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Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 16. Jan 2011 13:43   Titel: Autofokus

Als Autofokus (AF) wird die Technik einer Kamera oder allgemein eines jeden optischen Apparates bezeichnet, automatisch auf das Motiv scharfzustellen. Grundsätzlich wird zwischen passivem Autofokus, also solchem, der nur das vom Motiv abgestrahlte oder reflektierte Licht verwendet, und aktivem Autofokus unterschieden, der auch bei völliger Dunkelheit funktioniert.

Passiver Autofokus


Am weitesten verbreitet sind heute passive Autofokussysteme. Die beiden grundsätzlichen Techniken sind der Phasenvergleich und die Kontrastmessung. Der passive Autofokus ist auf genügende Beleuchtung und ausreichenden Objektkontrast angewiesen, um zu funktionieren. Durch Beleuchtung des Motivs mit einem Hilfslicht kann er jedoch zu einem aktiven Verfahren erweitert werden.

Kontrastmessung

Eine Fokussierung mittels Messung des Bildkontrasts läuft prinzipiell so ab, wie auch das Auge beziehungsweise ein Fotograf ohne weitere Hilfsmittel fokussieren: Die Bildweite des Objektivs wird solange variiert, bis der Kontrast maximal ist. Da die Kamera im Gegensatz zu einem Lebewesen keine Vorstellung davon hat, wie weit das Motiv ungefähr entfernt ist, reicht eine einzige Kontrastmessung nicht aus, um die Fokussierrichtung festzulegen. Erst wenn mindestens zwei Messungen vorliegen, ist nicht nur die Richtung bekannt, sondern es kann die Fokusposition evtl. auch extrapoliert werden.

Die Methode der Kontrastmessung kommt häufig in Video- und kompakten Digitalkameras zum Einsatz. Hier ist ohnehin ein das gesamte Format ausfüllender Bildsensor vorhanden, und die Integration des Phasenkontrastverfahrens in diesen Chip wäre sehr aufwendig bis unmöglich. Aufgrund des rechnerischen Aufwandes und nötigen Vorwissens der absoluten Verfahren („Depth from Defocus“) kommen in der Praxis meist nur relative Verfahren („Depth from Focus“) zum Einsatz.

Der Prozessor der Kamera errechnet dabei die Frequenzverteilung im Bild. Je größer der Anteil der hohen Frequenzen, desto schärfer das Bild. Relatives Verfahren bedeutet, dass mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Fokussierung notwendig sind, um eine Verbesserung oder Verschlechterung der Bildschärfe und die Richtung der nötigen Fokussierung zu ermitteln. Die Nachteile dieser Methode sind also großer Rechen- und Motoraufwand, was sich negativ auf die Batteriekapazität und Geschwindigkeit niederschlägt. Des Weiteren ist für eine erneute Fokusmessung ohne Veränderung des Bildausschnittes wiederum eine Fokusveränderung (=zunächst eine Defokussierung) notwendig, sodass diese neue Messung üblicherweise merkbar Zeit benötigt.

Phasenvergleich

Die ältere passive Methode ist der Phasenvergleich. Dieses Verfahren ist zwar komplexer und erfordert einen speziellen Sensor, es erfordert jedoch prinzipiell keine große Rechenleistung, und die Fokussierrichtung kann mit der ersten Messung bestimmt werden.

Die Methode wurde erstmals 1976 durch Honeywells Visitronic-Chip realisiert. Die erste damit ausgerüstete Serienkamera war die Konica C35-AF. Das Funktionsprinzip beruht auf Triangulation der Objektentfernung durch (mindestens) zwei durch dieselbe Linse schauende Autofokussensoren (Stereobild). Das Ergebnis ist eine schnelle und genaue Fokussierung, die ohne erneute mechanische Fokussierung und damit ohne Zeitverlust beliebig oft wiederholt werden kann. Bei Digitalkameras findet dieses Verfahren aufgrund der höheren Kosten und technischen Komplexität überwiegend in den teureren Spiegelreflexkameras Verwendung, jedoch sind beispielsweise viele Kompaktkameras der Firma Ricoh ebenfalls mit dieser Technik ausgestattet, hier „Hybrid-AF“ genannt.

Aktiver Autofokus


Der aktive Autofokus funktioniert auch in absoluter Dunkelheit. Man unterscheidet zwischen direkter Entfernungsmessung mittels Ultraschallwellen und der Erweiterung von passiven Methoden mittels Objektbeleuchtung.

Ultraschall-Laufzeitverfahren

Ein aktives Ultraschallverfahren (Sonar) kommt beispielsweise seit 1982 bei diversen Polaroid-Kameras zum Einsatz. Dabei wird die Zeit, die der Schall von der Kamera zum Objekt und zurück benötigt, gemessen und je nach berechneter Entfernung fokussiert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es extrem schnell funktioniert, da keine Probefokussierung wie bei der Kontrastmessung notwendig ist. Nachteilig ist, dass keine präzise Auswahl des Fokus auf dem Motiv möglich ist, und dass es durch Glasscheiben gar nicht und mit Spiegeln nur bedingt funktioniert, da es kein optisches Verfahren ist.

Objektbeleuchtung

Eine Phasenkontrast- oder Kontrastmessung kann trotz zu geringer Leuchtleistung des Motivs durchgeführt werden, wenn dieses aktiv beleuchtet wird. Dabei kommt entweder ein Hilfslicht, das dem einer Taschenlampe ähnelt, oder Messblitze zur Verwendung.

Das AF-Hilfslicht ist meist rot (sichtbar) oder infrarot (unsichtbar, aber durch Längs-CA des Objektivs ungenauer). Wie im Bildbeispiel zu sehen ist, kommt dabei idealerweise kein gleichmäßiger Lichtfleck zum Einsatz, sondern es wird ein Muster auf das Motiv projiziert. Wenn der Phasenkontrast in der Horizontalen gemessen wird, eignet sich ein vertikales Linienmuster besonders gut. Der große Vorteil ist, dass mit solcher Beleuchtung sogar auf Flächen ohne jeden Kontrast fokussiert werden kann. Dieses Verfahren kommt deshalb auch dann zum Einsatz, wenn das Objekt eigentlich genügend Licht für die Messeinrichtung liefert, jedoch zu geringen Kontrast aufweist. Wenn die Kamera über kein eigenes Blitzlicht verfügt, ist das AF-Hilfslicht meist im Blitzgerät eingebaut.

Neben der (zeitlich) kontinuierlichen Ausleuchtung mit einem AF-Hilfslicht werden auch Messblitze verwendet. Diese Methode ist wohl kostengünstiger zu realisieren, hat aber neben der „Auffälligkeit“ den Nachteil, dass wegen der gleichmäßigen Ausleuchtung wie bei passiven Verfahren nur auf Objekte mit ausreichendem Kontrast scharfgestellt werden kann. Vorteilhaft ist, dass auch stark bewegte Objekte wegen fehlender Bewegungsunschärfe scharfgestellt werden können.

Allgemeine Eigenschaften


Die Geschwindigkeit und Genauigkeit des Autofokus können sehr gut sein. Normalerweise liegen sie über dem, was manuell erreicht wird. Moderne Kameras messen verschiedene Bereiche des Bildes und entscheiden, wo das Objekt ist. Einige Kameras sind auch fähig, zu entscheiden, ob sich das Objekt auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, sowie welche Geschwindigkeit es hat, und verfolgen es (Prädiktions-Autofokus).

Einfache AF-Systeme besitzen nur einen Fokussensor. Höher entwickelte verfügen jedoch über ein ganzes Gitter von Sensoren. Die Nikon D3 und andere (semi-)professionell angesiedelte Nikon-Modelle haben sogar 51 Sensoren, die einzeln auswählbar sind, um das zu fokussierende Objekt zu erfassen. Bei den EOS-1D-Modellen von Canon sind es 45 Sensoren.

Autofokus in Kameramobiltelefonen


Mittlerweile werden Autofokus-Systeme auch in einigen Mobiltelefonen mit eingebauter Digitalkamera eingesetzt. Diese sollen die bis jetzt weit verbreiteten Fixfokuslinsen ablösen und für eine höhere Bildschärfe sorgen.

Siehe auch



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Weblinks


Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Fr, 31. Dec 2010 18:55   Titel: Fragen Zur Praktica DCZ 5.8

Zuerst mal Hallo! Auf der Suche nach einem Praktica-Forum bin ich natürlich genau hier gelandet.

Der Fall ist nämlich folgender: Weg vom Megapixel-Wahn wollte ich mir eine gute ca. 5 Megapixel kaufen. Neu gibt es so was ja nicht mehr, also habe ich mir bei Ebay, auf Grund guter Kritiken, die ich z. B. bei den Amazon-Rezensionen gelesen habe, eine Practica DCZ 5.8 ersteigert. Leider haben wir ja gerade die dunkle Jahreszeit, deshalb kann ich sie nicht so richtig testen. Noch mal leider, ist auch die Bedienungsanleitung nicht gerade sehr ausführlich, so das ich nun mal ein Frage hätte.

Wenn ich auf ein Motiv scharf stelle wird der Fokusbereich grün, die Betriebsleuchte orange. Oft wird aber der Fokusbereich lila und die Betriebsleuchte blinkt grün. Ich schätze mal, dass dann nicht scharf gestellt werden konnte, die Bedienungsanleitung schweigt sich dazu aus. Ist doch so, oder?

Das passiert eigentlich ziemlich oft, da wo meine anderen Kameras noch ohne Probleme fokussieren, hat die Praktica anscheinend Probleme. Besonders in gut beleuchteten Innenräumen sollte man doch noch gut fotografieren können, oder? Was hilft da der Blitz, wenn man nicht fokussieren kann?

Trotz dieser Fragen, bin ich aber doch zufrieden mit der Kamera. Zum Beispiel bin ich ein Freund des 16:9-Formats, und von allen Kameras die ich besitze (inzwischen 8) ist die Praktica die einzige die dieses Format direkt anbietet. Das einzublendende Raster, das ich gerne zur Bildgestaltung einsetze hat auch nicht jede Kamera. Zwischendurch hat sich ja auch mal die Sonne sehen lassen, und die Bilder die ich da geschossen habe lassen mich hoffen das die Kamera im Frühling/Sommer/Herbst ihre wahren Stärken zeigen wird. Wenn es sich erweisen sollte das ich sie nur als Schönwetter-Kamera einsetzen kann, wäre das nicht schlimm, da ich bei schlechten Sichtverhältnissen ja auf andere Kameras zurück greifen kann.

Tja, das war es dann erst mal. Bin nun sehr gespannt ob jemandem etwas zu meinen Fragen sagen kann-
Beitrag Forum: User-Stammtisch   Geschrieben: Di, 30. Dec 2008 10:32   Titel: Fotolexikon Und Erste Schritte

Hallo.
Gerade für anfänger ist die folgende seite sehr intressant.Das Lexikon ist spitze und die ersten Lexionen auf dem weg zu einem guten Fotografen werden anschaulich und verständlich erklärt.

Bildgestaltung: Einführung
Das Duden Bedeutungswörterbuch sagt: Gestalten ist, einer Sache eine bestimmte Form, ein bestimmtes Aussehen geben [DudenBed]. Bildgestaltung gibt dem Bild ein bestimmtes Aussehen.

Ich gestalte intuitiv, lasse das Motiv auf mich wirken, suche einen Standort und Bildausschnitt, bis ich fühle: So kann ich es fotografieren.

Wir sehen Bilder, folgen mit den Augen ihren Linien, betrachten ihre Flächen und Formen, nehmen die Farben wahr. Was empfinden wir, wenn die Einzelheiten, aus denen das Bild besteht, verschieden ausgeprägt sind: Linien flach, steigend, fallend, Flächen klein, groß, rot, grün, gelb?

Andreas Feininger schreibt (Hervorhebung in der Quelle [FeiningerKomp]):

Wenn ich im folgenden über jeden dieser Bestandteile [Bildbausteine] im einzelnen spreche, ist vorausgesetzt, dass eine solche schrittweise Behandlung nur aus praktischen Gründen gewählt wurde. Tatsächlich müssen [...] alle Bestandteile der Komposition gleichzeitig berücksichtigt und als eine Einheit behandelt werden.........weiterlesen
Beitrag Forum: User-Stammtisch   Geschrieben: So, 28. Dec 2008 10:14   Titel: Gedanken Eines Anfängers

Gedanken eines Anfängers

Tolle Fotos sind ja schön.....sollte ich auch mal versuchen,kann ja wohl nicht so schwer sein.Die kochen auch nur mit wasser....
Okay,ich hol mir eine Kamera.So teuer sind die dinger ja auch nicht mehr.aber welche?Naja,wofür hab ich internet,stehen ja genug Infos drin.
Gesagt getan,Der Anfänger kauft sich eine Kamera.Und Objektive.Und eine Tasche.Und ein Stativ.Und................Uiuiui da kommt aber einiges zusammen.
Egal,jetzt hab ichs angefangen jetzt ziehe ichs auch durch.Wird eben an anderer stelle gespart.endlich hab ich alles zusammen was ich brauche.Gottseidank!

So,jetzt suche ich mir erstmal ein Forum.Gibt ja schliesslich genug davon.Schliesslich möchte ich auch meine Bilder zeigen.Die sollen bewundert werden.wow was werden die alle begeistert sein über meine aufnahmen.Bin es ja schliesslich selber schon.Obwohl ich noch gar keine gemacht habe.

Guck mal da,die schreiben sogar Kommentare zu meinem Bild.Das finde ich ja klasse.Gefällt mir.Da melde ich mich mal flugs an.Super.Der Anfänger meldet sich in einem echten Fotoforum an.Und die Bilder.Wow,da sind aber schöne Bilder dabei.Der pure Wahnsinn.Naja,wird ja wohl nicht so schwer sein.Meine werden noch besser das steht mal fest.Der Anfänger schaut begeistert die Bilder an und schreibt seine ersten Kommentare!

Upps,ist aber auch nicht so einfach.Was schreib ich denn jetzt?Wie,unscharf?Ich seh das nicht.Wirklich unscharf?Naja,wenn mein vorgänger das so sieht wirds wohl stimmen.Eigentlich bin ich ja gar nicht so erfahren um schon meine Meinung sagen zu können.Egal.muss ich ja auch mal lernen,ich orientiere mich einfach an den anderen mitstreitern.

Die Meinungen sind ja zum glück subjektiv.Jeder hat da seine eigene.Und das ist gut so.So,und jetzt ziehe ich mal los.Am besten zuerst in den Zoo.Habe viele Bilder gesehen die da entstanden sind.Werde ich ja wohl auch mit links hinkriegen.Was die können kann ich auch,werdet ihr sehen.
Der Anfänger geht zum Zoo.Vor dem Löwengehege.Na los du blöder Löwe,beweg dich,reiss mal dein maul auf,gähn mal kräftig.Ich will ein super Foto.Ein wo die nachwelt noch staunt drüber.Na,vielleicht klappts heute nicht.Geh ich doch mal zu den Affen.Nur zwei aufnahmen vom Löwen.Da hatte ich eigentlich mit mehr gerechnet.

Bei den affen siehts auch nicht besser aus.Keine Aktion,keine Motive.Vielleicht mache ich was falsch?Aber was?Halt,ich habe noch nicht diesen besonderen Blick?Ist doch alles Quatsch.Ich gucke doch genau wie alle anderen.Blödsinn.Oder ist doch was dran?Mein Gott wo haben die im Forum nur ihre ganzen tollen Bilder her?

Da stimmt doch was nicht.Schnauze voll,ich geh nach hause.Vielleicht klappts nächste woche.Schliesslich fotografier ich ja jetzt.40 Bilder gemacht und dafür 2Stunden im Zoo rumgegammelt.Na ich weiss nicht.Wie nehmen die denn so einen Eisvogel auf.Warten die bis das er mal vorbeikommt.Wahnsinn.Aber das sind die Fotografen die es ein bischen übertreiben glaube ich.Zum glück gehöre ich ja nicht dazu.

Der Anfänger sitzt wieder vor dem Computer.ohje,scheint doch etwas schwieriger zu sein wie ich dachte.Vielleicht sollte ich erst mal mein Hintergrundwissen aufbauen.Mich erst einmal mit den neuen Herausforderungen vertraut machen.Was ist denn eine iso,was bewirkt die Blende,was ist der crop faktor,und was ist denn..........Genau so mache ich es.Ganz langsam und vernünftig an die sache rangehen.Anscheinend haben die leute doch recht wenn sie sagen das es vielleicht doch nicht ganz so einfach ist gute bilder zu fotografieren.

Man braucht eben doch einen "guten Blick"für das passende Motiv.
Man braucht eben doch eine ganze Portion an ausdauer beim ansitz auf ein "wirklich gutes Foto"
Man braucht eben doch ein gewisses Verständniss für die "technischen zusammenhänge"
Man muss vielleicht wirklich seine Umwelt mit "anderen Augen betrachten"

So,und jetzt muss ich leider abbrechen.Ich muss noch in meinem neuen Buch stöbern.Da steht einiges wissenswertes drin über das fotografieren.Tschüss leute und bis zum nächsten mal.
Beitrag Forum: Menschen allgemein   Geschrieben: Do, 16. Oct 2008 21:24   Titel: Street-Fotografie, was ist das?

Street-Fotografie, was ist das?


Die Streetfotografie ist eine dokumentarische Fotografie, die sich überschneidet mit Teilen der Portrait- und Event-Fotografie.

Zu Eigen ist der Streetfotografie, dass sie ungekünstelt ist, beobachtend das Geschehen um sie herum zum Thema macht und exemplarische Szenen herausgreift.
Dabei wiegt der "Inhalt", also die Bildaussage weit mehr als technische Gegebenheiten, wie beispielsweise Bildschärfe, korrekte Belichtung mit Zeichnung in allen Bildbereichen, etc.

Street ist meist direkt und nah, sollte immer authentisch und ungestellt sein. Sie konzentriert sich auf einen bestimmten Aspekt oder Moment, der dann festgehalten wird.
Ein Aspekt, der die Streetfotografie problematisch macht, ist zum Teil die Diskussion um das "Recht am eigenen Bild", sowie die scheinbar grenzenlose Ausweitung des Themas auf alle Bereiche des Lebens. Streetfotografie ist in erster Linie Dokumentation des Gesehenen. Es sind "Schnappschüsse", Momentaufnahmen, usw.

Tips
Sinnvoll ist es vor Ort die Belichtung zu prüfen. Also die Kamera so Voreinzustellen, dass unter sämtlichen Bedingungen die Aufnahme gelingt. Also wählt man eine ISO-Einstellung, die selbst in Schattenbereichen eine ausreichend schnelle Belichtungszeit, je nach Brennweite, ermöglicht.

Unterbelichten, um das Bild nicht durch zu helle Bereiche (gerade bei Sonne wichtig) schon beim Fotografieren zu "zerstören".

Bsp. - 2/3 Blende unterbelichtet, das verringert auch die Verschlusszeit
Bsp. Blende 4 ist sehr gut geeignet

Über Brennweiten lässt sich keine Regel beschreiben.
Authentische Fotos gibt es mit einer Brennweite von 50mm.
Aber auch 70-200mm oder 100-400mm ist kein Problem.
Die verwendete Brennweite richtet sich fast danach, wie "skrupellos" ein Streetfotograf ist.
Bei 50mm muss man an das Motiv schon sehr nahe heran. Die Ergebnisse sind dafür sehr authentisch, weil das Bild dem Sehen des Menschen nahe kommt.
Größere Brennweiten erlauben dafür eine Abgeschiedenheit des Fotografen. Er wird vom Motiv kaum bemerkt. Das Bild bleibt ungekünstelt.

Umgang mit Personen als Hauptmotiv
Dies ist ein nicht ganz einfaches Thema, denn generell gilt "Das Recht am eigenen Bild". Personen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen (Prominente), haben das Recht am eigenen Bild, wenn sie eindeutig zu identifizieren sind.
Streetfotografie muß nicht Personen beinhalten. Es kann auch nur die Dokumentation eines Strassenzugs sein, Tiere, Fahrzeuge, etc.

Fazit
Streetfotografie ist eine spannende, anspruchsvolle Sparte der Fotografie. Selbst am gleichen Ort gibt es immer wieder lohnende neue Motive. Sie fördert die Kommunikation und schult das Sehen.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 20:13   Titel: Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie




Image
Ansel Adams: The Tetons and the Snake River

Image
Herbstidylle im südlichen Wipptal

Image
Zireiner See mit Rofanspitze.

Die Landschaftsfotografie setzt sich mit der Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen auseinander. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie, aber auch der Stilllebenfotografie wenn sich die Betrachtungsräume beispielsweise den gestalteten Parks und Gärten annähern.

Ihre Pioniere, im 19. Jahrhundert Hermann Krone, im 20. Jahrhundert Ansel Adams, suchten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit zu machen. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue“ Abbildung. Zumeist wurden große Bildformate in Fachkameras genutzt. Seit dieser Phase hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt. Die menschliche Intervention in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen. Beispielsweise zeigt Margherita Spiluttini großformatige Abbildungen der vom Menschen in die Umwelt gesetzten Steinbrüche und der vom Verkehr und der Wasserkraftnutzung überformten Alpen. Über den menschlichen Eingriff oder die Dokumentation von aktuellen Ereignissen lässt sich auch ein Bezug zur Reportagefotografie herstellten. Vom Krieg geschundene Welten, aber auch Umweltkatastrophen bieten weiten Raum für die fotografische Arbeit.

Während sich Spiluttini und viele andere Vertreter der Landschaftsfotografie der „exakten“ Abbildung widmen, verfremden manche zeitgenössische Fotografen wie der Finne Miklos Gaal reale Szenen mit den extremen Unschärfen, die durch die Verstellungen von Fachkameras möglich sind, zu surrealen Szenen, die an die Makroaufnahmen von Modelleisenbahnen erinnern. Darin könnte ein Aufgreifen der Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts gesehen werden, mit denen sich die Fotografie vom Zwang der exakten Abbildung befreite.

Technik


Abgesehen von bewussten gestalterischen Unschärfen, versucht man in der Landschaftsfotografie, Aufnahmen mit großer Schärfentiefe und Detailzeichnung herzustellen. Landschaftsfotografen haben meist genug Zeit, um ein Stativ aufzubauen und damit die optimale Perspektive und Ausschnitt zu suchen. Belichtungsreihen treten hier an die Stelle von Serienbildern.

Bildschärfe


Zur Erzielung optimaler Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen gelten folgende Parameter:

  • Möglichst niedriger ISO-Wert, um Bildrauschen (bzw. Körnigkeit) zu minimieren.
  • Am besten fotografiert man im RAW-Format um verlustfreie Bilder für die Nachbearbeitung herzustellen.
  • 6 Megapixel reichen für den „Hausgebrauch“, schöpfen aber nicht das Auflösungsvermögen sehr guter Objektive voll aus. Hier sollten es 10-12 Megapixel sein.
  • Möglichst gutes Objektiv, Festbrennweiten sind meist preiswerter und kompakter als vergleichbar gute Zoomoptiken.
  • Auch gute Objektive sollten um mindestens zwei Stufen abgeblendet werden, höchstens aber „zwei Stufen vor ganz zu“. Oft sind das Blendenwerte um 5,6 bis 11.
  • Daraus resultiert eine Belichtungszeit, die oft nicht aus der Hand verwacklungsfrei gehalten werden kann. Ein gutes Stativ ist daher das wichtigste Utensil des Landschaftsfotografen.
  • Drahtauslöser (oder elektrischer Fernauslöser) bzw. Selbstauslöser und Spiegelvorauslösung reduzieren die Verwacklungen und sollten bei Aufnahmen vom Stativ immer verwendet werden, wenn es das Motiv erlaubt.
  • Der Autofokus stört bei Landschaftsaufnahmen oft, manuelle Scharfstellung auf Unendlich (∞) ist meistens richtig.


Filter


Folgende Filter finden in der Landschaftsfotografie häufig Anwendung:

  • Polfilter können blauen Himmel kräftiger erscheinen lassen und Spiegelungen auf Wasseroberflächen reduzieren. Seine Wirkung entfaltet er nur bei Seitenlicht.
  • Verlauffilter dunkeln einen hellen Himmel ab und reduzieren so den Kontrastumfang des Bildes.
  • Neutralgraufilter verlängern die Belichtungszeit, sodass Bewegungsunschärfe, insbesondere von fließendem Wasser, bildwirksam wird.
  • Farbfilter (rot, grün, gelb, orange) werden nur in der Schwarzweißfotografie verwendet und können den Landschaftseindruck verstärken. Ein Gelbfilter arbeitet beispielsweise die Wolken vor blauem Himmel besser heraus, und ein Grünfilter differenziert das Blattgrün bei Waldaufnahmen.


Literatur


  • A. Horsley Hinton: Künstlerische Landschafts-Photographie in Studium und Praxis (2. durchges. u. erweiterte Auflage). Berlin: Gustav Schmidt 1900
  • Fritz Loescher: Leitfaden der Landschafts-Photographie (5. Aufl. umgearbeitet u. ergänzt v. Karl Weiß). Berlin: Union Deutsche Verlagsges. 1917


Weblinks
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 19. Sep 2008 19:55   Titel: Innenfokussierung

Innenfokussierung



Innenfokussierung, abgekürzt IF, ist eine Konstuktionsart von Objektiven, bei der die Entfernungseinstellung nicht durch eine Verschiebung des ganzen Objektivs, sondern nur von einer oder mehreren Linsen innerhalb des Objektivs erfolgt. Die übrigen Linsen, insbesondere die Frontlinse, behalten ihren Abstand von der Bildauffangebene (Film oder Bildsensor) bei, wodurch sich die Baulänge des Objektivs nicht ändert.


Problematik


Gewöhnliche Objektive fokussieren dadurch, dass sich das gesamte Linsenpaket in Richtung ihrer optischen Achse verschiebt. Dies führt beim Einstellen auf nahe Motive zu einer größeren Baulänge und einer damit verbundenen Schwerpunktverlagerung. Hinzu kommt, dass mit dem Verstellen aller Linsen eine große Masse bewegt werden muss, die das Fokussieren verlangsamt. Diese Effekte sind für kurze Brennweite bedeutungslos, bei Teleobjektiven aber beträchtlich und von großem Nachteil. Deswegen werden Kameraobjektive ab etwa 3facher Vergrößerung gegenüber der Normalbrennweite, bei Kleinbild also etwa ab 150 mm, seit den 1970er Jahren zunehmend mit Innenfokussierung gebaut.

Objektive mit Innenfokussierung lassen sich kompakter und leichter bauen, was insbesondere bei langen Brennweiten günstig ist. Auch verlagert sich der Schwerpunkt beim Fokussieren kaum, so dass bei Stativaufnahmen keine Änderung der Stativbelastung und somit kein störendes Kippen der Kamera (durch die Elastizität des Stativs) erfolgt. Von Nachteil kann allerdings sein, daß sich im Allgemeinen die Brennweite mit der Entfernungseinstellung ändert.

Funktionsweise


Bei konventioneller Fokussierung bleiben die Abstände der Linsen voneinander stets gleich. Das Linsenpaket besitzt eine Unendlicheinstellung und lässt sich von dieser ausgehend von der Kamera weg verschieben. Um ein Motiv in gegebener Entfernung scharf abzubilden, ist eine bestimmte Entfernung des Linsenpakets (genauer: der bildseitigen Hauptebene) von der Film- bzw. Sensoerebene einzustellen. Diese Auszug genannte Verschiebung des Objektivs hängt neben der Motiventfernung auch von der Brennweite des Objektivs ab. Sie wird mit zunehmender Brennweite größer.

Wenn man auch die Abstände der Linsen voneinander ändert, wie es bei der Innenfokussierung der Fall ist, verschiebt sich nicht nur die bildseitige Hauptebene, sondern es ändert sich im Allgemeinen auch die Brennweite und damit der einzustellende Abstand der Hauptebene vom Film. Somit gibt es zwei Möglichkeiten, die Scharfeinstellung zu realisieren:

  • Die Hauptebene wird bei gleichbleibender Brennweite nach vorn verschoben.
  • Bei gleichbleibender Position der Hauptebene wird die Brennweite verkleinert.


In der Regel nutzt man beide Effekte gleichzeitig.

Bei der Innenfokussierung werden nur ausgewählte Linsen im hinteren Bereich des Objektivs verschoben. Diese Linsen sind relativ klein und leicht und müssen sich meist nur wenig bewegen, und beeinflussen den Objektiv-Schwerpunkt infolgedessen nur unbedeutend. Auch lassen sie sich sehr schnell verstellen, sowohl mit der Hand, wie auch durch einen Autofokusmotor. Da die vorderen Linsen, insbesondere die Frontlinse, nicht zu den verstellten Linsen gehören, bleibt die Objektiv-Baulänge unverändert. Die verringerte Brennweite und somit Vergrößerung bei Naheinstellung hat in der Praxis keine Bedeutung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren kann sich aber die Verzeichnung des Objektivs mit der Entfernung ändern.

Anstatt ausgewählte Linsen zu verschieben, kann man die Entfernung auch verstellen, indem man Linsen auswechselt. Dies führt zu einer stufenweisen Fokussierung und findet bei Polaroid-Sofortbildkameras Anwendung (siehe Polaroid).

Vorteile der Innenfokussierung


  • Bei der Fokussierung wird weniger Masse bewegt, so dass sie schneller erfolgen kann.
  • Die Gewichtsverlagerung ist viel kleiner, so dass sich die Stativbelastung kaum ändert und sich die Kamera nicht neigt.
  • Die Fassung des Objektivs kann kleiner und leichter konstruiert werden.
  • Das Objektiv ist im Allgemeinen robuster. Wenn das Objektiv einen Schlag auf die Vorderkante abbekommt, wird die Fokussiermechanik dadurch nicht belastet, da sie komplett im Inneren liegt.
  • Die Frontlinse dreht sich nicht (im Gegensatz zur Frontlinsen-/Frontgruppen-Fokussierung vieler Zoomobjektive).

Dadurch können Pol- oder Verlaufsfilter (s. Filter) problemlos benutzt werden. Darum ist auch die Verwendung von tulpenförmigen Streulichtblenden (ugs. Gegenlichtblenden) möglich, welche in den Bildecken eingeschnitten sind, um Vignettierungen zu vermeiden.

Besonderheit: Hinterlinsenfokussierung


Die Hinterlinsenfokussierung (engl. rear focus, RF) ist eine Spielart der Innenfokussierung. Dabei wird die hinterste Linse oder Linsengruppe verschoben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Do, 18. Sep 2008 21:39   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung (Handbuch)

Practica BX 20 Bedienungsanleitung - Handbuch



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.



Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Praktica-Forum   Geschrieben: Mo, 26. Mai 2008 23:07   Titel: Praktica BX 20 Bedienungsanleitung

Practica BX 20 Bedienungsanleitung



Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Technische Merkmale
Bezeichnung der Einzelteile
Vorbereitung zur Aufnahme
Batterie einlegen
Batterie prüfen
Rückwand öffnen
Film einlegen
Rückwand schließen
Aufnahmebereitschaft herstellen
Filmempfindlichkeit einstellen
Aufnahmevorgang
Automatische Belichtungszeiten
Steuerung
Vorwahl der Blendenzahl
Belichtungsautomatik, Anzeige
Auslösen
Messwertspeicherung
Belichtungskorrektur
Teilautomatische Arbeitsweise
Kamerahaltung
Blitzlichtaufnahmen
Objektivwechsel
Bildschärfe einstellen
Schärfentiefenanzeige
Infrarotaufnahmen
Auslöser
Verriegeln des Auslösers
Selbstauslöser
Filmwechsel
Pflege der Kamera




Einleitung


Mit der PRAKTICA BX 20 besitzen Sie eine hochwertige Kleinbildspiegelreflexkamera, die sich durch hohen Bedienungskomfort auszeichnet und die einen großen Spielraum für gestalterische Kreativität bietet.

In einem Bereich von 1/1000 s bis 40 s werden die Belichtungszeiten vollautomatisch gesteuert. Die Mikroelektronik der PRAKTICA BX 20 ermöglicht darüber hinaus das Fotografieren mit festen Belichtungszeiten zwischen 1/1000 s und 1 s sowie beliebig langen Belichtungszeiten mit der B-Einstellung.

Die Innenmessung erfolgt bei offener Blende und somit hellstem Sucherbild durch die elektronische Blendenwertübertragung.

Die PRAKTICA BX 20 ist mit einem System zur Blitzinnenmessung ausgerüstet. Bei Verwendung eines systemkonformen Computerblitzgerätes wird das Blitzlicht von der Kamera gemessen, ausgewertet und für die richtige Belichtung dosiert. Neben Computerblitzgeräten können auch herkömmliche Elektronenblitzgeräte verwendet werden.

Für gezielte Ober- und Unterbelichtung ist die Automatik manuell korrigierbar.

An den Rändern des übersichtlichen und hellen Sucherbildes werden durch Leuchtdioden angezeigt: die zu erwartende Belichtungszeit, Grenzwerte, Arbeitsstufen (Voll- bzw. Teilautomatik), Memofunktion, Belichtungskorrektur sowie Blitzbereitschaft einschließlich Blitz"0.K."Signal bei systemkonformen Computerblitzgeräten.

Am unteren Sucherbildrand sind die vorgewählte Blendenzahl und die Anzeige für den Kameraspannzustand sichtbar.

Die PRAKTICA BX 20 verfügt über einen Winderanschluß und gestattet in bekannter Weise den Anschluss des PRAKTICA-Zubehörs.



Technische Merkmale


Einäugige Spiegelreflexkamera für Bildformat 24 mm x 36 mm, Innenmessung bei Offenblende durch elektronische Blendenwertübertragung

Automatische elektronische Belichtungszeitensteuerung stufenlos von 1 /1000 s bis 40 s Automatik auf Teilautomatik umschaltbar, dabei Festzeiten von 1 /1000 s bis 1 s

Elektronische Blitzinnenmessung und Blitzdosierung bei Verwendung systemkonformer Computerblitzgeräte, Synchronisation (ca. 1 /100 s)

Blitzbereitschaftsanzeige (und Blitz "O.K."-Signal) im Sucherbild

Belichtungszeitenvorinformation im Sucher durch Leuchtdioden

Grenzwertanzeige bei Unter- bzw. Überbelichtung

Eingestellte Blende am unteren Sucherbildrand sichtbar

Information über den Spannzustand der Kamera

Manuelle Korrektur der Belichtung im Bereich von ± 2 Belichtungsstufen und Anzeige der Korrektur durch rote Leuchtdiode im Sucherbild bei±

Meßwertspeicherung und Anzeige dieser Funktion durch grüne Leuchtdiode im Sucherbild be AEL (automatic exposure lock)

Selbstauslöser (ca. 10 s) mit Startknopf und
Doppelfunktion als Abblendhebel zur Schär-
fentiefenkontrolle

Bildeinstellsystem: Fresnellinse mit neuartigem, diagonal angeordneten Tripelmeßkeil, Monoplanrasterring und Mattring

Sucherbildgröße ca. 95% der Bildseiten

PRAKTICA-Bajonett (Anlagemaß 44,4 mm,
Innendurchmesser 48,5 mm)

Anschluß für Motoraufzug

Memohalter an der Kamerarückwand

Batteriekontrolle durch Information im Sucher

Energiequelle: Primär-Batterie 6V (z.B.
PX 28/Mallory)

Silizium-Fotosensor als Lichtempfänger

Meß- und Steuerbereich: 0-17 EV bei
100 ASA und Blende 1,4

Abmessungen (Gehäuse):
141 mmx88 mmx49 mm

Masse (Gehäuse ohne Batterie): 510 g



  1. Filtergewinde
  2. Entriegelungstaste
  3. Auslöser für Selbstauslöser
  4. Spannhebel für Selbstauslöser (Betätigung
    gegen Uhrzeigerrichtung), Abblendhebel zur
    Schärfentiefenkontrolle (Betätigung in Uhrzei
    gerrichtung)
  5. Bildzähler
  6. Spannhebel
  7. Fenster für Blendenwerteinspiegelung
  8. Rlückspukurbel
  9. Rückspulknopf
  10. Einstellring für Filmempfindlichkeit
  11. Entriegelungstaste Filmempfindlichkeit
  12. Speicher- und Batterieprüftaste (Memory-Taste)
  13. Blendeneinstellring
  14. Entfernungseinstellring
  15. Schärfentiefenskala und Infrarotpunkt
  16. Einsetzmarkierung am Objektiv
  17. Trageöse
  18. Rückspulauslöser
  19. Marke für Automatik-Betrieb
  20. Auslöserverriegelung
  21. Betriebsartenwähler für Belichtungszeiten und Automatik
  22. Auslöser mit Anschluß für Drahtauslöser
  23. Steckschuh mit Mittenkontakt
  24. Mittenkontakt
  25. Computerblitz-Koppelstelle
  26. Einstellzeiger für Belichtungskorrektur mit Index
  27. Rückwand
  28. Filmaufwickelspule
  29. Filmtransportrolle
  30. Verschlußlamellen
  31. Patronenraum
  32. Okularfassung mit Zubehörwechselstelle
  33. Steckrahmen (Memohalter)
  34. Deckel für Batterieraum
  35. Stativgewinde
  36. Führungskanal für Motoraufzug
  37. Kupplung für Motorauzug
  38. Arretierung für Motoraufzug
  39. Kontakte für Motoraufzug
  40. Marke (Einsetzhilfe fürBatterieraumdeckel



Batterie einlegen


Zur Stromversorgung des gesamten Elektroniksystems wird eine Energiequelle von 6 Volt benötigt. Das kann eine Alkali-Mangan-, SilberOxid oder Lithiumbatterie sein.

Es lassen sich jedoch auch 4 Knopfzellen (z. B. LR 44) in Batteriehülse (Bestell.﷓Nr. 961 363) verwenden.

Eine frische Batterie reicht bei normalem Gebrauch der Kamera ca. 2 Jahre.

Beim Einlegen Batterieraumdeckel (34) in Pfeilrichtung schieben und herausschwenken. Kontakte im Batterieraum und an der Batterie mit trockenem Tuch säubern. Batterie mit Pluspol gegen den federnden Kontakt drücken (Polaritätskennzeichnung im Batterieraum) und hineinkippen. Deckel mit Pfeil in Richtung der Markierung einsetzen, niederdrücken und einschnappen lassen.

Es ist ratsam, die Kontaktstellen an der Batterie und im Batterieraum Von Zeit zu Zeit nachzusehen und ggf. zu reinigen. Gegen tiefe Temperaturen ist die Batterie empfindlich und sollte in geeigneter Weise geschützt werden.

Batterie bei längerer Nichtbenutzung aus dem Batterieraum der Kamera entfernen.


Batterie prüfen

Verschluß muß gespannt sein. Auslöser (22) und dann Memorytaste (12) drücken. Ist die Leuchtdiodenanzeige gut sichtbar, ist die Batterie in Ordnung. Bei verbrauchter Batterie verlöschen die Leuchtdioden am rechten Sucherbildrand. Bei den Einstellungen "B" und "~" ist keine Batterieprüfung möglich.




Rückwand öffnen




Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen, so daß sich die Rückwandverriegelung löst. Rückwand vollständig öffnen, dabei springt der Bildzähler (5) selbständig in die Ausgangsstellung zurück.


Film einlegen

Achtung! Vor dem Filmeinlegen sollte der Betriebsartenwähler auf eine kurze Festzeit eingestellt werden, da sich bei der Einstellung Automatik "auto" eine lange Belichtungszeit bilden kann. Bis zum Ende des Verschlußablaufens ist der Spannhebel gesperrt. Keine Gewaltanwendung!

Gegebenenfalls können Sie eine lange Belichtungszeit durch Umstellen von "auto" auf "B" abbrechen. Eine lange Belichtungszeit wird bei Einstellung "auto" auch beim Auslösen ohne eingesetztes Objektiv gebildet.

Filmpatrone in den Patronenraum (31) einlegen. Rückspulknopf (9) wieder vollständig hineindrükken, ggf. dabei drehen. Filmanfang mindestens 1 cm in den Schlitz der Aufwickelspule (28) einführen, den Spannhebel vorsichtig betätigen, bis die Zähne der Filmtransportrolle (29) in die Perforation des Filmes eingreifen.

Spannhebel bis an den Endanschlag bewegen und zurückführen. Kamera durch Druck auf den Auslöseknopf (22) auslösen.

Rückwand schließen

Rückwand in der Mitte der Riegelseite fassen und gegen den Kamerakörper drücken, bis die Verriegelung hörbar einrastet.



Aufnahmebereitschaft herstellen


Der Spannhebel (6) läßt sich etwas ausschwenken, ohne den Aufzugsvorgang bereits einzuleiten. Diese Bereitschaftsstellung erhöht die Griffsicherheit bei schneller Bildfolge. Spannhebel vollständig bis zum Anschlag schwenken, zurückführen und Kamera mit Auslöser (22) auslösen. Vorgang wiederholen und nochmals spannen, bis der automatische Bildzähler (5) die Bildzahl " 1 " anzeigt. Über den Spannzustand der Kamera wird am unteren Sucherbildrand informiert: Blendenzahlbild rot -Kamera ungespannt, Blendenzahlbild farblos -Kamera gespannt Der ordnungsgemäße Filmtransport ist am Mitdrehen des Rückspulknopfes (9) bei Betätigung des Spannhebels (6) kontrollierbar.


Filmempfindlichkeit einstellen



Entriegelungstaste (11) drücken und durch gleichzeitiges Drehen des Einstellringes (10) die auf der Filmpackung angegebene Filmempfindfichkeit (ASA-Wert) gegenüber dem Index auf dem Korrekturwertzeiger (26) einstellen. Als Gedächtnisstütze über die Art des eingelegten Filmes kann die abgetrennte Deckellasche der Filmschachtel in den Steckrahmen (Memohalter, 33) eingeschoben werden.



Automatische Bellichtungszeitensteuerung


Die PRAKTICA BX 20 arbeitet bei AutomatikEinstellung "auto" stufenlos und automatisch im Belichtungszeitenbereich von 1/1000 s bis 40 s. Die elektronische Belichtungszeitensteuerung erfolgt entsprechend den Lichtverhältnissen, der vorgewählten Blendenzahl und der Filmempfindlichkeit. Leuchtdioden im Sucherbildrand informieren über die angesteuerte Belichtungszeit. Bei "OVER" oder "UNDER" weisen sie auf Uberbzw. Unterschreitung des Belichtungszeitenbereiches hin.

Durch die Innenmessung werden die Belichtung beeinflussende Faktoren, wie Brennweite des Objektives, Filter, auszugsverlängerndes Zubehöre, automatisch berücksichtigt.

Werden über Adapter Objektive mit PRAKTICA-Gewindeanschluß M 42X1 verwendet, erfolgt die Lichtmessung automatisch bei Arbeitsblende.


Vorwahl der Blendenzahl



Durch Drehen des Blendenringes (13) die gewünschte Blendenzahl der Marke auf der Objektivfassung gegenüberstellen. Die eingestellte Blendenzahl ist dabei am unteren Rand des Sucherbildes eingespiegelt.

Wird der Hebel (4) in Pfeilrichtung betätigt, schließt sich die Blende entsprechend der eingestellten Blendenzahl und die Schärfäntiefe ist im Sucherbild beurteilbar.


Belichtungsautomatik, Anzeige

Betriebsartenwähler (21) auf Automatik "auto" einstellen. Durch leichten Druck auf den Auslöser (22) wird die Elektronik eingeschaltet. Im Sucherbild kann die von der Automatik ermittelte Belichtungszeit durch Leuchtdioden überwacht und, falls sie nicht motivgerecht erscheint, durch Vorwahl einer anderen Blendenzahl korrigiert werden. Dabei ist jeder Zeitstufe im Bereich von 1/1000 s bis 8 s eine Leuchtdiode zugeordnet; Zwischenwerte der stufenlosen Einstellung werden durch gleichzeitiges Leuchten zweier benachbarter Dioden angezeigt. Belichtungszeiten zwischen 8 s und 40 s signalisiert die Leuchtdiode durch Dauerlicht bei "UNDER", Über- bzw. Unterschreitung der Werte 1/1000 s bzw. 40 s werden durch Blinklicht bei "OVER" bzw. "UNDER" angezeigt. In diesem Fall wird der Verschluß stets mit 1 /1000 s bzw. 40 s gesteuert. Bilden sich Belichtungszeiten von 1/15 s und länger, ist die Verwendung eines Stativs oder einer anderen geeigneten festen Unterlage erforderlich.


Auslösen


Nach Kontrolle der Belichtungszeit im Sucher ist durch Weiterdrücken des Auslösers (22) der Verschluß auszulösen. Beim nachfolgenden Loslassen des Auslösers wird die Elektronik automatisch abgeschaltet.

Das Loslassen des Auslösers während langer Belichtungszeiten hat keinen Einfluß auf den Belichtungsvorgang. In diesem Fall erfolgt das Abschalten der Elektronik nach dem vollständigen Verschlußablauf.

Soll bei einer sehr langen Belichtungszeit der Ablauf vorzeitig abgebrochen werden (z. B. nach irrtümlichem Auslösen), so ist der Betriebsartenwähler (21) kurzzeitig auf "B" zu stellen.


Meßwertspeicherung

Weist das Fotomotiv einen besonders großen Kontrast auf (z.B. dunkel bekleidete Personen imsonnenbeschienenenSchneeoderhellerAufnahm egegenstand vor dunklem Hintergrund), ist der Belichtungswert durch individuelle Messung des wichtigsten Bildelementes aus Nahdistanz zu ermitteln. Der bei der Nahmessung ermittelte Meßwert wird gespeichert, und der Bildausschnitt kann danach verändert werden, ohne daß sich eine andere Belichtung ergibt. Zur Speicherung des Meßwertes die Kamera spannen, den Auslöser (22) leicht drücken (Meßvorgang) und kurzzeitig die Memory-Taste (12) betätigen (Meßwertspeicherung, die Leuchtdiode neben AEL leuchtet).

Danach erfolgt bis zum Auslösen des Verschlusses keine neue Messung mehr; der Verschluß bildet die Belichtungszeit entsprechend dem gespeicherten Wert. Durch Loslassen des Auslösers und somit Ausschalten der Elektronik wird die Meßwertspeicherung wieder gelöscht.


Belichtungskorrektur

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung individuell zu beeinflussen, besteht mit dem Einstellsystem für Belichtungskorrektur (10, 26). Derartige Korrekturen sind bei stärkeren Abweichungen des Objektcharakters vom Normalobjekt, z. B. bei dunklen Motiven vor hellem Hintergrund (+ 1, +2) und bei hellen Motiven vor sehr dunklem Hintergrund (-1, -2), notwendig. Dazu Einstellring für Filmempfindlichkeit (10) anheben und Zeiger (26) zum gewünschten Korrekturwert drehen.

Daß eine Korrektur vorgenommen wurde, wird durch eine Leuchtdiode (±) am linken Sucherbildrand signalisiert. Von der Ausgangsstellung ausgehend wird beim Einstellen auf + 1 bzw. + 2 im Automatikbetrieb die Belichtungszeit um 1 bzw. 2 Belichtungswerte verlängert. Sinngemäß findet eine Verkürzung beim Einstellen auf -1 bzw. -2 statt. Dabei kann die Rastung in halben Stufen vorgenommen werden. An den Grenzen des Filmempfindlichkeitsbereiches 12 ASA und 3200 ASA ist die Korrektur von 2 Stufen ebenfalls möglich. Eine Erweiterung des Belichtungszeitenbereiches über die Werte 1 /1000 s und 40 s hinaus erfolgt durch die Korrektur nicht. Achtung! Nach derartigen Korrekturen Einsteller wieder in die Ausgangsstellung 0-Stellung bringen. Die Leuchtdiode (±) verlischt.


Teilautomatische Arbeitsweise

Wollen Sie mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren, z.B. bei Reproduktionen, wissenschaftlich-technischen Aufnahmen, so ist die PRAKTICA BX 20 auf Teilautomatik umzuschalten. Es stehen feste Belichtungszeiten abgestuft von 1 s bis 1/1000 s und B für beliebig lange Zeiten zur Verfügung. Mit dem Betriebsartenwähler (21) ist die gewünschte Zeit vorzuwählen, damit ist gleichzeitig die Teilautomatik eingestellt. Wie bei der automatischen Belichtungszeitensteuerung wird durch einen leichten Druck auf den Auslöser die Kameraelektronik eingeschaltet.

Die Belichtungskontrolle erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Leuchtdioden im Sucher. Während die zur eingestellten Belichtungszeit zugehörige Leuchtdiode blinkt, zeigt eine andere gleichzeitig die entsprechend den Lichtverhältnissen, der Filmempfindlichkeit und der vorgewählten Blendenzahl notwendige Belichtungszeit durch Dauerlicht an. (Bei Zwischenwerten leuchten zwei benachbarte Leuchtdioden gleichzeitig.) Um den Abgleich herbeizuführen, sind Blendenzahl oder Belichtungszeit so lange zu verändern, bis die Leuchtdiode in Dauerlicht übergeht. Bei der Einstellung "B" erfolgt keine Leuchtdiodenanzeige. Die Festzeiten werden durch die aufgeführten Korrekturmöglichkeiten nicht beeinflußt.


Kamerahaltung



Nebenstehende Abbildung zeigt die StandardKamerahaltung. Kamera ruhig und fest halten und den Ellenbogen am Körper abstützen. So erzielen Sie verwacklungsfreie Aufnahmen.

Blitzlichtaufnahmen

Reicht das vorhandene Licht (z. B. Innenaufnahmen) zum sicheren Fotografieren aus der Hand nicht mehr aus oder soll das Motiv zusätzlich aufgehellt werden, empfiehlt es sich zu blitzen. Es können alle Elektronenblitzgeräte mit bzw. ohne Computerblitzsteuerung und entsprechender Anpassung verwendet werden. Blitzgerät in Steckschuh (23) einschieben, die kabellose elektrische Verbindung ist damit hergestellt.

Für Elektronenblitzgeräte ohne Computersteuerung ist der Betriebsartenwähler (21) auf "~" zu stellen. Die eingestellte Belichtungszeit beträgt dann 1 /100 s.

Wird ein systemkonformes Computerblitzgerät in den Steckschuh eingesetzt und der Betriebsartenwähler (21) auf "auto" gestellt, signalisiert eine Leubhtdiode am Sucherbildrand bei "~" die Blitzbereitschaft des Systems. In diesem Moment verlischt die Automatikanzeige.

Die Blitzbereitschaft wird auch bei Verwendung eines Computerblitzgerätes, wenn der Betriebsartenwähler auf" ~ " steht, angezeigt.

Für die richtige Filmbelichtung sorgt die Blitzinnenmessung in der Kamera, d. h., das reflektierte Blitzlicht wird durch das Kameraobjektiv aufgenommen, von der Kamera ausgewertet, und über die kabellose Steckschuhverbindung erfolgt die Blitzbeeinflussung TTL-Blitzautomatik.

Das Blitz-"0. K. "-Signal, d. h. die Blitzlichtmenge reichte zur richtigen Filmbelichtung aus, ist aus der Blitzbereitschaftsanzeige abzuleiten. Leuchtet die Leuchtdiode "~" unmittelbar nach dem Aufnahmevorgang wieder auf, so ist die Ausleuchtung der soeben durchgeführten Blitzaufnahme in Ordnung, also "O.K.". In abweichenden Grenzfällen ist das "0.K."-Signal am Blitzgerät zu beachten. Die Blitzbereitschaft bleibt erhalten, auch wenn die Memory-Taste gedrückt wurde und die grüne LED bei "AEL"Meßwertspeicherung signalisiert. Eine Belichtungskorrektur, signalisiert durch die rote LED bei (±) wird durch die Blitzautomatik berücksichtigt.

Um bei Blitzbetrieb im Bereich großer Objektleuchtdichten Fehlbelichtungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich durch Ausschalten des Computerblitzgerätes zu vergewissern, daß die der Umfeldleuchtdichte entsprechende Belichtungszeit länger als 1/125 s ist. Nähere Angaben zur Blitztechnik entnehmen Sie bitte der Blitzgerätebedienungsanleitung



Objektivwechsel


Entriegelungstaste (2) drücken und gleichzeitig Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis Anschlag drehen. Objektiv aus der Kamera entnehmen. PRAKTICA-Objektiv so einsetzen, daß sich die roten Markierungen (16 und 2) an Objektiv und Kamera gegenüberstehen. Objektiv gegen den Kamerakörper drücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis Verriegelungsstift hörbar einrastet.

Mit Hilfe des PRAKTICA-Adapters können alle Original-PRAKTICA-Objektive mit Gewindeanschluß M 42x 1 angeschlossen werden.

Fremdobjektive mit Gewindeanschluß M 42x1 müssen für PRAKTICA-Kameras geeignet und für Arbeitsblendenmessung eingerichtet sein. Die PRAKTICA BX 20 arbeitet auch in Verbindung mit den Gewindeobjektiven automatisch. Lediglich die Lichtmessung erfolgt bei Arbeitsblende.


Bildschärfe einstellen

Das Scharfeinstellen ist mit Tripelmeßkeilsystem, Monoplanrasterring oder Mattring möglich.

1 Tripelmeßkeil

Dieses Keilsystem erlaubt eine sehr hohe Einstellgenauigkeit der Bildschärfe. Die optimale Einstellung ist erreicht, wenn Konturen und Linien einen natürlichen Verlauf haben. Bei Unschärfe sind die Motivkonturen im mittleren Kreissegment verschoben.

2 Monoplanrasterring

Die richtige Bildschärfe ist eingestellt, wenn das Bild innerhalb des Rasterfeldes klar und flimmerfrei sichtbar ist.

3 Mattring

Besonders günstig bei Lupen- und Mikroaufnahmen sowie bei Objektiven mit kleiner relativer Öffnung (Blendenzahl größer als 4). Das Bild muß klar und scharf im Mattring erscheinen.


Schärfentiefenanzeige



Die Grenzen des Schärfentiefenbereiches können für die gewählte Blendenzahl auf der Schärfentiefenskale (15) des Objektives abgelesen werden. Zum Beispiel: Entfernung 3 m, Blendenzahl 8-Schärfentiefe reicht von etwa 2 m bis 5 m.

Infrarotaufnahmen

Infrarotaufnahmen erfordern eine geringfügige Korrektur der Scharfeinstellung. Den beim Scharfeinstellen ermittelten Entfernungswert der Infrarotmarkierung (Hinweispfeil) auf dem Objektiv gegenüberstellen.


Auslöser[/highlight]




Für einfachstes Bedienen sind im Auslöser (22) mehrere Funktionen untergebracht. Bei gespannter Kamera werden durch leichtes Drükken bis zum Druckpunkt die Automatik sowie die LED's für Belichtungszeiten bzw. für Blitzbereitschaft (bei speziellen Blitzgeräten) eingeschaltet. Beim Weiterdrücken erfolgt das Auslösen des Verschlusses.

Verriegeln des Auslösers

Ungewolltes Auslösen bzw. unnötiger Stromverbrauch beim unbeabsichtigten Drücken des Auslösers im gespannten und ungespannten Zustand der Kamera lassen sich durch die Auslöserverriegelung vermeiden.

Hierzu wird die unter dem Betriebsartenwähler angeordnete Auslöserverriegelung (20) in Pfeilrichtung betätigt und damit der Auslöser gesperrt. Die Entriegelung erfolgt sinngemäß in entgegengesetzter Richtung.


Selbstauslöser

Kamera spannen, Spannhebel (4) des Selbstauslösers in Pfeilrichtung 1) bis zum Anschlag schwenken, durch Druck auf den Startknopf (3), entsprechend Pfeil 2), Selbstauslöser auslösen. Vorlaufzeit etwa 10 s. Während der Nachlaufzeit des Vorlaufwerkes Kamera nicht spannen!
Befindet sich ein eingeschalteter Motoraufzug an der Kamera, so können während der Nachlaufphase bei kurzen Belichtungszeiten mehrere Aufnahmen belichtet werden. Wird das nicht gewünscht, so ist der Motoraufzug auszuschalten. Bei Automatikbetrieb ist, um Fehlmessungen zu vermeiden, das Okular mit der Okularschutzkappe abzudecken.



Filmwechsel


Der Bildzähler (5) zeigt die bereits belichteten Bilder eines Filmes an. Ist die mit dem jeweils eingelegten Film erreichbare Anzahl von Bildern belichtet (Rotmarkierung bei 20 bzw. 36), Filmwechsel vornehmen.

Rückspulauslöser (18) bis zum Einrasten drükken, Rückspulkurbel (8) ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis erhöhter Widerstand und anschließende Leichtgängigkeit das Ende des Rückspulvorganges signalisieren Rückspulknopf (9) bis zum Anschlag nach oben ziehen. Rückwand ist entriegelt und springt auf. Filmpatrone kann entnommen werden. Filmwechsel nicht in voller Sonne vornehmen.

Achtung!

Sind mehr Aufnahmen, als auf der Filmpackung angegeben, belichtet worden, kann der Spannhebel möglicherweise nicht voll geschwenktwerden.

Keine Gewaltanwendung!

Film zurückspulen und Spannhebel bis zum Anschlag schwenken.



Pflege der Kamera


  • Kamera vor Stoß, Schlag, Staub und Feuchtigkeit schützen.

  • Patronen﷓ und Spulenraum, Filmbahn und Rückwand von Zeit zu Zeit mit weichem Pinsel säubern.

  • Keine organischen Lösungsmittel wie z. B. Spiritus oder Lackverdünner zum Reinigen der Kamera verwenden.

  • Einwirkung aggressiver Dämpfe auf Kamera und Objektiv vermeiden.

  • Fingerabdrücke auf Linsenflächen von Objektiv und Okular mit Linsenreinigungspapier entfernen.

  • Spiegel, Bildfeldlinse und Verschlußlamellen nicht mit den Fingern berühren. Diese Verunreinigungen können nur von einer ServiceWerkstatt entfernt werden.

  • Zum Beseitigen von Staub wird ein Optikpinsel oder ein Blaseball empfohlen.

  • Kameras niemals längere Zeit sehr hohen oder tiefen Temperaturen aussetzen. Vermeiden Sie z. B. bei Sonneneinstrahlung die Lagerung der Kamera auf der Hutablage eines Kraftfahrzeuges.

  • Vor extremer Kälte ist die Kamera in geeigneter Weise zu schützen.

  • Beim Benutzen der Kamera in Meeresnähe oder am Strand ist Schutz gegen Salzwasser und Sprühnebel sowie gegen Sand erforderlich.

  • Vermeiden Sie plötzlichen Temperaturwechsei. Dieser kann zu Kondenswasserbildung und damit zu Korrosionsschäden führen.

  • Unterlassen Sie eigenmächtiges Eingreifen in die Kamera. Suchen Sie im Bedarfsfall eine Service-Werkstatt auf.


Wir bitten, alle Hinweise dieser Bedienungsanleitung zu beachten. Unsachgemäße Handhabung der Kamera kann zu Schäden führen, deren Behebung außerhalb unserer Garantieleistung liegt.


Durch Weiterentwicklung der PRAKTICA BX 20 können sich geringfügige Abweichungen von dieser Druckschrift ergeben.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Mi, 30. Apr 2008 11:28   Titel: Nachtfotografie


Nachtfotografie/Nachtaufnahmen


Nachtaufnahmen oder auch Nachtfotografien wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem fotografische Aufnahmen bei speziellen Lichtverhältnissen – in der Dämmerung, bei Anbruch der Nachtstimmung sowie in Form von Langzeitbelichtungen in der Nacht unter Verwendung von Belichtungszeiten von einigen Sekunden bis Minuten durchgeführt werden. Sie bilden eine besonders schwierige Gruppe von fotografischen Aufnahmen. Die bevorzugten Motive sind Architektur, Stadtansichten oder Landschaften. Nicht selten werden auch Himmelsobjekte in das Motiv mit einbezogen, so dass der Übergang zur Astrofotografie fließend ist. Verwandte fotografische Genres sind die Astro- und die Landschaftsfotografie, in denen ähnliche Arbeitstechniken und Bildgestaltungen verwendet werden.

In Nachtfotografien treten aufgrund der relativ langen Belichtungen (einige Sekunden bis Minuten) fotografische Effekte wie der Schwarzschildeffekt (in der analogen Fotografie) oder vermehrtes Rauschen (in der digitalen Fotografie) in Erscheinung (siehe Abschnitt Erläuterung einzelner Effekte).

Voraussetzung für Nachtfotografien ist ein sicherer Stand der Kamera, hier bietet sich die Nutzung eines Stativs an. Lichtstarke Wechselobjektive helfen bei der Bildgestaltung, da sie ein vergleichsweise helles Sucherbild ermöglichen. Hochempfindliche Filme können eingesetzt werden, um den Schwarzschildeffekt zu reduzieren, häufig wird jedoch mehr Wert auf die bessere Schärfe, geringere Körnigkeit und kräftigere Farbwiedergabe normalempfindlicher Filme gelegt. Eine besonders attraktive Zeit für Nachtfotografien ist die so genannte Blaue Stunde, also die Dämmerung.

Aus technischer Sicht sind auch die meisten Fotografien von Sonnenuntergängen zu den Nachtaufnahmen zu zählen. Verglichen mit anderen fotografischen Genres kennzeichnen Nachtaufnahmen folgende Merkmale, die auftreten können, aber nicht alle müssen:
  • wenig Licht (z. B. während der so genannten Blaue Stunde),
  • Kunstlicht mit unsicherer Bestimmung der Farbtemperatur,
  • Verwendung aufwändigerer Technik als sonst üblich.


Die Available-Light-Fotografie ist im Gegensatz zu Nachtaufnahmen nicht an Tageszeiten gebunden. In der Available-light-Fotografie werden vergleichsweise kurze Belichtungszeiten verwendet. Ihr gestalterisches Ziel ist das Einfangen der Lichtstimmung vor Ort auch tagsüber z. B. in geschlossenen Räumen, ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Lichtquellen wie Blitzlicht.



Besonderheiten


Bei Nachtaufnahmen sind einige Besonderheiten zu beachten, die sonst nicht oder weniger intensiv auftreten:

  • Filmkorn bzw. Bildrauschen
  • Lichthof
  • Schwarzschildeffekt


Gerade bei Nachtaufnahmen erreicht man oft enttäuschende Ergebnisse, weil das fertige Bild nicht die Stimmung wiedergibt, die man selbst erlebt hat. Dies betrifft insbesondere Farbtemperatur und Filmkorn bzw. Rauschen sowie Bildunschärfen wegen der sehr langen Belichtungszeiten und großen Blendenöffnungen.

Filmempfindlichkeit

Dabei ist es unerheblich ob man analog oder digital fotografiert: Es gibt sowohl hochempfindliche Filme als auch ebenso lichtempfindliche Digitalsensoren (handelsüblich derzeit bis ISO 3200/36° ohne Push-Entwicklung). Im Gegensatz zur Available-Light-Fotografie wird man für Nachtaufnahmen meist jedoch aufgrund der höheren Farbsättigung und des geringeren Korns niedrigempfindliche Filme einsetzen; dabei muss allerdings der Schwarzschildeffekt in der Belichtungszeit kompensiert werden.


Farbwiedergabe


Aufgrund der Fähigkeit der menschlichen Wahrnehmung zur chromatischen Adaption können Menschen die exakte Farbtemperatur einer Lichtquelle nicht objektiv beurteilen; die subjektiv wahrgenommene Farbstimmung weicht darüber hinaus auch von der Sensibilisierung der fotografischen Emulsion bzw. vom automatischen Weißabgleich der Kamera ab, da diese auf standardisierte „Normalbedingungen“ eingestellt sind; bei Nachtaufnahmen kommt in der Praxis häufig noch als zusätzliche Problematik das Mischlicht aus Lichtquellen unterschiedlicher Farbtemperatur hinzu.

Objektivieren kann man diese Effekte nur mit Hilfe eines fotometrischen Belichtungsmessers (z. B. Gossen Mastersix in Verbindung mit Vorsatzgerät PROFi-color), wobei allerdings für exakte Messungen eine Lichtintensität von mindestens 10 Lux erforderlich ist (etwa 60-Watt-Glühbirne auf 1,5 Meter Entfernung in einem abgedunkelten Raum). Gerade unter den Bedingungen einer Nachtaufnahme wird es also für den Fotoamateur schwierig, die Lichtsituation objektiv zu bestimmen. Faustregeln gibt es nicht. Mit ein wenig Erfahrung und einer Farbtemperaturtabelle lassen sich jedoch die Wirkungen von Kunstlicht auf fotografische Emulsionen oder digitale Sensoren recht gut abschätzen.

Körnung und Rauschen

Die grobe Körnung eines fotografischen Films wird von manchen Fotografen gerne in Kauf genommen und als Effekt bewusst eingesetzt; legt man jedoch Wert auf eine feine Körnung und hohe Kantenschärfe, sollten Filme mit Empfindlichkeiten über ISO 200/24° unbedingt vermieden werden. Eine höhere Präzision der Belichtung erzielt man mit Diafilmen, während Negativfilme einen höheren Belichtungsspielraum bieten. Spezialfilme wie z. B. 'Kodak Professional Ektapress Film PJ800' können bis 6400 ASA belichtet werden und haben dabei eine noch akzeptable Körnung, die mit herkömmlichen 400-ASA-Filmen vergleichbar ist. Allerdings sind solche Filme und deren Entwicklung sehr teuer.

In der Digitalfotografie weisen nahezu alle aktuellen Kameramodelle ein Dunkelrauschen auf, das teilweise durch Algorithmen der Kameraelektronik kompensiert – oder auch verschlimmert – wird. Zu den besten Ergebnissen gelangt man mit Empfindlichkeitseinstellungen um 100 ASA in Verbindung mit dem jeweiligen Rohdatenformat der Kamera.

Das Rohdatenbild lässt sich dann bei der Bildbearbeitung mit speziellen Hilfsprogrammen wie Noise Ninja oder Neatimage, gezielt entrauschen und beispielsweise mit Photokit Sharpener oder FocalBlade nachschärfen. Soll das Rohdatenformat vermieden werden, hilft zweimaliges Belichten, zuerst mit offenem Verschluss und dann mit geschlossenem,so kann die Kamera das Rauschen teilweise herrausrechnen.


Erläuterung einzelner Effekte


Die folgenden Bilder wurden mit verschiedenen Aufnahmetechniken angefertigt und zeigen einige der vorher beschriebenen Effekte:

Unschärfe

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Passeig de Gracia in der Innenstadt von Barcelona


Aufnahmetechnik:

  • EXA Rheinmetall
  • 2,8/50 Festbrennweite
  • KodaChrome 25
  • f=5,6 / ca. 2 s


Obwohl die Kamera an eine Laterne gedrückt wurde, ist das Bild insgesamt unscharf, bei den Menschen erscheint unabwendbar Bewegungsunschärfe.

Farbtemperatur

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Tossa de Mar an der spanischen Costa Brava

Aufnahmetechnik:

  • Canon EOS 50 E
  • 1,8/50 Festbrennweite
  • Kodak Gold 100
  • f=2,0 / 1/15 s


Der Farbstich fällt besonders im rechten Bildteil auf. Das gesamte Bild wirkt wesentlich wärmer als es ursprünglich der Fall war. Die Beleuchtung der Burg erfolgt mit wärmeren Lampen als die Straßenbeleuchtung. Die Lampen wirken zwar wärmer, als sie in der Aufnahmesituation wahrgenommen wurden, dies wird aber im fertigen Bild meist als angenehm empfunden.

Lichthof

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Lichterträume im Familiengarten Eberswalde

Aufnahmetechnik:

  • Canon G5
  • f=8 / 1 s


Den Lichthof kann man bei allen im Bild sichtbaren Lichtquellen beobachten, besonders in der unteren Bildmitte und rechts beim roten Licht. Selbst die angestrahlten Blätter links oben überstrahlen.


Stimmung

Aufnahmetechnik:

  • Ricoh RDC-i 500
  • f=2,8 / 1/15 s


Das Originalbild gibt die (physikalisch) korrekten Farben wieder. Es wirkt etwas kraftlos, das Ergebnis ist nicht unbedingt befriedigend. Durch gezielte Farbkorrekturen am Computer kann die ursprünglich gesehene Stimmung bzw. eine übertriebene, kitschige Postkartenatmosphäre erreicht werden (Bilder 2 und 3).

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Sonnenuntergang in Dagebüll an der Nordsee, fast unbearbeitete Datei aus der Kamera

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Bild 2 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur auf die tatsächlich vorhandenen Farbbereiche

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Bild 3 - kanalgetrennte Tonwertkorrektur mit drastischer Überbetonung des Rot- Kanals und Zurückdrängung von Grün und Blau


Aufnahmetechnik


Für Nachtaufnahmen ist sehr preiswerte Fototechnik nur bedingt geeignet. Die Kamera muss ein abschaltbares Blitzgerät besitzen und möglichst über ein Stativgewinde verfügen; bei Analogkameras sollte die Filmempfindlichkeit manuell einstellbar sein bzw. bei Digitalkameras eine manuelle Empfindlichkeitswahl möglich sein.

Als Notlösung kann man bei preiswerten Kameras den Blitz abdecken und darauf hoffen, dass die Kameraelektronik den Rest macht. Empfehlenswert ist der Belichtungsmodus manuell sowie manuelle Entfernungseinstellung, da einige Autofokus-Systeme in lichtschwacher Umgebung oft Probleme bereiten.

Lichtstarke Wechselobjektive unterstützen die Arbeit, da sie die manuelle Fokussierung mittels der Einstellscheibe vereinfachen, sie sind aber nicht zwingend erforderlich.


Weitere Beispielfotos




Hofkirche von Dresden



Am Festspielhaus Hellerau



Sternspuraufnahme mit Einbau von Landschaft



Flughafen Dresden


Siehe auch


  • Langzeitbelichtung
  • Chromatische Aberration
  • Dynamic Range Increase



Weblinks


Beitrag Forum: Makro und Stilleben   Geschrieben: Fr, 22. Feb 2008 19:53   Titel: Hilfsmittel Für Makroaufnahmen

Das Grundprinzip der Nahphotographie ist, daß der Abbildungsmaßstab um so größer wird, je größer der Abstand zwischen Sensor- beziehungsweise Filmebene und Objektiv oder je kürzer die Brennweite wird. Ein 50-mm-Normalobjektiv läßt sich bis auf etwa 45 cm Abstand zum Motiv scharfstellen. Für geringere Aufnahmeabstände und größere Abbildungsmaßstäbe sind deshalb spezielle Nahgeräte erforderlich. Ob man sich für die Nahlinse, den Zwischenring, das Makroobjektiv oder das Balgengerät mit 50-mm Objektiv beziehungsweise Lupenobjektiv entscheidet, hängt ganz von der erforderlichen Abbildungsgröße und der gewünschten Bildqualität ab. Eine Rolle spielt natürlich die schon vorhandene Kameraausrüstung, denn auf die Kompatibilität sollte beim Kauf geachtet werden.

Nahlinsen
Diese werden einzeln oder in Sätzen angeboten. Ihre Brechkraft wird in Dioptrien gemessen. Um den jeweiligen Abbildungsmaßstab zu ermitteln, teilt man die Zahl 100 durch den Dioptrienwert und erhält den Aufnahmeabstand in Zentimetern. Für besonders große Abbildungsmaßstäbe kann man zwei Vorsatzlinsen kombinieren, wobei die Bildqualität allerdings leidet. Beim Einsatz von Nahlinsen tritt kein Lichtverlust auf, da der Auszug nicht verlängert wird. TTL-Messung und Belichtungsautomatik funktionieren wie gewohnt.

Zwischenringe
Der Auszug wird durch einen einzelnen Zwischenring um 5 bis 30 mm vergrößert. Da die Zwischenringe kombiniert werden können, kann der Auszug weiter vergrößert werden. Zwischenringe liefern eine bessere Bildqualität als Nahlinsen, da sie keine optischen Elemente besitzen, die die Leistung eines Objektivs schmälern können. Beim Einsatz von Zwischenringen kommt es jedoch zu einem Lichtverlust, der zum Beispiel bei einem Normalobjektiv und Zwischenringen von 50 mm Länge zwei Blendenwerte beträgt. TTL-Messung ist möglich, Offenblendenmessung und Belichtungsautomatik jedoch nur mit "Automatik"-Zwischenringen.

Makroobjektive
Sie sind für optimale Leistung im Nahbereich korrigiert, können auch als Normalobjektive verwendet werden - wobei allerdings ihre geringe Lichtstärke von meist 3,5 nachteilig sein kann - und es gibt sie mit verschiedenen Brennweiten. Die gängigsten sind 50 und 55 mm; 100 und 200 mm sind ebenfalls zu empfehlen, weil sie größere Aufnahmeabstände ermöglichen. Wird ein Makroobjektiv - das mit verschiedenen Einstellgeräten kombiniert werden kann - direkt an die Kamera eingesetzt, bleiben alle Funktionen voll erhalten.

Balgengerät mit 50-mm-Objektiv
Sie lassen sich auf 100 bis 200 mm ausziehen und ermöglichen damit eine stufenlose Vergrößerung und größere Abbildungsmaßstäbe als Zwischenringe. Mit zunehmendem Auszug nimmt die Lichtausbeute ab. Offenblendenmessung ist nicht mehr möglich, außer mit Kameras, bei denen die Belichtung in der Sensor- beziehungsweise Filmebene gemessen wird. Arbeitsbelichtungsmessung mit dem TTL-Belichtungsmesser ist jedoch möglich.

Balgengerät mit Lupenobjektiv
Lupenobjektive - sie haben keine Einstellfassung - sind spezielle Makroobjektive, die ausschließlich für den Einsatz an einem Balgengerät konzipiert sind. Mit einem 35-mm-Lupenobjektiv sind Abbildungsmaßstäbe bis 6:1, bei 20 mm bis 10:1, mit extralangem Auszug oder zusätzlichen Zwischenringen bis 20:1 möglich. Bei extremer Vergrößerung ist das Bild auf dem Sensor beziehungsweise auf dem Film bis zu acht Blendestufen dunkler als bei einem auf unendlich gestellten Objektiv. Ein Blitzlicht ist aus diesem Grund unentbehrlich.
Beitrag Forum: Landschaftsfotografie   Geschrieben: Fr, 22. Feb 2008 19:41   Titel: Weitwikel Und Landschaftsfotografie

Landschaftsphotographie mit Weitwinkelobjektiven



Weitwinkelobjektive gelten als erste Wahl bei der Landschaftsfotografie, weil man damit viel Objekt auf den Film bekommt. Jedoch sorgt das nacher beim Betrachten der Bilder oft für große Enttäuschung. Zu viele Formen, Farben und Lienien und die hohe Tiefenschärfe sorgen oft für ein unausgewogenes Bild ohne erkennbares Hauptmotiv. Gestalterisches Ordnen der Einzelmotive ist daher vor der Aufnahme sinnvoll.

Problematisch ist der subjektive Eindruck der imposanten Landschaft, die man mit eigenen Augen betrachtet. Viele versuchen dann die gleichen Eindrücke (tolle Farben, Formen, Himmel, Berge und vielleicht noch die süßen Tierchen irgendwo da draussen) ihrer Wahrnehmung in den Kamerasucher zu stopfen. Die entwickelten Bilder oder die betrachteten daten am Monitor sind dann eher enttäuschend. Eine so imposante szenerie sollte doch eigentlich zwangsläufig zu einem guten Bild werden, leider ist meist das genaue Gegenteil der Fall!

Tücken des Weitwinkels

Es bedarf überlegter Bildgestaltung, um Empfindungen der "eingefangenen" Szenerie im zweidimensionalen Bild nachzustellen. Dabei hat gerade das Weitwinkelobjektiv seine Tücken, da zu viele irrelevante Objekte mit abgebildet werden, die den Betrachter verwirren oder von der Kernaussage des Bildes ablenken. Mit Teleobjektiven kann man sehr einfach Störendes durch Wahl eines geeigneten Ausschnittes wegblenden oder durch gezielten Einsatz von Tiefenschärfe in Unschärfe verschwimmen lassen.

Aufgeräumte Bilder

Es ist daher unerlässlich, im Bild aufzuräumen. Ein Betrachter sollte spätestens beim zweiten Hinsehen erkennen, was der Fotograf abbilden wollte. Es ist erforderlich, das im Sucher erfasste Motiv zu analysieren, gedanklich auf die graphischen Grundelemente, die Linien, Formen und Flächen zu reduzieren. Außerdem gilt es zu bedenken, wie man den Betrachter über die Anordnung der Bildelemente ins Bild hineinführt und über das Gefüge der Linien und Formen Spannung aufbaut. Da sich die Motive selbst meist nicht ohne weiteres in eine gestalterisch ideale Anordnung versetzen lassen, müssen wir uns selbst bewegen und den optimalen Standpunkt buchstäblich erlaufen. Standpunkt und Perspektive gilt es, so lange zu wechseln, bis die optimale Linienführung im Sucher erscheint. Zuweilen genügt es, einen Schritt nach links oder rechts zu gehen oder sich einfach in die Hocke zu begeben. Manchmal aber, in bergigem Gelände etwa, sind solche Positionswechsel schwieriger und es kann auch vorkommen, dass man das im Kopf bereits fertige Bild nicht in eine befriedigende reale Aufnahme übersetzen kann und ist gezwungen, aufzugeben - wenn man sich das ehrlich eingesteht, kann man zumindest Film beziehungsweise Platz auf der Speicherkarte sparen.

Bilder gliedern

Viele gelungene Weitwinkelbilder erzielen ihre Wirkung aufgrund einer klaren Staffelung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Der Vordergrund wird dabei oft vom Hauptmotiv besetzt, während Mittel- und Hintergrund dem Betrachter wichtige Informationen über die Umgebung des Motivs vermitteln. Solche Aufnahmen können, dank ihres hohen Informationsgehaltes, komplette Geschichten erzählen. Ein ausgezeichnetes Hilfsmittel beim überlegten Bildaufbau ist eine Gittermattscheibe im Sucher der Kamera. Einige digitale Kompaktkameras erlauben es, eine Gitterstruktur im Display anzuzeigen, was den gleichen Zweck erfüllt.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: Fr, 04. Jan 2008 21:59   Titel: Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

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Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauart für einen Fotoapparat, bei der das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet wird. Grundsätzlich wird zwischen einäugigen (engl. SLR, Single-lens reflex camera) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (engl. TLR, Twin-lens reflex camera) unterschieden.

Spiegelreflexkameras mit digitalem Sensor werden meist kurz als DSLR bezeichnet.
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Eine EXA-Spiegelreflexkamera von 1953



Geschichte und Entwicklung

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aufgeschnittene Praktica

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johann Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Einstellscheibe umlenkt.

Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert. Die erste in Deutschland hergestellte Spiegelreflexkamera war die Zeus-Spiegel-Kamera und stammte aus dem Werk von Richard Hüttig in Dresden.

Die erste in Großserie hergestellte SLR (Single Lens Reflex) war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1936. Ihr Konstrukteur war Karl Nüchterlein (1904–1944).


Funktionsweise

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Funktionsschema einer Spiegelreflexkamera

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Schwingspiegel (2) reflektiert und auf die Einstellscheibe (5) projiziert. Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers mit Pentaprisma (7) einen Lichtschachtsucher oder einen Porro-Spiegelsucher verwenden.

Während einer Aufnahme klappt (bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera) der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.

Bei einigen Sonderkonstruktionen wird anstelle des Schwingspiegels ein fest montierter, teildurchlässiger Spiegel oder ein Prisma verwendet, was bei motorbetriebenen Kameras erheblich schnellere Aufnahmefolgen erlaubt, allerdings auch ein dunkleres Sucherbild liefert und natürlich weniger Licht zum Film durchlässt.


Typen


Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.
Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Hauptartikel: Zweiäugige Spiegelreflexkamera

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Zweiäugige Yashica Mat 124 G

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Häufig ist das Sucherobjektiv aus Kostengründen einfacher konstruiert, aber lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv, um ein möglichst helles Sucherbild zu gewährleisten und die Scharfstellung zu vereinfachen. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Einstellscheibe scharf gestellt werden kann.

Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamiya C, wobei nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat hergestellt wird.

Dieser Kameratyp hat eine Reihe von Vorteilen:

* das Sucherbild ist immer sichtbar und wird nicht von der Arbeitsblende abgedunkelt;
* das Aufnahmegeräusch ist sehr leise und
* die Auslösung des Kameraverschlusses bewirkt praktisch keine Erschütterungen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

* aufwändige Objektive werden aus Kostengründen nicht realisiert, da sie doppelt erforderlich wären;
* es entsteht ein Parallaxenfehler, der besonders bei Nah- oder Makroaufnahmen bemerkbar ist, da die optischen Achsen der beiden Objektive gegeneinander verschoben sind.

Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine untergeordnete Rolle, in erster Linie für Nostalgiker und Sammler. In der praktischen Fotografie haben sich einäugige Spiegelreflexkameras durchgesetzt. Einige Modelle zweiäugiger Spiegelreflexkameras mit durchaus hochwertigen Objektiven sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen erhältlich, die einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie ermöglichen.

Einäugige Spiegelreflexkamera

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Mittelformat-SLR mit Fischaugenobjektiv

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Einäugige Nikon F von 1969

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Yashica TL-ELECTRO: Manuelle Spiegelreflexkamera von 1975

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Kompakte Olympus IS 1000 von 1992

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Minolta srT303b

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Digitale Spiegelreflexkamera Konica Minolta Dynax 5D

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Einstellscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Einstellscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird.

Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) zu verwenden. Der Verschluss ist in den meisten Fällen ein Schlitzverschluss, der direkt vor der Filmebene liegt, damit die Austauschbarkeit der Objektive gewährleistet ist. Ausnahmen im Bereich der Mittelformatkameras (z. B. Hasselblad) nutzen eine Kombination aus Schlitzverschluss und Zentralverschluss, der im Objektiv enthalten ist.

Bedingt durch den Schwingspiegel gibt es einen recht großen Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs. Bei kurzen Brennweiten (bei Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) wird daher die Retrofokus-Bauweise eingesetzt, durch die die Objektive aufwändiger und teurer werden. Auch die Abbildungsqualität kann unter den zusätzlichen Linsenelementen leiden.

Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Einstellscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird (sog. automatische Springblende, kurz: ASB). Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen oder es erfolgt eine Messung mit Arbeitsblende. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.

Im Kleinbildformat 24 × 36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45 × 60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe als auch die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.

Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken das mittlere bis obere Preissegment der Digitalkameras ab und wurden anfänglich meist von Berufsfotografen verwendet. Sie werden auch als DSLR oder D-SLR (Digitale-SLR) bezeichnet. DSLRs sind ihren analogen Pendants vom Aufbau her sehr ähnlich, doch statt eines Films beherbergen sie einen Bildsensor (CCD-, CMOS- oder Active Pixel Sensor), auf den das Licht fällt, nachdem der Spiegel hochklappt und der Verschluss sich öffnet. Durch das eingebaute Display ist ein sofortiges Betrachten der Fotos möglich, wodurch eine missratene oder fehlbelichtete Aufnahme – im Rahmen der Möglichkeiten, die die Qualität des Displays zulässt – sofort erkannt werden kann. Bei den meisten Kameras kann darüberhinaus ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden, das die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung erleichtert und unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays ist.

Wie bei den herkömmlichen Spiegelreflexkameras verwenden die meisten Hersteller auch hier ihre eigenen Objektivsysteme, weshalb sich DSLR-Benutzer auf eine Marke und damit auf ein System festlegen müssen. Meistens können jedoch bereits vorhandene Objektive eines Herstellers auch an dessen DSLR verwendet werden.

Hauptvorteil der DSLR im Vergleich zu ihren analogen Vorgängern ist die direkte Verfügbarkeit der Bilddaten, da auf die zeitraubende Entwicklung von Filmmaterial verzichtet werden kann.

Gegenüber den weit verbreiteten kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:

* Man kann die Objektive auswechseln und somit einen Brennweitenbereich abdecken, der mit einem einzigen, fest eingebauten Objektiv nicht erreichbar ist. Verzeichnungsfrei (gnonomisch) abbildende Objektive sind für Brennweiten erhältlich, die an einer Kompaktkamera mit einem einzigen Objektiv einem 100-fach-Zoom entspräche. Hinzu kommen Spezialobjektive und weiteres Zubehör beispielsweise für die Makrofotografie.
* Die verwendeten Sensoren sind deutlich größer als die der Kompaktkameras und dadurch lichtempfindlicher und rauschärmer.
* Durch einen größeren Abbildungsmaßstab (bei gleicher Brennweite wird ein größerer Ausschnitt abgebildet: siehe Formatfaktor) können Bilder mit einer wesentlich geringeren Schärfentiefe fotografiert werden, wodurch man beispielsweise den Vorder- vom Hintergrund abgrenzen kann.

Durch den bei den meisten DSLRs verwendeten kleineren Bildsensor (vgl. mit Kleinbildfilm) wird ein kleinerer Bildwinkel genutzt, d.h. fotografiert man mit einem 50mm Objektiv an einer Kamera mit einem Formatfaktor (oft falsch als „Brennweitenverlängerungsfaktor“ bezeichnet) von 1,5 ist der Bildausschnitt so groß wie der eines 75mm Objektivs an einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera.

Hauptnachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der über tausende Aufnahmen hinweg Staub aus der Umgebungsluft (Zoom-Objektive wirken wie Luftpumpen) und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- oder Spiegelmechanik sammelt. Einige Hersteller gehen das Problem Staub marketing-wirksam an, gegen die internen Tröpfchen allerdings wird kaum etwas unternommen.

Manche Fotografen sehen DSLRs nur als eine Kompromisslösung an, weil bei den meisten Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich ist. Seit März 2006 sind jedoch auch erste DSLR mit Vorschau auf dem Display verfügbar. Da das parallaxenfreie Sucherbild ohnehin der späteren Aufnahme entspricht und sich insbesondere die Schärfe und die Schärfentiefe im Spiegelreflexsucher wesentlich besser als am meist niedrig auflösenden Vorschau-Display beurteilen lässt, ist diese Vorschaumöglichkeit auf der elektronischen Anzeige nur als nützliche Ergänzung in einigen Aufnahmesituationen, nicht als notwendig einzuschätzen. Des Weiteren erwärmt sich der Sensor durch Live Vorschau weil er dauernd und nicht nur während der Aufnahme mit Strom versorgt wird, was zu höherem Rauschen führt.
[bearbeiten] Weblinks

* Systematische Übersicht zu fotografischen Kameras (Sortierung nach Kamerabauform und Hersteller)
* Frank Mechelhoff, Westdeutsche Kleinbildcameras – wie sie gegen die Japaner verloren (siehe auch hier)
* Henning Sußebach: „War das schön. Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera.“ (Die Zeit vom 26. August 2004)


Quelle


Teile dieses Artikels (einschließlich Bilder) entstammen der deutschsprachigen Wikipedia. Der Artikel samt Autoren kann unter Wikipedia: Spiegelreflexkamera nachgelesen werden.

Kategorien: ...
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:26   Titel: Zonensystem

Das Zonensystem ist ein Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet eine Methode zur Optimierung der Belichtung bzw. Belichtungsmessung bei der Herstellung einer Papierkopie und ursprünglich auch bei der Entwicklung und Belichtung von Filmen und Fotoplatten.

Das Ziel ist, interessante Teilstrukturen eines Negatives beim Papierabzug durch abweichende Belichtung in denjenigen Teil der Gradationskurve (Kontrastbereich) des Fotopapier-Materiales zu verschieben, dass ein optimaler bzw. gewünschter Kontrast bzw. eine Hervorhebung entsteht.

Sie ist im Gegensatz zur regulären Methode der Objekt- oder Lichtmessung zur Bestimmung der Belichtungszeit auch im künstlerischen Kontext zu sehen, da sie auch gezielte Ãœber- oder Unterbelichtungen einsetzt, um mittels Aufnahme und Entwicklung eine bestimmte Bildwirkung zu erzielen.

Die Methodik ist mit der Zweipunktmessung verwandt, ist jedoch motivbezogener und subjektiv-gestalterisch orientiert.


Grundlegendes und Vorgehensweise

Der amerikanische Fotograf Ansel Adams (1902-1984) entwickelte das Zonensystem zur Steuerung der Tonwerte (Graustufung bzw. Kontrast) eines Fotos durch methodisch fundierte Festlegung der Belichtungszeit während der Belichtung der Aufnahme.

Die Methode ist mit Hilfe eines Spotbelichtungsmessers und einer Kamera mit manueller Belichtungssteuerung auch für die Landschafts- und die Studiofotografie anwendbar.

Adams analysierte die Helligkeitswerte von der Aufnahme (Kamera) über das Negativ und das Labor bis hin zum fertigen Papierbild (dem Positiv) und nutzte die Erfahrung, um möglichst genaue, auch künstlerisch ausgeprägte Tonwerte auf dem Foto zu erhalten.
Die hellen und dunklen Bereiche (Tonwerte) des Motives werden dabei in vorher festgelegte, aufgrund des auf dem Papierbild eingeschränkten Kontrastumfanges nur teilweise verfügbare Positivtonwerte des Fotoabzugs übertragen.

Das Zonensystem bietet dem Fotografen darüber hinaus eine Möglichkeit, seine Aufnahmen kreativ zu gestalten.

Ursprünglich umfasste das System nach Adams die ganze Kette vom Motiv, der Kamera und Aufnahme über die Filmentwicklung bis hin zum fertigen Abzug. Bei automatisierter Filmentwicklung muss sich das Verfahren auf die Belichtungsmessung und die Aufnahmetechnik beschränken.


Gedanke zur künstlerischen Vorgehensweise und Technik

Ansel Adams versteht das Zonensystem als Voraussetzung für ein künstlerisches Konzept der Visualisierung. Ziel dieser Visualisierung ist es, dass der Fotograf gedanklich die Wirkung eines Fotos auf den gewünschten Betrachter vorwegnimmt. Möchte der Fotograf z.B. einen düsteren, unheimlichen Eindruck beim Betrachter hervorrufen, würde eine normale Belichtung, die eine angenommene mittlere Helligkeit des Motivs reproduziert, ihr Ziel verfehlen.

Zum Erzielen der beabsichtigten Bildwirkung müssten vielmehr bestimmte Motivteile deutlich dunkler als normal reproduziert werden. Um dieses künstlerische Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, den Kontrastumfang der Aufnahme während der gesamten Verarbeitungskette im Blick zu behalten.

Das Zonensystem berücksichtigt, dass der Kontrastumfang eines Fotopapiers geringer ist als der eines Filmes oder des eigentlichen Motives. Das führt dazu, dass z. B. bei kontrastreichen Landschaftsaufnahmen die Skala der Ton- bzw. Grauwerte von Schwarz bis Weiß technisch nicht vom Negativ auf das Papier übertragen werden kann.

Mit dem Zonensystem wird versucht, die Darstellung der Kontraste im Negativ durch die Belichtung in der Kamera und die Entwicklung im Labor so zu steuern, dass sie dem Kontrastumfang von Fotopapier gerecht wird.

Eine verlängerte Belichtung des Filmes und nachfolgende verkürzte Entwicklung bewirkt geringeren Kontrast („feinere“ Grauwerte). Das Bild wird weicher. Eine verkürzte Belichtung in Kombination mit einer verlängerten Entwicklung lässt bei flauen Motivkontrasten die Schwarz- und Weißwerte deutlicher hervortreten, bewirkt also eine Kontraststeigerung.


Zonensystem mit digitaler Technik

Die Ãœberlegungen des Zonensystems gelten in gleicher Weise auch für andere Aufnahmeverfahren, also auch für den CCD- bzw. CMOS-Sensor einer Digitalkamera, den Computermonitor und das Drucken, z.B. mit Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
Der Ausdruck (die Papierform des Bildes) hat wiederum den eingeschränktesten Kontrastumfang. Ein Monitor kann einen weiteren, aber dennoch gegenüber dem Original eingeschränkten Kontrastbereich darstellen. Die digitale Bildverarbeitung bietet mit entsprechender Software wesentlich umfangreichere Möglichkeiten, so können Grauwerte einzeln oder in Relation zueinander angepasst werden, was in der Dunkelkammer nur mit großem Aufwand oder gar nicht machbar ist. Eine kreative Umgestaltung wird möglich, die Grenzen zur Bildmanipulation sind allerdings fließend.

Ein weiterer Vorteil der Digitalfotografie ist, dass kurz nach der Aufnahme mittels eines Histogramms oder der Monitorwiedergabe grob beurteilt werden kann, ob Ãœber- oder Unterbelichtung vorliegt. Blende und Zeit können wie bei einer analogen Kamera insbesondere bei unbewegten Motiven so lange verändert werden, bis die beabsichtigten Kontrastverhältnisse erreicht sind. Beim Negativ- oder Diafilm kann dagegen erst nach der Negativentwicklung beurteilt werden, ob der Film richtig bzw. den Wünschen entsprechend belichtet wurde.

Nachteilig ist der gegenüber Filmaufnahmen eingeschränkte Kontrastbereich des Aufnahmesensors. Einen Ausweg bietet das Zusammensetzen zweier unterschiedlich belichteter Aufnahmen:
Sollte etwa der Helligkeitsumfang des Motivs die Empfindlichkeitsspanne des Bildsensors übersteigen, können Aufnahmen unterschiedlicher Belichtung am Computer per Bildbearbeitungsprogramm zusammengesetzt werden, um Zeichnung sowohl in hellen als auch in dunklen Bildausschnitten zu gewährleisten. Dieses Verfahren wird als DRI (digital range increase) und das Ergebnis als HDR- (high dynamic range) Aufnahme bezeichnet. Manche digitale Bildsensoren bieten nicht nur die erforderliche feine Graustufung (Bitumfang des Helligkeitssignales), sondern können selbst durch eine Folge logahritmisch gestaffelter Belichtungszeiten der einzelnen Pixel extreme Kontrastverhältnisse ohne Informationsverlust komprimieren.


Einteilung der Zonen und Belichtungssteuerung

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Adams hat den reproduzierbaren Kontrastumfang eines Fotos in 11 (Bezeichnet mit 0 bis 10)Bereiche oder Zonen eingeteilt. Der Abstand zwischen den Zonen entspricht jeweils einer ganzen Blendenstufe (1EV).
Null steht dabei für tiefschwarz ohne Zeichnung, Zehn bezeichnet reines Weiß ohne Zeichnung. Fünf entspricht dem sogenannten Neutralgrau mit 18 % Reflexion. Der im Labor auf Fotopapier kopierfähige Bereich umfasst die neun Zonen von I bis IX, der durchgezeichnete, detailhaltige Bereich die Zonen II bis VII.

Wird mit einem Spotbelichtungsmesser (in der Kamera oder als Handbelichtungsmesser) ein Motivteil angemessen, repräsentiert der Belichtungswert die Zone V (18% neutrales Grau) - alle Belichtungsmesser sind hierauf kalibriert.
Es ist jedoch möglich, diesem Motivteil einen anderen Messwert bzw. eine andere Zone zuzuordnen, um die Wirkung auf dem Foto zu verändern:
Soll die Zone dunkel, aber mit Zeichnung im Bild dargestellt werden, könnte sie der Zone III zugeordnet werden. Zeigt der Belichtungsmesser z.B. 1/30 s und f 8,0 an, wäre folglich 1/30 bei f 16 anzuwenden. Alle anderen Motivteile des Bildes fallen, in Abhängigkeit von der gewählten Belichtung ebenfalls in einen anderen Tonwertbereich bzw. eine andere Zone. So ist bedingt steuerbar, in welcher Helligkeit bzw. mit welchem Kontrast die jeweils bildwichtigen Motivteile wiedergegeben werden.

Fällt etwa ein bildwichtiges Motivteil bei der gewählten Belichtung in die Zone IX, also Weiß fast ohne Zeichnung, würde nur eine flaue Bildwirkung entstehen, die möglicherweise nicht den Vorstellungen des Fotografen entspricht. Es gibt somit keine „korrekte“ oder „richtige“ Belichtung - vielmehr wählt der Fotograf Belichtungswerte, die zu einem Bild führen, welches beim Betrachter die beabsichtigte Wirkung hervoruft.

Die Belichtungswerte sind somit vom Motiv, vom gewünschten fotografischen und künstlerischen Effekt sowie von der Entwicklung abhängig und können nach unten oder oben abweichen. Die Grenzen zwischen guter Aufnahme, geeigneter fotografischer Technik bis hin zum Aufzeigen versteckter Details, künstlerischer Freiheit und Manipulation sind fließend - eine Nebelsonne kann so z.B. in einen Sonnenuntergang verwandelt werden.



Belichtung in der Praxis

Adams führte zahlreiche Methoden der Eichung, Kontrastbeeinflussung und anderes ein und gestaltete damit seine Großformataufnahmen. Nicht alle sind bei den heute meist verwendeten 35mm-Filmen nutzbar. Das Wesentliche des Zonensystems lässt sich jedoch realisieren, wenn eine Kamera mit Handeinstellung zur Verfügung steht.

Eine strukturierte Fläche die etwa einem mittlerem Grau entspricht, etwa ein Fußabtreter oder eine Wand, wird mit der gewählten Kamera-Film-Kombination (bzw. den entsprechenden Digitalkameraeinstellung) "normal" und formatfüllend aufgenommen. Es ergibt sich, mit regulärer Belichtungsmessung, z. B. die Belichtung 1/30 f 8. Dies entspricht nun Zone V, nun werden, für andere Zonen, weitere Aufnahmen mit anderen Belichtungswerten gemacht:

  • Zone IV 1/30 f 11
  • Zone III 1/30 f16
  • Zone II 1/30 f 22
  • Zone I 1/60 f 22
  • Zone 0 1/125 f 22
  • Zone VI 1/30 f5,6
  • Zone VII 1/30 f4
  • Zone VIII 1/15 f4
  • Zone IX 1/8 f4
  • Zone X 1/4 f4


Selbstverständlich kann auch jede andere Zeit/Blenden-Kombination entsprechend dem Lichtwert der Zone V Aufnahme gewählt werden, sofern sie, für unterschiedliche Zonen, zueinander jeweils den Abstand einer Blendenstufe oder Zeitstufe (=1 EV) hält. Hilfreich ist es immer, sich die Nummer des jeweiligen Bildes zusammen mit Belichtung (Blende und Zeit) und Zone zu notieren. Mit dem Log kann ein Erfahrungsschatz aufgebaut werden, auf den später zugegriffen werden kann.

Die Aufnahmen werden nun in der gewünschten, aber zuvor bedachten Form entwickelt bzw. reproduziert, im einfachsten Falle etwa einfach ins Labor gegeben oder ausgedruckt. Bei Abzügen aus dem Labor ist es für die Anwendung des Zonensystem notwendig, ein Labor zu finden, dass die Möglichkeit bietet, auf automatische Belichtungskorrekturen zu verzichten, da sonst alle Abzüge wieder ins neutralgraue korrigiert werden. Dies sollte erfragt oder per Test festgestellt werden, ist aber in der Regel bei einem Fachhändlern möglich. Das entwickelte Resultat (Bild) zeigt nun den Kontrastumfang des Motives betreffend der gewählten Reproduktionskette, anhand des Logs sind auch die Werte nachvollziehbar. Möglicherweise sind Details, d.h. Tonwert und Kontrast, schon für die Zone III nicht mehr voll sichtbar oder Zone VII zeigt die letzte nutzbare helle Zeichnung.

Die Erfahrung zeigt, dass Betrachter Aufnahmen als "gut" oder "richtig" belichtet empfinden, die den Kontrastumfang möglichst ausnutzen. Die Aufnahmetechnik hierfür wäre auf (zwei) Motivteile zu achten, die im Endbild ohne zeichnerische Details weiß bzw. schwarz dargestellt werden sollen. Die bildwichtigen Teile des Motives sollten im dazwischenliegenden, durchgezeichneten Bereich liegen, der Belichtungsrahmen nach dem Zonensystem nach Möglichkeit darauf angepasst werden.



Filme und Farbe

Bei Negativfilmen kann die ermittelte hellste nutzbare Zone (auf dem Film) als Basiszone gewählt werden, mittels der dann, korrigiert, belichtet wird. Es wird auf jenes Motivteil angemessen, das gerade noch mit Zeichnung dunkel (=helle Stelle auf dem Negativfilm) auf dem Abzug dargestellt werden soll, im Beispiel der Zone III entsprechend. Daraufhin wird die Belichtung zwei Blenden oder Zeitstufen gößer(also f/8 statt f/4 oder 1/60 statt 1/250) gewählt. Nun wird ermittelt in welche Zone der hellste bildwichtige Motivteil fällt. Liegt er innerhalb des ermittelten durchgezeichneten Bereichs ist die Belichtung optimal.

Bei Diafilmen wird umgekehrt die niedrigste (hellste) nutzbare Zone als Basiszone gewählt. Dieses Vorgehen ist auch sinnvoll, weil bei Filmen die dunklen Stellen (bei Negativfilmen entsprechend die hellsten Bildteile) schneller "zulaufen", keine Details mehr zeigen, als vergleichsweise die hellsten (dunklesten) Stellen.

Die hellen (bzw. dunklen) Stellen lassen sich in der Nachbearbeitung, falls verfügbar, auch besser korrigieren. Eine leichte Ãœberbelichtung bei Negativfilmen bzw. leichte Unterbelichtung bei Diafilmen kann also unter bestimmten Umständen toleriert werden. Bei Dias für die Projektion wie auch bei fehlender Bearbeitungsmöglichkeit müssen natürlich die hellen und dunklen Grenzen sofort passen.

Während das ursprüngliche Zonensystem hauptsächlich für die SW-Fotografie benutzt wurde, sind heute Farbfilme überwiegend verbreitet, die im folgenden auch andere Gestaltungsmaßnahmen erlauben. Die Kontrastkorrektur mit Filter an der Kamera selbst ist etwas unüblich geworden, auf die Farbtemperatur kann dagegen Einfluss genommen werden. Für moderne Filme muss der veränderte Kontrastumfang im Zonensytem berücksichtigt werden. Bei Farbfilmen ist die Differenz zum Schwarz-Weiß-Material meist gering, bei Dia-Filmen dagegen stärker. Dies und die subjektive Wirkung der Farbe sollte bei der Aufnahme im Zonensystem berücksichtigt werden. Die Sensorik der digitalen Technik ist im Tonwertumfang wiederum mit dem Dia-Film vergleichbar, hinzu kommen das Rauschen und andere Besonderheiten.

Das Zonensystem ermöglicht es wiederum, den technisch gegebenen Kontrastrahmen bei passender Aufnahme- und Entwicklungstechnik zu optimieren und, bei etwas Aufwand, im fotografischen wie künstlerischen Rahmen auszuschöpfen.



Grenzen

Die ursprüngliche Anwendung unter Adams gestattete Eingriffe bei der Aufnahme, der Filmentwicklung sowie beim Vergrößern. Die Abbildung von Farbmotiven auf, auch unterschiedlich farb-sensitives, Schwarz-Weiß-Filmmaterial stellte, da farbnehmend, immer zugleich auch die Möglichkeit eines optimierenden Eingriffes im subjektiven oder objektiven Sinne dar. Auch fototechnische wie handwerkliche Retusche war als Mittel der Bildverbesserung und der Behebung von Materialfehlern, nicht allerdings der Verfälschung, im Prozess enthalten.

Fallen mit der heute oft üblichen Beschränkung auf die Aufnahmesteuerung und im Bildformat einige Möglichkeiten weg, so sind durch Farbmaterialien und Computerhilfe andere gegeben. Das eher handwerklich und qualitativ zu betrachtende Zonensystem ist, wie Adams selbst anmerkt, für schnelle Fotomotive und die schnelle Photographie nicht geeignet. Eine Anregung stellt es trotz aller Änderungen dar.


Siehe auch:



Quelle:

Teile dieses Artikels inklusive Bilder wurden aus dem Artikel Zonensystem der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Dort findest Du weitere Angaben zu Autoren und Lizenzen der Texte und Bilder.
Beitrag Forum: Fotowiki   Geschrieben: So, 30. Dec 2007 15:22   Titel: Objektive

Ein Objektiv ist ein sammelndes optisches System, das eine reelle optische Abbildung eines Objektes erzeugt. Bestandteile eines Objektivs können sowohl Linsen als auch Spiegel sein, die je nach Einsatzzweck in unterschiedlichsten Gehäusen gefasst sind.

Das Objektiv ist die zentrale, die Abbildungseigenschaften und die Bildqualität bestimmende Komponente optischer Geräte, wie beispielsweise Kameras, Mikroskope, Ferngläser oder auch astronomische Teleskope.

Genau wie das Objekt ist das erzeugte Bild dreidimensional. Objekte, die sehr weit entfernt sind, also scheinbar im Unendlichen liegen (z.B. Sterne und andere Objekte am Himmel), werden in einer Ebene, der Bildebene, abgebildet.

Die Größe des Bildes hängt von der Brennweite der Linse ab. Je größer diese ist, desto größer ist auch das Bild. Um die Kamera für Linsen verschiedener Brennweite benutzen zu können, war sie mit einem Auszug (Balgen) versehen, der es gestattete, sie zu verlängern bzw. zu verkürzen; das Balgenprinzip wird auch heute noch in der Großbild- und Makrofotografie genutzt.


Man unterscheidet Objektive primär aufgrund ihrer Brennweite; dabei wird unterschieden zwischen

* Normalobjektiv
* Fernobjektiv
* Weitwinkelobjektiv und
* Fischaugenobjektiv.

Die oben genannten Kategorien gelten für Festbrennweiten-Objektive; sehr populär sind in der Amateurfotografie heutzutage mittlerweile Zoomobjektive, die die Veränderung der Brennweite erlauben und je nach Brennweiten-Bereichen auch mehrere der genannten Kategorien abdecken können. Zoomobjektive werden auch nach ihrem relativen Brennweitenbereich kategorisiert und sind umso schwerer und aufwendiger, je lichtstärker sie sind und ein je größeres Verhältnis zwischen längster und kürzester Brennweite sie abdecken.

Weitere wichtige Unterscheidungsmerkmale sind die Anfangsöffnung, oder anders ausgedrückt: wie lichtstark ein Objektiv ist, und der Bildwinkel, in dem ein Objektiv ein scharfes Bild entwirft.

Außerdem können Objektive nach verschiedenen konstruktiven Merkmalen unterschieden werden, z.B.

* Teleobjektiv
* Spiegellinsenobjektiv
* Makroobjektiv
* Tilt- und Shift-Objektiv
* Autofokus-Objektiv
* Infrarotobjektiv
* Objektive mit integrierter Bildstabilisierung
* Objektive mit elektrischer Ãœbertragung von Blendenwert etc. an die Kamera. (Electric-Objektive)

Eine weitere Eigenschaft eines Objektivs ist die kleinste Distanz auf die es fokussieren kann, die Naheinstellgrenze. Sie bestimmt wie nah man an das Motiv "herangehen" kann. (Siehe "Makroobjektiv")


Grundkonstruktionen

* Achromat
* Aplanat
* Apochromat
* Biotar
* Frontar
* Hypergon
* Meniskus
* Pankratisches System (umgangssprachlich: "Zoomobjektiv")
* Petzval-Objektiv
* Periskop (Symmetrisches Doppelobjektiv)
* Planar bzw. Gauß-Typ (auch: Doppel-Gauß-Konstruktion)
* Sonnar
* Telezentrisches Objektiv (Messtechnik)
* Tessar
* Triplet



Verwendung

Ein Projektor benutzt ein Objektiv, um ein stehendes oder bewegtes Bild vergrößert auf eine Wand zu projizieren.

In einem Mikroskop oder einem Teleskop betrachtet man das durch das Objektiv erzeugte Bild sehr kleiner oder weit entfernter Objekte durch ein Okular, ein weiteres Linsensystem. Beim Mikroskop liegt dabei die Bildebene näher beim Objektiv, und das Objektiv hat verglichen mit dem Okular eine kurze Brennweite. Beim Teleskop liegt die Bildebene näher am Okular, und das Objektiv hat die größere Brennweite.

In der Fotografie oder Videotechnik ist das Objektiv Teil eines Fotoapparates beziehungsweise einer Videokamera. Es erzeugt ein reelles Bild in der Bildebene, wo sich der lichtempfindliche Film oder ein elektronischer Sensor befindet. Man unterscheidet anhand der Brennweite zwischen Weitwinkelobjektiven, Normalobjektiven und Fernobjektiven (zumeist:Teleobjektiven). Lässt sich die Brennweite des Objektivs ändern, spricht man von einem Zoomobjektiv, sonst von einer Festbrennweite. Spezialobjektive sind das Fischauge (Fisheye) und TS-Objektive.

Geschichte und Entwicklung

Zu dem Fortschritt der Fotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben die zahlreichen Vervollkommnungen der Objektive beigetragen. Früher benutzte man einfache achromatische Linsen, welche zur Erzielung scharfer Bilder stark "abgeblendet" werden mussten. Infolgedessen gaben sie sehr lichtschwache Bilder, die eine lange Expositionszeit nötig machten.

Ein großer Fortschritt war die Erfindung des Porträtobjektivs von Josef Petzval, einem lichtstarken Objektiv, das aus zwei Doppellinsensystemen besteht, bedeutend hellere Bilder lieferte als vorherige und damit die Aufnahme von Porträten in kurzer Expositionszeit ermöglichte. Zur Aufnahme von Landschaften, Architekturen etc. ist weniger Lichtstärke, aber ein großer Gesichtswinkel notwendig.

Die gewöhnlichen Landschaftsobjekte umfassen nur einen Winkel von 30° bis 45°, der meist zu klein ist. Man benutzte dazu früher ausschließlich einfache Linsen, später aber die Tripletobjektive, etwa ab den 1860er Jahren dann die von Steinheil eingeführten Aplanate. Das Tripletobjektive ist ein Objektiv, das insgesamt drei Linsen besitzt. Zu diesem System gehören auch die Euriskope, das Rapid Rectilinear u.a.

Diese geben bei einem Gesichtsfeld von ca. 60° eine hinreichende Lichtstärke, um in heiterem Sommerwetter selbst Momentaufnahmen zu gestatten. Ist ein noch größeres Gesichtsfeld als 60° nötig, so nimmt man Weitwinkellinsen, wie Buschs Pantoskop, Dallmeyers Wide angle lens, Steinheils Weitwinkelaplanat, Voigtländers Weitwinkeleuriskop, die ein Gesichtsfeld von 75 bis 100° besitzen.

Im Jahre 1860 konstruierte Thomas Sutton eine symmetrische Tripletlinse; das Objektiv bestand dabei aus zwei Konvexlinsen, deren vordere um etwa ein Drittel kleiner war als die Hinterlinse, sowie einer weiteren Einzellinse als konkaver Meniskus.

Steinheils Periskopobjektiv von 1865 ist ein verzeichnungsarmes Objektiv mit großem Bildwinkel, das erste Weitwinkelobjektiv im heutigen Verständnis.

Ludwig Seidel untersuchte in München die Abbildungsfehler der Linsen und veröffentlichte 1866 ein Formelsystem, das die Objektivkonstruktion erleichterte.

Hugo Adolf Steinheil konstruierte 1881 das erste Universalobjektiv.

Ernst Abbe und Otto Schott begannen ab 1880 mit der Entwicklung neuer Glassorten. Sie gründeten 1882 zusammen mit Carl Zeiss eine Glasschmelzerei in Jena. Mit Hilfe der neuen Gläser gelang es nach 1886 dem Mitarbeiter Paul Rudolph, ein Doppelobjektiv zu konstruieren, bei dem der Fehler des Astigmatismus erstmals korrigiert war: das Planar-Objektiv.

Der Astigmatismus kann auch durch Verwendung asphärischer Linsen korrigiert werden, die aber in der Herstellung viel komplizierter sind als sphärische Linsen.



siehe auch:
 
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