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Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 16. Jan 2011 13:43   Titel: Autofokus

Als Autofokus (AF) wird die Technik einer Kamera oder allgemein eines jeden optischen Apparates bezeichnet, automatisch auf das Motiv scharfzustellen. Grundsätzlich wird zwischen passivem Autofokus, also solchem, der nur das vom Motiv abgestrahlte oder reflektierte Licht verwendet, und aktivem Autofokus unterschieden, der auch bei völliger Dunkelheit funktioniert.

Passiver Autofokus


Am weitesten verbreitet sind heute passive Autofokussysteme. Die beiden grundsätzlichen Techniken sind der Phasenvergleich und die Kontrastmessung. Der passive Autofokus ist auf genügende Beleuchtung und ausreichenden Objektkontrast angewiesen, um zu funktionieren. Durch Beleuchtung des Motivs mit einem Hilfslicht kann er jedoch zu einem aktiven Verfahren erweitert werden.

Kontrastmessung

Eine Fokussierung mittels Messung des Bildkontrasts läuft prinzipiell so ab, wie auch das Auge beziehungsweise ein Fotograf ohne weitere Hilfsmittel fokussieren: Die Bildweite des Objektivs wird solange variiert, bis der Kontrast maximal ist. Da die Kamera im Gegensatz zu einem Lebewesen keine Vorstellung davon hat, wie weit das Motiv ungefähr entfernt ist, reicht eine einzige Kontrastmessung nicht aus, um die Fokussierrichtung festzulegen. Erst wenn mindestens zwei Messungen vorliegen, ist nicht nur die Richtung bekannt, sondern es kann die Fokusposition evtl. auch extrapoliert werden.

Die Methode der Kontrastmessung kommt häufig in Video- und kompakten Digitalkameras zum Einsatz. Hier ist ohnehin ein das gesamte Format ausfüllender Bildsensor vorhanden, und die Integration des Phasenkontrastverfahrens in diesen Chip wäre sehr aufwendig bis unmöglich. Aufgrund des rechnerischen Aufwandes und nötigen Vorwissens der absoluten Verfahren („Depth from Defocus“) kommen in der Praxis meist nur relative Verfahren („Depth from Focus“) zum Einsatz.

Der Prozessor der Kamera errechnet dabei die Frequenzverteilung im Bild. Je größer der Anteil der hohen Frequenzen, desto schärfer das Bild. Relatives Verfahren bedeutet, dass mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Fokussierung notwendig sind, um eine Verbesserung oder Verschlechterung der Bildschärfe und die Richtung der nötigen Fokussierung zu ermitteln. Die Nachteile dieser Methode sind also großer Rechen- und Motoraufwand, was sich negativ auf die Batteriekapazität und Geschwindigkeit niederschlägt. Des Weiteren ist für eine erneute Fokusmessung ohne Veränderung des Bildausschnittes wiederum eine Fokusveränderung (=zunächst eine Defokussierung) notwendig, sodass diese neue Messung üblicherweise merkbar Zeit benötigt.

Phasenvergleich

Die ältere passive Methode ist der Phasenvergleich. Dieses Verfahren ist zwar komplexer und erfordert einen speziellen Sensor, es erfordert jedoch prinzipiell keine große Rechenleistung, und die Fokussierrichtung kann mit der ersten Messung bestimmt werden.

Die Methode wurde erstmals 1976 durch Honeywells Visitronic-Chip realisiert. Die erste damit ausgerüstete Serienkamera war die Konica C35-AF. Das Funktionsprinzip beruht auf Triangulation der Objektentfernung durch (mindestens) zwei durch dieselbe Linse schauende Autofokussensoren (Stereobild). Das Ergebnis ist eine schnelle und genaue Fokussierung, die ohne erneute mechanische Fokussierung und damit ohne Zeitverlust beliebig oft wiederholt werden kann. Bei Digitalkameras findet dieses Verfahren aufgrund der höheren Kosten und technischen Komplexität überwiegend in den teureren Spiegelreflexkameras Verwendung, jedoch sind beispielsweise viele Kompaktkameras der Firma Ricoh ebenfalls mit dieser Technik ausgestattet, hier „Hybrid-AF“ genannt.

Aktiver Autofokus


Der aktive Autofokus funktioniert auch in absoluter Dunkelheit. Man unterscheidet zwischen direkter Entfernungsmessung mittels Ultraschallwellen und der Erweiterung von passiven Methoden mittels Objektbeleuchtung.

Ultraschall-Laufzeitverfahren

Ein aktives Ultraschallverfahren (Sonar) kommt beispielsweise seit 1982 bei diversen Polaroid-Kameras zum Einsatz. Dabei wird die Zeit, die der Schall von der Kamera zum Objekt und zurück benötigt, gemessen und je nach berechneter Entfernung fokussiert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es extrem schnell funktioniert, da keine Probefokussierung wie bei der Kontrastmessung notwendig ist. Nachteilig ist, dass keine präzise Auswahl des Fokus auf dem Motiv möglich ist, und dass es durch Glasscheiben gar nicht und mit Spiegeln nur bedingt funktioniert, da es kein optisches Verfahren ist.

Objektbeleuchtung

Eine Phasenkontrast- oder Kontrastmessung kann trotz zu geringer Leuchtleistung des Motivs durchgeführt werden, wenn dieses aktiv beleuchtet wird. Dabei kommt entweder ein Hilfslicht, das dem einer Taschenlampe ähnelt, oder Messblitze zur Verwendung.

Das AF-Hilfslicht ist meist rot (sichtbar) oder infrarot (unsichtbar, aber durch Längs-CA des Objektivs ungenauer). Wie im Bildbeispiel zu sehen ist, kommt dabei idealerweise kein gleichmäßiger Lichtfleck zum Einsatz, sondern es wird ein Muster auf das Motiv projiziert. Wenn der Phasenkontrast in der Horizontalen gemessen wird, eignet sich ein vertikales Linienmuster besonders gut. Der große Vorteil ist, dass mit solcher Beleuchtung sogar auf Flächen ohne jeden Kontrast fokussiert werden kann. Dieses Verfahren kommt deshalb auch dann zum Einsatz, wenn das Objekt eigentlich genügend Licht für die Messeinrichtung liefert, jedoch zu geringen Kontrast aufweist. Wenn die Kamera über kein eigenes Blitzlicht verfügt, ist das AF-Hilfslicht meist im Blitzgerät eingebaut.

Neben der (zeitlich) kontinuierlichen Ausleuchtung mit einem AF-Hilfslicht werden auch Messblitze verwendet. Diese Methode ist wohl kostengünstiger zu realisieren, hat aber neben der „Auffälligkeit“ den Nachteil, dass wegen der gleichmäßigen Ausleuchtung wie bei passiven Verfahren nur auf Objekte mit ausreichendem Kontrast scharfgestellt werden kann. Vorteilhaft ist, dass auch stark bewegte Objekte wegen fehlender Bewegungsunschärfe scharfgestellt werden können.

Allgemeine Eigenschaften


Die Geschwindigkeit und Genauigkeit des Autofokus können sehr gut sein. Normalerweise liegen sie über dem, was manuell erreicht wird. Moderne Kameras messen verschiedene Bereiche des Bildes und entscheiden, wo das Objekt ist. Einige Kameras sind auch fähig, zu entscheiden, ob sich das Objekt auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, sowie welche Geschwindigkeit es hat, und verfolgen es (Prädiktions-Autofokus).

Einfache AF-Systeme besitzen nur einen Fokussensor. Höher entwickelte verfügen jedoch über ein ganzes Gitter von Sensoren. Die Nikon D3 und andere (semi-)professionell angesiedelte Nikon-Modelle haben sogar 51 Sensoren, die einzeln auswählbar sind, um das zu fokussierende Objekt zu erfassen. Bei den EOS-1D-Modellen von Canon sind es 45 Sensoren.

Autofokus in Kameramobiltelefonen


Mittlerweile werden Autofokus-Systeme auch in einigen Mobiltelefonen mit eingebauter Digitalkamera eingesetzt. Diese sollen die bis jetzt weit verbreiteten Fixfokuslinsen ablösen und für eine höhere Bildschärfe sorgen.

Siehe auch



  • bitte bearbeiten


Weblinks


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 23. Nov 2008 21:52   Titel: Praktica

Praktica


Praktica ist ursprünglich der Markenname für eine Baureihe von Spiegelreflexkameras des Herstellers Pentacon aus Dresden. Die in der DDR gefertigten Fotoapparate wurden auch ins Ausland exportiert und beispielsweise in Westdeutschland vom Versandhaus Quelle unter dem Markennamen RevueFlex verkauft.

Seit den 90er Jahren tragen auch Ferngläser, Digital- und Kompaktkameras die Markenbezeichnung PRAKTICA.

2001 wurde die Herstellung von Spiegelreflexkameras der Marke Praktica eingestellt.

Seit 2002 gibt es Digitalkameras der Marke Praktica, 2004 wurde mit der Produktreihe Luxmedia begonnen. Optiken werden auch beispielsweise für Polaroid und dessen Foveon-X3-Gemeinschaftsproduktion mit Sigma produziert. Zum Produktsortiment gehören auch Services wie Ausbelichtungen.


Geschichte und Entwicklung


Die erste Praktica-Kamera wurde von Siegfried Böhm konstruiert, im Jahre 1949 (erneut) vorgestellt und von der Mechanik Kamera Werkstätten VEB, Niedersedlitz gefertigt. Dieser VEB war ursprünglich 1919 als Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch GmbH von Benno Thorsch und Paul Guthe in Dresden-Niedersedlitz gegründet worden. Eine amerikanische Unternehmerfamile Noble kaufte 1937/1938 dieses Unternehmen und stellte unter dem Namen NOBLE Kameras her. Bereits 1939 brachten Charles A. Noble und sein Sohn John H. Noble die Kleinbild-Spiegelreflexkamera Praktiflex erstmals auf den Markt. Nach 1945 wurden die Inhaber von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet, in NKWD-Lager verschleppt und der Betrieb verstaatlicht.


Produktgeschichte


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einige Praktica-Modelle

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Digitalkamera Praktica DPix3000

Bei den Kameras der ersten Generationen wurde das Objektivgewinde M42 x 1 genutzt. Hierbei handelt es sich um ein international standardisiertes und herstellerunabhängiges Schraubgewinde.

Vorgänger des Markennamens Praktica waren die Kameras Pentacon und Pentacon F, die bis ca. 1958 gebaut wurden.

Die 1951 vorgestellte Praktica FX (auch bekannt als Praktiflex FX - dann aber mit M40x1-Gewinde - und als Kawenda) verfügte über Synchronbuchsen und beherrschte damit erstmals die Blitzsynchronisation. Auch das PL-System (Pentacon loading) wurde von Praktica eingeführt. Es besteht im wesentlichen aus zwei radial einwärts federnden Fangbügeln auf der der Filmpatrone gegenüberliegenden Kamera-Rolle, die den Film mit Drehrichtung entgegen der Richtung auf der Filmspule wieder aufspult.

Siehe auch: Eine ausführlichere Beschreibung des Praktica Kamerasystems steht hier: Kamerasystem

Kameramodelle

Von Pentacon produzierte Kameras wurden auch unter anderen Namen als Praktica ins Ausland außerhalb des Ostblocks exportiert, zum Teil als Auftragsarbeiten für Firmen, die die Modelle unter eigenem Label vertrieben. Einige dieser Markennamen bzw. Auftraggeber waren Jenaflex, Kawenda, Hanimex, Revue (Foto-Quelle) und Porst.

Nachfolgemodelle aus der ersten Kamerageneration waren:
  • Praktica FX 2 (ab 1956)
  • Praktina FX (ab 1956)
  • Praktina IIa (ab 1959)
  • Praktica IV
  • Praktica IV B
  • Praktica IV M
  • Praktica IV BM
  • Praktica IV FB
  • Praktica V F
  • Praktica V FB


Zur zweiten Kamerageneration, die im VEB Pentacon Dresden gefertigt wurden, gehören:

  • Praktica VI ?
  • Praktica nova
  • Praktica nova B
  • Praktica mat
  • Praktica nova I
  • Praktika nova IB
  • Praktica super TL
  • Praktica elektronik


Auch die Kameras der dritten Generation nutzten noch das Schraubgewinde M42; zu dieser Generation zählen folgende Modelle:

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aufgeschnittene Praktica

  • Praktica L, vollmechanisches Basismodell
  • Praktica L2
  • Praktica LB2
  • Praktica LTL, baugleich mit Porst Reflex CX-6


  • Praktica super TL2
  • Praktica super TL3
  • Praktica LTL3
  • Praktica MTL3 u.a. als MTL5 bis 1985, als MTL5B (neue Sucheroptik, keine zusätzliche Blitzlicht-Buchse) bis 1989 gebaut
  • Praktica Super TL 500 und Super TL 1000
  • Praktica LTL2, Anzeige des Belichtungsmessung über LEDs (auch DTL2/3, MTL50)
  • Praktica DTL2
  • Praktica DTL3
  • Praktica MTL50
  • Praktica LLC, Innenlichtmessung bei Offenblende, ebenso alle folgenden Kameras, dafür spezielle Objektive mit electric-Blendenwertübertragung notwendig
  • Praktica PLC2
  • Praktica PLC3
  • Praktica VLC, Wechselsuchersystem
  • Praktica VLC2
  • Praktica VLC3
  • Praktica EE2, Zeitautomatik
  • Praktica EE3, Zeitautomatik


In den Typenbezeichnungen der dritten Generation (L-Modelle) hatten die Buchstaben und Zahlen folgende Bedeutung.

Erster Buchstabe:

L = Lamellenschlitzverschluss (als Unterscheidung zu den Vormodellen mit Tuchschlitzverschluss), V = variables Suchersystem (mit Auswahl aus Lichtschacht, Prismensucher und Makrookular), P = fest eingebauter Prismensucher (zur Unterscheidung zu ansonsten gleichen V-Modellen), D = Leuchtdioden zur Anzeige der Belichtungmessung statt des sonst verwendeten Zeigerinstruments, M = Messwerkabgleich (mit Brückenschaltung zur Stabilisierung gegenüber Spannungsschwankungen der Batterie).

Weitere Buchstaben:

TL = Innenbelichtungsmessung mit Abblendtaste, LC = Innenbelichtungsmessung bei offener Blende mit elektrischer Blendenwertübertragung, B = Außenbelichtungsmessung, EE = Innenbelichtungsmessung mit elektronischer Steuerung der Verschlusszeit.

Zahlen:

2 (bzw. 3) = zweite (bzw. dritte) Variante des Modells, 500 (bzw. 1000) = kürzeste Verschlusszeit 1/500s (bzw. 1/1000s), 50 = Variante der MTL mit Leuchtdioden statt Zeigerinstrument zur Belichtungsanzeige.

Die vierte Generation der Praktica-Spiegelreflexkameras wurde mit der Praktica B 200 im Jahr 1978 auf der Leipziger Messe erstmals präsentiert und von 1979 bis 1990 gefertigt. Eine wesentliche Neuerung war die Einführung des Bajonettanschlusses (auch PB-mount genannt) und ein modernes Design für Kameras und Objektive. Erstmals wurden auch Zoomobjektive, später auch noch Autofokus-Objektive vorgestellt.

Da das B-System für Kunden in der DDR sehr teuer war, wurde entgegen den Planungen die erschwinglichere M42-Kameralinie in verringertem Umfang weiter produziert. Später gab es speziell für den DDR-Markt technisch abgerüstete und damit billiger zu produzierende Modellvarianten (siehe dazu Praktica BCC und Praktica BCA). Umgekehrt wurden spezielle Modellversionen für den britischen, niederländischen und französischen Exportmarkt hergestellt, die sich nur in Designelementen und in der Namensgebung von den zugrunde liegenden Urtypen unterschieden (siehe dazu Praktica BCX, Praktica BC auto, Jenaflex AM-1, Jenaflex AC-1 und Praktica BC3).

Nachteil des Pentacon-Bajonetts war, dass es eine Eigenentwicklung war und nicht mit anderen Quasi-Marktstandards wie dem Pentax-K-Bajonett kompatibel war. Damit war im Gegensatz zum zuvor verwendeten Schraubgewinde die Nutzung von Objektiven auf neu zu kaufende Bajonett-Objektive mit PB-mount eingeschränkt. Dies verringerte die Akzeptanz des Systems im Markt.

Zur B-Kamerageneration gehören folgende Modelle:

  • Praktica B 200 und BCX, chrom
  • Praktica BC 1/BC3/BCX, schwarz und Jenaflex AM-1
  • Praktica B 100 und BC auto
  • Praktica BCA und Jenaflex AC-1
  • Praktica M
  • Praktica BCS
  • Praktica BCC
  • Praktica BM/BMS und Revue BC 2


BX-Modellreihe (Fertigung zwischen 1987 und 1990):

  • Praktica BX 20
  • Praktica BX 10 DX
  • Praktica BX 21
  • Praktica BX 20s


BX-Modellreihe aus der Nach-Wendezeit (Fertigung zwischen 1991 und 2001):

  • Praktica BX 20S
  • Praktica BX 20D



Siehe auch


  • Exakta



Literatur


  • Herbert Blumtritt: Geschichte der Dresdner Fotoindustrie. Lindemanns: Stuttgart 2000
  • Herbert Blumtritt: Die Prakti. Lindemanns: Stuttgart 2002

  • K. Hartmann: Pentacon Praxis (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle 1960
  • Richard Hummel: Spiegelreflexkameras aus Dresden - Geschichte, Technik, Fakten (erste erweiterte und überarbeitete Nachauflage). Edition Reintzsch: Leipzig 1995
  • W. Mesow: Kleines Buch zur Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Leipzig 1980
  • Franz Pangerl. Das Praktica-Buch. Seebruck: Heering-Verlag 1967
  • Roger Rössing: Fotografie mit der Praktica (1. Auflage). Fotokinoverlag: Halle (Saale) 1959 (12. Aufl. 1977)
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 20:13   Titel: Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie




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Ansel Adams: The Tetons and the Snake River

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Herbstidylle im südlichen Wipptal

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Zireiner See mit Rofanspitze.

Die Landschaftsfotografie setzt sich mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen auseinander. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie, aber auch der Stilllebenfotografie wenn sich die Betrachtungsräume beispielsweise den gestalteten Parks und Gärten annähern.

Ihre Pioniere, im 19. Jahrhundert Hermann Krone, im 20. Jahrhundert Ansel Adams, suchten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue“ Abbildung. Zumeist wurden große Bildformate in Fachkameras genutzt. Seit dieser Phase hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt. Die menschliche Intervention in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen. Beispielsweise zeigt Margherita Spiluttini großformatige Abbildungen der vom Menschen in die Umwelt gesetzten Steinbrüche und der vom Verkehr und der Wasserkraftnutzung überformten Alpen. Über den menschlichen Eingriff oder die Dokumentation von aktuellen Ereignissen lässt sich auch ein Bezug zur Reportagefotografie herstellten. Vom Krieg geschundene Welten, aber auch Umweltkatastrophen bieten weiten Raum für die fotografische Arbeit.

Während sich Spiluttini und viele andere Vertreter der Landschaftsfotografie der „exakten“ Abbildung widmen, verfremden manche zeitgenössische Fotografen wie der Finne Miklos Gaal reale Szenen mit den extremen Unschärfen, die durch die Verstellungen von Fachkameras möglich sind, zu surrealen Szenen, die an die Makroaufnahmen von Modelleisenbahnen erinnern. Darin könnte ein Aufgreifen der Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts gesehen werden, mit denen sich die Fotografie vom Zwang der exakten Abbildung befreite.

Technik


Abgesehen von bewussten gestalterischen Unschärfen, versucht man in der Landschaftsfotografie, Aufnahmen mit großer Schärfentiefe und Detailzeichnung herzustellen. Landschaftsfotografen haben meist genug Zeit, um ein Stativ aufzubauen und damit die optimale Perspektive und Ausschnitt zu suchen. Belichtungsreihen treten hier an die Stelle von Serienbildern.

Bildschärfe


Zur Erzielung optimaler Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen gelten folgende Parameter:

  • Möglichst niedriger ISO-Wert, um Bildrauschen (bzw. Körnigkeit) zu minimieren.
  • Am besten fotografiert man im RAW-Format um verlustfreie Bilder für die Nachbearbeitung herzustellen.
  • 6 Megapixel reichen für den „Hausgebrauch“, schöpfen aber nicht das Auflösungsvermögen sehr guter Objektive voll aus. Hier sollten es 10-12 Megapixel sein.
  • Möglichst gutes Objektiv, Festbrennweiten sind meist preiswerter und kompakter als vergleichbar gute Zoomoptiken.
  • Auch gute Objektive sollten um mindestens zwei Stufen abgeblendet werden, höchstens aber „zwei Stufen vor ganz zu“. Oft sind das Blendenwerte um 5,6 bis 11.
  • Daraus resultiert eine Belichtungszeit, die oft nicht aus der Hand verwacklungsfrei gehalten werden kann. Ein gutes Stativ ist daher das wichtigste Utensil des Landschaftsfotografen.
  • Drahtauslöser (oder elektrischer Fernauslöser) bzw. Selbstauslöser und Spiegelvorauslösung reduzieren die Verwacklungen und sollten bei Aufnahmen vom Stativ immer verwendet werden, wenn es das Motiv erlaubt.
  • Der Autofokus stört bei Landschaftsaufnahmen oft, manuelle Scharfstellung auf Unendlich (∞) ist meistens richtig.


Filter


Folgende Filter finden in der Landschaftsfotografie häufig Anwendung:

  • Polfilter können blauen Himmel kräftiger erscheinen lassen und Spiegelungen auf Wasseroberflächen reduzieren. Seine Wirkung entfaltet er nur bei Seitenlicht.
  • Verlauffilter dunkeln einen hellen Himmel ab und reduzieren so den Kontrastumfang des Bildes.
  • Neutralgraufilter verlängern die Belichtungszeit, sodass Bewegungsunschärfe, insbesondere von fließendem Wasser, bildwirksam wird.
  • Farbfilter (rot, grün, gelb, orange) werden nur in der Schwarzweißfotografie verwendet und können den Landschaftseindruck verstärken. Ein Gelbfilter arbeitet beispielsweise die Wolken vor blauem Himmel besser heraus, und ein Grünfilter differenziert das Blattgrün bei Waldaufnahmen.


Literatur


  • A. Horsley Hinton: Künstlerische Landschafts-Photographie in Studium und Praxis (2. durchges. u. erweiterte Auflage). Berlin: Gustav Schmidt 1900
  • Fritz Loescher: Leitfaden der Landschafts-Photographie (5. Aufl. umgearbeitet u. ergänzt v. Karl Weiß). Berlin: Union Deutsche Verlagsges. 1917


Weblinks
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:55   Titel: Innenfokussierung

Innenfokussierung



Innenfokussierung, abgekürzt IF, ist eine Konstuktionsart von Objektiven, bei der die Entfernungseinstellung nicht durch eine Verschiebung des ganzen Objektivs, sondern nur von einer oder mehreren Linsen innerhalb des Objektivs erfolgt. Die übrigen Linsen, insbesondere die Frontlinse, behalten ihren Abstand von der Bildauffangebene (Film oder Bildsensor) bei, wodurch sich die Baulänge des Objektivs nicht ändert.


Problematik


Gewöhnliche Objektive fokussieren dadurch, dass sich das gesamte Linsenpaket in Richtung ihrer optischen Achse verschiebt. Dies führt beim Einstellen auf nahe Motive zu einer größeren Baulänge und einer damit verbundenen Schwerpunktverlagerung. Hinzu kommt, dass mit dem Verstellen aller Linsen eine große Masse bewegt werden muss, die das Fokussieren verlangsamt. Diese Effekte sind für kurze Brennweite bedeutungslos, bei Teleobjektiven aber beträchtlich und von großem Nachteil. Deswegen werden Kameraobjektive ab etwa 3facher Vergrößerung gegenüber der Normalbrennweite, bei Kleinbild also etwa ab 150 mm, seit den 1970er Jahren zunehmend mit Innenfokussierung gebaut.

Objektive mit Innenfokussierung lassen sich kompakter und leichter bauen, was insbesondere bei langen Brennweiten günstig ist. Auch verlagert sich der Schwerpunkt beim Fokussieren kaum, so dass bei Stativaufnahmen keine Änderung der Stativbelastung und somit kein störendes Kippen der Kamera (durch die Elastizität des Stativs) erfolgt. Von Nachteil kann allerdings sein, daß sich im Allgemeinen die Brennweite mit der Entfernungseinstellung ändert.

Funktionsweise


Bei konventioneller Fokussierung bleiben die Abstände der Linsen voneinander stets gleich. Das Linsenpaket besitzt eine Unendlicheinstellung und lässt sich von dieser ausgehend von der Kamera weg verschieben. Um ein Motiv in gegebener Entfernung scharf abzubilden, ist eine bestimmte Entfernung des Linsenpakets (genauer: der bildseitigen Hauptebene) von der Film- bzw. Sensoerebene einzustellen. Diese Auszug genannte Verschiebung des Objektivs hängt neben der Motiventfernung auch von der Brennweite des Objektivs ab. Sie wird mit zunehmender Brennweite größer.

Wenn man auch die Abstände der Linsen voneinander ändert, wie es bei der Innenfokussierung der Fall ist, verschiebt sich nicht nur die bildseitige Hauptebene, sondern es ändert sich im Allgemeinen auch die Brennweite und damit der einzustellende Abstand der Hauptebene vom Film. Somit gibt es zwei Möglichkeiten, die Scharfeinstellung zu realisieren:

  • Die Hauptebene wird bei gleichbleibender Brennweite nach vorn verschoben.
  • Bei gleichbleibender Position der Hauptebene wird die Brennweite verkleinert.


In der Regel nutzt man beide Effekte gleichzeitig.

Bei der Innenfokussierung werden nur ausgewählte Linsen im hinteren Bereich des Objektivs verschoben. Diese Linsen sind relativ klein und leicht und müssen sich meist nur wenig bewegen, und beeinflussen den Objektiv-Schwerpunkt infolgedessen nur unbedeutend. Auch lassen sie sich sehr schnell verstellen, sowohl mit der Hand, wie auch durch einen Autofokusmotor. Da die vorderen Linsen, insbesondere die Frontlinse, nicht zu den verstellten Linsen gehören, bleibt die Objektiv-Baulänge unverändert. Die verringerte Brennweite und somit Vergrößerung bei Naheinstellung hat in der Praxis keine Bedeutung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren kann sich aber die Verzeichnung des Objektivs mit der Entfernung ändern.

Anstatt ausgewählte Linsen zu verschieben, kann man die Entfernung auch verstellen, indem man Linsen auswechselt. Dies führt zu einer stufenweisen Fokussierung und findet bei Polaroid-Sofortbildkameras Anwendung (siehe Polaroid).

Vorteile der Innenfokussierung


  • Bei der Fokussierung wird weniger Masse bewegt, so dass sie schneller erfolgen kann.
  • Die Gewichtsverlagerung ist viel kleiner, so dass sich die Stativbelastung kaum ändert und sich die Kamera nicht neigt.
  • Die Fassung des Objektivs kann kleiner und leichter konstruiert werden.
  • Das Objektiv ist im Allgemeinen robuster. Wenn das Objektiv einen Schlag auf die Vorderkante abbekommt, wird die Fokussiermechanik dadurch nicht belastet, da sie komplett im Inneren liegt.
  • Die Frontlinse dreht sich nicht (im Gegensatz zur Frontlinsen-/Frontgruppen-Fokussierung vieler Zoomobjektive).

Dadurch können Pol- oder Verlaufsfilter (s. Filter) problemlos benutzt werden. Darum ist auch die Verwendung von tulpenförmigen Streulichtblenden (ugs. Gegenlichtblenden) möglich, welche in den Bildecken eingeschnitten sind, um Vignettierungen zu vermeiden.

Besonderheit: Hinterlinsenfokussierung


Die Hinterlinsenfokussierung (engl. rear focus, RF) ist eine Spielart der Innenfokussierung. Dabei wird die hinterste Linse oder Linsengruppe verschoben.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:50   Titel: Kodak Kodachrome

Kodak Kodachrome



Kodak Kodachrome ist

  1. ein von 1916–1930 produzierter Zweifarbenfilm,
  2. ein von 1935 bis heute produzierter Umkehr- bzw. Diafilm,
  3. ein eingetragener Markenname der Firma Kodak,
  4. ein Musikstück von Paul Simon.



Der Kodachromefilm war der erste kommerziell erfolgreiche Dreifarbenfilm mit natürlicher Farbwiedergabe. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1935 bis in die 1990er Jahre war er das bevorzugte Diafilmmaterial vieler Berufsfotografen und anspruchsvoller Fotoamateure. Kodachrome weist eine hohe Schärfe, Feinkörnigkeit sowie lebendige Farben auf, und ist in Archiven äußerst gut haltbar. Diese Eigenschaften wurden von anderen Filmen über ein halbes Jahrhundert lang nicht erreicht, weshalb der Kodachrome einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Farbfotografie ausübte.

Ein bezüglich der Farbwiedergabe qualitativ vergleichbarer Vorgänger, das 1907 von den Gebrüdern Lumiere auf den Markt gebrachte Autochrom, war für einen vergleichbaren kommerziellen Massenerfolg noch zu teuer und technisch zu umständlich gewesen.


Geschichte und Entwicklung


Vorgänger Zweifarbenfilm

Der technisch wie qualitativ nicht vergleichbare Vorgänger, der Kodachrome-Zweifarbenfilm, wurde zwischen 1916 und 1930 produziert und als Kinofilm genutzt. Die Aufnahmen wurden mit einer Spezialkamera mit Zwillingsobjektiv aufgenommen und dann auf Dipo-Film kopiert.

Das klassische Kodachrome

Das dem klassischen Kodachrome-Dreifarbenfilm zugrundeliegende Verfahren wurde von 1920 bis 1935 von den zwei Musikern und begeisterten Hobbyphotographen Leopold Godowsky und Leopold Mannes im Auftrag Kodaks entwickelt; diese erste Kodachrome-Emulsion wies eine Filmempfindlichkeit von 10 ASA auf. Es heißt, Godowsky und Mannes hätten bei ihren zu Kodachrome führenden Versuchsreihen in der eigenen Küche mangels korrekt genug laufender Uhren die exakte Entwicklungszeit stets durch das gemeinsame Pfeifen einer Beethovensymphonie bestimmt. Man spricht aufgrund der Namen der beiden Erfinder im Englischen auch scherzhaft davon, Kodachrome sei gemeinsam von God and Man („Gott und dem Menschen“) erschaffen worden.

Der Kodachrome-Umkehrfilm wurde erstmals im April 1935 als 16-mm-Schmalfilm vorgestellt; es handelte sich dabei um den ersten nach einem chromogenen Verfahren arbeitenden Farbfilm überhaupt sowie den „dienstältesten“ derzeit noch am Markt erhältlichen fotografischen Film.

Eigenschaften


Der Schichtträger der Kodachrome-Farbumkehrfilme besteht aus 0,135 mm dickem Celluloseacetat.

Die aufeinander abgestimmte Filmreihe bestand überwiegend aus dem K25, K64 und dem K200 mit den Filmempfindlichkeiten von 25, 64 und 200 ASA), für Super8 und 16 mm besaß darüber hinaus der K40 bis zu seinem Produktionsende 2005 eine besondere Bedeutung; Jahrzehnte zuvor war in beiden letzteren Formaten bereits die Fertigung des K25 eingestellt worden. Mittlerweile sind nur noch der K64 und K200 und das auch nur für 35 mm erhältlich, die Produktion des K25 wurde von Kodak 2002 auch für 35 mm eingestellt.

Der Kodachrome 25 besitzt eine Körnigkeit von 8 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 1998).

Der Kodachrome 64 besitzt eine Körnigkeit von 10 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 63 Linien/mm bzw. bei einem Testobjektkontrast 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Der Kodachrome 200 besitzt eine Körnigkeit von 16 RMS, gemessen mit einem Mikro-Densitometer bei einer Messblendenöffnung von 48 µ und 12facher Vergrößerung. Das Auflösungsvermögen liegt bei einem Testobjektkontrast von 1.6:1 bei 50 Linien/mm sowie bei einem Testobjektkontrast von 1000:1 bei 100 Linien/mm (Herstellerangaben von 2002).

Funktionsweise


Der Kodachrome ist eigentlich ein dreischichtiger Schwarz-Weiß-Film. Die Schichten sind durch Farbfilter voneinander getrennt und zeichnen so die Intensität der drei additiven Grundfarben auf. Anders als bei „normalen“ Farbfilmen, die in der Regel nach dem E-6-Prozess verarbeitet werden, fehlen dem Kodachrome aber die Farbkuppler zur Farbwiedergabe; diese sind erst im Entwickler enthalten. Daher ist der Kodachrome unempfindlicher gegenüber falscher Lagerung (zu lange, zu heiß, zu feucht) als andere Farbfilme. Es soll schon originalverpackte Kodachrome-Filme gegeben haben, die (ohne tiefgekühlte Lagerung) mehr als 15 Jahre über das angegebene Haltbarkeitsdatum hinaus aufbewahrt wurden und dann nach Belichtung und Entwicklung trotzdem noch mittelmäßige Ergebnisse zeigten. Weil die Farbe erst während der Entwicklung entsteht, zählt der Kodachrome zu den chromogenen Filmen.

Das Fehlen der in die Emulsion eingebetteten Farbkuppler, die bei den E-6 Filmen diffusionsecht mit langen Molekülketten ausgeführt sein müssen, erklärt die höhere Schärfeleistung gegenüber diesen. Der Film ist daher für Großvergrößerungen optimal geeignet.

Die Entwicklung im K14-Prozess ist daher auch sehr aufwändig und muss in mehreren Schritten erfolgen. Sie wird nur von Kodak selbst durchgeführt und ist bereits im Filmpreis enthalten (nur Europa).

Kodachrome-Filme hatten immer nur Bedeutung als Film im professionellen bzw. semiprofessionellen Bereich. Diafilme auf der Basis des wesentlich einfacher zu handhabenden E-6-Entwicklungsprinzips sind marktbeherrschend.

Vor- und Nachteile


Die Kodachrome-Filme zeichnen sich allgemein aus durch ihre sehr hohe Schärfe, ihre äußerst natürliche und nuancenreiche Farbwiedergabe – vor allem von Hauttönen – und die hohe Farbbeständigkeit. Letztere Eigenschaft machte ihn lange Zeit zum bevorzugten Film für Anwendungen in Archiven (Museen, Kunstarchive).

Kodachrome ist das einzige Diamaterial, das in den dunklen Partien rotstichig wird, während andere Diafilme blaustichig werden. Dies verleiht Kodachrome-Dias einen wärmeren Bildeindruck. Die stärkere Betonung von Grüntönen führt zudem zu einem subjektiv verbesserten Bildeindruck von Landschaften, da Menschen Grün stark wahrnehmen.

Tests haben gezeigt, dass die hohe Haltbarkeit der Kodachrome-Farbstoffe nur für den Fall der Aufbewahrung im Dunkeln gilt, hier ist Kodachrome allen anderen Diafilmen für die bildmäßige Fotografie, die sämtlich nach dem E-6-Verfahren arbeiten, überlegen. Anders verhält es sich mit der Stabilität der Farbstoffe bei der Projektion: Der enorme Lichtdurchsatz während der Projektion führte bei Tests schon nach einer Stunde zu einem merklichen Ausbleichen (Dichteverlust von 0,1) von Kodachrome-Dias, E-6-Diamaterialien (z. B. Kodak Ektachrome, Agfachrome, Fujichrome) zeigten sich hier stabiler. Kodachrome-Dias sollten deshalb unbedingt in vollkommener Dunkelheit aufbewahrt werden!

Zukunft


2004 gab Kodak die Einstellung der Produktion analoger Kameras, sowie die Einstellung der Weiterentwicklung analogen Filmmaterials bekannt (wobei 2007 allerdings wieder neue Emulsionen vorgestellt wurden). Das Angebot an analogen Filmen wurde reduziert. Seit November 2006 gibt es nur noch ein Entwicklungslabor für Kodachrome weltweit, in den USA. Abzusehen ist, dass langfristig durch die Verbreitung der Digitalfotografie analoge Filme nur noch im Spezialhandel verfügbar sein werden und die Angebotsbreite sinken wird.

Digitalisierung (Scannen)


Ein gerahmtes Kodachrome-Dia lässt sich wie jedes andere Dia in einen Dia-Scanner einlegen. Das Ergebnis nach einem herkömmlichen Scan-Vorgang aber wird in fast allen Fällen nicht zu gebrauchen sein; meist wird es sehr blaustichig ausfallen. Einige Hersteller bieten in ihrer Scan-Software spezielle Kodachrome-Farbprofile zur Auswahl, die dies verhindern sollen. Für wirklich farbechte Scans ist allerdings eine IT8-Kalibrierung notwendig.

Da Kodachrome-Dias besonders feinkörnig sind, warten sie mit einem sehr hohen Auflösungsvermögen und einem sehr großen Dichteumfang auf. Möchte man bei der Digitalisierung hier keine Verluste in Kauf nehmen, ist also ein hochauflösender Scanner (min. 3000 dpi) mit großem Dichteumfang nötig.

Nahezu jedes Dia weist gewisse unerwünschte Defekte wie Staub, Kratzer, Fingerabdrücke und ähnliche auf, die heutzutage normalerweise schon beim Scannen erkannt und entfernt werden. Beim Scannen von Kodachrome-Dias gestaltet sich dieses jedoch schwierig. Viele Scanner besitzen einen zusätzlichen Infrarotkanal, dessen langwelliges Licht zwar durch das Dia jedoch nicht durch Staubpartikel dringt; so kann Staub sehr zuverlässig identifiziert und entfernt werden. In den Kodachrome-Dias (und auch in vielen Schwarzweiß-Dias) sind Silberhalogenide enthalten, die wie Staub das infrarote Licht reflektieren. Dies führt dann zu sehr verwaschenen Scans. Erst 2004 hat Nikon mit dem Super Coolscan 9000 ED den bisher einzigen Scanner auf den Markt gebracht, der mit Hilfe verbesserter Technologie (ICE Professional) zuverlässig staub- und kratzerfreie Scans von Kodachrome-Dias anfertigen kann. LaserSoft Imaging setzt seit Mitte 2008 in ihrer Software Silverfast eine weiterentwickelte Version der Staub- und Kratzerentfernung (iSRD) ein, die mit allen Nikon Filmscannern lauffähig ist und qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt.

Kodachrome-Song


1973 komponierte Paul Simon das Lied Kodachrome, das von seiner Jugend erzählt und bei dem Kodachrome-Filme eine wichtige Rolle spielen. Er widmete es dem Hersteller Kodak. Er sang das Lied auch 1981 bei der Wiedervereinigung von Simon & Garfunkel im New Yorker Central Park.

Siehe auch


  • Konfektionierung
  • Aufnahmeformat
  • Zelluloidfilm und Sicherheitsfilm
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Do, 18. Sep 2008 21:39   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung (Handbuch)

Practica BX 20 Bedienungsanleitung - Handbuch



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.



Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Mo, 26. Mai 2008 23:07   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung

Practica BX 20 Bedienungsanleitung



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.


Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser[/highlight]




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Mi, 30. Apr 2008 11:28   Titel: Nachtfotografie


Nachtfotografie/Nachtaufnahmen


Nachtaufnahmen oder auch Nachtfotografien wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem fotografische Aufnahmen bei speziellen Lichtverhältnissen – in der Dämmerung, bei Anbruch der Nachtstimmung sowie in Form von Langzeitbelichtungen in der Nacht unter Verwendung von Belichtungszeiten von einigen Sekunden bis Minuten durchgeführt werden. Sie bilden eine besonders schwierige Gruppe von fotografischen Aufnahmen. Die bevorzugten Motive sind Architektur, Stadtansichten oder Landschaften. Nicht selten werden auch Himmelsobjekte in das Motiv mit einbezogen, so dass der Übergang zur Astrofotografie fließend ist. Verwandte fotografische Genres sind die Astro- und die Landschaftsfotografie, in denen ähnliche Arbeitstechniken und Bildgestaltungen verwendet werden.

In Nachtfotografien treten aufgrund der relativ langen Belichtungen (einige Sekunden bis Minuten) fotografische Effekte wie der Schwarzschildeffekt (in der analogen Fotografie) oder vermehrtes Rauschen (in der digitalen Fotografie) in Erscheinung (siehe Abschnitt Erläuterung einzelner Effekte).

Voraussetzung für Nachtfotografien ist ein sicherer Stand der Kamera, hier bietet sich die Nutzung eines Stativs an. Lichtstarke Wechselobjektive helfen bei der Bildgestaltung, da sie ein vergleichsweise helles Sucherbild ermöglichen. Hochempfindliche Filme können eingesetzt werden, um den Schwarzschildeffekt zu reduzieren, häufig wird jedoch mehr Wert auf die bessere Schärfe, geringere Körnigkeit und kräftigere Farbwiedergabe normalempfindlicher Filme gelegt. Eine besonders attraktive Zeit für Nachtfotografien ist die so genannte Blaue Stunde, also die Dämmerung.

Aus technischer Sicht sind auch die meisten Fotografien von Sonnenuntergängen zu den Nachtaufnahmen zu zählen. Verglichen mit anderen fotografischen Genres kennzeichnen Nachtaufnahmen folgende Merkmale, die auftreten können, aber nicht alle müssen:
  • wenig Licht (z. B. während der so genannten Blaue Stunde),
  • Kunstlicht mit unsicherer Bestimmung der Farbtemperatur,
  • Verwendung aufwändigerer Technik als sonst üblich.


Die Available-Light-Fotografie ist im Gegensatz zu Nachtaufnahmen nicht an Tageszeiten gebunden. In der Available-light-Fotografie werden vergleichsweise kurze Belichtungszeiten verwendet. Ihr gestalterisches Ziel ist das Einfangen der Lichtstimmung vor Ort auch tagsüber z. B. in geschlossenen Räumen, ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Lichtquellen wie Blitzlicht.



Besonderheiten


Bei Nachtaufnahmen sind einige Besonderheiten zu beachten, die sonst nicht oder weniger intensiv auftreten:

  • Filmkorn bzw. Bildrauschen
  • Lichthof
  • Schwarzschildeffekt


Gerade bei Nachtaufnahmen erreicht man oft enttäuschende Ergebnisse, weil das fertige Bild nicht die Stimmung wiedergibt, die man selbst erlebt hat. Dies betrifft insbesondere Farbtemperatur und Filmkorn bzw. Rauschen sowie Bildunschärfen wegen der sehr langen Belichtungszeiten und großen Blendenöffnungen.

Filmempfindlichkeit

Dabei ist es unerheblich ob man analog oder digital fotografiert: Es gibt sowohl hochempfindliche Filme als auch ebenso lichtempfindliche Digitalsensoren (handelsüblich derzeit bis ISO 3200/36° ohne Push-Entwicklung). Im Gegensatz zur Available-Light-Fotografie wird man für Nachtaufnahmen meist jedoch aufgrund der höheren Farbsättigung und des geringeren Korns niedrigempfindliche Filme einsetzen; dabei muss allerdings der Schwarzschildeffekt in der Belichtungszeit kompensiert werden.


Farbwiedergabe


Aufgrund der Fähigkeit der menschlichen Wahrnehmung zur chromatischen Adaption können Menschen die exakte Farbtemperatur einer Lichtquelle nicht objektiv beurteilen; die subjektiv wahrgenommene Farbstimmung weicht darüber hinaus auch von der Sensibilisierung der fotografischen Emulsion bzw. vom automatischen Weißabgleich der Kamera ab, da diese auf standardisierte „Normalbedingungen“ eingestellt sind; bei Nachtaufnahmen kommt in der Praxis häufig noch als zusätzliche Problematik das Mischlicht aus Lichtquellen unterschiedlicher Farbtemperatur hinzu.

Objektivieren kann man diese Effekte nur mit Hilfe eines fotometrischen Belichtungsmessers (z. B. Gossen Mastersix in Verbindung mit Vorsatzgerät PROFi-color), wobei allerdings für exakte Messungen eine Lichtintensität von mindestens 10 Lux erforderlich ist (etwa 60-Watt-Glühbirne auf 1,5 Meter Entfernung in einem abgedunkelten Raum). Gerade unter den Bedingungen einer Nachtaufnahme wird es also für den Fotoamateur schwierig, die Lichtsituation objektiv zu bestimmen. Faustregeln gibt es nicht. Mit ein wenig Erfahrung und einer Farbtemperaturtabelle lassen sich jedoch die Wirkungen von Kunstlicht auf fotografische Emulsionen oder digitale Sensoren recht gut abschätzen.

Körnung und Rauschen

Die grobe Körnung eines fotografischen Films wird von manchen Fotografen gerne in Kauf genommen und als Effekt bewusst eingesetzt; legt man jedoch Wert auf eine feine Körnung und hohe Kantenschärfe, sollten Filme mit Empfindlichkeiten über ISO 200/24° unbedingt vermieden werden. Eine höhere Präzision der Belichtung erzielt man mit Diafilmen, während Negativfilme einen höheren Belichtungsspielraum bieten. Spezialfilme wie z. B. 'Kodak Professional Ektapress Film PJ800' können bis 6400 ASA belichtet werden und haben dabei eine noch akzeptable Körnung, die mit herkömmlichen 400-ASA-Filmen vergleichbar ist. Allerdings sind solche Filme und deren Entwicklung sehr teuer.

In der Digitalfotografie weisen nahezu alle aktuellen Kameramodelle ein Dunkelrauschen auf, das teilweise durch Algorithmen der Kameraelektronik kompensiert – oder auch verschlimmert – wird. Zu den besten Ergebnissen gelangt man mit Empfindlichkeitseinstellungen um 100 ASA in Verbindung mit dem jeweiligen Rohdatenformat der Kamera.

Das Rohdatenbild lässt sich dann bei der Bildbearbeitung mit speziellen Hilfsprogrammen wie Noise Ninja oder Neatimage, gezielt entrauschen und beispielsweise mit Photokit Sharpener oder FocalBlade nachschärfen. Soll das Rohdatenformat vermieden werden, hilft zweimaliges Belichten, zuerst mit offenem Verschluss und dann mit geschlossenem,so kann die Kamera das Rauschen teilweise herrausrechnen.


Erläuterung einzelner Effekte


Die folgenden Bilder wurden mit verschiedenen Aufnahmetechniken angefertigt und zeigen einige der vorher beschriebenen Effekte:

Unschärfe

Image


Passeig de Gracia in der Innenstadt von Barcelona


Aufnahmetechnik:

  • EXA Rheinmetall
  • 2,8/50 Festbrennweite
  • KodaChrome 25
  • f=5,6 / ca. 2 s


Obwohl die Kamera an eine Laterne gedrückt wurde, ist das Bild insgesamt unscharf, bei den Menschen erscheint unabwendbar Bewegungsunschärfe.

Farbtemperatur

Image

Tossa de Mar an der spanischen Costa Brava

Aufnahmetechnik:

  • Canon EOS 50 E
  • 1,8/50 Festbrennweite
  • Kodak Gold 100
  • f=2,0 / 1/15 s


Der Farbstich fällt besonders im rechten Bildteil auf. Das gesamte Bild wirkt wesentlich wärmer als es ursprünglich der Fall war. Die Beleuchtung der Burg erfolgt mit wärmeren Lampen als die Straßenbeleuchtung. Die Lampen wirken zwar wärmer, als sie in der Aufnahmesituation wahrgenommen wurden, dies wird aber im fertigen Bild meist als angenehm empfunden.

Lichthof

Image

Lichterträume im Familiengarten Eberswalde

Aufnahmetechnik:

  • Canon G5
  • f=8 / 1 s


Den Lichthof kann man bei allen im Bild sichtbaren Lichtquellen beobachten, besonders in der unteren Bildmitte und rechts beim roten Licht. Selbst die angestrahlten Blätter links oben überstrahlen.


Stimmung

Aufnahmetechnik:

  • Ricoh RDC-i 500
  • f=2,8 / 1/15 s


Das Originalbild gibt die (physikalisch) korrekten Farben wieder. Es wirkt etwas kraftlos, das Ergebnis ist nicht unbedingt befriedigend. Durch gezielte Farbkorrekturen am Computer kann die ursprünglich gesehene Stimmung bzw. eine übertriebene, kitschige Postkartenatmosphäre erreicht werden (Bilder 2 und 3).

Image

Sonnenuntergang in Dagebüll an der Nordsee, fast unbearbeitete Datei aus der Kamera

Image

Bild 2 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur auf die tatsächlich vorhandenen Farbbereiche

Image

Bild 3 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur mit drastischer Überbetonung des Rot- Kanals und Zurückdrängung von Grün und Blau


Aufnahmetechnik


Für Nachtaufnahmen ist sehr preiswerte Fototechnik nur bedingt geeignet. Die Kamera muss ein abschaltbares Blitzgerät besitzen und möglichst über ein Stativgewinde verfügen; bei Analogkameras sollte die Filmempfindlichkeit manuell einstellbar sein bzw. bei Digitalkameras eine manuelle Empfindlichkeitswahl möglich sein.

Als Notlösung kann man bei preiswerten Kameras den Blitz abdecken und darauf hoffen, dass die Kameraelektronik den Rest macht. Empfehlenswert ist der Belichtungsmodus manuell sowie manuelle Entfernungseinstellung, da einige Autofokus-Systeme in lichtschwacher Umgebung oft Probleme bereiten.

Lichtstarke Wechselobjektive unterstützen die Arbeit, da sie die manuelle Fokussierung mittels der Einstellscheibe vereinfachen, sie sind aber nicht zwingend erforderlich.


Weitere Beispielfotos




Hofkirche von Dresden



Am Festspielhaus Hellerau



Sternspuraufnahme mit Einbau von Landschaft



Flughafen Dresden


Siehe auch


  • Langzeitbelichtung
  • Chromatische Aberration
  • Dynamic Range Increase



Weblinks


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Do, 03. Apr 2008 19:36   Titel: Normalobjektiv

Normalobjektiv


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Als Normalobjektive gelten in der Fotografie Objektive mit einer Brennweite, die etwa der Diagonalen des Aufnahme-Bildformats entspricht (Normalbrennweite). Damit ergibt sich unabhängig vom Aufnahmeformat ein diagonaler Bildwinkel von etwa 53 Grad.

Objektive mit einer kürzeren Brennweite (und größerem Bildwinkel) als Normalobjektive werden als Weitwinkelobjektiv bezeichnet, Objektive mit längerer Brennweite (und kleinerem Bildwinkel) als Fern- oder Teleobjektive.


Eigenschaften


Vor der massenhaften Verbreitung der Zoomobjektive wurden Spiegelreflexkameras meist zusammen mit einem Normalobjektiv verkauft. Aufgrund der hohen Stückzahlen und der unkomplizierten, optisch oft nahezu symmetrischen Konstruktion sind Normalobjektive die preiswertesten lichtstarken Objektive mit meist ausgezeichneten Abbildungseigenschaften.

Gängige Normalobjektive haben fast immer Anfangsöffnungen von 1:1,8 bis zu 1:1,4. Andere Brennweiten, die so lichtstark sind, sind deutlich aufwändiger zu bauen (größere Linsen erforderlich) und deutlich teurer. Es gibt Normalobjektive auch mit Anfangsöffnungen von 1:1,2 oder sogar 1:0,95. In der Available-Light-Fotografie (bei schwierigen Lichtverhältnissen) werden sie daher häufig eingesetzt.

Bei der heute üblichen Einteilung von Festbrennweiten sind Normalobjektive die Objektive mit der kürzesten Brennweite, die bei "einäugigen" Spiegelreflexkameras keine Retrofokus-Konstruktion erfordern. Kürzere Brennweiten erfordern bei diesen Kameras zusätzliche Linsen um hinter dem Objektiv genug Platz für den Schwingspiegel zu schaffen, was den Aufwand für Konstruktion und Herstellung vergrößert.


Aufnahmeformate


Bei Kleinbildkameras hat sich eine Brennweite von 50 mm in der Praxis durchgesetzt, obwohl die Diagonale des Aufnahmeformats (24 mm x 36 mm) 43,3 mm beträgt. Einzelne Hersteller bezeichneten auch Objektive mit 55 mm bis 60 mm Brennweite noch als Normalobjektiv. Kompakte Kleinbildkameras mit fest montiertem Objektiv weisen dagegen häufig leichte Weitwinkel mit Brennweiten zwischen etwa 35 mm und 45 mm auf.

Bei Mittelformatkameras mit einem Aufnahmeformat von 6 cm x 6 cm ergibt sich entsprechend etwa 85 mm als Normalbrennweite. Das früher häufig verwendete Rollfilmformat 6x9 cm mit 105 mm Normalbrennweite gilt heute als Großformat.

Bei Großformatkameras, die es von 6 cm x 9 cm bis 18 cm x 24 cm Bildformat, aber auch mit nichtmetrischen Abmessungen, z.B. 8x10" (inch), gibt, wird der Zusammenhang deutlich: ein Normalobjektiv für das Bildformat 6 cm x 9 cm (Bilddiagonale = 10,8 cm) mit einer Brennweite von 105 mm wäre für das nächstgrößere Format 9 cm x 12 cm (Bilddiagonale = 15,0 cm) schon eher ein leichtes Weitwinkelobjektiv.

Bei Digitalkameras gilt, unabhängig von der Pixelzahl, entsprechend die Diagonale der lichtempfindlichen Sensorfläche (siehe Formatfaktor).


Siehe auch


  • Normalbrennweite
  • Universalobjektiv
  • Retroobjektiv


Verwandte Themen
  • Verzeichnung
  • Schärfe
  • Auflösung
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 28. Mar 2008 19:24   Titel: Relativer Abbildungsmaßstab


Relativer Abbildungsmaßstab

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Der relative Abbildungsmaßstab mrel ist definiert als das Verhältnis der Brennweite f zur Normalbrennweite fN einer optischen Abbildung.

mrel = f / fN

Gleichzeitig ist der relative Abbildungsmaßstab auch durch das Verhältnis des Maßstabs m einer optischen Abbildung zum Maßstab bei der Normalbrennweite mN definiert:

mrel = m / mN


Literatur


Gottfried Schröder: Technische Fotografie: Grundlagen und Anwendungen in Technik und Wissenschaft, Vogel-Druck, Würzburg, 1. Auflage, 1981


Siehe auch


Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 28. Mar 2008 19:18   Titel: Abbildungsmaßstab

Abbildungsmaßstab


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Der Abbildungsmaßstab (Formelzeichen β) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Größe der optischen Abbildung (B, Bild) eines Gegenstandes und dessen realer Größe (G, Gegenstand) ( β = B / G).

Bekanntes Beispiel ist der Maßstab in der Kartografie: Hat eine Landkarte beispielsweise einen Maßstab von 1:100.000, dann ist die Realität 100.000-mal größer ist, als die Abbildung auf der Karte. 1 cm auf der Karte entspricht demnach 100.000 cm = 1 km in der Realität.

  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 sagt aus, dass der Gegenstand und seine Abbildung gleich groß sind
  • Ein Abbildungsmaßstab von 1:2 sagt aus, dass der Gegenstand doppelt so groß ist, wie seine Abbildung
  • Ein Abbildungsmaßstab von 2:1 sagt aus, dass die Abbildung doppelt so groß ist, wie der Gegenstand.



Fotografie


In der Fotografie bezeichnet man als Abbildungsmaßstab das Verhältnis der Abbildungsgröße eines Objektes auf der Filmebene zur Größe des Originalobjektes selbst. Der Abbildungsmaßstab nimmt mit kleiner werdendem Abstand zum Objekt und mit Verlängerung der Objektivbrennweite zu.
Aufgrund der einem jeden Objektiv eigenen Naheinstellgrenze (der Mindestabstand zum Objekt), unterhalb derer es nicht mehr möglich ist auf das Objekt zu fokussieren, kann der Objektabstand allerdings nicht beliebig verringert werden. Ein Objektiv besitzt also einen maximalen Abbildungsmaßstab.

Spezielle Objektive für die Makrofotografie, die sogenannten Makro-Objektive, können mit einem besonders geringen Objektabstand eingesetzt werden und ermöglichen dadurch einen besonders großen Abbildungsmaßstab, wie beispielsweise 1:2 (die Abbildung ist halb so groß wie das Objekt) oder 1:1 (Objekt wird in Originalgröße auf der Filmebene abgebildet). Bei Abbildungsmaßstäben von mindestens 1:4 wird ein Objektiv als makrofähig bezeichnet. Normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:9.

Ein Anfang der 1990er Jahre vorgestelltes Spezialobjektiv von Minolta, das Minolta AF Macro Zoom 3x–1x (1:1,7–1:2,8), ermöglicht sogar einen Abbildungsmaßstab von 3:1; es kann also ein Objekt dreifach vergrößert auf die Filmebene abbilden. Um derartige Abbildungsmaßstäbe ohne Spezialobjektive zu erzielen, müssen normalerweise ein Balgengerät, Zwischenringe oder ein Objektiv in Retrostellung eingesetzt werden.

Beispiele zur Berechnung des Abbildungsmaßstabes:

  • Bildet die Kamera einen 20 cm hohen Kopf auf dem Film mit einer Höhe von 0,5 cm ab, so ist der Abbildungsmaßstab 0,5:20 = 1:40 (= 0,025-fach)
  • Wird eine 35 mm lange Libelle formatfüllend auf 35-mm-Kleinbildfilm abgebildet, bedeutet dies einen Abbildungsmaßstab von 1:1


Häufig versäumen es die Hersteller von Wechselobjektiven, den mit einem bestimmten Objektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab anzugeben; stattdessen wird nur der kürzestmögliche Objektabstand angegeben. Diese Angabe lässt jedoch nur einen eher indirekten Rückschluss über den effektiv erzielbaren Abbildungsmaßstab zu. Mit Testaufnahmen lässt sich der effektive Abbildungsmaßstab jedoch ermitteln.


Siehe auch


  • Relativer Abbildungsmaßstab
Beitrag Forum: Forum-News   Geschrieben: Sa, 23. Feb 2008 14:11   Titel: Neue Downloads Bedienungsanleitunen

Hallo,

im Downloadbereich stehen unter der Kategorie Bedienungsanleitungen neue Dokumente bereit.

Bedienungsanleitungen für folgende Kamerahersteller:
  • Leica
  • Pentacon Six
  • Voigtländer


mfg,

Thyno
Beitrag Forum: Sonstige Typen   Geschrieben: Do, 10. Jan 2008 19:29   Titel: Re: Anleitung zum Bau einer Lochkamera

Hier eine Kleine Anleitung zum Selbstbau


Materialbedarf:

3 Bogen DIN A 4 dunkler (am besten schwarzer) Karton. Festes Tonpapier hat sich gut bewährt.
1 Blatt Transparentpapier
Papier, Klebstoff

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Bauanleitung: Bau des Außenrohres

  1. Zuerst werden zwei gleich große rechteckige Bögen (DIN A4 ca. 29 cm x 21 cm) aus dem Karton geschnitten.
  2. Auf einem Bogen wird in ca. 1cm Abstand zur Kante ein paralleler Bleistiftsttrich gezogen. Bestreiche den 1cm breiten Streifen mit Klebstoff und klebe die gegenüberliegende Reckteckseite genau am Strich an. So entsteht das Rohr dessen Durchmesser ca. 9 cm ist.
    Du kannst auch das Papier um eine zylindrische Flasche ziehen und so zusammenkleben.
  3. Aus stärkerem, dunklen Karton wird eine Kreisscheibe ausgeschnitten, die genau ins Rohr passt. Am besten setzt du das Rohr auf den Karton auf und zeichnest den Kreis an.
    Die Kreisscheibe wird nun auf normales Papier aufgeklebt.
  4. In den Karton (einschließlich Papier) wird ein Loch von ca 2,5cm Durchmesser geschnitten.
  5. Das Papier wird zum Ankleben ans Rohr eingeschnitten.


Das Rohr wird auf die Kreisscheibe gestellt und mit den Klebeecken befestigt. Rand eventuell lichtdicht mit Klebeband abdichten.


Bau des Innrohres

  • Damit das Innenrohr mit dem Außenrohr möglichst gut abschließt, geht man wie folgt vor:
    Bestreiche den Kleberand des Bogens für das Innenrohr mit Klebstoff, forme den Bogen im Außenrohr zu einem Zylinder und klebe diesen zusammen. Es ist darauf zu achten, dass das Innenrohr nicht mit dem Außenrohr verklebt.

  • Stelle das Innenrohr auf das Pergamentpapier, schneide die Klebeecken und befestige nun das Pergamentpapier mit Klebeecken am Innenrohr.


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Bau des Blendenhalters und der Lochblenden

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  • Schneide aus Karton einen Halbkreis mit Ausschnitt für das Loch aus und bestreiche nur den Rand mit Klebstoff. Befestige diesen als Blendenhalter vor der Kreisscheibe.
  • Schneide nun aus dunklem Karton zwei Blenden und stich mit einer Nadel oder einem Nagel jeweils ein Loch mit ca. 1mm bzw. 4mm Durchmesser hinein.


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Beobachtung

Betrachte mit der Lochkamera hell erleuchtete Gegenstände (Fenster, Kerze etc). Setze verschiedene Blenden an die Öffnung der Kamera und verändere auch den Abstand des Pergaments vom Loch.
Beschreibe das Bild auf dem Pergamentschirm und wie sich Helligkeit, Schärfe und Größe des Bildes ändern, wenn die Lochgröße bzw. den Abstand Loch - Pergament verändert wird.


Zusatz für Interessierte:
Stecke statt der Blende eine Sammellinse (z.B. eine Leselupe) in den Blendenhalter und beobachte nun das Bild von nahen und entfernten Gegenständen.


Quelle: Link
Beitrag Forum: Forum-News   Geschrieben: Mi, 02. Jan 2008 02:06   Titel: Neues zum Jahreswechsel

Neues Jahr, neues glück und auch hier im Forum neue Funktionen

  • Neu: der Wikimod ist endlich da. Alle Mediawiki-Artikel werden nach und nach in das Wiki-Forum übertragen. Die Wissensdatenbank wurde per 31.12.2007 abgeschaltet.

  • Neu: Fanshop. Jeder User und Usergruppen von "optischen" Clubs können ihren eigenen Fanshop eröffnen. Mehr dazu....

  • Neu: Postershop. Jeder User kann seinen eigenen Postershop anlegen. Mehr dazu....

  • Neu: jeder User kann über seine laufenden Versteigerungen bei Ebay informieren. Der ebay-Name wird im Profilfeld eingegeben. In den Forenbeiträgen erscheint dann eine Schaltfläche, welche zu den Versteigerungen des users führen.

  • Neu: Spenden. Es ist jetzt auch möglich, über ein Pay-Pal-Konto, für optisches-werk.de zu spenden.


Herzlichen Dank an alle Helfer, Programmierer und den Wartungspersonal für das gelungene Update und die pflege der Homepage!!

Ein gesundes Jahr 2008 und viel erfolg wünscht das Team von optisches-werk.de
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:26   Titel: Zonensystem

Das Zonensystem ist ein Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet eine Methode zur Optimierung der Belichtung bzw. Belichtungsmessung bei der Herstellung einer Papierkopie und ursprünglich auch bei der Entwicklung und Belichtung von Filmen und Fotoplatten.

Das Ziel ist, interessante Teilstrukturen eines Negatives beim Papierabzug durch abweichende Belichtung in denjenigen Teil der Gradationskurve (Kontrastbereich) des Fotopapier-Materiales zu verschieben, dass ein optimaler bzw. gewünschter Kontrast bzw. eine Hervorhebung entsteht.

Sie ist im Gegensatz zur regulären Methode der Objekt- oder Lichtmessung zur Bestimmung der Belichtungszeit auch im künstlerischen Kontext zu sehen, da sie auch gezielte Ãœber- oder Unterbelichtungen einsetzt, um mittels Aufnahme und Entwicklung eine bestimmte Bildwirkung zu erzielen.

Die Methodik ist mit der Zweipunktmessung verwandt, ist jedoch motivbezogener und subjektiv-gestalterisch orientiert.


Grundlegendes und Vorgehensweise

Der amerikanische Fotograf Ansel Adams (1902-1984) entwickelte das Zonensystem zur Steuerung der Tonwerte (Graustufung bzw. Kontrast) eines Fotos durch methodisch fundierte Festlegung der Belichtungszeit während der Belichtung der Aufnahme.

Die Methode ist mit Hilfe eines Spotbelichtungsmessers und einer Kamera mit manueller Belichtungssteuerung auch für die Landschafts- und die Studiofotografie anwendbar.

Adams analysierte die Helligkeitswerte von der Aufnahme (Kamera) über das Negativ und das Labor bis hin zum fertigen Papierbild (dem Positiv) und nutzte die Erfahrung, um möglichst genaue, auch künstlerisch ausgeprägte Tonwerte auf dem Foto zu erhalten.
Die hellen und dunklen Bereiche (Tonwerte) des Motives werden dabei in vorher festgelegte, aufgrund des auf dem Papierbild eingeschränkten Kontrastumfanges nur teilweise verfügbare Positivtonwerte des Fotoabzugs übertragen.

Das Zonensystem bietet dem Fotografen darüber hinaus eine Möglichkeit, seine Aufnahmen kreativ zu gestalten.

Ursprünglich umfasste das System nach Adams die ganze Kette vom Motiv, der Kamera und Aufnahme über die Filmentwicklung bis hin zum fertigen Abzug. Bei automatisierter Filmentwicklung muss sich das Verfahren auf die Belichtungsmessung und die Aufnahmetechnik beschränken.


Gedanke zur künstlerischen Vorgehensweise und Technik

Ansel Adams versteht das Zonensystem als Voraussetzung für ein künstlerisches Konzept der Visualisierung. Ziel dieser Visualisierung ist es, dass der Fotograf gedanklich die Wirkung eines Fotos auf den gewünschten Betrachter vorwegnimmt. Möchte der Fotograf z.B. einen düsteren, unheimlichen Eindruck beim Betrachter hervorrufen, würde eine normale Belichtung, die eine angenommene mittlere Helligkeit des Motivs reproduziert, ihr Ziel verfehlen.

Zum Erzielen der beabsichtigten Bildwirkung müssten vielmehr bestimmte Motivteile deutlich dunkler als normal reproduziert werden. Um dieses künstlerische Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, den Kontrastumfang der Aufnahme während der gesamten Verarbeitungskette im Blick zu behalten.

Das Zonensystem berücksichtigt, dass der Kontrastumfang eines Fotopapiers geringer ist als der eines Filmes oder des eigentlichen Motives. Das führt dazu, dass z. B. bei kontrastreichen Landschaftsaufnahmen die Skala der Ton- bzw. Grauwerte von Schwarz bis Weiß technisch nicht vom Negativ auf das Papier übertragen werden kann.

Mit dem Zonensystem wird versucht, die Darstellung der Kontraste im Negativ durch die Belichtung in der Kamera und die Entwicklung im Labor so zu steuern, dass sie dem Kontrastumfang von Fotopapier gerecht wird.

Eine verlängerte Belichtung des Filmes und nachfolgende verkürzte Entwicklung bewirkt geringeren Kontrast („feinere“ Grauwerte). Das Bild wird weicher. Eine verkürzte Belichtung in Kombination mit einer verlängerten Entwicklung lässt bei flauen Motivkontrasten die Schwarz- und Weißwerte deutlicher hervortreten, bewirkt also eine Kontraststeigerung.


Zonensystem mit digitaler Technik

Die Ãœberlegungen des Zonensystems gelten in gleicher Weise auch für andere Aufnahmeverfahren, also auch für den CCD- bzw. CMOS-Sensor einer Digitalkamera, den Computermonitor und das Drucken, z.B. mit Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
Der Ausdruck (die Papierform des Bildes) hat wiederum den eingeschränktesten Kontrastumfang. Ein Monitor kann einen weiteren, aber dennoch gegenüber dem Original eingeschränkten Kontrastbereich darstellen. Die digitale Bildverarbeitung bietet mit entsprechender Software wesentlich umfangreichere Möglichkeiten, so können Grauwerte einzeln oder in Relation zueinander angepasst werden, was in der Dunkelkammer nur mit großem Aufwand oder gar nicht machbar ist. Eine kreative Umgestaltung wird möglich, die Grenzen zur Bildmanipulation sind allerdings fließend.

Ein weiterer Vorteil der Digitalfotografie ist, dass kurz nach der Aufnahme mittels eines Histogramms oder der Monitorwiedergabe grob beurteilt werden kann, ob Ãœber- oder Unterbelichtung vorliegt. Blende und Zeit können wie bei einer analogen Kamera insbesondere bei unbewegten Motiven so lange verändert werden, bis die beabsichtigten Kontrastverhältnisse erreicht sind. Beim Negativ- oder Diafilm kann dagegen erst nach der Negativentwicklung beurteilt werden, ob der Film richtig bzw. den Wünschen entsprechend belichtet wurde.

Nachteilig ist der gegenüber Filmaufnahmen eingeschränkte Kontrastbereich des Aufnahmesensors. Einen Ausweg bietet das Zusammensetzen zweier unterschiedlich belichteter Aufnahmen:
Sollte etwa der Helligkeitsumfang des Motivs die Empfindlichkeitsspanne des Bildsensors übersteigen, können Aufnahmen unterschiedlicher Belichtung am Computer per Bildbearbeitungsprogramm zusammengesetzt werden, um Zeichnung sowohl in hellen als auch in dunklen Bildausschnitten zu gewährleisten. Dieses Verfahren wird als DRI (digital range increase) und das Ergebnis als HDR- (high dynamic range) Aufnahme bezeichnet. Manche digitale Bildsensoren bieten nicht nur die erforderliche feine Graustufung (Bitumfang des Helligkeitssignales), sondern können selbst durch eine Folge logahritmisch gestaffelter Belichtungszeiten der einzelnen Pixel extreme Kontrastverhältnisse ohne Informationsverlust komprimieren.


Einteilung der Zonen und Belichtungssteuerung

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Adams hat den reproduzierbaren Kontrastumfang eines Fotos in 11 (Bezeichnet mit 0 bis 10)Bereiche oder Zonen eingeteilt. Der Abstand zwischen den Zonen entspricht jeweils einer ganzen Blendenstufe (1EV).
Null steht dabei für tiefschwarz ohne Zeichnung, Zehn bezeichnet reines Weiß ohne Zeichnung. Fünf entspricht dem sogenannten Neutralgrau mit 18 % Reflexion. Der im Labor auf Fotopapier kopierfähige Bereich umfasst die neun Zonen von I bis IX, der durchgezeichnete, detailhaltige Bereich die Zonen II bis VII.

Wird mit einem Spotbelichtungsmesser (in der Kamera oder als Handbelichtungsmesser) ein Motivteil angemessen, repräsentiert der Belichtungswert die Zone V (18% neutrales Grau) - alle Belichtungsmesser sind hierauf kalibriert.
Es ist jedoch möglich, diesem Motivteil einen anderen Messwert bzw. eine andere Zone zuzuordnen, um die Wirkung auf dem Foto zu verändern:
Soll die Zone dunkel, aber mit Zeichnung im Bild dargestellt werden, könnte sie der Zone III zugeordnet werden. Zeigt der Belichtungsmesser z.B. 1/30 s und f 8,0 an, wäre folglich 1/30 bei f 16 anzuwenden. Alle anderen Motivteile des Bildes fallen, in Abhängigkeit von der gewählten Belichtung ebenfalls in einen anderen Tonwertbereich bzw. eine andere Zone. So ist bedingt steuerbar, in welcher Helligkeit bzw. mit welchem Kontrast die jeweils bildwichtigen Motivteile wiedergegeben werden.

Fällt etwa ein bildwichtiges Motivteil bei der gewählten Belichtung in die Zone IX, also Weiß fast ohne Zeichnung, würde nur eine flaue Bildwirkung entstehen, die möglicherweise nicht den Vorstellungen des Fotografen entspricht. Es gibt somit keine „korrekte“ oder „richtige“ Belichtung - vielmehr wählt der Fotograf Belichtungswerte, die zu einem Bild führen, welches beim Betrachter die beabsichtigte Wirkung hervoruft.

Die Belichtungswerte sind somit vom Motiv, vom gewünschten fotografischen und künstlerischen Effekt sowie von der Entwicklung abhängig und können nach unten oder oben abweichen. Die Grenzen zwischen guter Aufnahme, geeigneter fotografischer Technik bis hin zum Aufzeigen versteckter Details, künstlerischer Freiheit und Manipulation sind fließend - eine Nebelsonne kann so z.B. in einen Sonnenuntergang verwandelt werden.



Belichtung in der Praxis

Adams führte zahlreiche Methoden der Eichung, Kontrastbeeinflussung und anderes ein und gestaltete damit seine Großformataufnahmen. Nicht alle sind bei den heute meist verwendeten 35mm-Filmen nutzbar. Das Wesentliche des Zonensystems lässt sich jedoch realisieren, wenn eine Kamera mit Handeinstellung zur Verfügung steht.

Eine strukturierte Fläche die etwa einem mittlerem Grau entspricht, etwa ein Fußabtreter oder eine Wand, wird mit der gewählten Kamera-Film-Kombination (bzw. den entsprechenden Digitalkameraeinstellung) "normal" und formatfüllend aufgenommen. Es ergibt sich, mit regulärer Belichtungsmessung, z. B. die Belichtung 1/30 f 8. Dies entspricht nun Zone V, nun werden, für andere Zonen, weitere Aufnahmen mit anderen Belichtungswerten gemacht:

  • Zone IV 1/30 f 11
  • Zone III 1/30 f16
  • Zone II 1/30 f 22
  • Zone I 1/60 f 22
  • Zone 0 1/125 f 22
  • Zone VI 1/30 f5,6
  • Zone VII 1/30 f4
  • Zone VIII 1/15 f4
  • Zone IX 1/8 f4
  • Zone X 1/4 f4


Selbstverständlich kann auch jede andere Zeit/Blenden-Kombination entsprechend dem Lichtwert der Zone V Aufnahme gewählt werden, sofern sie, für unterschiedliche Zonen, zueinander jeweils den Abstand einer Blendenstufe oder Zeitstufe (=1 EV) hält. Hilfreich ist es immer, sich die Nummer des jeweiligen Bildes zusammen mit Belichtung (Blende und Zeit) und Zone zu notieren. Mit dem Log kann ein Erfahrungsschatz aufgebaut werden, auf den später zugegriffen werden kann.

Die Aufnahmen werden nun in der gewünschten, aber zuvor bedachten Form entwickelt bzw. reproduziert, im einfachsten Falle etwa einfach ins Labor gegeben oder ausgedruckt. Bei Abzügen aus dem Labor ist es für die Anwendung des Zonensystem notwendig, ein Labor zu finden, dass die Möglichkeit bietet, auf automatische Belichtungskorrekturen zu verzichten, da sonst alle Abzüge wieder ins neutralgraue korrigiert werden. Dies sollte erfragt oder per Test festgestellt werden, ist aber in der Regel bei einem Fachhändlern möglich. Das entwickelte Resultat (Bild) zeigt nun den Kontrastumfang des Motives betreffend der gewählten Reproduktionskette, anhand des Logs sind auch die Werte nachvollziehbar. Möglicherweise sind Details, d.h. Tonwert und Kontrast, schon für die Zone III nicht mehr voll sichtbar oder Zone VII zeigt die letzte nutzbare helle Zeichnung.

Die Erfahrung zeigt, dass Betrachter Aufnahmen als "gut" oder "richtig" belichtet empfinden, die den Kontrastumfang möglichst ausnutzen. Die Aufnahmetechnik hierfür wäre auf (zwei) Motivteile zu achten, die im Endbild ohne zeichnerische Details weiß bzw. schwarz dargestellt werden sollen. Die bildwichtigen Teile des Motives sollten im dazwischenliegenden, durchgezeichneten Bereich liegen, der Belichtungsrahmen nach dem Zonensystem nach Möglichkeit darauf angepasst werden.



Filme und Farbe

Bei Negativfilmen kann die ermittelte hellste nutzbare Zone (auf dem Film) als Basiszone gewählt werden, mittels der dann, korrigiert, belichtet wird. Es wird auf jenes Motivteil angemessen, das gerade noch mit Zeichnung dunkel (=helle Stelle auf dem Negativfilm) auf dem Abzug dargestellt werden soll, im Beispiel der Zone III entsprechend. Daraufhin wird die Belichtung zwei Blenden oder Zeitstufen gößer(also f/8 statt f/4 oder 1/60 statt 1/250) gewählt. Nun wird ermittelt in welche Zone der hellste bildwichtige Motivteil fällt. Liegt er innerhalb des ermittelten durchgezeichneten Bereichs ist die Belichtung optimal.

Bei Diafilmen wird umgekehrt die niedrigste (hellste) nutzbare Zone als Basiszone gewählt. Dieses Vorgehen ist auch sinnvoll, weil bei Filmen die dunklen Stellen (bei Negativfilmen entsprechend die hellsten Bildteile) schneller "zulaufen", keine Details mehr zeigen, als vergleichsweise die hellsten (dunklesten) Stellen.

Die hellen (bzw. dunklen) Stellen lassen sich in der Nachbearbeitung, falls verfügbar, auch besser korrigieren. Eine leichte Ãœberbelichtung bei Negativfilmen bzw. leichte Unterbelichtung bei Diafilmen kann also unter bestimmten Umständen toleriert werden. Bei Dias für die Projektion wie auch bei fehlender Bearbeitungsmöglichkeit müssen natürlich die hellen und dunklen Grenzen sofort passen.

Während das ursprüngliche Zonensystem hauptsächlich für die SW-Fotografie benutzt wurde, sind heute Farbfilme überwiegend verbreitet, die im folgenden auch andere Gestaltungsmaßnahmen erlauben. Die Kontrastkorrektur mit Filter an der Kamera selbst ist etwas unüblich geworden, auf die Farbtemperatur kann dagegen Einfluss genommen werden. Für moderne Filme muss der veränderte Kontrastumfang im Zonensytem berücksichtigt werden. Bei Farbfilmen ist die Differenz zum Schwarz-Weiß-Material meist gering, bei Dia-Filmen dagegen stärker. Dies und die subjektive Wirkung der Farbe sollte bei der Aufnahme im Zonensystem berücksichtigt werden. Die Sensorik der digitalen Technik ist im Tonwertumfang wiederum mit dem Dia-Film vergleichbar, hinzu kommen das Rauschen und andere Besonderheiten.

Das Zonensystem ermöglicht es wiederum, den technisch gegebenen Kontrastrahmen bei passender Aufnahme- und Entwicklungstechnik zu optimieren und, bei etwas Aufwand, im fotografischen wie künstlerischen Rahmen auszuschöpfen.



Grenzen

Die ursprüngliche Anwendung unter Adams gestattete Eingriffe bei der Aufnahme, der Filmentwicklung sowie beim Vergrößern. Die Abbildung von Farbmotiven auf, auch unterschiedlich farb-sensitives, Schwarz-Weiß-Filmmaterial stellte, da farbnehmend, immer zugleich auch die Möglichkeit eines optimierenden Eingriffes im subjektiven oder objektiven Sinne dar. Auch fototechnische wie handwerkliche Retusche war als Mittel der Bildverbesserung und der Behebung von Materialfehlern, nicht allerdings der Verfälschung, im Prozess enthalten.

Fallen mit der heute oft üblichen Beschränkung auf die Aufnahmesteuerung und im Bildformat einige Möglichkeiten weg, so sind durch Farbmaterialien und Computerhilfe andere gegeben. Das eher handwerklich und qualitativ zu betrachtende Zonensystem ist, wie Adams selbst anmerkt, für schnelle Fotomotive und die schnelle Photographie nicht geeignet. Eine Anregung stellt es trotz aller Änderungen dar.


Siehe auch:



Quelle:

Teile dieses Artikels inklusive Bilder wurden aus dem Artikel Zonensystem der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Dort findest Du weitere Angaben zu Autoren und Lizenzen der Texte und Bilder.
 
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