12mm zu 60% und die Randbereiche zu 40%. Diese Messteilung wurde ermöglicht durch den Bau eines asphärischen Kondensor-Linsen-Systems, geregelt durch eine feststehende Blende vor den beiden CdS-Zellen (den eigentlichen Lichtmesszellen), die links und rechts des Okulars liegen. Der Messvorgang erfolgte bei offener Blende, zu jener Zeit eine Seltenheit. Der Photomic Tn war kalibiert von ASA (dem heutigen ISO) 20-6400. Der Messbereich ging von Lichtwert 2-17 bei ASA 100 mit dem Nikon Auto 55mm f/1,2.

Bei dem im August ausgelieferten Photomic FTn, der sich leichter montieren ließ, da er mit einer Klemmfassung ausgerüstet war, musste die größte Blende des montierten Objektivs nicht mehr an die Filmempfindlichkeit angepasst werden. Für Aufnahmen mit tiefem Kamerastandpunkt ist die Nadel des Belichtungsmessers auch auf dem Gehäuse des Photomic sichtbar.

Die Nikon Photomic FTN war das letzte Modell der Nikon F. Die damaligen Photomics funktionieren allerdings nicht mit den heutigen AF-Objektiven. Der Fotograf greift also besser gleich zum Handbelichtungsmesser und dem einfachen Prismensucher und hält so auch die bis heute leichteste Urversion der kompletten F-Serie in der Hand.

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Matte Seite der selben Scheibe

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Standard-Einstellscheibe Typ A mit Schnittbildindikator

Die Wechselsucher der Nikon F2 passen ebenso an die F, wie auch deren Einstellscheiben. Beim Ansetzen der F2-Sucher muss bei der F nur das vordere Typenschild abgeschraubt werden, was aber unkompliziert ist, weil die Schrauben sichtbar an der Außenseite sind (siehe auch Foto der Kamera oben). Die Photomics der F2 funktionieren an der F allerdings nicht, da sie eine Stromversorgung seitens der Kamera erwarten. Ein Batteriefach sucht man am eigentlichen Kameragehäuse der F vergebens.

Erst mit der F3 wanderte der Belichtungsmesser in das Gehäuse der Kamera selber. Bei der F4 wurden bereits wieder (neue) Funktionen in den Sucher ausgelagert: Die Mehrfeldmessung.

Ab der F2 gab es neben Prisma-, Lichtschacht- und Photomicsucher auch Lupen- und Sportsucher für spezielle Anwenderkreise.

Der Lupensucher ist von seinem Anwendungsbereich her ein „besserer Lichtschachtsucher“ für Makro- und Mikrofotografie. Er besteht aus einer aufwändig konstruierten 6-fach vergrößernden Lupe und ist damit besser als die einklappbare Lupe des einfachen Lichtschachtsuchers.

Der Sport-Prismensucher ermöglicht dem Fotografen (sogar den Brillenträgern) den Überblick über das gesamte Sucherbild, wenn er einen Helm oder eine Schutzbrille tragen muss (z.B. beim Fallschirmspringen oder auf dem Motorrad). Bei speziellen Unterwassergehäusen ist der Sportsucher unverzichtbar. Sportsucher meint also nicht den „normalen“ Sportfotografen, sondern den sporttreibenden Fotografen.


Einstellscheiben


Die Nikon F ermöglicht den Wechsel zu verschiedenen Einstellscheiben [1], die sehr schnell ausgewechselt werden können. Die mitgelieferte Einstellscheibe hatte ein Schnittbildzentrum mit Messkreis und Fresnellinse. Sie ist universell bis zu einer Brennweite von 135 mm verwendbar. 14 verschiedene Modelle bieten die Möglichkeit, bei jedem Gebrauch (Makro- Architektur- Luftbildfotographie) die optimale Scharfeinstellung zu treffen.


Mechanik


Da die Nikon F eine rein mechanische Kamera ist, wird der Verschluss nach heutigen Maßstäben „ungenau“ gesteuert (kein Schwingquarz „zählt“ bei ihr die Dauer einer 1/1000 Sekunde).

Als Verschluss dient bei der Nikon F ein äußerst langlebiges Titan-Rollo, das auch nach Jahrzehnten seinen Dienst tut. Die kürzeste Verschlusszeit ist 1/1000 Sekunde, die Blitzsynchronzeit beträgt 1/60 s.

Auslöser

Der Auslöseknopf liegt - damals konstruktionsbedingt - ungewöhnlich weit hinten ungefähr auf Höhe der Filmebene. Für den Drahtauslöseranschluss wird noch die heute nicht mehr übliche Leica-Glocke verwendet. Es gibt aber Adapter für „normale“ Drahtauslöser. Der Auslöseknopf hat einen Fingerschutzring, der auch zum Einstellen des Filmtransports (A-Stellung) oder der Filmrückwicklung (R-Stellung) dient.

Ein roter Punkt dreht sich bei jeder Aufnahme genau um 360°, so können Doppelbelichtungen erreicht werden.

Neben der normalen B-Einstellung (Bulb) für Langzeitbelichtungen, gibt es auch die für professionelle Kameras typische T-Einstellung, die den Verschluss erst wieder schließt, wenn das Verschlusszeitenrad in eine andere Stellung gedreht wird. Diese Einstellung erspart den Drahtauslöser mit seiner Feststellschraube für die übliche B-Einstellung.

Spiegelvorauslösung / Spiegelarretierung

Die Nikon F verfügt über eine Spiegelvorauslösung, ein weiteres Merkmal für die Profiklasse. Für heutige Maßstäbe unprofessionell ist allerdings seine Funktion: Wenn man die Spiegelvorauslösung einstellt (hierzu gibt es einen Drehknopf seitlich des Bajonetts), klappt der Spiegel erst nach der nächsten Aufnahme hoch und verbleibt in dieser Stellung. Der Fotograf „verschenkt“ also eine Aufnahme.

Die Spiegelarretierung war notwendig, um den Gebrauch der drei „Fisheye-Objektive“ (6 mm, 7,5 mm und 10 mm)zu erlauben, deren Linsenbau tief in den Kamerakörper hineinragte. Außerdem war die Spiegelarretierung notwendig bei Motorbetrieb mit 4 Bildern in der Sekunde.

Allerdings lässt sich dieses Manko umgehen, indem man den Auslöser nur halb eindrückt. Der Spiegel wird dann hochgeklappt, und der Verschluss nicht ausgelöst.

Selbstauslöser

Wie schon auf dem Foto zu erkennen, verfügt die F über einen Selbstauslöser. Dieser wird interessanterweise nicht über den normalen Auslöser gestartet, sondern hat einen eigenen kleinen Auslöserknopf, der beim Drehen des Hebels freigelegt wird. Weiße Punkte an der Fassung erlaubte Vorlaufzeiten von 3, 6 oder den vollen 10 Sekunden abzulesen. Unter anderem an der Bauweise des Selbstauslösers im Detail erkennt man die jeweilige Modellgeneration.
[bearbeiten] Springblende

Als moderne Kamera verfügt die Nikon F zusammen mit den für sie gebauten Objektiven über eine Springblenden-Funktion, die gleichzeitig mit dem Verschlussablauf wirksam wird.

Darüberhinaus „kommunizieren“ die Objektive älterer Bauart mit dem Belichtungsmesser im Photomic-Sucher. Hierfür dient die Nikon-typische (und heute nicht mehr verbaute) „Gabel“ am Blendenring. Nach Einführung der Ai-Objektive 1977 wurde dieses Verfahren obsolet.


Weitere Entwicklung in der Geschichte


Alle diese Ausstattungsmerkmale gehören immer noch zum heutigen Standard für professionelle Spiegelreflexkameras. Verbesserungen in der weiteren Entwicklung der Fotoindustrie waren im Wesentlichen nur die Verschlusssteuerung durch Microcomputer (und damit die präzisere Einhaltung der Zeiten und Ermöglichung der Belichtungsautomatik) und die Verkürzung der minimalen Verschlusszeit.

Im Hause Nikon: Ersteres wurde 1980 bei ihrer elektronisch gesteuerten „Enkelin“, der Nikon F3 verwirklicht. Letzteres schon 1971 mit der 1/2000 Sekunde bei der Nikon F2 später in der FM-Familie mit einer mechanischen 1/4000 Sekunde (am bekanntesten: Nikon FM2) und dann 1988 mit der 1/8000 Sekunde bei der Nikon F4 (vorher schon bei der F801), die dann gleichzeitig den Schritt in das Autofokus-Zeitalter markiert, den manche Fotografen bis heute nicht gegangen sind.


Sammelobjekt und heutiger Einsatz


Altersbestimmung

An den ersten beiden Zahlen der Seriennummer erkennt der Sammler das Baujahr einer Nikon F (und auch einer F2). Allerdings ist es genau genommen das Baujahr der Gehäuse-Oberkappe. Wurde die mal in einer Reparatur ausgewechselt, so sagt sie nichts mehr über das Baujahr der eigentlichen Kamera aus.

Da die Nikon F allerdings im Laufe ihrer Bauzeit auch immer in Details verändert wurde, kann man am Grundgehäuse in jedem Fall den Zeitraum eingrenzen, aus dem es stammt.

Funktionsprüfung

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Außer den neuen, direkt für DSLRs entworfenen Objektiven können alle Nikon-Objektive an der F verwendet werden. Die Abbildung zeigt eine moderne D50 mit einem herkömmlichen AF-Objektiv 50 mm 1/1,4, das genauso auch an der F daneben benutzt wird.

Die Nikon F ist äußerst robust gebaut, daher gibt es nur wenige Schwachstellen, die in die Jahre gekommene Modelle aufweisen können. Das eine sind die oben bereits erwähnten Führungsschlitze für die abnehmbare Rückwand. Sind sie beschädigt, kann das Lichteinfall bedeuten.

Da die Bedienung der F denkbar übersichtlich ist, ist ein mechanischer Funktionscheck „in Augenscheinnahme“ schnell erledigt. Lässt sich der Auslöser weich auslösen, hat das Titan-Rollo des Verschlusses keine Dellen und Löcher und wackelt auch kein Objektiv an ihr, muss dann nur noch mit eingelegtem Film überprüft werden, ob sie die Verschlusszeiten einigermaßen gleichmäßig einhält. Besitzt man bereits Nikon-Objektive oder welche von Fremdherstellern mit F-Bajonett, so kann man diese alle verwenden. Es ist zu prüfen, ob die automatische Springblende funktioniert. Dafür sollte die Betätigung der Abblendtaste reichen.

Gebrauchtmarkt

Die F wurde sowohl in schwarz, als auch verchromt angeboten. Die schwarzen Gehäuse sind seltener, und ein unbeschädigter und nicht überpinselter Lack ist meist nur bei Exemplaren zu finden, die von der Vitrine in die Vitrine wandern. Die Funktionalität der schwarzen F wird davon nicht beeinträchtigt, und je beschädigter der Lack ist, desto weniger kann der Verkäufer für sie verlangen. Das darunter hervorscheinende Messing der Gehäuseoberkappe, des Suchers und der Bodenplatte verleiht ihr eine vielleicht beim Fotografen erwünschte Patina.

Durch ihre hohe Stückzahl und damalige Verbreitung sind die Gebrauchtpreise erstaunlich moderat und siedeln deutlich unter denen aller ihrer direkten Nachfolger der F-Serie und sogar der FM-Familie. Exemplare mit Photomic-Sucher können das doppelte kosten wie solche ohne ihn (also nur in der Grundausstattung mit Prismensucher als „reine“ Nikon F). Der Differenzbetrag reicht für die Anschaffung eines professionellen modernen Handbelichtungsmessers, wenn man denn auch mit ihr fotografieren will. Sie eignet sich nämlich als leichte „analoge Begleiterin“ einer digitalen Spiegelreflex mit dem gleichen F-Bajonett, oder auch als Zweitgehäuse für eine ihrer analogen Nachfolgerinnen.

Der Motor F-36 ist alleine nur äußerst selten zu finden. Für den Anbau an eine F muss diese mit einer speziellen Bodenplatte für Motorbetrieb versehen werden und dann - wie schon immer - vom Hersteller selber modifiziert und für jede Kamera-Motor-Kombination mechanisch abgestimmt werden. Dieses Manko wurde mit Einführung der F2 überwunden; seit der F3 „hakt“ der Motor auch nicht mehr bei falsch eingestellter Serienbildfunktion und zu langen Belichtungszeiten. Das ist bei der F mit Motor ein mechanisches Problem, das zusätzlich beachtet werden muss.

Nicht mehr funktionierende Exemplare der Nikon F dienen nicht nur als Ersatzteillager für andere Exemplare, sondern auch für die Messsucherkameras der historischen (viel selteneren und begehrteren) S-Serie, die über weite Teile baugleiche Elemente (z.B. den Verschluss) aufweist.

Kompatibilität mit Blitzgeräten

Wie auch ihre Nachfolgemodelle F2 und F3 hat sie keinen normalen Blitzschuh, sondern einen für die damaligen F-Modelle typischen eigenen Blitzanschluss über der Rückspulkurbel. Es gab aber einen Adapter - es passt sogar jener, der für die F2 hergestellt wurde. Blitzautomatik bietet diese rein mechanische Kamera natürlich nicht. Studio- und Stabblitzgeräte können selbstverständlich über den Kabelanschluss ausgelöst werden.


Literatur


* Paul Comon: Magic Lantern Guides Classic Series. Nikon Classic Cameras. Bd 1 for F, Nikkormat Series, Fe, Fe2nd Fa (Nikon Classic Cameras). Magic Lantern Guides, New York 1996. ISBN 1883403316
* Uli Koch: Nikon F. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-430-7
* Uli Koch: Nikon F. The Camera. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-431-5
* Uli Koch: Nikon F. The Lenses. Peter Coeln, Wien 2003. ISBN 3-95014-432-3
* Uli Koch: Nikon F. The Accessories. Peter Coeln, Wien 2004. ISBN 3-95014-433-1



Quelle


Wikipedia

Weblinks

* Gebrauchsanweisung als PDF (Engl.)
* Ausführliche Beschreibung mit Fotos (Engl.)
* Uli Koch: Nikon F Book (Engl.)
* Homepage eines Sammlers (Engl.)
* Nikon Japan: The History of Nikon Cameras - Nikon F (Engl.)
* Nikon F - Nikon System online (Deutsch)
* Nikon F Collection & Typology by Richard de Stoutz (Engl.)




Kategorien: Exzellent | Nikon-Kamera | Fototechnik | Kamerahersteller | Fotografie
Beitrag Forum: Sonstige Typen   Geschrieben: Do, 10. Jan 2008 19:29   Titel: Re: Anleitung zum Bau einer Lochkamera

Hier eine Kleine Anleitung zum Selbstbau


Materialbedarf:

3 Bogen DIN A 4 dunkler (am besten schwarzer) Karton. Festes Tonpapier hat sich gut bewährt.
1 Blatt Transparentpapier
Papier, Klebstoff

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Bauanleitung: Bau des Außenrohres

  1. Zuerst werden zwei gleich große rechteckige Bögen (DIN A4 ca. 29 cm x 21 cm) aus dem Karton geschnitten.
  2. Auf einem Bogen wird in ca. 1cm Abstand zur Kante ein paralleler Bleistiftsttrich gezogen. Bestreiche den 1cm breiten Streifen mit Klebstoff und klebe die gegenüberliegende Reckteckseite genau am Strich an. So entsteht das Rohr dessen Durchmesser ca. 9 cm ist.
    Du kannst auch das Papier um eine zylindrische Flasche ziehen und so zusammenkleben.
  3. Aus stärkerem, dunklen Karton wird eine Kreisscheibe ausgeschnitten, die genau ins Rohr passt. Am besten setzt du das Rohr auf den Karton auf und zeichnest den Kreis an.
    Die Kreisscheibe wird nun auf normales Papier aufgeklebt.
  4. In den Karton (einschließlich Papier) wird ein Loch von ca 2,5cm Durchmesser geschnitten.
  5. Das Papier wird zum Ankleben ans Rohr eingeschnitten.


Das Rohr wird auf die Kreisscheibe gestellt und mit den Klebeecken befestigt. Rand eventuell lichtdicht mit Klebeband abdichten.


Bau des Innrohres

  • Damit das Innenrohr mit dem Außenrohr möglichst gut abschließt, geht man wie folgt vor:
    Bestreiche den Kleberand des Bogens für das Innenrohr mit Klebstoff, forme den Bogen im Außenrohr zu einem Zylinder und klebe diesen zusammen. Es ist darauf zu achten, dass das Innenrohr nicht mit dem Außenrohr verklebt.

  • Stelle das Innenrohr auf das Pergamentpapier, schneide die Klebeecken und befestige nun das Pergamentpapier mit Klebeecken am Innenrohr.


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Bau des Blendenhalters und der Lochblenden

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  • Schneide aus Karton einen Halbkreis mit Ausschnitt für das Loch aus und bestreiche nur den Rand mit Klebstoff. Befestige diesen als Blendenhalter vor der Kreisscheibe.
  • Schneide nun aus dunklem Karton zwei Blenden und stich mit einer Nadel oder einem Nagel jeweils ein Loch mit ca. 1mm bzw. 4mm Durchmesser hinein.


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Beobachtung

Betrachte mit der Lochkamera hell erleuchtete Gegenstände (Fenster, Kerze etc). Setze verschiedene Blenden an die Öffnung der Kamera und verändere auch den Abstand des Pergaments vom Loch.
Beschreibe das Bild auf dem Pergamentschirm und wie sich Helligkeit, Schärfe und Größe des Bildes ändern, wenn die Lochgröße bzw. den Abstand Loch - Pergament verändert wird.


Zusatz für Interessierte:
Stecke statt der Blende eine Sammellinse (z.B. eine Leselupe) in den Blendenhalter und beobachte nun das Bild von nahen und entfernten Gegenständen.


Quelle: Link
Beitrag Forum: Testforum   Geschrieben: Do, 10. Jan 2008 19:17   Titel: uuu

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Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 04. Jan 2008 21:59   Titel: Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

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Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauart für einen Fotoapparat, bei der das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet wird. Grundsätzlich wird zwischen einäugigen (engl. SLR, Single-lens reflex camera) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (engl. TLR, Twin-lens reflex camera) unterschieden.

Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
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Eine EXA-Spiegelreflexkamera von 1953



Geschichte und Entwicklung

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aufgeschnittene Praktica

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johann Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Einstellscheibe umlenkt.

Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert. Die erste in Deutschland hergestellte Spiegelreflexkamera war die Zeus-Spiegel-Kamera und stammte aus dem Werk von Richard Hüttig in Dresden.

Die erste in Großserie hergestellte SLR (Single Lens Reflex) war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. Ihr Konstrukteur war Karl Nüchterlein (1904–1944).


Funktionsweise

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Funktionsschema einer Spiegelreflexkamera

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Schwingspiegel (2) reflektiert und auf die Einstellscheibe (5) projiziert. Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma (7) einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.

Während einer Aufnahme klappt (bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera) der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.

Bei einigen Sonderkonstruktionen wird anstelle des Schwingspiegels ein fest montierter, teildurchlässiger Spiegel oder ein Prisma verwendet, was bei motorbetriebenen Kameras erheblich schnellere Aufnahmefolgen erlaubt, allerdings auch ein dunkleres Sucherbild liefert und natürlich weniger Licht zum Film durchlässt.


Typen


Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.
Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Hauptartikel: Zweiäugige Spiegelreflexkamera

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Zweiäugige Yashica Mat 124 G

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Häufig ist das Sucherobjektiv aus Kostengründen einfacher konstruiert, aber lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv, um ein möglichst helles Sucherbild zu gewährleisten und die Scharfstellung zu vereinfachen. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Einstellscheibe scharf gestellt werden kann.

Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamiya C, wobei nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat hergestellt wird.

Dieser Kameratyp hat eine Reihe von Vorteilen:

* das Sucherbild ist immer sichtbar und wird nicht von der Arbeitsblende abgedunkelt;
* das Aufnahmegeräusch ist sehr leise und
* die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt praktisch keine Erschütterungen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

* aufwändige Objektive werden aus Kostengründen nicht realisiert, da sie doppelt erforderlich wären;
* es entsteht ein Parallaxenfehler, der besonders bei Nah- oder Makroaufnahmen bemerkbar ist, da die optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander verschoben sind.

Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle, in erster Linie für Nostalgiker und Sammler. In der praktischen Fotografie haben sich einäugige Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Einige Modelle zweiäugiger Spiegelreflexkameras mit durchaus hochwertigen Objektiven sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen erhältlich, die einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie ermöglichen.

Einäugige Spiegelreflexkamera

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Mittelformat-SLR mit Fischaugenobjektiv

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Einäugige Nikon F von 1969

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Yashica TL-ELECTRO: Manuelle Spiegelreflexkamera von 1975

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Kompakte Olympus IS 1000 von 1992

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Minolta srT303b

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Digitale Spiegelreflexkamera Konica Minolta Dynax 5D

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Einstellscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Einstellscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird.

Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) zu verwenden. Der Verschluss ist in den meisten Fällen ein Schlitzverschluss, der direkt vor der Filmebene liegt, damit die Austauschbarkeit der Objektive gewährleistet ist. Ausnahmen im Bereich der Mittelformatkameras (z. B. Hasselblad) nutzen eine Kombination aus Schlitzverschluss und Zentralverschluss, der im Objektiv enthalten ist.

Bedingt durch den Schwingspiegel gibt es einen recht großen Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs. Bei kurzen Brennweiten (bei Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) wird daher die Retrofokus-Bauweise eingesetzt, durch die die Objektive aufwändiger und teurer werden. Auch die Abbildungsqualität kann unter den zusätzlichen Linsenelementen leiden.

Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Einstellscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird (sog. automatische Springblende, kurz: ASB). Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen oder es erfolgt eine Messung mit Arbeitsblende. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.

Im Kleinbildformat 24 × 36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45 × 60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe als auch die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.

Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet. Durch das eingebaute Display ist ein sofortiges Betrachten der Fotos möglich, wodurch eine missratene oder fehlbelichtete Aufnahme – im Rahmen der Möglichkeiten, die die Qualität des Displays zulässt – sofort erkannt werden kann. Bei den meisten Kameras kann darüberhinaus ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden, das die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung erleichtert und unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays ist.

Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.

Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.

Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:

* Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei (gnonomisch) abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
* Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
* Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.

Durch den bei den meisten DSLRs verwendeten kleineren Bildsensor (vgl. mit Kleinbildfilm) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50mm Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5 ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75mm Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.

Hauptnachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der über tausende Aufnahmen hinweg Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt. Einige Hersteller gehen das Problem Staub marketing-wirksam an, gegen die internen Tröpfchen allerdings wird kaum etwas unternommen.

Manche Fotografen sehen DSLRs nur als eine Kompromisslösung an, weil bei den meisten Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich ist. Seit März 2006 sind jedoch auch erste DSLR mit Vorschau auf dem Display verfügbar. Da das parallaxenfreie Sucherbild ohnehin der späteren Aufnahme entspricht und sich insbesondere die Schärfe und die Schärfentiefe im Spiegelreflexsucher wesentlich besser als am meist niedrig auflösenden Vorschau-Display beurteilen lässt, ist diese Vorschaumöglichkeit auf der elektronischen Anzeige nur als nützliche Ergänzung in einigen Aufnahmesituationen, nicht als notwendig einzuschätzen. Des Weiteren erwärmt sich der Sensor durch Live Vorschau weil er dauernd und nicht nur während der Aufnahme mit Strom versorgt wird, was zu höherem Rauschen führt.
[bearbeiten] Weblinks

* Systematische Übersicht zu fotografischen Kameras (Sortierung nach Kamerabauform und Hersteller)
* Frank Mechelhoff, Westdeutsche Kleinbildcameras – wie sie gegen die Japaner verloren (siehe auch hier)
* Henning Sußebach: „War das schön. Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera.“ (Die Zeit vom 26. August 2004)


Quelle


Teile dieses Artikels (einschließlich Bilder) entstammen der deutschsprachigen Wikipedia. Der Artikel samt Autoren kann unter Wikipedia: Spiegelreflexkamera nachgelesen werden.

Kategorien: ...
Beitrag Forum: Testforum   Geschrieben: Mi, 02. Jan 2008 00:06   Titel: tabe-test

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[tr]text[/tr]


<table>
<tr>
<th>Foto-Auflösung</th>
<th>DIN A3</th>
<th>DIN A2</th>
<th>DIN A2+</th>
<th>DIN A1</th>
<th> DIN A0</th>
</tr>
<tr>
<td> 2 Megapixel (1600x1200 Pixel)</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 3 Megapixel (2048x1536 Pixel)</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet </td>
<td> ungeeignet </td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 4 Megapixel (2272x1704 Pixel)</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet </td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 5 Megapixel (2560x1920 Pixel)</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet </td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 6 Megapixel (3008x2000 Pixel)</td>
<td> optimal</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 7 Megapixel (3072x2304 Pixel)</td>
<td> optimal</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 8 Megapixel (3456x2304 Pixel)</td>
<td> optimal</td>
<td> optimal</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 10 Megapixel(3872x2592 Pixel)</td>
<td> optimal</td>
<td> optimal</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
<td> ungeeignet</td>
</tr>
<tr>
<td> 12 Megapixel(4288x2848 Pixel)</td>
<td> optimal</td>
<td> optimal</td>
<td> optimal</td>
<td> geeignet</td>
<td> geeignet</td>
</tr>
</table>
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:26   Titel: Zonensystem

Das Zonensystem ist ein Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet eine Methode zur Optimierung der Belichtung bzw. Belichtungsmessung bei der Herstellung einer Papierkopie und ursprünglich auch bei der Entwicklung und Belichtung von Filmen und Fotoplatten.

Das Ziel ist, interessante Teilstrukturen eines Negatives beim Papierabzug durch abweichende Belichtung in denjenigen Teil der Gradationskurve (Kontrastbereich) des Fotopapier-Materiales zu verschieben, dass ein optimaler bzw. gewünschter Kontrast bzw. eine Hervorhebung entsteht.

Sie ist im Gegensatz zur regulären Methode der Objekt- oder Lichtmessung zur Bestimmung der Belichtungszeit auch im künstlerischen Kontext zu sehen, da sie auch gezielte Ãœber- oder Unterbelichtungen einsetzt, um mittels Aufnahme und Entwicklung eine bestimmte Bildwirkung zu erzielen.

Die Methodik ist mit der Zweipunktmessung verwandt, ist jedoch motivbezogener und subjektiv-gestalterisch orientiert.


Grundlegendes und Vorgehensweise

Der amerikanische Fotograf Ansel Adams (1902-1984) entwickelte das Zonensystem zur Steuerung der Tonwerte (Graustufung bzw. Kontrast) eines Fotos durch methodisch fundierte Festlegung der Belichtungszeit während der Belichtung der Aufnahme.

Die Methode ist mit Hilfe eines Spotbelichtungsmessers und einer Kamera mit manueller Belichtungssteuerung auch für die Landschafts- und die Studiofotografie anwendbar.

Adams analysierte die Helligkeitswerte von der Aufnahme (Kamera) über das Negativ und das Labor bis hin zum fertigen Papierbild (dem Positiv) und nutzte die Erfahrung, um möglichst genaue, auch künstlerisch ausgeprägte Tonwerte auf dem Foto zu erhalten.
Die hellen und dunklen Bereiche (Tonwerte) des Motives werden dabei in vorher festgelegte, aufgrund des auf dem Papierbild eingeschränkten Kontrastumfanges nur teilweise verfügbare Positivtonwerte des Fotoabzugs übertragen.

Das Zonensystem bietet dem Fotografen darüber hinaus eine Möglichkeit, seine Aufnahmen kreativ zu gestalten.

Ursprünglich umfasste das System nach Adams die ganze Kette vom Motiv, der Kamera und Aufnahme über die Filmentwicklung bis hin zum fertigen Abzug. Bei automatisierter Filmentwicklung muss sich das Verfahren auf die Belichtungsmessung und die Aufnahmetechnik beschränken.


Gedanke zur künstlerischen Vorgehensweise und Technik

Ansel Adams versteht das Zonensystem als Voraussetzung für ein künstlerisches Konzept der Visualisierung. Ziel dieser Visualisierung ist es, dass der Fotograf gedanklich die Wirkung eines Fotos auf den gewünschten Betrachter vorwegnimmt. Möchte der Fotograf z.B. einen düsteren, unheimlichen Eindruck beim Betrachter hervorrufen, würde eine normale Belichtung, die eine angenommene mittlere Helligkeit des Motivs reproduziert, ihr Ziel verfehlen.

Zum Erzielen der beabsichtigten Bildwirkung müssten vielmehr bestimmte Motivteile deutlich dunkler als normal reproduziert werden. Um dieses künstlerische Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, den Kontrastumfang der Aufnahme während der gesamten Verarbeitungskette im Blick zu behalten.

Das Zonensystem berücksichtigt, dass der Kontrastumfang eines Fotopapiers geringer ist als der eines Filmes oder des eigentlichen Motives. Das führt dazu, dass z. B. bei kontrastreichen Landschaftsaufnahmen die Skala der Ton- bzw. Grauwerte von Schwarz bis Weiß technisch nicht vom Negativ auf das Papier übertragen werden kann.

Mit dem Zonensystem wird versucht, die Darstellung der Kontraste im Negativ durch die Belichtung in der Kamera und die Entwicklung im Labor so zu steuern, dass sie dem Kontrastumfang von Fotopapier gerecht wird.

Eine verlängerte Belichtung des Filmes und nachfolgende verkürzte Entwicklung bewirkt geringeren Kontrast („feinere“ Grauwerte). Das Bild wird weicher. Eine verkürzte Belichtung in Kombination mit einer verlängerten Entwicklung lässt bei flauen Motivkontrasten die Schwarz- und Weißwerte deutlicher hervortreten, bewirkt also eine Kontraststeigerung.


Zonensystem mit digitaler Technik

Die Ãœberlegungen des Zonensystems gelten in gleicher Weise auch für andere Aufnahmeverfahren, also auch für den CCD- bzw. CMOS-Sensor einer Digitalkamera, den Computermonitor und das Drucken, z.B. mit Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
Der Ausdruck (die Papierform des Bildes) hat wiederum den eingeschränktesten Kontrastumfang. Ein Monitor kann einen weiteren, aber dennoch gegenüber dem Original eingeschränkten Kontrastbereich darstellen. Die digitale Bildverarbeitung bietet mit entsprechender Software wesentlich umfangreichere Möglichkeiten, so können Grauwerte einzeln oder in Relation zueinander angepasst werden, was in der Dunkelkammer nur mit großem Aufwand oder gar nicht machbar ist. Eine kreative Umgestaltung wird möglich, die Grenzen zur Bildmanipulation sind allerdings fließend.

Ein weiterer Vorteil der Digitalfotografie ist, dass kurz nach der Aufnahme mittels eines Histogramms oder der Monitorwiedergabe grob beurteilt werden kann, ob Ãœber- oder Unterbelichtung vorliegt. Blende und Zeit können wie bei einer analogen Kamera insbesondere bei unbewegten Motiven so lange verändert werden, bis die beabsichtigten Kontrastverhältnisse erreicht sind. Beim Negativ- oder Diafilm kann dagegen erst nach der Negativentwicklung beurteilt werden, ob der Film richtig bzw. den Wünschen entsprechend belichtet wurde.

Nachteilig ist der gegenüber Filmaufnahmen eingeschränkte Kontrastbereich des Aufnahmesensors. Einen Ausweg bietet das Zusammensetzen zweier unterschiedlich belichteter Aufnahmen:
Sollte etwa der Helligkeitsumfang des Motivs die Empfindlichkeitsspanne des Bildsensors übersteigen, können Aufnahmen unterschiedlicher Belichtung am Computer per Bildbearbeitungsprogramm zusammengesetzt werden, um Zeichnung sowohl in hellen als auch in dunklen Bildausschnitten zu gewährleisten. Dieses Verfahren wird als DRI (digital range increase) und das Ergebnis als HDR- (high dynamic range) Aufnahme bezeichnet. Manche digitale Bildsensoren bieten nicht nur die erforderliche feine Graustufung (Bitumfang des Helligkeitssignales), sondern können selbst durch eine Folge logahritmisch gestaffelter Belichtungszeiten der einzelnen Pixel extreme Kontrastverhältnisse ohne Informationsverlust komprimieren.


Einteilung der Zonen und Belichtungssteuerung

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Adams hat den reproduzierbaren Kontrastumfang eines Fotos in 11 (Bezeichnet mit 0 bis 10)Bereiche oder Zonen eingeteilt. Der Abstand zwischen den Zonen entspricht jeweils einer ganzen Blendenstufe (1EV).
Null steht dabei für tiefschwarz ohne Zeichnung, Zehn bezeichnet reines Weiß ohne Zeichnung. Fünf entspricht dem sogenannten Neutralgrau mit 18 % Reflexion. Der im Labor auf Fotopapier kopierfähige Bereich umfasst die neun Zonen von I bis IX, der durchgezeichnete, detailhaltige Bereich die Zonen II bis VII.

Wird mit einem Spotbelichtungsmesser (in der Kamera oder als Handbelichtungsmesser) ein Motivteil angemessen, repräsentiert der Belichtungswert die Zone V (18% neutrales Grau) - alle Belichtungsmesser sind hierauf kalibriert.
Es ist jedoch möglich, diesem Motivteil einen anderen Messwert bzw. eine andere Zone zuzuordnen, um die Wirkung auf dem Foto zu verändern:
Soll die Zone dunkel, aber mit Zeichnung im Bild dargestellt werden, könnte sie der Zone III zugeordnet werden. Zeigt der Belichtungsmesser z.B. 1/30 s und f 8,0 an, wäre folglich 1/30 bei f 16 anzuwenden. Alle anderen Motivteile des Bildes fallen, in Abhängigkeit von der gewählten Belichtung ebenfalls in einen anderen Tonwertbereich bzw. eine andere Zone. So ist bedingt steuerbar, in welcher Helligkeit bzw. mit welchem Kontrast die jeweils bildwichtigen Motivteile wiedergegeben werden.

Fällt etwa ein bildwichtiges Motivteil bei der gewählten Belichtung in die Zone IX, also Weiß fast ohne Zeichnung, würde nur eine flaue Bildwirkung entstehen, die möglicherweise nicht den Vorstellungen des Fotografen entspricht. Es gibt somit keine „korrekte“ oder „richtige“ Belichtung - vielmehr wählt der Fotograf Belichtungswerte, die zu einem Bild führen, welches beim Betrachter die beabsichtigte Wirkung hervoruft.

Die Belichtungswerte sind somit vom Motiv, vom gewünschten fotografischen und künstlerischen Effekt sowie von der Entwicklung abhängig und können nach unten oder oben abweichen. Die Grenzen zwischen guter Aufnahme, geeigneter fotografischer Technik bis hin zum Aufzeigen versteckter Details, künstlerischer Freiheit und Manipulation sind fließend - eine Nebelsonne kann so z.B. in einen Sonnenuntergang verwandelt werden.



Belichtung in der Praxis

Adams führte zahlreiche Methoden der Eichung, Kontrastbeeinflussung und anderes ein und gestaltete damit seine Großformataufnahmen. Nicht alle sind bei den heute meist verwendeten 35mm-Filmen nutzbar. Das Wesentliche des Zonensystems lässt sich jedoch realisieren, wenn eine Kamera mit Handeinstellung zur Verfügung steht.

Eine strukturierte Fläche die etwa einem mittlerem Grau entspricht, etwa ein Fußabtreter oder eine Wand, wird mit der gewählten Kamera-Film-Kombination (bzw. den entsprechenden Digitalkameraeinstellung) "normal" und formatfüllend aufgenommen. Es ergibt sich, mit regulärer Belichtungsmessung, z. B. die Belichtung 1/30 f 8. Dies entspricht nun Zone V, nun werden, für andere Zonen, weitere Aufnahmen mit anderen Belichtungswerten gemacht:

  • Zone IV 1/30 f 11
  • Zone III 1/30 f16
  • Zone II 1/30 f 22
  • Zone I 1/60 f 22
  • Zone 0 1/125 f 22
  • Zone VI 1/30 f5,6
  • Zone VII 1/30 f4
  • Zone VIII 1/15 f4
  • Zone IX 1/8 f4
  • Zone X 1/4 f4


Selbstverständlich kann auch jede andere Zeit/Blenden-Kombination entsprechend dem Lichtwert der Zone V Aufnahme gewählt werden, sofern sie, für unterschiedliche Zonen, zueinander jeweils den Abstand einer Blendenstufe oder Zeitstufe (=1 EV) hält. Hilfreich ist es immer, sich die Nummer des jeweiligen Bildes zusammen mit Belichtung (Blende und Zeit) und Zone zu notieren. Mit dem Log kann ein Erfahrungsschatz aufgebaut werden, auf den später zugegriffen werden kann.

Die Aufnahmen werden nun in der gewünschten, aber zuvor bedachten Form entwickelt bzw. reproduziert, im einfachsten Falle etwa einfach ins Labor gegeben oder ausgedruckt. Bei Abzügen aus dem Labor ist es für die Anwendung des Zonensystem notwendig, ein Labor zu finden, dass die Möglichkeit bietet, auf automatische Belichtungskorrekturen zu verzichten, da sonst alle Abzüge wieder ins neutralgraue korrigiert werden. Dies sollte erfragt oder per Test festgestellt werden, ist aber in der Regel bei einem Fachhändlern möglich. Das entwickelte Resultat (Bild) zeigt nun den Kontrastumfang des Motives betreffend der gewählten Reproduktionskette, anhand des Logs sind auch die Werte nachvollziehbar. Möglicherweise sind Details, d.h. Tonwert und Kontrast, schon für die Zone III nicht mehr voll sichtbar oder Zone VII zeigt die letzte nutzbare helle Zeichnung.

Die Erfahrung zeigt, dass Betrachter Aufnahmen als "gut" oder "richtig" belichtet empfinden, die den Kontrastumfang möglichst ausnutzen. Die Aufnahmetechnik hierfür wäre auf (zwei) Motivteile zu achten, die im Endbild ohne zeichnerische Details weiß bzw. schwarz dargestellt werden sollen. Die bildwichtigen Teile des Motives sollten im dazwischenliegenden, durchgezeichneten Bereich liegen, der Belichtungsrahmen nach dem Zonensystem nach Möglichkeit darauf angepasst werden.



Filme und Farbe

Bei Negativfilmen kann die ermittelte hellste nutzbare Zone (auf dem Film) als Basiszone gewählt werden, mittels der dann, korrigiert, belichtet wird. Es wird auf jenes Motivteil angemessen, das gerade noch mit Zeichnung dunkel (=helle Stelle auf dem Negativfilm) auf dem Abzug dargestellt werden soll, im Beispiel der Zone III entsprechend. Daraufhin wird die Belichtung zwei Blenden oder Zeitstufen gößer(also f/8 statt f/4 oder 1/60 statt 1/250) gewählt. Nun wird ermittelt in welche Zone der hellste bildwichtige Motivteil fällt. Liegt er innerhalb des ermittelten durchgezeichneten Bereichs ist die Belichtung optimal.

Bei Diafilmen wird umgekehrt die niedrigste (hellste) nutzbare Zone als Basiszone gewählt. Dieses Vorgehen ist auch sinnvoll, weil bei Filmen die dunklen Stellen (bei Negativfilmen entsprechend die hellsten Bildteile) schneller "zulaufen", keine Details mehr zeigen, als vergleichsweise die hellsten (dunklesten) Stellen.

Die hellen (bzw. dunklen) Stellen lassen sich in der Nachbearbeitung, falls verfügbar, auch besser korrigieren. Eine leichte Ãœberbelichtung bei Negativfilmen bzw. leichte Unterbelichtung bei Diafilmen kann also unter bestimmten Umständen toleriert werden. Bei Dias für die Projektion wie auch bei fehlender Bearbeitungsmöglichkeit müssen natürlich die hellen und dunklen Grenzen sofort passen.

Während das ursprüngliche Zonensystem hauptsächlich für die SW-Fotografie benutzt wurde, sind heute Farbfilme überwiegend verbreitet, die im folgenden auch andere Gestaltungsmaßnahmen erlauben. Die Kontrastkorrektur mit Filter an der Kamera selbst ist etwas unüblich geworden, auf die Farbtemperatur kann dagegen Einfluss genommen werden. Für moderne Filme muss der veränderte Kontrastumfang im Zonensytem berücksichtigt werden. Bei Farbfilmen ist die Differenz zum Schwarz-Weiß-Material meist gering, bei Dia-Filmen dagegen stärker. Dies und die subjektive Wirkung der Farbe sollte bei der Aufnahme im Zonensystem berücksichtigt werden. Die Sensorik der digitalen Technik ist im Tonwertumfang wiederum mit dem Dia-Film vergleichbar, hinzu kommen das Rauschen und andere Besonderheiten.

Das Zonensystem ermöglicht es wiederum, den technisch gegebenen Kontrastrahmen bei passender Aufnahme- und Entwicklungstechnik zu optimieren und, bei etwas Aufwand, im fotografischen wie künstlerischen Rahmen auszuschöpfen.



Grenzen

Die ursprüngliche Anwendung unter Adams gestattete Eingriffe bei der Aufnahme, der Filmentwicklung sowie beim Vergrößern. Die Abbildung von Farbmotiven auf, auch unterschiedlich farb-sensitives, Schwarz-Weiß-Filmmaterial stellte, da farbnehmend, immer zugleich auch die Möglichkeit eines optimierenden Eingriffes im subjektiven oder objektiven Sinne dar. Auch fototechnische wie handwerkliche Retusche war als Mittel der Bildverbesserung und der Behebung von Materialfehlern, nicht allerdings der Verfälschung, im Prozess enthalten.

Fallen mit der heute oft üblichen Beschränkung auf die Aufnahmesteuerung und im Bildformat einige Möglichkeiten weg, so sind durch Farbmaterialien und Computerhilfe andere gegeben. Das eher handwerklich und qualitativ zu betrachtende Zonensystem ist, wie Adams selbst anmerkt, für schnelle Fotomotive und die schnelle Photographie nicht geeignet. Eine Anregung stellt es trotz aller Änderungen dar.


Siehe auch:



Quelle:

Teile dieses Artikels inklusive Bilder wurden aus dem Artikel Zonensystem der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Dort findest Du weitere Angaben zu Autoren und Lizenzen der Texte und Bilder.
 
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